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Meine Tochter ist nach langer Krankheit früh verstorben

S.i&lkPYearl


Auch mein Mitgefühl, Helga.

Wenn ich daran denke, wie sehr sich beide zu den jeweils eigenen Kindern noch ein gemeinsames Kind gewünscht hatten und als dann endlich die kleine Enkeltochter zur Welt kam! Was war meine Tochter glücklich! Nein, ich darf gar nicht zu viel darüber nachdenken

Wie schön andererseits, dass dieses Wunschkind das Leben Deiner Tochter bereichern konnte, wenn auch nur über diese wenigen Jahre. Wie schön, dass dieses Kind zur Welt kam. Ihr habt nun dieses kleine Mädchen als kostbares Vermächtnis Deiner geliebten Tochter, Deine Enkeltochter. Du kannst für sie da sein, und ich wünsche Dir von Herzen, dass dies für Dich zum großen Trost wird.

HIel8gaK


Ja, die Enkelkinder geben mir Halt und Trost. Das merke ich Tag für Tag, so auch gestern als wir die Beerdigung feierten und der eigene Schmerz mich regelrecht zu übermannen drohte. Doch der Kinder wegen gibt man sich dem nicht hin, lässt sich nicht gehen, versucht Ruhe zu bewahren und Stärke zu zeigen. Das ist sicher wichtig, um nicht zu Grunde zu gehen.

Woran es aber nichts ändert, ist, dass ich meine Tochter unendlich und voller Schmerz vermisse. Wir alle vermissen sie so sehr.

Traurige Grüße,

Helga

ACnti(goxne


:°_

Es ist nicht richtig, dass Kinder vor ihren Eltern sterben.

Das finde ich auch. Andererseits ist es für Kinder (egal wie alt), auch nicht "richtig", wenn die Eltern sterben.

Der Mensch fehlt einfach. :°(

Nto_ck^erxl


Mein aufrichtiges Beileid :)* :)-

Hgelg-aK


Wenn die Eltern sterben ist das für die Kinder sicherlich sehr schlimm. Mir fehlen meine Mutti und mein Vati bis heute und ich bin nun bereits selbst eine "alte Omama", wie man so sagt. Leider aber wissen wir alle, dass es irgendwann passieren wird, es ist der Lauf der Zeit, dass die "Alten" irgendwann gehen. Es ist und bleibt sehr traurig, aber gehört zum Leben.

Die schwere Krankheit meiner lieben Tochter werde ich aber nicht und niemals nicht verkraften. Dein Kind ist so krank und dir sind die Hände gebunden, sogar den Ärzten sind die Hände gebunden. Es ist grausam, wenn man nichts machen kann und mit ansieht wie das eigene Kind immer mehr stirbt und schließlich begraben wird. Ein Teil von mir ist sicherlich mit gestorben und mit beerdigt worden gestern Nachmittag. Anders kann ich es nicht sagen. Ich bin nicht mehr ganz und was ich fühle ist Traurigkeit, aber viel mehr als Traurigkeit. Mir fehlt meine Tochter so sehr und ich möchte sie einfach wieder bei mir haben, in den Arm nehmen und streicheln.

Traurige Grüße,

Helga

Bwella1A980


Steh nicht weinend an meinem Grab

Ich liege nicht dort in tiefem Schlaf.

Ich bin der Wind über brausender See.

Ich bin der Schimmer auf frischem Schnee.

Ich bin die Sonne in goldener Pracht.

Ich bin der Glanz der Sterne bei Nacht.

Wenn Du in der Stille des Morgens erwachst,

Bin ich der Vögel ziehender Schar,

Die kreisend den Himmel durcheilt.

Steh nicht weinend an meinem Grab, denn ich bin nicht dort.

Ich bin nicht tot. Ich bin nicht fort.

HselgxaK


Ich meinte natürlich, aus Sicht eines Erwachsenen, dass man eben weiß: die Eltern sterben irgendwann. Für meine Enkelkinder ist es VIEL zu früh ohne ihre Mutter zu leben mit gerade mal 14 und 6 Jahren. Nächste Woche wird meine Enkeltochter eingeschult, aber sie ist einfach nur todtraurig. Wie soll das ohne ihre Mama gehen, sie will gar nicht zur Schule, sagt sie.

Mein Herz ist so schwer. Heute laufen die Tränen schon den ganzen Tag, wie gestern auch. Ich vermisse meine Tochter, die Gespräche, ihre Nähe, einfach das Wissen, sie ist da und es geht ihr gut. Ich mache mir auch Sorgen um die Kinder, ob sie das verkraften können. Meinem Mann geht es auch sehr schlecht, aber er spricht ganz rational. Es ist wohl seine Art...

Sehr traurige Grüße,

Helga

C9omr]an


Meinem Mann geht es auch sehr schlecht, aber er spricht ganz rational. Es ist wohl seine Art...

Eine durchaus männliche Angelegenheit im privaten Kontakt. Kann ich ein Lied von mir selbst singen. Habe lange gebraucht, um mich bei meiner Frau mit solch intimen Emotionen zu öffnen. Dazu musste es erst schlimm kommen, was man keinem wünscht.

H>elRgaxK


Nein, nein, mein Mann und ich konnten in 46 Ehejahren immer ehrliche und gute Gespräche führen und ich habe das Glück, dass er ein sehr gefühlsbetonter Mensch ist und keine Scheu hat, schwierige Angelegenheiten zu besprechen.

Ich glaube, ihn trifft und schmerzt der Verlust unserer Tochter so sehr, dass er alles nur ganz sachlich sehen kann? Wir haben noch zwei Söhne und unsere Tochter war als Kind ein richtiges Papakind, das Nesthäkchen und Papas Liebling! Es ist sehr schwer für meinen Mann, er konnte auch mit ihrer Krankheit überhaupt nicht gut umgehen und das hat wiederum meine Tochter auch gekränkt, obwohl sie großes Verständnis hatte. Ehrlich gesagt tut es mir auch weh, wenn er nur über organisatorische Probleme spricht. Als ob das wichtig wäre...

CIomraxn


Ehrlich gesagt tut es mir auch weh, wenn er nur über organisatorische Probleme spricht. Als ob das wichtig wäre...

Es gibt keine Regel, wie man trauern muss. Manches mag auf Außenstehende befremdlich wirken. Aber du kennst ihn besser und weißt genau, dass er leidet (und schreibst es auch). Er flüchtet sich in die Nüchternheit, weil er die Trauer vermutlich nicht aushält. Das ist sein Weg. Er macht das nicht, um euch zu verletzen, sondern vermutlich, um die Fassung wahren zu können.

War die Beerdigung schon oder habt ihr sie noch vor euch? Ein Kerzchen für deine Tochter. :)-

HbelgaxK


Lieber Comran,

ein herzliches Dankeschön für deine Antworten!

Die Beisetzung fand letzte Woche donnerstags statt. Es war "sehr schön", so weit eine traurige Feierlichkeit denn schön sein kann.

Mein Schwiegersohn und die Stieftöchter meiner Tochter haben alles wunderschön geplant, auch mein 14 jähriger Enkel hat die Trauerfeier mitgestaltet, hat Musik ausgesucht und einen Text geschrieben. Es sind sehr viele Menschen gekommen, sogar aus dem nahen und fernen Ausland, was mich sehr überrascht hat, denn in den letzten Jahren war es meiner Tochter leider nicht gut möglich, Bekanntschaften und Freundschaften so zu pflegen, wie sie es gerne gehabt hätte. Dass so viele Leute kamen, zeigt mir, wie sehr sie geschätzt wurde und das ist natürlich ein schönes Gefühl.

Es tröstet mich aber kaum. Ich denke, wenn es die Enkelkinder nicht gäbe oder sie nicht mehr so jung wären, würde ich sicher nicht mehr an meinem Leben hängen.

Traurige Grüße,

Helga

CtomKran


Es tröstet mich aber kaum. Ich denke, wenn es die Enkelkinder nicht gäbe oder sie nicht mehr so jung wären, würde ich sicher nicht mehr an meinem Leben hängen.

Helga, es sind tiefe Wunden in eurer Seele. Es wurde euch etwas weggerissen. Wenn dir ein Bein weggerissen wurde, erwartet auch niemand, dass du nach 2 Wochen aufstehst und ein normales Leben lebst. So etwas braucht Zeit. Akut, aber auch langfristig. Und genauso wie nach einem abgerissenen Bein manche verzweifeln und glauben, dass sie nie wieder aufrecht stehen können, zweifelst du jetzt am Sinn deines restlichen Lebens.

Du darfst traurig sein. Wann sonst soll man das Recht haben, traurig zu sein, als nach so einem Verlust. :°_

Aber wenn du den Schock überwunden hast und dir irgendwann vornehmen wirst, auf die Beine zu kommen, dann wirst du das auch. Mit Monaten harter Disziplin, Übung und Rückschlägen. Vielleicht auch mit Hilfe. Die Narben werden bleiben und ein Teil von dir, aber du wirst lernen, damit umzugehen.

Das magst du jetzt alles nicht glauben, wenn ich das schreibe. Zu nah ist noch dieser Verlust. Aber ich bin mir sicher, wenn wir uns vielleicht nächstes Jahr im März noch schreiben, wirst du schon die ersten Lichtblicke sehen, wenn deine Enkel dir Freude bereiten und du mit deinem Mann wieder aus der Lethargie heraus ein paar gute Momente zulassen kannst.

Du schaffst das. Schritt für Schritt.

Magst du von deiner Tochter erzählen, welchen Namen sie trug und was sie für ein Mensch war? Oder ist das noch zu schmerzhaft und zu früh? Musst du nicht, wenn du nicht willst.

C#hou~pette]_Finniaxn


Liebe HelgaK,

ich glaube, ich "kenne" dich aus einem anderen (großen grünen) Forum?! :-)

Ich kann deinen Schmerz nicht nachvollziehen - nicht so, wie man es wohl kann, wenn man eigene Kinder hat. Dennoch wünsche ich dir mein Beileid, deine Texte gehen mir unter die Haut. Ich wünsche dir, dass du die Trauer halbwegs verarbeiten kannst und dass du deine Lebensfreude wiederfindest, dass du mit deinen Enkeln über ihre Mama sprechen kannst und ihnen - vor allem der Kleinen - erzählen kannst, wie sehr sie gekämpft hat. Deine Enkel brauchen dich jetzt sicherlich genauso sehr wie ihren Vater, vielleicht mehr.

Ich spare mir jede Floskel, denn sie macht das Leben nicht heller, aber ich wünsche dir viel Kraft und dass du nicht aufgibst. Sich auch mal treiben lassen ist okay, aber untergehen darf man nicht.

Alles Liebe. @:)

Z*wagck44


Liebe HelgaK: für Deine Tochter

Mögest Du auf Deiner Reise viele neue Freunde finden, die Führung der Engel und die Fürsprache der Heiligen (alter angelsächsischer Spruch).

HdelgoaK


Guten Morgen und danke Euch!

Meine Tochter hieß Helen und sie war eine Seele von Mensch. Es kommt mir kaum über die Lippen, "Sie war..." zu sagen, ich möchte so gerne sagen: "Sie ist...".

Sie war eine Seele von Mensch, unsere Helen. Sie war ein schüchternes Kind, das sich selbst nie viel zutraute und als junge Frau blieb sie ruhig und zurückhaltend, obwohl sie so einiges konnte und wusste. Je mehr Leute sie um sich herum hatte, wenn wir etwa als Familie alle beieinander saßen, umso stiller wurde sie. Ich sagte manchmal zu ihr: "Helen, verstecke dich doch nicht. Du hast doch auch eine Menge zu erzählen!" Da meinte sie: "Aber Mutti, ich höre doch viel lieber zu!" Ich glaube, dass sie auch deswegen von Freunden und Kollegen sehr geschätzt wurde, ihre bescheidene, liebe Art war etwas ganz besonderes.

Es war angenehm mit ihr zusammen zu sein und sie war auch eine sehr, sehr gute Mutter. Sie machte mit ihren Kindern vieles ganz anders, als mein Mann und ich es damals gemacht haben, aber die Zeiten sind heute auch ganz anders. Mein Enkelsohn ähnelt ihr sehr, er ist auch ein stiller, aber herzensguter Junge. Um ihn machte sich Helen die größten Sorgen, wie es ihm ergeht, wenn sie nicht mehr da ist. Jetzt ist sie nicht mehr da und es ist grausamer und schlimmer als ich mir vorstellen konnte. Mehr kann ich nicht schreiben, die Tränen, die Tränen.

Unglückliche Grüße,

Helga

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