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Mache mir Vorwürfe das ich an dem Tod meiner Oma dran schuld sei

l~inamazgihn hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Heute mal mit einem anderen Thema, das mich die eine oder andere Nacht nicht schlafen lässt.

Ich wusste nicht in welches Thema, also ob es in Psychologie oder Abschied und Trauer kommt, ich schreibe mein Problem jetzt also hier..

Vor drei/vier Jahren ist meine Oma gestorben, ich bin jeden Abend zu ihr runter (Sie hat mich in unserem Haus gewohnt, und unten war eben ihre Etage) gegangen, und hab ihr "Gute Nacht" gesagt und das "Ich hab dich lieb gesagt", irgendwann Abends dann mal, sie hatte Grippe, hab ich Abends zu ihr gesagt "Oma, ich komme gleich nochmal runter" War dann so müde, und hab es eben nicht gemacht :°( ..

Am nächsten Früh, bin ich aufgewacht, stand oben an der Treppe, weil ich mich nicht runtergetraut hatte, und habe gesehen wie der Notarzt meine Oma abgeholt hatte, ich hatte mir gedacht, gehe ich jetzt lieber nicht im Schlafanzug runter, ich kann sie ja nachher mal im Krankenhaus besuchen kommen.. Mein Papa hatte mich dann aber nicht gelassen, und kam den nächsten Tag (es war ein Samstag) und sagte mir, das meine Oma im Krankenhaus gestorben ist, er sagte mir dann aber noch das sie ganz ruhig eingeschlafen wäre, und keine Schmerzen gehabt hätte.. Seit dem mache ich mir aber Vorwürfe, oder besser gesagt, seit dem bin ich überzeugt davon, das ich an dem Tot meiner Oma dran schuld bin..

Ich weiß einfach nicht wie ich damit umgehen soll, denn damals als das passiert ist war ich auch erst elf/zwölf, meinen Opa, Väterlicherseite, kannte ich gar nicht, und von meiner Mama, hatte ich nie das Glück ihre Mama kennenlernen zu dürfen, den Papa meiner Mama, kannte ich auch nur bis zu meinem vierten lebensjahr, also kann ich mich eigentlich nicht wirklich an ihn erinnern. Ich weiß nicht ob es vielleicht deswegen ist, weshalb ich jetzt so mega viel Angst vor dem Tot habe, aber so wie das jetzt geht, kann es einfach nicht weiter gehen. :°( Ich möchte einfach nicht mehr jeden Abend dasitzen, und mir vorwürfe wegen meiner Oma machen.

Gesprochen darüber hab ich mit noch niemanden, ich habe Angst mit meinen Eltern darüber zu reden, aber ich weiß nicht wie ich das sagen soll, oder mit wem ich noch darüber reden könnte..

Ich war bei meiner Oma auch nur mit zur Beerdigung, ich meide den Friedhof eigentlich, da ich Angst habe, in Tränen auszubrechen, oder das dass von früher alles wieder kommt und ich mir wieder diese Vorwürfe mache. Ich hatte mir gedacht, da jetzt Sommerferien sind, muss ich mich mal überwinden, und mal auf den Friedhof gehen, könnte ich da vielleicht eine Freundin mitnehmen? Vielleicht als Unterstützung, oder ist das eher schlecht?

Ich würde gern mit jemandem darüber reden, nur mit wem? Ich will auch endlich diese Schuldgefühle weg bekommen, habt ihr eine Idee wie ich das alles schaffen kann?

Danke für Antworten

Antworten
CUrankx1


Schuldgefühle, die keinerlei Grund besitzen, sind völlig unangebracht, also was ich sagen will ist, dass Du doch nichts für den plötzlichen Vorfall und des daraus resultierenden Todes Deiner Oma kannst!

Ich verstehe allerdings sehr gut, wie Du nun darauf kommst und Dich das noch immer innerlich stark beschäftigt. Du fühlst Dich doch genau "nur" deswegen schuldig, weil Du Deiner Oma sagtest, dass Du noch einmal zu ihr kommst, was Du aber nicht tatest, da Du eben eingeschlafen bist.

Verstehst Du was ich meine?

Währest Du noch einmal zu Deiner Oma gegangen, wie Du es auch vorhättest, dann wäre es doch im nachhinein höchstwahrscheinlich dieselbe Situation, oder nicht?

Für Dich ist das nun deshalb ein besonders schwieriges Problem, da Du wohl abends die letzte warst, die sie gesehen hatte, wo ja offensichtlich noch alles soweit in Ordnung war, richtig?

Ich nehme doch mal stark an, wäre Dir selber aufgefallen, dass irgendwetwas nicht mit ihr stimmt, dann hättest Du doch sicher auch anders reagiert. Dir das mal objektiv vor Augen zu halten, müsste Dir klar machen, dass Du nichts, aber auch gar nichts dafür kannst.

Sieh es doch mal positiv. Du hattest wenigstens noch die Möglichkeit ,Deine Oma am Vorabend zu sehen. Darüber war sie sicher glücklich, dass Du da warst und vielleicht hat es sie ja auch innerlich beruhigt, diesen Moment erleben zu dürfen, anstatt, dass niemand zuvor da war.

da ich Angst habe, in Tränen auszubrechen

Das ist doch nichts schlimmes oder gar verwerfliches, sondern eine ganz normale emotionale Reaktion, wenn man einen geliebten Menschen verliert!

oder das dass von früher alles wieder kommt und ich mir wieder diese Vorwürfe mache

Aha, daher rührt also Dein "schlechtes" Gewissen? Es gab wohl früher probleme mit Deiner Oma, wo Du vielleicht im nachhinein denkst, ach verdammt, was habe ich da blos alles gesagt oder getan?

Niemand ist fehlerfrei und Fehler sind völlig normal, aber Du solltest Dich nicht ausschliesslich daran messen, was früher einmal war, sondern das, was jetzt ,also kurz vor ihrem Tode war und da warst Du ja schliesslich da für sie, oder etwa nicht? Den Todeszeitpunkt eines Menschen kann man nur schwer , wenn überhaupt vorhersagen, weshalb eben nicht das zählt, was einmal vor langer zeit war, sondern nur das, was kurzfristig davor war und wie man zu diesem Zeitpunkt miteinander umgegangen ist.

Ich denke, Deine Oma weiß darum sehr wohl und auch dass Du ja schliesslich da warst, also schliesse bitte damit für Dich selber ab.

Es gibt Menschen, die sich noch kurz vor einem schlimmen und tödlichen Ereigniss streiten und böse böse Worte an den Kopf knallen. Selbst diese Menschen wissen ja im nachhinein meistens, dass sie das nicht wollten und zutiefst bereuen und sich ebenso wie Du, mit Schuldgefühlen zupflastern, nur was brngt es denn?

Natürlich nichts, da es nicht mehr umkehrbar ist oder sich richtig stellen lässt. So ist nun mal leider das Leben und statt Dir immer wieder selbst Vorwürfe zu machen, solltest Du versuchen nach vorne zu schauen und an die schönen Momente, Gegebeneheiten und Augenblicke zurückdenken, als Dich selber damit fertig zu machen.

Schaue nach vorne und hör bitte auf, Dich persönlich als "Schuldigen" für den Tod Deiner Oma zu sehen, was wirklich absoluter Blödsinn ist, sondern schliesse für Dich selber damit ab. Nur so kommst Du auch künftig wieder besser mit Deinem Leben klar, als andersherum.

Glaube mir, es gibt andere Begebenheiten im Leben, wo eigene Vorwürfe nicht selten auch berechtigt und angebracht sind, aber hier, in Deiner Situation sehe ich das einfach nicht und selbst wenn doch, dann wärest Du doch nur im Begriff , selber daran psyhisch zu Grunde zu gehen, womit aber absolut niemanden auch nur ein wenig geholfen wäre, aber geschadet, nämlich Dir selber, aber schon!

Alles liebe und gute für Dich, dass Du hoffentlich recht bald darüber endgültig hinweg kommst! :)_ *:)

J-orxi


Hallo,

Du hast keine Schuld an ihrem Tod, ganz sicher nicht! Es ist einfach so, dass das Leben irgendwann zu Ende ist. Sie ist friedlich eingeschlafen und es war einfach ihre Zeit. Die Tatsache, dass Du an diesem Abend nicht noch mal unten warst, hat damit überhaupt nichts zu tun. Sie wäre auch gestorben, wenn Du unten gewesen wärest.

Du bist jeden Abend zu ihr gegangen, hast ihr eine Gute Nacht gewünscht und ihr gesagt, dass Du sie lieb hast. Und das ist bestimmt schön und wichtig für sie gewesen.

Ich weiß, wie sich das anfühlt, wenn man das Gefühl hat, man hätte etwas falsch gemacht, hätte etwas versäumt, etwas falsches gesagt oder etwas wichtiges vielleicht nicht gesagt. Aber es zählt nicht dieser eine Augenblick, sondern alles, was davor war.

Du solltest wirklich mit jemandem reden. Rede doch mit Deiner Oma, in Gedanken oder auch laut gesprochen (wenn Du allein und ungestört bist) oder schreibe ihr einen Brief. Erzähl ihr, wie es Dir geht, was Du fühlst, dass Du sie vermisst. Schreibe gemeinsame Erinnerungen auf und was sie Dir bedeuten. Alles, was Dir in den Sinn kommt. Falls Du Dich für die Briefvariante entscheidest, könntest Du den Brief an ihr Grab bringen und dort ablegen (vielleicht am Stein, unter Blumen oder etwas Erde verstecken).

Und wenn Du dort weinen musst, dann weine. Der Friedhof ist ein Ort der Trauer, aber auch des Trostes.

Du hast einen wichtigen Menschen in Deinem jungen Leben verloren. Das tut weh und Trauer erlebt jeder anders. Trauer braucht Zeit.

Für mich war anfangs ein ganz wichtiger Ort, als ich meine Mama verloren habe. Ich war jeden Tag da und habe jeden Tag geweint. Das ging eine ganze Weile so, bis ich irgendwann, an einem sonnigen Tag, an ihrem Grab saß und an all die schönen Zeiten gedacht habe. Da ging es mir besser. Es gibt immer noch Tage, an denen ich weinen muss, weil ich sie so sehr vermisse. Aber sie hätte nicht gewollt, dass ich für immer weine.

Deine Oma würde das auch nicht wollen!

Und natürlich kannst Du eine Freundin mitnehmen, wenn Dir das hilft.

Ich wünsche Dir alles Liebe und viel Kraft. Und sei sicher, Du hast keine Schuld!

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