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Asche Verstorbener im Garten verstreuen?

M*eisot<eTr_Gllaxnz


Mir persönlich wärs egal, ob ich nun neben Stalin, auf dem Mond oder auf dem Petersplatz vergraben oder verstreut werde. Bin dann ja nicht mehr da, krieg davon nichts mit.

Aber man sollte die Möglichkeiten offen lassen, was mit den Überresten geschieht, für die Menschen, die es interessiert. Und deren Wünsche sollten auch respektiert werden.

Mbo+nika6x5


Die Keltin

Ich kann deine Ansicht schon verstehen. Ich selber sehe es zwar anders, mir wäre es echt egal, weil ja die Angehörigen die sind, die trauern. Und natürlich würde ich es nicht wollen, dass sie trauern müssen, aber deshalb ist es ja auch so wichtig, dass sie das tun, womit sie am besten umgehen können. Wenn das ein Friedhof ist, dann bitte, wenn es Asche verstreuen ist, auch gut.

Ich finde, dass der Sterbende darüber zu entscheiden hat, was nach dem Tod mit seinem Körper passiert und nicht die Hinterbliebenen! Auch, wenn der Wunsch des Sterbenden nicht mit den Vorstellungen der Angehörigen konform ist.

Wie gesagt, nachvollziehen kann ich diese Meinung, auch wenn ich es anders sehe. Aber für mich wäre ganz klar, dass ich nicht jeden Wunsch erfüllen würde, denn posthum sich den Willen der Eltern oder sonstiger Verwandter "aufdrücken" zu lassen hat für mich schon Grenzen. Kommt eben darauf an, worin dieser Wille besteht, was es dann konkret bedeuten würde. Siehe das Beispiel mit der Urne im Wohnzimmerschrank. Meine Mutter hat mal geäußert, dass sie nicht verbrannt werden will. Das wäre mir zwar letztlich lieber gewesen, aber diesem Wunsch werde ich nachkommen. Aber nicht dem, dass sie plötzlich meinte, sie will nicht in das ursprünglich und schon seit Jahren bezahlte Grab (mein Vater ist da auch noch bestattet).

K-4TL


Aber vielleicht möchte der Sterbende ja gar nicht, dass seine Angehörigen später auf dem Friedhof um ihn oder sie trauern, weil man sich zu Lebzeiten nicht gut verstanden hat oder weil der Sterbende einfach möchte, dass die Angehörigen ihr Leben glücklich weiterleben.

Aus diesem Grund haben zum Beispiel meine Großeltern mütterlicherseits ihre Beerdigung zu Lebzeiten selbst organisiert, geplant und bezahlt. Somit hatten wir als Angehörige gar keine Möglichkeit etwas anders zu machen.

Ich persönlich respektiere aber auch den Wunsch des Betroffenen. Meine Mutti wünscht sich verstreut zu werden und ich bin gern bereit ihr diesen letzten Wunsch zu erfüllen. Ich gehe auch ehrlich gesagt fast nie auf einen Friedhof. Mein Opa liegt zum Beispiel 300 km weit weg. Ich habe mir als Andenken einen seiner Pokale damals mitgenommen und ein Buch, was mich an ihn erinnert. Für einen Freund, der vor 7 Jahren verstorben ist, haben viele Freunde zusammen ein Graffiti an einer Mauer mit einem Bild von ihm gemacht. Das Bild gibt es nach wie vor und ich laufe oft daran vorbei und denke dementsprechend an ihn. Ich finde das persönlicher als ein Grab.

Vermutlich liegt es daran, dass ich ihr Gedenken nicht an einen Ort binde, sondern das meist einfach spontan passiert.

Aber genauso wie jeder seine eigene Art zu trauern hat, geht jeder auch unterschiedlich mit dem Gedenken um. Ich finde die Entwicklung positiv, dass man im eigenen Garten verstreut werden kann. Man muss es ja nicht nutzen, doch die Option ist da! :)z

Mkesseaggxio


Nicht nur der Verstorbene muss das schriftlich festlegen, sondern auch die Person, die die Urne übernimmt muss Unterschrift leisten ob sie einverstanden ist.

In Österreich schon länger möglich.

Ich war/bin unendlich dankbar für diese persönliche Entscheidung. Unsere Liebe war etwas Besonderes und niemals könnte ich mir vorstellen von meinem Liebsten getrennt zu werden. Es beruhigt mich, ich bin ihm immer sehr nahe.

Kann man Liebe loslassen? ich kann es nicht. Als Sterbenden musste ich ihn-schweren Herzens - loslassen.

Meine intensive neunwöchige Pflege zu Hause war mein letzter Liebesdienst, es war unendlich hart, gleichzeitig hat es mein Leben sehr bereichert. Das Gefühl jederzeit in meinem Tagebuch nachzulesen welch kluge Aussagen er in dieser Zeit getätigt hat, beweist mir immer wieder wie außergewöhnlich dieser Mann war.

Er hat Wien geliebt, war aber nicht seine Heimat.

Gestern sagte mir unsere Mobile Hospiz Ärztin, mein Mann spürt nach wie vor, wie sehr ich ihn liebe.

Daher war es für uns die richtige Entscheidung, dass ich seine Urne zu Hause aufbewahren darf.

Gemeinsam werden wir im Grab meiner Großeltern beigesetzt.

Gehe auch gerne auf Friedhöfe, aber mit meinem Mann möchte ich ungestört sein und das kann ich nur zu Hause.

V3evod+kynxe


Ich kann mich dem [[http://www.med1.de/Forum/Trauer/692159/21160524/ Beitrag von Comran]] vollumfänglich anschließen.

Für mich ist die Lockerung des Friedhofszwangs eine Herzensangelegenheit.

Für mich auch :)z Ich habe gerade mal nachgeschaut, es ist jetzt bald 2 Jahre her, dass ich eine Diskussion zum [[http://www.med1.de/Forum/Cafe/643854/ Friedhofszwang in Deutschland]] hier gestartet hatte und ich begrüße es sehr, dass sich endlich etwas tut. Die Lockerung in Bremen betrachte ich als Schritt in die richtige Richtung, wobei es m.E. noch nicht optimal geregelt ist, wenn man sich verpflichten muss, die Asche im heimischen Garten zu verstreuen. Die Möglichkeit hat a) nicht jeder und b) ist es auch keine Lösung für jene, die nicht wissen, ob sie auf ewig am selben Ort wohnen bleiben können.

Ich möchte, dass meine Angehörigen meine Asche zu ihren Lebzeiten immer in ihrer Nähe haben können, auch wenn sie unser Eigentum aus welchen Gründen auch immer irgendwann einmal aufgeben müssten, sei es aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen.

Insofern hoffe ich, dass nach der ersten Lockerung in Bremen noch weiter reformiert und der Friedhofs- bzw. Bestattungszwang in Deutschland irgendwann komplett abgeschafft und die "Urne auf dem Kamin" auch hierzulande legalisiert wird.

UCrWsinxa


Wir haben in der Schweiz ja (unter anderem) die Möglichkeit des Friedwaldes. Mein Partner hat sich dafür entschieden. Wir haben einen schönen Baum im Friedwald ausgesucht und "gekauft", d.h. er gehört für die nächsten 90 Jahre mir. Nach dem Ableben meines Partners haben wir die Asche zur Wurzel des Ahornbaumes gegeben.

Ich gehe gerne in den Wald, er (und mein Baum) sieht immer wieder anders aus, es ist kein "Grab an Grab" wie auf dem Friedhof, sondern sehr individuell. Man ist ganz alleine, kann die Stille geniessen, einen unbekannten Vogel hören, beobachten wie der Baum wächst oder einfach nur in sich selber gehen.

Für mich persönlich die schönste Variante; zu Hause aufbewahren wäre auch eine Option gewesen, aber es gefällt mir besser, wenn ich raus in den Wald kann.

MLon.ika6x5


Was spricht denn eigentlich gegen eine Lockerung? Die Furcht vor Pietätlosigkeit?

MCeis.ter_iGlanz


Hab ich mich auch schon gefragt. Dass man Leichen nicht einfach nach Hause nehmen und im eigenen Garten begraben kann, leuchtet ja noch ein. Aber Asche? Woher stammt diese Einschränkung?

A%lexa:ndraT


Ich möchte selbst nie auf einem Friedhof liegen. Ich habe mit solchen Orten und auch der Kirche nicht viel am Hut. Ich möchte gerne da wo ich mich wohl fühlte verstreut werden.... frei sein und mit dem Wind ziehen. ;-) Um an mich zu denken braucht es kein Grab.

Wenn ich einen Mann liebe würde ich ihn wiederum gerne bei mir haben.... nicht irgendwo auf einem Friedhof. Aber ich würde es so akzeptieren wie er sich entscheidet zu Lebzeiten.

C5omrYan


Woher stammt diese Einschränkung?

Aus der Historie. Ursprünglich hatte es hygienische Gründe, dass solche Gesetze erlassen wurden, denn Feuerbestattungen waren im Christentum ohnehin nicht üblich. Zu Beginn der Nazi-Zeit wurden dann Feuerbestattungen gesetzlich in den Ländern geregelt. Und diese Regeln haben sich bis heute nicht geändert und die Bundesländer sind enorm träge, weil der Druck einfach nicht groß genug ist.

Man sollte sie aufrütteln. >:(

D}ie` Kexltin


Ich möchte selbst nie auf einem Friedhof liegen. Ich habe mit solchen Orten und auch der Kirche nicht viel am Hut. Ich möchte gerne da wo ich mich wohl fühlte verstreut werden.... frei sein und mit dem Wind ziehen. ;-) Um an mich zu denken braucht es kein Grab.

:)z So sehe ich das auch für mich. Aber ob die Angehörigen oder fremde Leute (je nachdem, wer einen unter oder über die Erde bringen muss) das so mitmachen würden, ist eine ganz andere Frage.

NNurarxihy=on


Ich finde die Regelung super. Auf das andere Bundesländer folgen.

Allerdings, ob man das unbedingt im Garten verstreuen sollte? Immerhin könnte das Grundstück mal verkauft werden, und der neue Eigentümer (so er davon Kenntnis bekäme) wäre vielleicht gar nicht so glücklich darüber. Und: Müsste man im Fall der Ausstreuung im Garten den neuen Eigentümer aufklären darüber? ":/ Und, wenn man denn seinen Besitz verkaufen muss, wie würde man sich fühlen in dem Wissen, dass die Überreste des geliebten Menschen jetzt auf einem fremden Grundstück sind? Und was ist mit angrenzenden Nachbarn? Vielleicht sind diese ja abergläubig?

Ich finde schon, dass es da vieles zu bedenken gibt.

Was mit mir passiert wäre mir letztendlich egal, obwohl der Gedanke in einem Loch zu vergammeln nicht so toll wäre. Mir ist vor allem wichtig, womit es meiner Familie am besten ginge. Sind die Kosten tragbar? Ist die Grabpflege zumutbar? Ginge es meiner Familie vielleicht mit einer klassischen Beerdigung besser? Wie könnten sie ihre Trauer am besten verarbeiten?

Wenn es nur nach mir ginge: Verbrennen und irgendwo ausstreuen. Möglichst günstig. Fertig.

E&hemalhigevr Nut#zer }(#87546)


Den Punkt meines Vorposters wollte ich auch ansprechen.

Gut, Asche verweht sich ja auch, aber dennoch wäre es ein unangenehmes Gefühl für mich, dass der Garten des zu mietenden oder kaufenden Objektes gewissermaßen ein Friedhof ist.

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