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Vater tot

h_aubskatxze


Naja, wenigstens gefühlte 2-3 Stunden hatte ich Schlaf, besser als nichts. Ind diesem Bau ist es sowieso schwer, an Schlaf zu kommen und dann in der Lage. Ich hatte durchweg Herzrasen und hohen Puls, irgendwann war mir übel. Gegen morgen schlief ich dann doch noch ein und um halb 8 stand ich auf. Ich bleibe liegen, muß nur nachher einen Noteinkauf irgendwie packen. :-(

H~ühneYrxmama


Liebe Hauskatze,

mach heute nur, was unbedingt notwendig ist.

Du schreibst, dass dein Vater schon seit 2 Jahren verstorben ist. Ich denke, da gibt es für dich viele Fragen, Ungewissheiten, Unfertiges.

Aber all das braucht Zeit. Das braucht oftmals Jahre.

Mir hat es beim plötzlichen Tod meines geliebten Mannes ( er ist Sonntags zur Arbeit gefahren , Dienstag abend im LKW eingeschlafen und nie wieder aufgewacht) sehr geholfen, dass wir ein Buch geschrieben haben. Meine Söhne und ich haben -jeder für sich- das aufgeschrieben, was wir ihm sagen wollten, aber nicht mehr konnten.

Da sind viele bittere Tränen geflossen.

Übrigens , wenn du dich manchmal sehr leer fühlst , nichts empfinden kannst und anschließend genau dafür Gewissesnbisse hast, dann gehört auch das dazu. Der Knoten wird sich erst langsam lösen. Ich denke, sonst kann die Seele das auch nicht verarbeiten.

Ich wünsche dir viel Kraft für heute.Ich werde für dich und deinen Vater beten.

h_aus{kat\ze


Danke liebe Hühnermama. :°(

Man merkt Deinen Worten richtig an, dass Du es verstehst.

Im Moment fällt mir bei jeder Kleinigkeit ein, die ich tue, dass ich dies meinem Vater nie mehr sagen kann. Ich habe seit Neuestem ein Fahrrad. Ich kann es ihm nicht sagen. All solche Dinge...ständig kommen die Tränen, sogar vorhin auf dem Rad, als ich meinen Noteinkauf machte. War das komisch draußen heute...wie Watte...wie Traum.

Jetzt bin ich wieder hier und bleibe hier liegen. Habe das Nötigste zum Essen und Trinken, was erstmal reicht.

Das mit Deinem Mann hört sich auch extrem traurig an. Warum schlief er denn ein und wachte nicht mehr auf? :°(

Was hatte er denn gehabt?

HBühntermnama


Die "Watte" ist normal. Die wird wahrscheinlich auch erst noch bleiben. Und die Tränen müssen fließen, sind sind wie ein Überlaufventil. Ich staune eher, dass das bei dir schon so ist.

Ich war fast 2 Wochen völlig in Starre. Erst als ich die Hemden meines Mannes gewaschen habe und sie aufhängen musste, liefen die Tränen wie ein Sturzbach. Ich hab mich bestimmt eine Stunde nicht mehr eingekriegt. ich glaub, man konnte nachher unseren Keller wischen.

Aber wenn eben möglich, hab ich geweint. Manchmal hab ich damit meiner Familie (Schwester, Mutter) und meinen wirklich guten Freunden ganz schön was zugemutet. Aber sie haben es ausgehalten.

Ich habe bestimmte Situationen und Erinnerungen, die besonders schmerzvoll waren, nie verdrängt. Du musst dadurch. Schiebst du sie weg, kommen sie an anderer Stelle wieder. Mein Sohn hat 1/2 Jahr verdrängt, dann kam der totale Zusammenbruch mit Pankikattacken, körperlichen Beschwerden usw. Ich bin sofort mit ihm los und hab Hilfe gesucht. Er bekommt zur Zeit Antidepressiva, bis er wieder stabil ist. Auch er muss jetzt aufarbeiten.

Du fagtest nach meinem Mann. Er ist am 6. November letzen Jahres in der Nacht auf der Autobahnraststätte Wörnitz an einem plötzlichen Herztod verstorben. Das waren zumindestens die Aussagen der Polizei.Er war erst 51 Jahre alt und hatte im Vorfeld keine nennenswerten Beschwerden.

Sein Tod traf uns völlig unvorbereitet und hat unser ganzes Leben verändert.

Und doch habe ich ganz instinktiv am Tag seines Todes die Entscheidung getroffen, weiterzuleben.Kurz nach der Nachricht sagte ich zu meiner Mutter:"Mama, ab heute muss ich mein Leben neu strukturieren".

Und heute ist fast schon 1 Jahr rum.

Ich habe auch etwas Angst vor kommenden Donnerstag. Ich habe Angst davor, alles noch mal ohne "Watte " erleben zu müssen. Aber ich schaff das schon und du schaffst das auch!

Aber gib dir alle Zeit, die du brauchst. Trauer ist sehr individuell. Vielleicht hast du Menschen um dich, die deine Trauer aushalten können,die auch mit dir weinen können.

Das wünsche ich dir für die nächste Zeit!

h=auskwatze


Ich bin derzeit ehrlich gesagt am liebsten alleine. Mich strengt jedes Wort an. Vorhin habe ich jemandem vom Tod meines Vaters erzählt und er fragte dann halt das Übliche, wie alt er war, was er beruflich machte, woran er starb usw....was man halt so fragt.

Das war mir schon zu anstrengend, obwohl die Unterhaltung nichtmal 3 Minuten dauerte. Ich war froh, als ich aus dem Dialog wieder raus war.

Die Tränen setzten gestern bei mir ein, als ich mir meinen Vater nicht als Erwachsene sondern mit meinen Kindergefühlen vorstellte, als ich noch Papi sagte usw....ich dachte den Satz: Hoffentlich geht es dir jetzt gut, dort wo du jetzt bist, Papi!

Danach brach ich in Tränen aus und es gab auf einmal so einen Trauerschwall, der passte gar nicht durch den Hals durch, so dass ich kurz schreiend heulen mußte, um keinen Krampf in der Bauchmuskulatur zu bekommen. Ganz komisch. Danach heulte ich "normal" weiter...

Zudem bekam ich heute unberechtigt Wut auf die Nachbarin, die mir gestern die Mitteilung machte. Ich dachte so, MUSSTE die mir das sagen. Ach hätte ich der doch nur von der anderen Straßenseite aus zugewinkt und mehr nicht. Aber nein, ich mußte ja rübergehen...das war mein Verderben.

Ach, es sind so viele Gedanken, die jetzt kreuz und quer auftauchen.

Das, so wie du es beschreibst, dass die Tränen nicht kommen und man starr bleibt, kenne ich von meinem allerersten Tod, als meine Oma starb, als ich 17 war. Ich bekam bei der Nachricht einen Schlag wie mit dem Hammer vorm Kopf und war ab da in einem unwirklichen ekligen Trancezustand der anhielt ohne aufzubrechen...später erforderte es eine Psychotherapie, die allerdings kaum nutzte.

In der Leichenhalle lachte ich sogar, als ich meine Oma sah, obwohl ich bei meinem Leben schwöre, dass ich es alles andere als lustig empfand. Es war der pure Horror, danach die Beerdigung. Alles Dinge, die ich gar nicht verpacken konnte.

Das jetzt, ca. 30 Jahre weiter, ist mein zweiter Tod.

H6ühvnerm?ama


Guten Morgen liebe Hauskatze,

wie geht es dir heute? Hast du ein wenig geschlafen?

hsau<skatzxe


Hallo, liebe Hühnermama,

ich bin um halb 5 aufgestanden, konnte einigermaßen in Etappen schlafen, bin aber trotzdem extrem kaputt, als hätte ich nicht geschlafen. Aber ich bleibe heute drin. Kann es mir erlauben, brauche das Haus heute nicht zu verlassen.

Ich versuche, normale Sachen zu machen. Anderen auf ihre Fäden zu schreiben und ich habe einen Salat gemacht...allerdings eventuell mit Schrauben, denn mir ist meine Pfeffermühe während des Pfeffern zerschollen und alle Teile fielen in den Salat. Ich glaube, ich habe nicht alles herausfischen können, denn die wieder zusammengesetzte Mühle sieht unvollständig aus. :-(

Naja, das soll egal sein. Dann passe ich nachher beim Essen halt besonders auf.

h4ausNkadtzEe


Seit dem Wissen um den Tod meines Vaters, verpacke ich irgendwie noch weniger als sonst. Alltagsquerelen der Leute, die ich so abbekomme usw...alles direkt eine Katastrophe in meiner Seele. :-(

C"om6ran


Alltagsquerelen der Leute, die ich so abbekomme usw...alles direkt eine Katastrophe in meiner Seele. :-(

Das ist eine normale Reaktion. Dich belastet das alles sehr, und selbst Kleinigkeiten gleichen dann dem berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Du wirst dich noch eine Weile damit auseinandersetzen müssen. Lass alle Gedanken zu. Visualisieren hilft auch sehr, damit man es begreift. Irgendwann wirst du zum Schluss kommen, dass du alle Was-wäre-wenn-Szenarien durchgedacht hast und begriffen hast, was passiert ist. Dann wirst du deinen Frieden damit finden.

Belasten dich denn Sorgen, dass du etwas falsch gemacht hast oder hättest anders machen können? Sowas wiegt ja viel schwerer als die reine Erkenntnis, dass dein Vater tot ist. Weißt du schon, ob du irgendwie auf die späte Nachricht reagieren möchtest, z.B. mal zum Grab gehen oder mit deiner Mutter Kontakt aufnehmen? Inwieweit hast du überhaupt Zeit, darüber nachzudenken, da du ja in der stressigen Umzugssituation bist?

Können wir dir sonst irgendwie helfen, außer dir hier zuzuhören? Brauchst du für irgendwas Hilfe bei der Antwortsuche?

h<auosgkatxze


@ Comran

Vielen Dank für die Antwort! @:)

Ob ich denke, dass ich was falsch gemacht habe...ja und nein. Ich hatte, weil ich schlecht behandelt wurde, den Kontakt zum Elternhaus abgebrochen. Das natürlich warf man mir von allen Seiten vor, gab mir sogar durch die Blume die Mitschuld an der Herzkrankheit meines Vaters usw...das er sich ohne meine Anwesenheit auch gar nicht richtig erholen könne.

Das ist ein Ding, denn mein Vater hatte sich nicht EINMAL um mich Sorgen gemacht. Ganz im Gegenteil. Wenn es mir superschlecht ging, konnte es mir nach Kontakt mit dem Vater nur noch schlechter gehen.

Die Trennung war für mich seelisch schon überlebenswichtig. Ich landete in Kliniken und alles.

Trotzdem habe ich jetzt, ohne es zu wollen, Schuldgefühle.

Was Ihr für mich tun könnt?

Mir reicht es schon, wenn ich hier schreiben kann und manchmal jemand etwas dazu sagt.

Vielen Dank! @:) @:)

CJomraxn


Die Trennung war für mich seelisch schon überlebenswichtig. Ich landete in Kliniken und alles.

Trotzdem habe ich jetzt, ohne es zu wollen, Schuldgefühle.

Deswegen ist es ja wichtig, dass du alle Gedanken zulässt und das alles aufbereitest. Lass dir Zeit dafür und lass alle Aspekte da reinspielen. Wenn es dir so schlecht zuhause ergangen ist, dann wirst du am Ende ohnehin zu dem Schluss kommen, dass du richtig gehandelt hast. Wer nur eine Seite kennt wird vielleicht anders urteilen, denn jede Seite wird es vielleicht anders darstellen oder wahrgenommen haben. Wichtig ist, dass du zum Schluss kommst, dass du alles richtig gemacht hast. Das heißt nicht, dass das zu 100% alles korrekt gewesen sein muss. Wir sind Menschen und machen auch mal Fehler. Aber dass der Grundgedanke richtig war, den Kontakt abgebrochen zu haben, um dich selbst zu retten. Darum geht es. Wir können das von außen nicht beurteilen, da wir deine Eltern nicht kennen, aber wenn die Not so hoch ist und auch Klinikaufenthalte nötig sind, dann wird es sicher ernst gewesen sein. Vielleicht sehen das die Menschen nicht, die dir indirekte Vorwürfe gemacht haben.

hgausHk-atzxe


Ich hatte "der feinlichen Seite" ja von meiner Not berichtet. Aber selbst als sie wußten, dass ich ins Krankenhauss ging, wurde es nicht ernst genommen. Da hieß es dann halt, dass ich bekloppt geworden bin.

Naja, wer nicht sehen will, wird nicht sehen. Ich verschwende keine Energie mehr dafür, dass andere meine Situation im rechten Licht sehen.

Danke nochmal Comran für Deine Worte. @:)

HhühnVermTama


Hallo liebe Hauskatze,

ich würde dir wünschen, dass du den ersten Schock halbwegs verdaut hast.

Du schreibst von Schuldgefühlen.Auch diese Gefühle gehören in das Chaos der Trauer. Ich vermute, dass du auch noch Zeit brauchst, um diese Gefühle zu ordnen.

Auch ich finde, dass eine solche Beziehung aufgearbeitet werden muss. Wobei ich glaube, dass es nicht der Weg ist, ständig zurück zu sehen. Nicht alle Beziehungen gelingen, das müssen wir akzeptieren. Aber welchen Sinn macht es, alles noch und noch mal aufzuwühlen und zu durchdenken.

Ich denke, wichtig ist es , verzeihen zu können. Du von deiner Seite, denn du hast dazu noch die Möglichkeit. Wenn du das langsam aber stetig schaffst, kannst du bestimmmt irgendwann loslassen. Das hilft dir auch, weil du deine Trauer bewältigen kannst.

Aber das alles braucht Zeit, viel Zeit

htauskatxze


Im Moment stecke ich noch einem Zustand, der einfach insgesamt meine Gesamtlage samt meiner "chronischen" Probleme alles extrem schlimmer gemacht hat.

Im Moment denke ich ständig,...komisch, dass mein Vater jetzt nie mehr sehen kann, was ich tue. Oder ich denke, ob er überhaupt denken kann, und was jetzt mit ihm ist.

Also diese Sache -Leben nach dem Tod-, die man ja eh nicht zuverlässig beantworten kann. Der eine glaubt dies, der andere das.

Seit gestern hat mich eine ziemlich fette Grippe noch dazu erwischt.

Als ich heute morgen wach wurde (nach "195" mal Aufwachen und neu einschlafen) heulte ich sofort wieder wegen den traurigen Gedanken.

Ich merkte, dass ich es mir verkniff und unterdrücken wollte.

Irgendwie hangel ich derzeit immer danach, zu versuchen, dass es mir besser geht...aber mit Gewalt gutfühlen, das wird auch nichts... %:|

Lkadyx61


Hallo, :-)

fühle Dich in den Arm genommen von mir , :°_

es berührt mich sehr , wie Du Deinen Zwiespalt geschildert hast !

Dein Umzug sollte Dir vielleicht helfen als Ablenkung zunächst !

Was macht denn Deine Mutter wohl jetzt ? Hat sie Dir also keine Nachricht zukommen lassen ? Das ist traurig !

Und anscheinend wohl auch sonst Niemand von der gesamten Familie ?

Du bist sehr sensibel dafür, trotz allem ehrliche Trauer empfinden zu können !

Das finde ich gut und anerkennenswert und so solltest Du auch kein schlechtes Gewissen haben müssen !

Man hat Dir die Chance genommen, Dich mit ihm zu versöhnen !

Vielleicht hilft es Dir ein bisserl, irgendwann ans Grab gehen zu können ...

und Zwiesprache zu halten.....

sag ihm alles, rede es Dir von Deiner Seele....

es kann Dir helfen, ich wünsche es Dir !

Viel Glück für Deine Zukunft !

LG

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