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Meine Tochter ist nach langer Krankheit früh verstorben

Hce-lngaK


Ich weiß es und ich weiß es nicht, liebe SilkPearl. Mein Herz weiß es nicht!

S6ilk=Pearxl


Ich glaube es Dir, liebe HelgaK. Das ist etwas so Intimes, Persönliches und Heikles, dass Du vielleicht psychologische Hilfe brauchen wirst, um Dein armes, gebrochenes Herz davon zu überzeugen, so dass es heilen kann.

S:il*kPexarl


Da gibt es auch die andere Seite: Wie es Dir vielleicht heute gehen würde, hättest Du es über Dich gebracht und tun können, was Du 'ihr Leiden abgekürzt' nennst. Es ist gut möglich, dass Dich auch hier die gleichen Schuldgefühle eingeholt hätten. Das meine ich mit Schicksalhaftigkeit - es gibt Situationen, die einfach nicht aufzulösen sind.

Suil;kPearxl


Ich meine, nicht aufzulösen während des Geschehens. Später dann schon, auch wenn es manchmal Hilfe zur Auflösung braucht.

HTelgaxK


Liebe SilkPearl,

die andere Seite gibt es sicherlich, du schreibst kluge Worte! Für mich hat aber gerade nur unsere Seite Bedeutung, in Gedanken bin ich dabei alles aufzudröseln, was wäre gewesen, wenn man... wäre, wäre, hätte, hätte, es nützt nichts und diese Gedanken waren schon all die Monate sehr quälend und doch unnütz, aber ich kriege sie nicht aus meinem Kopf. 41 ist einfach kein Alter zum Sterben, 6 und 14 ist kein Alter um die Mutter zu verlieren. Die Ungerechtigkeit und die persönliche Ohnmacht brechen mein Herz in tausend Stücke. Ich vermisse meine Helen so sehr.

Liebe Grüße,

Helga

HrelgxaK


Ich bin so traurig. Höre ihr Lieblingslied immer und immer wieder, so viele Fragen und ein riesengroßes Loch in meinem Herzen.

S!ilkP2earxl


Liebe HelgaK,

Du bist untröstlich, und das ist nur zu verständlich. Es gibt Leiden, das nicht wegzureden ist, und wir alle fürchten uns davor, so etwas erleben zu müssen. Dass wir nicht verstehen können, ist ein großer Teil unseres Leids.

Vielleicht müssen wir uns müde "laufen", unsere Seele so erschöpft darüber werden, dass wir vor dem, was schicksalhaft geschehen ist, kapitulieren und aufhören, zu fragen, dieses quälende Warum leiser und leiser werden lassen, weil wir einfach zu müde dazu geworden sind.

Es gibt in dieser Zeit, in der akuten Trauerphase einfach keinen echten Trost. Es gibt höchstens ein Ohr, das hört, eine Schulter, die sich anbietet zum Ausweinen. Und es gibt ein ganz kleines Licht am Ende des so schrecklich dunklen Tunnels, aber das ist im Moment noch nicht wahrnehmbar für Dich.

Vielleicht kannst Du in seltenen Momenten wenigstens darauf hoffen, dass es eines Tages zu sehen ist? :°_

Cpomraxn


:°_

Ja, der Lauf der Dinge ist nicht immer gerecht. Leider.

Aber dennoch versichere ich dir, dass dieses Gefühl nicht so bleiben wird, wie es jetzt ist. Es wird vernarben und schwächer werden. Leider kann dir niemand die Zeit beschleunigen, bis es soweit ist.

H+elgxaK


Für meine Enkelkinder hoffe ich, dass es dieses Licht gibt! Ich hoffe, dass sie irgendwann wieder glücklich und sorglos sein können, auch wenn ihre Mama immer fehlen wird. Danke, SilkPearl.

Für mich teile ich deine Zuversicht, lieber Comran, jedoch nicht. Beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen, dass die Trauer um meine geliebte Tochter irgendwann nicht mehr da sein wird, dass ich mich irgendwann damit abfinden und alle Fragen ruhen lassen kann und sie nicht mehr vermissen werde. Warum sollte sich dieses Gefühl ändern? Nein, das kann ich mir nicht vorstellen.

Gute Nacht,

Helga

M{i/mikxo


Hallo HelgaK.

Was mich tröstet - soweit das überhaupt möglich ist, ist die Tatsache, dass die Welt und das Leben alles miteinander verbunden ist. In der Physik gibt es den Energieerhaltungssatz: Energie, in dem Fall deine Helen, die ihr Leben lebte und Liebe an so viele Menschen gab, geht nicht verloren, das ist unmöglich. Auch wenn deine Tochter gestorben ist, so ist die ihre Energie noch anderweitig vorhanden. Wir wissen zuwenig. Aber wir wissen, dass Helen nicht komplett weg ist sondern etwas noch hier, auf unserer Erde, ist.

Alles, was deine Tochter in ihrem Leben getan hat, jedes Gespräch, alles Inspirierende, lebt in euch allen weiter. Es ist nicht mehr Helen, die da ist, aber es sind ihre Gedanken, ihre Erziehung in den Kindern, ihr Mann mit dem sie ein Leben aufgebaut hat, und die dich zu dem Menschen gemacht hat, der du jetzt bist. Nur weil sie jetzt woanders ist, wird euch nicht alles entrissen. Sie wird immer bei euch bleiben, in einer anderen Art und Weise. Und euch natürlich fehlen, denn reale Gespräche gibt es dann nicht mehr. Aber es gibt Erinnerungen, Taten, Andenken, denn sie war eine lange Zeit (41 Jahre!) auf Erden und konnte diese Zeit die meiste Zeit auch genießen, das darfst du nie vergessen! Im vergleich sind 41 Jahre kurz, natürlich. Aber es sind auch immerhin 41 Jahre, die sie toll gelebt hat. Es war nichts umsonst. Das Leben ist leider ungerecht. Zum Leben gehört der Tod. Und leider auch diverse Krankheiten...Wie dieser blöde Krebs. Es trifft nicht viele, aber es trifft zu viele. Es ist wie es ist, und das Leben nimmt seinen Lauf. Ich wünsche dir viel Energie und Durchhaltevermögen für diese schlimme Zeit, und dass du irgendwann, wenn die seelischen Narben ein bisschen zugewachsen sind, auch ein Lächeln auf dem Gesicht hast, wenn du an lustige Zeiten mit deiner Tochter denkst. Ich bin mir sicher, so wie du von ihr schreibst, dass sie, wo auch immer und als was sie jetzt umherschwebt, möchte, dass es dir bzw. euch auch gut geht und dass ihr kämpft und nicht aufgibt. :)* Haltet zusammen und gebt euch gegenseitig Kraft, denn auch ohne menschlich präsente Helen seid ihr eine Familie.

Hvel$g3axK


Liebe Userin Mimiko,

danke für die trostspendenden Worten und dafür, dass du meine Tochter sogar beim Namen nennst! Trost spenden sie wirklich, wenngleich ich sie auch erst sacken lassen muss. Ich muss daran glauben, dass es ist, wie Du sagst und Helen in gewisser Weise immer bei uns bleibt.

Traurige Grüße,

Helga

SLilkOPearxl


Warum sollte sich dieses Gefühl ändern? Nein, das kann ich mir nicht vorstellen.

Weil die Schärfe eines Gefühls nicht dauerhaft anhalten KANN. Zumindest werden die Wellentäler, in denen man auf Grundeis geht, flacher und seltener. WENN, und das ist natürlich auch ein Punkt:

Wenn man es nicht selbst durch ständiges darüber Nachsinnen - also durch seine intensiven Gedanken - wach und nah hält. Viele Menschen wollen genau das, sie wollen nicht loslassen, meinen meist allerdings, es einfach nicht zu können.

Das am Anfang zu tun, ist (selbst)verständlich; die Trauer will und soll gefühlt und durchlebt werden. Es kann jedoch passieren, dass eines Tages ein Schock ist, festzustellen, ich habe jetzt tatsächlich an den geliebten Menschen für ein paar Stunden nicht gedacht, ihn "aus meinen Gedanken verloren". Richtig, es kann dann wieder neu das Gefühl eintreten, ihn verloren zu haben; es ist nochmals präsent, zusammen mit - meist erneuten - Schuldgefühlen, die uns zuflüstern, dass es nicht in Ordnung ist, eine Weile nicht an die geliebte Person zu denken.

Und doch IST es in Ordnung. Die Liebe bleibt ja, sie geht nicht verloren. Sie erhält ihren Platz in uns, den sie nie verlieren wird. Nur der Schmerz, dessen dauerhafte Schärfe wird sanfte in seiner Kontur. Jedoch muss man dies, wenn schon nicht wollen, so doch zulassen.

Liebe HelgaK, versprich Dir, Deiner lieben Tochter und Deinen Enkelchen vielleicht nur, offen zu bleiben für Veränderungen. Du brauchst zur Zeit nicht mehr, nur dies.

CAo>mr!axn


Liebe HelgaK, versprich Dir, Deiner lieben Tochter und Deinen Enkelchen vielleicht nur, offen zu bleiben für Veränderungen. Du brauchst zur Zeit nicht mehr, nur dies.

Wohl gesprochen. :)^ :)z

Mehr ist es nicht. Wenn die Veränderung kommt, schließe sie nicht aus. Das würde sich Helen bestimmt nicht für dich wünschen. Und bis dahin sei tapfer und geduldig. Vielleicht schenken dir deine Enkel hin und wieder ein Lachen, und du siehst darin ein Stück von ihr. Und dann lachst du - vielleicht traurig - zurück. Aber jedes noch so kleine Lächeln ist ein Schritt auf diesem Weg.

HPelgaxK


Liebe Userin SilkPearl und lieber User Comran,

danke für Euren Beistand, Ihr habt sicherlich recht.

Ich bin so traurig, es wird von Tag zu Tag schwieriger.

Liebe Grüße,

Helga

MVimJikxo


Es wird vorerst auch noch schwieriger werden. Wie sollte es auch anders sein, wenn jemand, den man geliebt hat, plötzlich nicht mehr da ist? Da ist das Alter, da sind die Umstände des Fortgehens usw. egal. Ist der Mensch weg, fehlt etwas. Und das tut weh. Das wird erst dann weggehen, wenn man sich daran "gewöhnt" hat. Das wird niemals richtig passieren, deshalb auch die Anführungszeichen, aber es wird alltäglicher, dieses neue Leben zu leben. Und erst dann kann der Schmerz nachlassen. Wann das sein wird, kann keiner sagen. Erfahrungsgemäß wird es nach einigen Monaten etwas machbarer, den Alltag zu leben, und nach einigen Jahren kann man dann auch in lustigen und schönen Erinnerungen schwelgen, ohne sofort in Tränen auszubrechen. Aber wie du siehst, das sind Dimensionen; die haben wir in diesem Thread noch lange nicht erreicht. Bis dahin musst du ausharren, zusammen mit allen, die dir nahe stehen. @:) Immer weiter den Schmerz von der Seele schreiben ist Teil der Trauerarbeit. Du machst das schon richtig so.

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