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Mein Vater schafft nur noch 1-3 Tage

Cgomrpaxn


Und von meiner Mutter weiß ich, dass Sie im Moment Tabletten nimmt.. gegen den Stress bzw. Trauer (weiß nicht genau was).

Das kann eine Ursache sein. Ich habe das bei unseren Nachbarn erlebt, deren Sohn mit Anfang 20 an Leukämie verstarb. Sie standen unter Medikamenten und konnten einen ganz nüchternen Alltag bewältigen. Anders haben sie es nicht mehr ausgehalten.

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Das klingt schon wirklich abartig... auf der anderen Seite kommt mir da schon der Gedanke: Wie hat dein Vater deine Mutter wohl behandelt als er noch fit war? Ich meine, so kaltschnäuzig verhält sich niemand ohne Grund...

S[apUient


Ich finde das Verhalten der Familie grausam und nicht akzeptabel. Auch könnte ich nicht akzeptieren, wenn es nur deswegen so wäre, weil die Leute nicht wissen, wie sie normal trauern sollen. Solch ein extrem unpassendes flapsiges Verhalten ist in so einer Situation niemals akzeptabel. Einfach nur deswegen, weil der Vater das alles mitbekommen. Wie unendlich grausam für das für den sein.

aha - du könntest das nicht akzeptieren, was willst du also dagegen tun? in der phase des abschieds noch einen riesen familienstreit provozieren weil der umgang mit trauer anderer familienmitglieder nicht gefällt? niemand hier kennt die genauen verhältnisse in der familie und auch nur die sichtweise einer einzigen person! genau so wenig wissen wir hier irgendwas über den charakter des versterbenden und/oder über die beziehung zu anderen angehörigen zu seinen lebzeiten.

für MICH wäre es im übrigen unendlich grausam, wenn ich im sterben liegen würde und meine ganze familie ständ permament plärrend an meinem bett und allen würde das lachen vergehen. da muss man ja direkt noch ein schlechtes gewissen bekommen, weil man stirbt %:| jeder mensch geht anders mit sterben um. der eine macht witze drüber, der nächste weint viel, den dritten scheint es kalt zu lassen.

da wir hier keine weiteren informationen haben finde ich es nicht fair, jetzt alle anderen familienmitglieder zu verurteilen.

Aylouwette


Hallo sad,

was Du (und Deine Familie) zur Zeit durchmachst, tut mir leid. Ich habe in den letzten Monaten ähnliches erlebt, seitdem wir von der Krebserkrankung meines Vaters erfahren hatten, an der er Anfang des Jahres verstorben ist. Neben all der Traurigkeit und Angst, mit denen ich mich auseinandersetzen musste, stand ich auch oft fassungslos vor den Reaktionen aller Beteiligten; und zwar sowohl denen meines Vaters als auch denen der restlichen Familienangehörigen. Ich denke, es ist wichtig, sich klarzumachen, dass eine schwere Erkrankung in den allermeisten Fällen nichts an den Familienstrukturen und den in ihnen herrschenden Verhaltensmustern und Konflikten ändert - im Gegenteil, in dieser Extremsituation (die es für alle ist, auch wenn das beobachtete Verhalten das manchmal nicht vermuten lässt) verschärfen sie sich häufig noch, was das Ganze noch unerträglicher machen kann. Und wie schon geschrieben wurde - jeder geht anders mit einer solchen Situation um. Manche schaffen es (wie Du), die schlimmen Gefühle der Traurigkeit und Angst zuzulassen und offen zu bleiben für den Sterbenden, andere halten diese Gefühle einfach nicht aus und zeigen sich eher kalt oder agressiv, machen unpassende Witze oder ziehen sich komplett zurück,... Geh den Weg, der Dir richtig erscheint und Dir und Deinem Vater erlaubt, voneinander Abschied zu nehmen.

Ich möchte Dir zwei Bücher empfehlen, die mir bei der Auseinandersetzung mit diesen Fragen und Schwierigkeiten enorm geholfen haben (ich hoffe, das ist hier erlaubt); sie sind beide von Barbara Dobrick und heissen "Die dunklen Seiten des Sterbens erhellen - Ängste, Hoffnungen und Trauer Angehöriger verstehen" und "Wenn die alten Eltern sterben - Das endgültige Ende der Kindheit". Sie haben mir geholfen, das scheinbar widersprüchliche Verhalten und die unterschiedlichen Umgehensweisen mit dem Sterben meines Vaters besser zu verstehen, einordnen zu können und zu akzeptieren.

Ich wünsche Dir viel Kraft für diese schwere Zeit, und hoffe, dass Du Dich so von Deinem Vater verabschieden kannst, wie es für DICH richtig ist, und dass Du daraus auch einen Trost ziehen kannst.

Hnayl5ey Mx.


Bei allem Verständnis für Gefühle - aber zusätzlich zur eigenen Trauer noch traurig zu sein wegen der anderen, die anscheinend nicht die Trauer spüren, die du selbst schon hast, die sie vielleicht aber auch nur verdrängen …

Ich habe eine andere Ansicht als die weit überwiegende Mehrheit:

Es ist sehr anstrengend, sich in die Angelegenheiten anderer einzubringen. Du brauchst doch deine gesamte Kraft im Moment ohnehin schon für den Abschied, also beeinflusse das, was dich betrifft, und überlasse den anderen ihre Art, damit umzugehen.

B1i\rkenzjweixg


steinigt mich ....

ich arbeite in der hauskrankenpflege.. ich sehe ständig solche sterbenden menschen samt ihren angehörigen

und sehr oft is diese form von humor das beste mittel, die spannungen aus der eh beschissenen situation zu nehmen.

sowohl für den betroffenen,als auch für die angehörigen

ich würde das echt nich überbewerten

und mitleid machts dem sterbenden noch schwerer. einfühlsam sein- ja. mitleid, nein.

am ende nich mehr lachen sollen/können/dürfen, weils ja so sc hrecklich is? bin ich kein freund von

abgesehen davon weißt du nich, wie oft sich deine mutter abends ins kissen heult, wie fertig sie eigentlich is, wenn sie so einen pflegefall im haus hat. vielleicht willse auch nur stakt sein, für ihn und euch?

wichtig is, daß du deine trauer so lebst, wie es gut is für die. was die anderen machen, is sowas von egal.

ich wünsch dir starke nerven

@:)

k'le1iner_dr<acPhenstexrn


In Extremsituationen zeigen sich die Spannungen in Familiengefügen stets besonders stark.

Offensichtlich schwelt in eurer Familie ja schon sehr lange ein Konflikt zwischen der "alten Familie", also dir ,und der "neuen Familie". Das zeigt sich ja auch daran, dass du nicht zu Familienfeiern gehst etc. und wohl auch nie verstanden hast, warum dein Vater sich der "neuen Familie" zugewendet hat.

Dazu kommt, dass wohl die "neue Familie" deinen Vater zu Hause pflegt.

Wie lange geht das denn schon? Das ist eine unfassbare Belastung, die viele Menschen sowohl emotional als auch körperlich total überfordert und am Ende steht bei den Pflegenden tatsächlich sehr oft der Wunsch, dass es "endlich vorbei" ist, weil man auf der einen Seite das Leid nicht mehr erträgt, auf der anderen Seite aber auch einfach nicht mehr kann. Viele flüchten sich dann in Galgenhumor um die Situation erträglicher zu machen.

Und nein, ich habe noch keine "liebende Familie" gesehen, in der der Sterbende im Wohnzimmer gestorben ist, wie kommst du denn darauf? Gerade wenn man pflegt, braucht man dringend (!) Rückzugsräume für sich, sonsr hält man das gar nicht aus.

Wer hat denn entschieden, dass dein Vater zuhause sterben soll?

Dein Vater? Die neue Familie?

Hast du dich auch an der Pflege beteiligt oder besuchst du ihn nur?

Sei für deinen Vater da, sprich mit ihm und nimm von ihm so Abschied wie du das möchstes und dir das gut tut.

Mitleid ist allerdings wirklich das letzte, was Sterbende und Schwerkranke brauchen und wollen, da geb ich Birkenzweig völlig Recht.

Und passt vor allem auf, euren Vater nicht in seinen letzten Stunden noch in den Familienzwist reinzuziehen, sondern lasst ihn in Frieden gehen.

Ich wünsche dir viel Kraft für die folgenden Stunden :)*

S[unfl|owexr_73


@ Birkenzweig:

:)z :)^

J[aalwma


Hallo sad_,

ich kann deine Trauer verstehen.

Deine Mutter nimmt Tabletten, wahrscheinlich wirkt sie deshalb so distanziert.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft für die kommende Zeit.

s2adx_


@ kleiner_drachenstern

Unser Palliativmediziner sagte, dass der Sterbende oftmals im Wohnzimmer sterben möchte. Ein entsprechendes Bett haben wir hier auch stehen, aber es ist leer. Der Palliativmediziner kommt morgen wieder. Er ist total klasse. Seit einigen Monaten verwendet er Methadon bei den Patienten. Geistig ist mein Dad total fit und klar. Vielleicht deswegen.

Gepflegt werden muss er erst seit 5 Tagen. Es kommt morgens eine Pflegerin der Caritas.

Mein Vater wollte zuhause sterben.

Er schläft gerade etwas... Man merkt eindeutig, dass er schwächer wird. Er kann die Augen kaum noch offen halten. Reden geht noch ganz okay. Meine Halbschwester gab mir noch den Tipp mit ihm über nichts Tiefgründiges mehr zu sprechen, weil "ihm das nicht gut tut". Vermutlich hat sie Angst, dass er jetzt spinnt wegen der Bargeld-Geschichte gestern. :|N

s%adx_


Aber das wichtigste: Mein Vater geht gut mit der ganzen Sache um. Zumindest habe ich das Gefühl. Er ist bereit zu gehen. Kann noch lächeln. Ich habe ihn eben noch gefragt, ob ihm etwas auf der Seele brennt was er mir sagen möchte (meine Halbschwester glaubt das). Er sagte nein. Er sei mit allem im Reinen.

AQlexjandrbaT


ich arbeite in der hauskrankenpflege.. ich sehe ständig solche sterbenden menschen samt ihren angehörigen

und sehr oft is diese form von humor das beste mittel, die spannungen aus der eh beschissenen situation zu nehmen.

sowohl für den betroffenen,als auch für die angehörigen

ich würde das echt nich überbewerten

Mein Vater hat ebenfalls selbst entschieden wann er gehen möchte. Meine Mutter reagierte mit übertriebener Fürsorge, meine Schwester wurde eher aggressiv und ich hab alles mit Humor genommen. Ich wollte nicht, dass mein Vater nur traurige Gesichter sieht... er sollte auch in den letzten Tagen lächeln können.

Jeder Mensch geht mit einer solchen Situation anders um und man darf es ihm nicht übel nehmen wenn er nicht "standardmässig" reagier und am heulen ist.

Dir sad_ wünsche ich viel Kraft... und Deiner Familie ebenso.

Er sei mit allem im Reinen.

Dies ist gut so.... und auch wichtig für Dich dies zu wissen. Vielleicht gibt es Dinge die Du ihm noch sagen möchtest?

kwlein6erY_drach'enstern


Das ist sehr schön, dass dein Vater bereit ist zu gehen!

Und dein Palliativmediziner mag natürlich Recht haben, ich habe es aber wirklich noch nie erlebt und ich bin inzwischen in dem Alter, in denen die Eltern meiner Freunde langsam anfangen zu sterben und die Großeletern sowieso.

Mein Freund, der vor vielen Jahren unfassbar schnell nach der Diagnose und damit für alle völlig unvermutet verstorben ist, hat übrigens "gewartet" bis alle an dem Tag weg waren. Meine Oma auch.

Ich glaube schon, dass viele Menschen auch alleine sterben wollen, also nicht mit dem Gefühl alleine zu sein, sondern ohne dass ihne jemand dabei zusieht, von daher glaub deinem Papa, dass er in seinem Arbeitszimmer bleiben möchte.

Viel Kraft für die kommende Zeit und freue dich darüber, dass dein Papa mit der Welt im Reinen von ihr geht, das ist so wichtig!

B-irkaenzwe8ixg


Aber das wichtigste: Mein Vater geht gut mit der ganzen Sache um. Zumindest habe ich das Gefühl. Er ist bereit zu gehen. Kann noch lächeln.

total schön. dann lass ihn gehen. sag ihm das. es is nich nur wichtig, daaß er bereit is, sondern auch, daß ihr / du bereit bist/seit.

wenn er das gefühl hat, es is auch für euch ok, kann er friedlich einschlafen

liebe heißt loslassen können

Cwomrxan


Der Palliativmediziner kommt morgen wieder. Er ist total klasse. Seit einigen Monaten verwendet er Methadon bei den Patienten. Geistig ist mein Dad total fit und klar. Vielleicht deswegen.

Gepflegt werden muss er erst seit 5 Tagen. Es kommt morgens eine Pflegerin der Caritas.

Mein Vater wollte zuhause sterben.

Er schläft gerade etwas... Man merkt eindeutig, dass er schwächer wird. Er kann die Augen kaum noch offen halten.

Was kommt mir das alles bekannt vor... :°(

Wir hatten auch Pflege und zusätzlich eine ambulante Begleitung durch den Hospizverein mit Palliativmediziner. Das war schon deutlich besser als der Hausarzt.

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