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Mein Papa wird bald sterben, und wir müssen es ihm sagen

m1ariOposa


Zuerst einmal möchte ich sagen, dass mir eure Situation sehr leid tut.

Ich frage mich aber, warum ihr dieses Versteckspiel so weiter treibt. Dein Vater weiß bestimmt sehr viel mehr, als er euch zeigt. Diese Information

Mein Papa weiß das nicht. Der Arzt hat ihm nur gesagt, dass er ein paar Metastasen in der Leber hat und wir nach dem Urlaub mit der Chemo beginnen.

war doch alleine schon mehr als alarmierend. Wenn er von den Metastasen weiß, dann weiß er auch vom Primärtumor.

Könnte es sein, dass er auf seine Frau Rücksicht nehmen will? Es ist ganz schrecklich für sie, das ist klar – aber wenn sie ständig weint, wie Du schreibst, dann merkt er das doch. Ich würde euch wünschen, dass ihr die Zeit, die ihm noch bleibt gut, respektvoll und ehrlicher nutzt. Vielleicht kann Deine Mutter sich etwas mehr darauf einlassen, was für Deinen Vater gut ist.

rFatloxs01


Aktuell gehe ich davon aus, dass wir es vielleicht bis Weihnachten schaffen, aber das kann sich auch ändern, sobald er die Diagnose weiß und seinen Lebenswillen verliert. Um das weiß ich, wird passieren

vielleicht wird eben genau das nicht passieren, dass er seinen lebenswillen verliert. oft reagieren menschen gegenteilig, weil sie wissen, dass sie nicht mehr lange zu leben haben. sie werden eifrig und versuchen die letzte zeit so intensiv wie möglich zu leben.

ich halte es für unfair, nicht mit ihm darüber zu sprechen. das schrieb ich ja schon einmal. vielleicht ist gerade jetzt im urlaub der beste zeitpunkt. im kreise der trauten familie und nicht durch irgendeinen arzt oder geistlichen oder psychologen.

fdaitkh47


Der Urlaub ist vorbei und ich bin erstmal zurück nach Hause gefahren. Es ist seltsam tröstlich wieder hier zu sein. Es scheint so, als ob sich nichts verändert hat, als ob wir nicht wüssten, dass mein Papa bald nicht mehr da sein wird.

Der Urlaub war nicht schön, er war anstrengend und schwer zu ertragen, da mein Vater solche Schmerzen hat.

Morgen früh nun hat er endlich einen Termin in der Onkologie.Morgen früh wird er nun erfahren, dass sein Leben bald beendet wird. Und seltsamerweise bin ich froh, morgen nicht dabei zu sein. Es ist geplant, dass ich ab Mittwoch erstmal wieder arbeiten gehe. Mich ablenken, etwas Normalität haben. Aber ich stelle mir die Frage, ob ich nicht jede freie Minute bei und mit meinem Papa verbringen sollte...darauf weiß ich keine Antwort...

aJndler1s_als8_anxdere


Aber ich stelle mir die Frage, ob ich nicht jede freie Minute bei und mit meinem Papa verbringen sollte...darauf weiß ich keine Antwort...

faith47

Nein. Sei in angemessenen Abständen regelmäßig an seiner Seite.

M(yDoomxBLN


Nein nichts vom tod erzählen immer mut zusprechen und Hoffnungen geben.

bringt ihn nicht um bevor er tod ist.

Wenn ihr es sagt nimmt ihr sein lebensenergie weg.

E:hemali{gerX Nutz3er (%#46x7193)


Nein nichts vom tod erzählen immer mut zusprechen und Hoffnungen geben.

bringt ihn nicht um bevor er tod ist.

Wenn ihr es sagt nimmt ihr sein lebensenergie weg.

Das macht so richtig keinen Sinn. Nicht mal ansatzweise.

E[va nRelxla


Ich würde seinem Wunsch entsprechen und nur mit ihm über das sprechen, was er selbst anschneidet. Niemand MUSS einem Todkranken sagen, dass er im Sterben liegt; allerdings sollte man ihn auch nicht belügen, wenn er danach fragt.

E]va Rellxa


Wenn ihr es sagt nimmt ihr sein lebensenergie weg.

Das macht so richtig keinen Sinn. Nicht mal ansatzweise.

Das kannst Du nicht wissen. Es gibt Menschen, die sich im selben Moment, wo sie es gesagt bekommen, aufgeben.

fVait:h4x7


Grundsätzlich können wir ihm erst dann wirklich helfen und nach Behandlungsmöglichkeiten schauen, wenn er über seine Diagnose Bescheid weiß und gewillt ist, sich helfen zu lassen.

Und es ist nicht so, dass ich mich in den letzten Wochen nicht ausgiebig mit dem Thema Bauchspeicheldrüsenkrebs und Methoden, Überlebensdauer etc. beschäftigt habe. Ich bin sehr couragiert, es geht um meinen geliebten Papa.

fTaitnh4x7


Ich schätze meinen Papa so ein, dass er sich aufgeben wird, keinen Lebenswillen mehr haben wird und sich auch nicht mehr helfen lassen wird. Nicht für umsonst haben wir nun 3 Wochen gewartet und diese Diagnose von ihm fern gehalten.

Aber: Ich finde es trotzdem wichtig, dass er jetzt darüber informiert wird. Er muss Entscheidungen treffen, Dinge müssen geregelt werden, auch zum Wohle meiner Mama und letztendlich finde ich es ganz wichtig, dass er selbst entscheiden kann, wann und wo er sterben möchte.

Und auch wenn er entscheidet, sich nicht mehr helfen zu lassen, dann akzeptiere ich das-diesen Weg kann er jetzt noch bewusst wählen.

E'hemalOiger XNutzer (#2467H193x)


Niemand MUSS einem Todkranken sagen, dass er im Sterben liegt

Hm, doch? Nämlich der behandelnde Arzt, der die Diagnose gestellt hat. Wenn du jemanden nicht aufklärst, entziehst du einem erwachsenen und mündigen Patienten sämtliche Möglichkeiten, Pflichten etc. die damit einhergehen - und entmündigst ihn damit förmlich.

Das kannte man, war vor ein paar Jahrzehnten im deutschsprachigen Raum noch weitverbreitet. Da sind Leute gestorben, oder waren schwerstkrank, weil man der Meinung war, den Patienten vor seiner Diagnose 'schützen zu müssen'.

Das kannst Du nicht wissen

Warum sollte ich einem terminalen Patienten, der aufgrund seiner Erkrankung in absehbarer Zeit sterben wird, Mut zu sprechen und ihm Hoffnungen machen, die, der Schulmedizin nach, nicht gegeben sind?

Da wäre es doch illusorisch ihm zu sagen 'hey, das wird wieder'.

Und auch wenn er entscheidet, sich nicht mehr helfen zu lassen, dann akzeptiere ich das

Gute Einstellung! Dir, deiner Familie und vor allem dein Vater viel Kraft in der kommenden Zeit.

Eyva Re[llxa


Über die praktischen Dinge solltet Ihr reden, solange es noch geht. Das ergibt sich meiner Ansicht nach schon aus der Ernsthaftigkeit seiner Krankheit. Trotzdem muss ihm nicht jegliche Hoffnung genommen werden.

E<va Rrellxa


Grognor,

ich finde die gängige Praxis heute barbarisch, und hoffe, wenn ich einmal in die Lage kommen sollte, dass man es mir selbst überlässt, wie genau ich "Bescheid wissen" möchte. Mir selbst wäre wichtig, dass mir ein Funke Hoffnung bleibt. Nicht alle Menschen sind hier gleichgeschaltet.

Esva Rexlla


Und "Entmündigung" kann auch sein, jemandem die "reine Wahrheit" an den Kopf zu knallen.

Ehhema:liger 8Nutzer k(#46@719x3)


Zwischen "Patienten gar nicht aufklären" und "Mir selbst wäre wichtig, dass mir ein Funke Hoffnung bleibt" liefen Welten.

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