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Asche Verstorbener im Garten verstreuen?

S+helbVy Tj.


Hoffe, das wird nicht nur in Bremen so erlaubt werden, sondern in ganz D.

Ich hätte gerne, dass meine Asche ins Meer gestreut wird. Gerne vor der Insel Juist.... Von einem kleinen Kutter aus...

Dazu brauch es aber keine "neue" Regelung [[http://www.bestatter-preisvergleich.de/angebot/alle/140 klick]]

E4lafRemjich0i815


Gerade in heutigen Zeiten wo der Normalfall nicht mehr die Mehrgenerationen-Großfamilie ist, ist eine Lockerung des Friedhofszwangs ein Schritt in die deutlich richtige Richtung. Wer kann/will über Jahrzehnte eine Grabstelle auf einem Friedhof pflegen? Kinder leben heute oft weit weg von ihren Eltern.

In den letzten Jahren ist ein Trend zu Bestattungsformen bei denen keine zu pflegende Grabstelle bleibt klar erkennbar.

Friedwälder erleben einen großen Boom.

Es gibt und gab natürlich noch andere Möglichkeiten. Eine Seebestattung, eine anonyme Urnenbestattung oder das Verstreuen der Totenasche.

Bei alle diesen Formen ist es aber nach wie vor so das der Verstorbene zu Lebzeiten eine handschriftliche Willenserklärung hinterlassen haben muss.

Es gibt sogar die Möglichkeit einen Teil der Totenasche zu einem echten Diamanten pressen zu lassen...

Trauer ist immer eine persönliche und individuelle Sache. Aber was nützt einem ein schönes Grab auf dem Friedhof wenn der nächste Angehörige 300km weit weg wohnt...

Heutzutage ist es auch oft so das die Gebühren der Stadt/Gemeinde für eine Grabstelle auf einem Friedhof höher sind als die Kosten für den Bestatter, also für alles andere.

Auslöser dafür ist u.a. eine falsche Prognose der Nutzung der Friedhöfe. Wo früher eine Erdbestattung im Sarg auf dem Friedhof das normale war und die Friedhöfe entsprechend groß angelegt wurden hat man heute deutlich häufiger nur kleine Urnengräber. Und die Lebensumstände heutiger Familienstrukturen haben sich auch geändert so das es oft niemanden mehr gibt der überhaupt ein Grab auf dem Friedhof besuchen/pflegen könnte.

D9ie- Keltxin


Bei alle diesen Formen ist es aber nach wie vor so das der Verstorbene zu Lebzeiten eine handschriftliche Willenserklärung hinterlassen haben muss.

Sind die Angehörigen dann auch dazu verpflichtet, die Bestattung so umzusetzen, wie der Verstorbene es gewollt hat oder dürfen sie trotzdem eine andere Entscheidung treffen?

E&lafREe-michx0815


Natürlich entscheiden letztlich die Angehörigen.

Es kommt ganz darauf an ob sie den Willen des Verstorbenen respektieren oder eben nicht.

E+hemali!ger Nutzer) (#417H903)


Ich würde mich schon verpflichtet fühlen, den Wunsch des Verstorbenen zu erfüllen.

Aber nicht immer sind die Angehörigen mit dem Wusch "zufrieden" (oder wie man es auch ausdrücken möchte).

Für mich persönlich habe ich daher entschieden, daß ich es meinen Angehörigen überlassen möchte, wie ich beigesetzt werde. Denn sie sind diejenigen, die trauern und damit fertig werden müssen. So wie sie es entscheiden, ist es gut.

Ich selber empfinde Friedhöfe als Ort der Ruhe und der Besinnung. Ich kümmere mich gerne um die Pflanzen auf den Gräbern, stelle mal eine Kerze oder ein Gesteck auf und hänge meinen Gedanken nach.

Und ich finde es schön, auf dem Friedhof andere Menschen zu treffen, sich etwas zu unterhalten, was ja in der Alltagshektik oft zu kurz kommt. Auf dem Friedhof wird uns allen bewußt, daß das Leben endlich ist und wir alle im selben Boot sitzen. Da sind wir alle gleich. Deswegen würde ich für mich/meine Familie die oben beschriebene Möglichkeit eher nicht in Erwägung ziehen, denn das ist ein weiterer Schritt, nicht mit Trauernden und Menschen überhaupt, in Berührung/ins Gespräch zu kommen.

Hxatsch]epsut_


Es komm auf den Wunsch an: Meine kürzlich verstorbene Großmutter wollte auf keinen Fall verbrannt werden - das habe ich natürlich respektiert. Hätte sie sich jedoch gewünscht, bei uns im Bücherregal zu stehen mit ihrer Asche, hätte ich den Wunsch abgelehnt, weil dieser mich in meinem ganz privaten Alltag stören würde. Daher könnte ich das gar nicht allgemein sagen, wann ich den Wunsch ablehne und wann nicht. Wichtig ist mir die Klärung vorher, wenn möglich.

w^anfrdied


@ N8eule

Deine Gedanken gefallen mir!

D4ie Ke7ltin


Natürlich entscheiden letztlich die Angehörigen.

Wozu soll man dann eine Willenserklärung unterschreiben?

M#oni#ka65


Man sollte gar keine Willenserklärung unterschreiben, ich sehe es genauso wie N8eule. Die Angehörigen sind die, die entscheiden sollen, denn alle Art von Friedhofskultur ist doch nur für die Hinterbliebenen wichtig. Ich würde mich auch nicht an alle Willenserklärungen halten.

M}o9nikvaV6x5


Zur ursprünglichen Frage, ich finde es gut, wenn die Asche verstreut werden kann. Wie gesagt, sie Angehörigen sollen so damit umgehen, wie sie am besten damit leben können.

HaolzVStreicxh


Deutschland ist bei dem Thema völlig bekloppt, viel zu viele Einschränkungen. Zu Lebzeiten unterliegt man schon zahlreichen Gesetzen und Regeln aber auch noch über den Tod hinaus? Ganz ehrlich, das ist für mich einfach nur pervers.

Der Verbleib der Asche hat einzig und allein die Angehörigen zu interessieren, meine Meinung.

Enhemalizger Nutze%r (#4;17903x)


Wenn meine Familie meine Asche gern im Garten möchte, bitte schön. Ich merk das ja nicht mehr.

Mir ist halt wichtig, daß es für die Hinterbliebenen ein schöner Ort ist, an den sie gerne kommen und sich erinnern.

Scheinbar brauche ich selber diesen bestimmten Ort, den Friedhof eben, an dem ich die Verstorbenen besuchen kann.

Für mich ist es etwas besonderes, zum Friedhof zu gehen. Die letzte Ruhestätte eines Familienmitgliedes oder Freundes zu pflegen, ist etwas anderes, als den eigenen Garten zu pflegen. Im Garten bin ich fast jeden Tag, das ist Arbeit, auf die ich nicht immer Lust habe und die manchmal schnell und mit wenig Liebe erledigt wird.

Wenn ich den Friedhof besuche, bleibt der Alltag irgendwie vorm Tor zurück. Sobald ich es hinter mir geschlossen habe, fühlt es sich irgendwie anders, friedlich und ruhig an. Das empfinde ich als tröstend, egal welchen Kummer man gerade hat.

Mir würde es schwerfallen, die Asche eines Verstorbenen zu verstreuen, wo auch immer. Oder sie gar in einer Urne ins Regal zu stellen.

Vielleicht bin ich aber auch mit meinen Gedanken ein bisschen altmodisch.

C9om7ran


N8eule

Mir würde es schwerfallen, die Asche eines Verstorbenen zu verstreuen, wo auch immer. Oder sie gar in einer Urne ins Regal zu stellen.

Das ist ja völlig in Ordnung, da es bei Trauer kein "richtig" und "falsch" gibt. Daher ist es ja gut, dass man Optionen hat und nicht zu irgendetwas gezwungen wird. Wer aber seine Asche lieber woanders haben möchte, wird heute vom Gesetz zum Friedhof gezwungen, und das ist nicht in Ordnung.

1[to3


In NRW ist gerade das Bestattungsgesetz neu geregelt und bzgl. Urnen verschärft worden. Bisher war es unproblematisch möglich, sich in Holland verbrennen zu lassen. Danach hat in Deutschland niemand mehr nachgefragt, was mit der Asche passierte. Jetzt gibt es eine Nachweispflicht.

Auch eine Möglichkeit die leeren Friedhöfe wieder etwas besser auszulasten.

D0ie KeFltxin


Die Angehörigen sind die, die entscheiden sollen, denn alle Art von Friedhofskultur ist doch nur für die Hinterbliebenen wichtig. Ich würde mich auch nicht an alle Willenserklärungen halten.

Aber vielleicht möchte der Sterbende ja gar nicht, dass seine Angehörigen später auf dem Friedhof um ihn oder sie trauern, weil man sich zu Lebzeiten nicht gut verstanden hat oder weil der Sterbende einfach möchte, dass die Angehörigen ihr Leben glücklich weiterleben. Ich finde, dass der Sterbende darüber zu entscheiden hat, was nach dem Tod mit seinem Körper passiert und nicht die Hinterbliebenen! Auch, wenn der Wunsch des Sterbenden nicht mit den Vorstellungen der Angehörigen konform ist.

Oder möchtet ihr letztendlich in einem Familiengrab landen, neben Verwandten, die ihr nie gekannt – oder mit denen ihr euch nicht gut verstanden habt, nur, weil eure Angehörigen entschieden haben, dass die Verstreuung der Asche im Garten eine Schnapsidee von euch gewesen ist? Ein Grab, das von euren Verwandten wahrscheinlich sowieso nur einmal alle paar Monate besucht werden würde?

Ich würde das nicht wollen!

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