» »

Vater tot

hiauskkatze hat die Diskussion gestartet


Heute geht es mir eh schon schlecht. Seit 4 Uhr wach. Ich ging spazieren, was mir auch nicht gut bekam, alles so unwirklich, wenn ich so früh schon wach bin. Dann traf ich eine frühere Nachbarin. Jahre nicht gesehen. Sie sagte eben: "Das dein Vater tot ist, weiß du, oder?"

Nein, ich wußte es nicht. Ich Schlag und Schreck fuhr durch meinen Körper, als würde irgendwie ein Stück meiner Persönlichkeit herausgerissen oder so...ich kann das gar nicht beschreiben. Ich dachte nur, wie soll ich das denn nur verpacken? Mein Kopf war Matsch...ich ging schnell nach Hause, wie automatisiert.

Ich hatte ein schlechtes Verhältnis zu meinem Vater. Er tat psychisch immer das, was schlecht für mich war, hielt immer zu meinen Feinden, half mir allerdings technisch oft viel.

Auch wenn ich mitteilte, dass ich mich verletzt fühle, lachte er nur und machte immer so weiter. Gleichzeitig wurde generell aber immer behauptet, dass man mich liebe.

Eine elende Doppelbotschaft. Ich dachte immer, dass ich dann wenigstens keine Trauer empfinden würde, wenn er mal stirbt, oder meine Eltern generell, denn ich habe zu beiden seit ca. 10 Jahren oder länger keinen Kontakt mehr.

Nun sitze ich hier und heule...

Warum? Ein Urgefühl, weil es der Vater war? :°(

Ich habe das jetzt hier einfach so runtergeschrieben, wie es mir ist. Ich weiß es seit ca. 45 Minuten. :°(

Antworten
BYeni[taxB.


Könnte es sein, dass Du unbewußt immer noch auf Anerkennung gehofft hast und nun ist es REalität: sie wird nie kommen, und ein Schuldgefühl dazu, hätte ich mir mehr Mühe gegeben, dann....

Es ist die alte Schallplatte mit Sprung, die die alten Verletzungen aktiviert, man hätte gerne einen anderen Vater im Verhalten gehabt und wie oft hat man als Kind darüber geweint, dies ist hier auch eine Wiederholung: er hat schon wieder gewonnen....

Du kannst Dich nur selbst trösten, das kleine Kind in Dir trösten, sprich mit ihm und erzähl ihm, dass Du als Erwachsene hinter diesem kleinen Kind stehst. Frag den Vater als Anwalt dieses kleinen Kindes in diesem Kopfkino, ob er fühlen kann, wie unglücklich Du bist.... Vielleicht empfindest Du ein Erstaunen in einem Bild, einer Antwort von ihm, vielleicht sogar, dass es ihm leid tut, so dass versöhnliche Gedanken auf beiden Seiten entstehen.

L=ola1a9x1


Mein Beileid :-(

h6ausCkgatzxe


Es ist dieses Gefühl und Wissen -weg für immer-. Ohne jede Rückkehr. Damit kam ich noch nie klar. Ich sitze hier wie ein Automat, depersonalisiert und mit tiefer Angst und hoffe, ich finde die nächsten Tage einen Weg, damit meinen Alltag zu schaffen, denn ich darf jetzt nicht ausfallen.

CmomrIan


hauskatze, eine Bindung, die einem weh tut, ist immer noch eine Bindung. Das spürst du nun nach seinem Tod. Du hast auf Liebe uns Zuneigung gehofft, denn es war dein Vater. Dass er dir das nicht so geben konnte, wie du es gewünscht hast, ist tragisch. Du hast ihn gemieden, weil er dir nicht gut tut, aber du hast ihn nicht aus deinem Leben verbannen können.

Du schreibst, dass du Angst verspürst. Ist es wirklich Angst, oder ist es Trauer? Vor was hast du Angst? Ihn nicht mehr zu haben, falls du ihn doch mal brauchst? Oder Angst vor dem, was nun kommt (Beerdigung, die Einsamkeit deiner Mutter) und wie du damit umgehen sollst?

Ich finde es immer todtraurig, wenn in einer Familie die Kontakte so stark abreißen, dass man selbst beim Tod eines Elternteils nicht selbst informiert wird. Über deine Mutter schreibst du wenig, außer dass du da auch keinen Kontakt mehr hast. Aus welchen Gründen auch immer. Aber vielleicht nimmst du den Tod deines Vaters und die Gefühle, die du dabei verspürst, auch irgendwann als Antrieb, den Faden zu deiner Mutter wieder aufzunehmen. Vielleicht schafft ihr ja einen neuen Start eurer Beziehung.

Fühl dich gedrückt und getröstet :°_ . So ein Verlust ist immer schlimm, vor allem wenn man so davon überrascht wird und die Zeit nicht zurückdrehen kann. Quäl dich nicht mit dem, was hätte sein können, sondern schau nach vorne. Ich wünsche dir viel Kraft bei deinen Entscheidungen, wie du damit umgehen möchtest und vor allem, dass du deinen Empfindungen auf den Grund gehen kannst und einen Abschluss findest :)*

HUühnKermxama


Zuerst mein herzliches Beileid, liebe Hauskatze.

Das muss ein Schrecken für dich gewesen sein.

Dass du momentan nicht klar denken kannst, ist doch normal. Das dauert auch ein paar Tage bis du das kannst. Aus eigener Erfahrung möchte ich dir sagen, dass du wahrscheinlich ein totales Gefühlschaos erleben wirst. Da ist von Trauer, Angst, totale Leere, Wut und Gefühlen, die man selber nicht verstehen kann ,alles enthalten.

Das muss man leider aushalten. Es sind oft Wellen, die einen treffen, nicht immer gleich.

Mir hat es immer sehr geholfen, nur an den nächsten Tag zu denken, denn zu mehr ist man oftmals gar nicht fähig.

Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit !

T_OFU


Mein aurichtiges Beileid :)- :)* @:)

hVaus'kYatzGe


Danke für Eure Antworten.

@ Hühnermama

Du hast mir am meisten aus meiner Seele geschrieben. Genauso fühle ich mich. Es ist wie ein Schock, alles ist auf einmal anders, alles. Dann meine ich mal 2 Sekunden, es geht besser und mein "Normalgefühl" sei wieder in Reichweite und auf einmal wieder ZACK, wie ein neuer Schock...ein wenig, als sei ich verrückt geworden, hab richtig Angst. Ich kann das alles gar nicht forumulieren ist das Schlimme. Es ist der erste Tod. Ok, als ich 17 Jahre alt war, starb meine Oma, das war auch so ein Schock, danach entwickelte ich Angstzustände.

Ich muß jetzt irgendwie halbwegs funktionieren, denn ich bin allein und stecke in einem Umzug. Ich muß Ende November aus der Wohnung und weiß noch nicht, wo ich hinziehen soll. Ich muß jetzt funktionieren. Oh man...ich habe Angst. Ich hoffe, ich kann alles einigermaßen bewältigen. :°(

Bnenei_t3aB.


Bei Trauer und Abschied hilft oft zur Unterstützung Ignatia D 30. Täglich 5 Globulis.

hqa}uskatDz)e


Vielen Dank. Ich dachte auch eben an Globulis, die den Schock mildern können, das man es besser in den Kopf eingearbeitet bekommt...weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll.

Hnühner[mama


Wichtig ist, dass du in dem ganzen Chaos auch mal zur Ruhe kommst. Ich hoffe , dass du schlafen kannst. Wenn nicht, lass dir für die erste Zeit ruhig vom Arzt was geben. Trauer ist Höchstleistung für Seele und auch für den Körper . Da braucht man dringend Ruhephasen.

Ist dein Vater denn gerade erst verstorben?

hbausEkatzxe


Ich habe es vor ca. 3 Stunden erfahren, dass er tot ist.

Er soll wohl schon ca. 2 Jahre tot sein.

Eben dachte ich,...komisch, und ich lebe weiter...ich kann gar nicht mehr formulieren, wie mir ist. Und ich hoffe auch, dass ich genug "Abschaltzeiten" haben werde...bis jetzt sieht es nicht danach aus. Ich stecke mitten im Schock.

h8ausBkaxtze


Wenn man sich das mal überlegt:

Ich erfahre vom Tod meines Vaters, obwohl ich ihn seit 10 Jahren nicht mehr gesehen habe wegen dem schlechten Verhältnis (aber in meinem Kopf lebte er weiter), da stirbt er, ich erfahre 2 Jahre später davon, habe also den Sterbevorgang und Beerdigung und diese ganzen schlimmen Dinge gar nicht mitbekommen, und ich hänge hier halb tot auf Halbmast. So schwach bin ich. So sehr kann ich Trennungen, die endgültig sind, nicht verarbeiten.

Wenn ich mir da dieses Beispiel vor Augen halte:

meine Cousine hatte ihren sterbenden Vater daheim. Sie war kein bisschen angeschlagen, und in der Todesnacht, als abzusehen war, dass er starb, sagte sie mir im Nachhinein, dass sie unbedingt ihr spannendes Buch in dieser Nacht nicht weiterlesen durfte, bzw. es vermied, weil sie soooo tief da drin war beim Lesen, dass sie dann ihren Vater mit dem Tod nicht mehr bemerken würde.

WAS IST DAS DENN? Das konnte ich genau null komma null nachvollziehen ,wie man überhaupt in diesem Zeitraum vertieft Bücher lesen kann. Sie aber war total fit wie immer, gut gelaunt, lachte, da kam keinerlei Absturz. Ihr Vater starb dann auch in der Nacht und das war es halt. Sie machten die Beerdigung dann nichtmal ,wie er wollte. Ehefrau, also meine Tante, und die Cousine, also die Tocher des Toten waren psychisch total stabil, keinerlei Beeinträchtigungen.

Ich gib zu, dass ich grad heute neidisch darauf bin wie sonstnochwas. :-(

HGühnerZmamxa


Es ist ein großer Unterschied, ob ich Abschied von jemandem nehmen kann oder mich der Tod völlig unvorbereitet trifft.

Du darfst durcheinander sein! Du darfst jetzt alles sein.

Und zum Thema Schock. Er ist gut. Er ist erst mal Schutz für die Seele.

Ich gehe jetzt zum Trauercafe. Auch das ist eine Art und Weise , zu verarbeiten. Vielleicht schreiben wir heute abend noch mal, wenn dir danach ist.

m)idnMightlaXdy41


vieleicht hilft es dir ja an sein grab zu gehen u ihm alles was du auf dem herzen hast zu sagen u dich so zu verabschieden. als mein vater starb bin ich eigentlich nur zur beerdigung gefahren um mit ihm u meiner vergangenheit(jugendzeit) abzuschließen. nach dem tod meiner mutter wurde meine kinder- u jugendzeit zur hölle.

trotzdem liefen mir bei seiner trauerfeier die tränen. ich glaube die galten eher der kinderzeit die noch schön war. nach der trauerfeier war ich auch irgendwie durcheinander u verstand mich selbst nicht. ich denke aber, dass das normal ist, wenn ein mensch geht mit dem man auch mal schöne zeiten hatte. ich beschreibe das als trauergefühl u gleichzeitigem egal sein.

das trauerkaffee ist eine gute idee. @:)

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Abschied und Trauer oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Gedenken


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH