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Legalisierte Sterbehilfe – moralische Sterbeverpflichtung?

g<px56


eine ausgeprägte Demenzerkrankung

meinst du ein Demenzkranker kann in diesem Zustand bewusst sagen ich will jetzt sterben?

c*lxaBirext


Ich hab schon von sehr vielen Menschen gehört sie wolltens o und so siche rnicht leben und doch ist nur einer konsequent den Schritt der Selbsttötung gegangen als es anstand.

Das liegt mit Sicherheit aber auch daran, dass die zur Verfügung stehenden Methoden ziemlich krass sind. Sich erschießen wie Gunther Sachs ist ein sehr gewaltsamer und blutiger Tod, ganz zu schweigen davon, dass nicht jeder eine Schusswaffe hat.

S>ünt=jxe


gp56

nein, das kann er wohl nicht mehr.

Deshalb sage ich das vorher. Und zur Zeit habe ich nur die Möglichkeit meine Patientenverfügung entsprechend zu formulieren. (Leider) niemand wird wohl in naher Zukunft einem Demenzkranken beim Sterben helfen oder ihn daran erinnern, dass er das ja eigentlich selbst tun wollte, aber durch eine Patientenverfügung kann ich zumindest Einfluss auf die Behandlung der Erkrankungen nehmen, die die Demenz mit sich bringt.

Vermutlich ist die Diskussion, wieviel Leid ein Demenzkranker empfindet schwierig zu führen. Du sagtest, du kennst Menschen, die eher nicht leiden.

Ich kenne viele andere. Die nicht seltenen Menschen, die schreien, kratzen beißen wenn man sie beispielsweise säubern will, weil sie immense Angst haben und nicht verstehen was ihnen passiert. Die vermutlich Dinge wiedererleben, die sie durchgemacht haben und an die ich sie als Pflegende erinnere, wenn ich ihre Intimsspähre nicht schützen kann.

Die anderen, die völlig jede Scham verlieren und nackt auf dem Krankenhausflur die Besucher der anderen begrüßen. Die Menschen, die dauernd auf der Hut sein müssen, weil sie so Angst haben, ihnen wird alles gestohlen usw. Ich könnte stundenlang weitermachen.

Ich weiß für mich, ich möchte so nicht werden und ich möchte so niemandem zur Last fallen. Und ich kenne eigentlich niemanden, der das gerne möchte.

g>pm5x6


Vermutlich ist die Diskussion, wieviel Leid ein Demenzkranker empfindet schwierig zu führen.

da gebe ich dir voll und ganz Recht.

Die nicht seltenen Menschen, die schreien, kratzen beißen wenn man sie beispielsweise säubern will, weil sie immense Angst haben und nicht verstehen was ihnen passiert.

Die Leute hatten dann wohl auch ein Problem bei einer Operation im Krankenhaus und der damit verbundenen Pflege. Ohne Demenz. Die 93 Jährige Tante meiner Frau hatte auch spürbar Probleme wen ich beim setzen auf den Nachtstuhl geholfen habe.

Die anderen, die völlig jede Scham verlieren und nackt auf dem Krankenhausflur die Besucher der anderen begrüßen. Die Menschen, die dauernd auf der Hut sein müssen, weil sie so Angst haben, ihnen wird alles gestohlen usw.

Ich bin mir einfach nicht sicher wer da leidet. Der Kranke oder der Betrachter.

Ich sehe einfach das Problem, dass Demenzkranke, solange sie noch in der Lage sind bewusst dieses Leben zu verlassen, einfach zu Fit sind um Sterbehilfe zuzulassen.

Wenn die Demenz richtig zugeschlagen hat, sind sie nicht mehr in der Lage bewusst dieses Leben zu verlassen. Da müsste jemand aufgrund einer Verfügung aktiv werden. Dieser Gedanke entsetzt mich. Das ist für mich ein klassisches Dilemma.

SKü*ntBjxe


Die Leute hatten dann wohl auch ein Problem bei einer Operation im Krankenhaus und der damit verbundenen Pflege. Ohne Demenz. Die 93 Jährige Tante meiner Frau hatte auch spürbar Probleme wen ich beim setzen auf den Nachtstuhl geholfen habe

mit dem Unterschied, dass du der 93jährigen Tante ohne Demenz es erklären kannst und sie zwar Scham empfindet, aber versteht, was mit ihr passiert. Die, die ich beschrieben habe, sind dann nicht zu erreichen.

Ich bin mir einfach nicht sicher wer da leidet. Der Kranke oder der Betrachter.

der Betrachter, die Familie und jeder der weiß, ohne Demenz würde dieser Mensch sich in Grund und Boden schämen und nicht verstehen, wie andere zulassen können, dass man seine eigene Würde so aufgibt. Also mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch der Kranke sebst, wenn er es realisieren würde.

Wenn die Demenz richtig zugeschlagen hat, sind sie nicht mehr in der Lage bewusst dieses Leben zu verlassen. Da müsste jemand aufgrund einer Verfügung aktiv werden. Dieser Gedanke entsetzt mich. Das ist für mich ein klassisches Dilemma.

und mich entsetzt dieser Gedanke gar nicht, er erscheint mir wie eine Gnade.

B"ar\oxto


Ich sehe einfach das Problem, dass Demenzkranke, solange sie noch in der Lage sind bewusst dieses Leben zu verlassen, einfach zu Fit sind um Sterbehilfe zuzulassen.

Wenn die Demenz richtig zugeschlagen hat, sind sie nicht mehr in der Lage bewusst dieses Leben zu verlassen. Da müsste jemand aufgrund einer Verfügung aktiv werden. Dieser Gedanke entsetzt mich. Das ist für mich ein klassisches Dilemma.

Dieses Dilemma haben divese Leute gelöst, indem sie rechtzeitig selbst für den Abgang gesorgt haben (letzte Beispiele: Gunter Sachs, evtl. auch Udo Reiter).

Ich gebe zu, dass verlässt eindeutig den Bereich der aktiven Sterbehilfe wie sie im Moment angedacht ist, wäre aber für mich persönlich auch eine zulässige Indikation.

d3ana[e87


clairet

Da bin ich mir nicht sicher. Es gitb auch viele andere Methoden aus dem Leben zu scheiden, wesentlich weniger krass und dennoch werden auch diese Wege selten gegangen.

Ich finde es sollte kein entweder palliativ oder Sterbehilfe geben sondern es macht meiner Meinung nach eben nur nebeneinander Sinn.

gdp56


Süntje, Baroto

könntet ihr (persönlich), wenn man euch ein 10 Jahre altes Dokument mit seiner Verfügung vorlegt, jemand Gift geben ohne das mit ihm nochmal abzuklären zu können?

Also ich könnte das auf keinen Fall.

c;la;i]ret


könntet ihr (persönlich), wenn man euch ein 10 Jahre altes Dokument mit seiner Verfügung vorlegt, jemand Gift geben ohne das mit ihm nochmal abzuklären zu können?

Also ich könnte das auf keinen Fall.

Persönlich Gift geben kann ich natürlich nicht, weil ich dafür nicht qualifiziert bin und keinen Zugang dazu habe. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass ich den offiziellen Vorgang in die Wege leite, in dessen Zuge noch mal der Wille des Betroffenen geprüft wird. Sowas sollte nie ein Einzelner entscheiden.

S%üntjxe


gp56

ich fürchte, ich könnte das

M_onTikax65


der Betrachter, die Familie und jeder der weiß, ohne Demenz würde dieser Mensch sich in Grund und Boden schämen und nicht verstehen, wie andere zulassen können, dass man seine eigene Würde so aufgibt.

Das empfinde ich nicht immer so. Es gibt solche Unterschiede bei Dementen und in vielen Fällen ist durchaus noch ein lebenswertes Leben möglich. Solange es noch ein Leben ist und kein dahin vegetieren, das ist wirklich krass und ich würde es sofort befürworten, in so einem Fall Sterbehilfe zu leisten. "Passive" Sterbehilfe ist manchmal echt zu wenig. Und manche nicht demente, aber bettlägerige alte Menschen mit Schluckstörungen und Atemproblemen bitten um Hilfe beim Sterben. Auch da wäre es eine Gnade, die man ihnen verwehrt und man schaut einem langsamen Sterben zu, dass sich hinzieht und hinzieht.

d"aenaxe87


Ich würde es nicht ausschließen, kommt darauf an was in dem Dokument steht und in welchem Zusammenhang sich dies Problem stellt.

Swün$tje


Das empfinde ich nicht immer so. Es gibt solche Unterschiede bei Dementen

Logisch. Ich habe auch nicht gemeint, dass jeder Demenzkranke eine Belastung ist und kein lebenswertes Leben führen kann

M_onqikKa6x5


Ich habe auch nicht gemeint, dass jeder Demenzkranke eine Belastung ist und kein lebenswertes Leben führen kann

Nur würde wahrscheinlich jeder von uns sagen, dass er dennoch nicht so leben wollen würde. Es ist auf jeden Fall ein sehr reduziertes Leben.

dbanace827


Meine Ma sagte auch sie wolle nicht mehr leben wenn sie jeden Tag Schmerzen hätte, wie meine Oma damals. Nun ist es bei ihr soweit und siehe da, sie will doch und sie meint heute, diese Schmerzen hätten ihr endlich beigebracht sich auch mal Pause zu machen und zu genießen, ihr also auf anderer Ebene ein Plus an Lebensqualitätgebracht. Es ist immer schwer zu sagen wie man in einer bestimmten Situation reagieren würde, zeigen ja auch Untersuchungen zu sexuelen Belästigungen, weil man da nämlich immer nur intelligent vermuten kann, aber wissen kann man es nicht.

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