» »

Mein Vater schafft nur noch 1-3 Tage

ERhem`aliger (NutzerZ (#528x611)


:°(

Oh man, die Geschichten hier berühren mich wirklich.

Ihr seid alle so stark.

Mein Dad starb Mitte Januar ganz plötzlich. Auch wenn es blöde klingt für euch: ich beneide euch, dass ihr Abschied nehmen konntez.

:)*

AhlexGandrxaT


Es hat auch Vorteile wenn es schnell geht... meine Mutter starb überraschend an einem stillen Herzinfarkt. Für sie das optimale... so hat sie es sich gewünscht. Sie musste nicht leiden und nicht "mit erleben" wie sie langsam stirbt... so wie mein Vater über Wochen hinweg. Für die Hinterbliebenen ist es schwieriger weil vieles ungesagt bleibt... aber die Belastung einen Menschen sterben zu sehen ist nicht da. Beides hat Vor- und Nachteile und man kann es sich nicht aussuchen....

s]ad_


Status unverändert. Aber er wird immer schwächer. Der Palliativmediziner war heute da und sagte, dass mein Vater ein sehr starkes Herz hat und dass es vielleicht doch noch ein paar Tage dauern kann.

Gestern und heute war es ruhiger hier in der Familie und ich bin auch gar nicht mehr so oft traurig. Meine Mutter pflegt ihn doch schon fürsorglich und meine Halbschwester kümmert sich.

Ich habe meine Mutter auch mal auf "das flapsige Verhalten" angesprochen und sie sagte auch, dass Galgenhumor manchmal notwendig ist.

Inzwischen glaube ich auch, dass wenn man das sterben zu Hause so hautnah miterlebt, vielleicht einige Trauerarbeit vorher schon abgenommen wird und es dann nach dem letzten Atemzug nicht mehr ganz so schlimm ist.

Mein Vater sagt, dass er überhaupt keine Angst und den kommenden Tod angenommen hat. Das finde ich bemerkenswert. Ich sehe dem Tod noch nicht mit dieser Leichtigkeit entgegen, aber vielleicht kommt das ja erst mit dem Alter.

Buleib,TaIpfer


kleiner_drachenstern

Und nein, ich habe noch keine "liebende Familie" gesehen, in der der Sterbende im Wohnzimmer gestorben ist, wie kommst du denn darauf? Gerade wenn man pflegt, braucht man dringend (!) Rückzugsräume für sich, sonsr hält man das gar nicht aus.

Sad_

Unser Palliativmediziner sagte, dass der Sterbende oftmals im Wohnzimmer sterben möchte. Ein entsprechendes Bett haben wir hier auch stehen, aber es ist leer.

kleiner_drachenstern

Und dein Palliativmediziner mag natürlich Recht haben, ich habe es aber wirklich noch nie erlebt und ich bin inzwischen in dem Alter, in denen die Eltern meiner Freunde langsam anfangen zu sterben und die Großeletern sowieso.

Wie schon gesagt, das ist bei jedem anders. In unserer liebenden Familie sind alle die, die zu Hause sterben durften, im Wohnzimmer gestorben. Und ich persönlich finde das auch genau richtig, da das leben nunmal nicht normal weitergeht, wenn im eigenen Haushalt/der Familie jemand stirbt.

Im Wohnzimmer hatten alle Familienmitglieder/Freunde/Gäste die Möglichkeit Abschied zu nehmen, ohne dafür in die "Intimsphäre Schlafzimmer" eindringen zu müssen. Das haben wir alle als sehr angenehm empfunden und werden es zukünftig ebenso handhaben. Außerdem nimmt dieses "Setting" der Situation die Traurigkeit, irgendwie..

Sad_ Du machst das ganz toll. Sei weiter da für deinen Vater und lasse die anderen auf ihre eigene Weise trauern. Es ist doch toll, wenn dein Vater lächeln kann und mit allem im Reinen ist! Ich wünsche dir viel Stärke!

k]leinMer_drDachEenstexrn


Im Wohnzimmer hatten alle Familienmitglieder/Freunde/Gäste die Möglichkeit Abschied zu nehmen, ohne dafür in die "Intimsphäre Schlafzimmer" eindringen zu müssen. Das haben wir alle als sehr angenehm empfunden und werden es zukünftig ebenso handhaben. Außerdem nimmt dieses "Setting" der Situation die Traurigkeit, irgendwie..

So hab ich das tatsächlich noch nie gesehen. Vielen Dank!

TyheD Bxat


@ sad_

ich kann voll und ganz mit Dir mitfühlen. Meine Mutter ist zwar im Krankenhaus gestorben, aber die letzte Zeit haben wir auch ganz bei Ihr verbracht, jeder teilweise 22 bis 23 Stunden am Tag. Das mit dem Galgenhumor kann ich auch nur bestätigen. Wir hatten teilweise richtige Lachanfälle im Krankenhaus und ein paar Minuten später hätten wir wieder los heulen können. Aber auch die Krankenschwestern haben gemeint, dass das normal ist. So schlimm es klingen mag, aber wir haben die Zeit nochmal genossen, auch wenn sie so schlimm war. So war zumindest der Abschied nicht ganz so schlimm, da wir Zeit hatten uns zu verabschieden. Ich wünsche Dir viel Kraft für die nächste Zeit.

Gruß The Bat

HWayleyC M.


Sad, ich finde deinen Vater bewundernswert - was für ein tolles Vorbild! Wenn es mal Zeit ist, zu gehen, so gelassen dem Tod entgegen zu schauen - das wünsche ich mir auch.

Und es ist ja wirklich so, dass der Tod außer der schrecklichen Seite, weil er das Ende der irdischen Persönlichkeit ist, auch eine hat, die fast neugierig macht - (ich hoffe, ich darf das sagen, ohne hier und jetzt pietätlos rüberzukommen) - Wie wird es sein? Wem werden wir begegnen, was werden wir "erleben" im Übergang und nachher?

Ich wünsche ihm und euch, dass im gegebenen Augenblick das Geheimnisvolle des Mysteriums überwiegt und der Moment des Todes für ihn und das Nachher für ihn und für euch Frieden mit sich bringt.

sgasdx_


Er kann seit 2 Tagen überhaupt nichts mehr sagen und sich nicht bewegen :°(

Jeden abend hat man das Gefühl, dass man sich das letzte mal sieht. Ich weiß nicht ob er noch bei Bewusstsein ist. Wenn man in das Zimmer kommt und spricht macht er aber kurz die Augen auf.

Als er gestern abend nicht mehr sprechen konnte und ich mich verabschiedet habe, ist ihm noch eine Träne runter gekullert. Da sind bei mir alle Dämme gebrochen :°( :°( :°( :°(

Er macht auch immer nur 4-5 Atemzüge und dann für ca. 45 Sekunden atmet er nicht mehr. Seit vorgestern. Er hat auch einen sehr unregelmäßigen Puls.

Ich hoffe, wenn er noch bei Bewusstsein ist, dass ihn das Methadon ordentlich zudrönt. :°(

sDaxd_


Was bekommt er noch mit? Er kann auch nicht mehr reagieren, wenn man z.B. sagt "Für ja drücke meine Hand".

Ich hoffe nur so, dass er nicht leidet...

sbazd_


Vorgestern abend war er aber schon verwirrt und hat teilweise wirres Zeug geredet.

sBad_


Er hat es geschafft. Es ist vorbei.

Gruß an alle und danke für Unterstützung.

EVhemalioger Nutz4er (*#554x628)


Mein herzliches Beileid, sad :°_ und viel Kraft für die kommende Zeit! :)*

f~axir


Mein Beileid @:) :)* :)- r

C"om}raxn


Ich hoffe, wenn er noch bei Bewusstsein ist, dass ihn das Methadon ordentlich zudrönt. :°(

Das hat es bestimmt. Der Dämmerzustand ist eine Gnade, auch wenn das Bewusstsein dadurch getrübt wird. Ohnehin war er ja nicht mehr richtig in der Lage, sich zu äußern. Du kannst aber davon ausgehen, dass ihn noch viel erreicht hat. Was man versteht und wie man noch reagieren kann, das sind zweierlei. Das hast du auch an seiner Träne gemerkt.

Sei froh, dass es nun vorbei ist. Du warst nochmal bei ihm - natürlich gibt es immer ein "letztes Mal" und man kann auch nicht in der Sekunde da sitzen, wenn es passiert. Aber du hast ihm immer an der Seite gestanden und dich gekümmert. Das war ihm sicher eine Hilfe, und er konnte zuhause bleiben.

Mein Beileid und viel Kraft für die nächsten Wochen. Wenn die eigentliche Trauer nach den ganzen organisatorischen Dingen und der Beerdigung beginnt, weicht die Erleichterung nochmal einer Leere, aber dann geht es wieder aufwärts. :°_

Wie hat es die restliche Familie aufgenommen? Steht ihr zusammen, oder bist du immer noch irritiert über das Verhalten?

s8ad_


Danke.

@ Comran

Inzwischen stehen wir zusammen. Ich war auch mal zwischendurch wieder irritiert und sauer. Aber das ist jetzt alles erstmal egal.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Abschied und Trauer oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Gedenken


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH