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Meine Tochter ist nach langer Krankheit früh verstorben

H#elgaxK


Meine Enkelkinder sind aus ihrem Urlaub zurück. Mein Schwiegersohn hat instinktiv die richtige Entscheidung getroffen, mit ihnen vor Schulbeginn noch einmal wegzufahren. Vor allem die Kleine hat es ein wenig abgelenkt, ich bin sehr froh. Der erste Schultag wird wahrscheinlich eine sehr emotionale Angelegenheit für uns alle, man wird noch viel intensiver spüren, dass Helen nicht da ist.

Es ist für mich auch so schlimm, weil wir eine äußerst enge, innige Beziehung hatten und uns vor allem in den letzten 15 Jahren sehr nahe standen. Als sie mit dem großen Enkelsohn alleine dastand, wohnte sie kurzzeitig wieder bei uns. Eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte, wenngleich es für sie auch nicht einfach war mit einem Säugling und ohne Partner. Aber sie hat sich nie beschwert und nur selten geklagt. Das war während ihrer Krankheit so, wie auch in schwierigen Zeiten davor.

Seit der Krebsdiagnose gab es überhaupt nur wenige Tage an denen ich sie nicht sah oder mich nicht um meine Enkelkinder kümmerte. Es ist jetzt wie ein ganz großes, schwarzes Loch, in das ich falle. Ich bin froh, dass wir morgen wieder zu meinem Schwiegersohn fahren und die nächsten Tage dort verbringen werden. Dann werden wir auch besprechen, wie wir ihn und unsere Enkelkinder weiterhin unterstützen können. Das ist sicher das einzige, was uns allen helfen kann: zusammenhalten!

Mein Mann nimmt sich leider aus allem raus, im Moment. Was heißt "leider", wenn er das Alleinsein und den normalen Alltag braucht, um nicht an der Trauer zu zerbrechen ist es natürlich richtig so. Trotzdem mache ich mir Sorgen um ihn und fühle mich auch etwas alleine mit mir selbst. Er will derzeit gar nichts hören von Helen, er braucht einfach eine Pause, was ich irgendwo auch verstehen kann.

In unserem Ort gibt es eine Trauergruppe, die sich wöchentlich trifft, aber ich fühle mich fehl am Platz zwischen all den Witwen und Witwern.

Liebe Grüße,

Helga

SdilkWPearl


Das ist sicher das einzige, was uns allen helfen kann: zusammenhalten!

Ja, liebe HelgaK. Es ist wunderbar, dass Ihr Euch habt. Du trauerst nicht allein, Eure gemeinsame Trauer schweißt Euch noch enger zusammen. Und in der Liebe zu Helen und in der zueinander lebt Deine Tochter weiter, in Euch. Und Deine Enkel haben Dich - wie gut für sie! Dass Dein Mann "anders" trauert, ist seine Art, den Schmerz zu zügeln, und ich finde es gut, dass Du Dich um Verständnis dafür bemühst.

Die von Dir benannte Gruppe scheint mir auch nicht das Richtige zu sein für Dich. Ich habe schon mal etwas von einer Trauergruppe "verwaiste Eltern" gehört. Vielleicht gibt es so etwas in Eurem weiteren Umfeld?

Liebe Grüße

SilkPearl

H/e)lgaK


Guten Abend, liebe User!

Meine Enkelin wurde gestern eingeschult, sie war sehr stolz jetzt ein Schulkind zu sein! Es war für sie Gott sei Dank ein schöner Tag, sie hatte eine Riesenfreude. Nur abends weinte sie sehr "Ich will zu meiner Mama!", es ist herzzerreißend. Für mich ist es gut, bei meinen Enkelkindern zu sein, aber innerlich geht es mir sehr schlecht.

Helen war im ganzen letzten Jahr in sehr schlechter Verfassung und sehr schwach, deswegen konnte sie bei Terminen oder Veranstaltungen der Kinder nicht mehr dabei sein. Mein Schwiegersohn oder auch mein Mann oder Sohn haben jeweils immer mit der Kamera für sie aufgezeichnet, zum Beispiel bei den Sportwettkämpfen von meinem Enkel oder Kindergartenfest von meiner Enkeltochter. Nach so einem Tag nach Hause oder ins Krankenhaus zukommen und alles in allen Einzelheiten zu erzählen und die Filme anzuschauen war ein festes Ritual. Die Kinder haben sich fast überschlagen bei ihren Erzählungen und Helen hat beim Zuhören und Ansehen der Videofilme oder Fotos gestrahlt. Gestern hat mein Mann auch Fotos gemacht und aufgezeichnet, aber es war nicht mehr für Helen! Es hat mir das Herz gebrochen! Kann nicht mehr weiterschreiben. Lg Helga

C/omrxan


Traurig, so eine Lücke im Leben. :°_

Wie kommt euer Schwiegersohn damit klar?

HIelg"axK


Auch sehr schlecht. Er macht es ausgesprochen gut mit den Kindern, aber selbst auch sehr schlecht.

HGelgasK


Ich vermisse meine Tochter so sehr und es wird von Tag zu Tag schlimmer. Wie kann man das aushalten?

CUomeryan


Wie kann man das aushalten?

Helga, du tust es gerade. :°_

Lies nochmal meinen Beitrag vom Abend des 24. August. Ich habe dir nicht versprochen, dass es in 3 Wochen wieder besser wird. Ich habe dir aber versprochen, dass du dich in einigen Monaten wieder besser fühlen wirst. Wenn der Winter überstanden ist, im Frühjahr alles wieder aufblüht. Natürlich wirst du traurig sein, dass deine Tochter nicht mehr da ist. Aber die Erinnerung an sie wird schön sein und die Traurigkeit wird Platz lassen für andere Eindrücke des Lebens.

Holt euch Hilfe, dass ihr als Familie durch diese schwere Zeit kommt. Dein Mann scheint vieles in sich zu verbergen und vielleicht kannst du mit ihm nicht so offen über den Schmerz reden (oder er nicht mit dir). Das darf nicht innerlich brennen, das muss raus. Ihr habt beide kaum Kraft und müsst euch dennoch gegenseitig stützen. Es gibt Menschen, die dabei helfen können. Ich kann dir nur empfehlen, dich mal an einen Trauerkreis über den lokalen Hospizverein zu wenden, sie werden dir dabei helfen können und für Gespräche zur Verfügung stehen. Sie helfen euch beiden, einen anderen Blick auf den Verlust zu bekommen und ihn nicht ausschließlich vom Schmerz aus zu sehen.

Und hier darfst du dich natürlich immer ausweinen, wenn dir danach ist. *:)

S'iLlkPexarl


Wie könnten wir denken, dass wir trauern, aber diese Trauer nicht FÜHLEN?

Das TAL ist zu durchschreiten, und der Weg mag unterschiedlich sein, aber er ist für den Einzelnen nicht abzukürzen.

Liebe HelgaK, Du brauchst die ganze Rüstung für den Weg: nicht nur "warme Kleidung und Proviant", sondern auch das innere Rüstzeug. Bist Du irgendwie spirituell ausgerichtet? Helfen Dir Gebete oder ein Ausrichten auf etwas Höheres, Lebensbestimmendes? Oder bist Du dem eher abgeneigt?

HielfgaK


Danke für Eure einfühlsamen Worte, lieber Comran und liebe SilkPearl!

Ich war immer religiös und bin es sicherlich noch, aber mein Glaube wurde durch die unmenschliche Leidensgeschichte meiner Tochter sehr erschüttert. Ich bete aber jeden Tag, früher betete ich um Genesung oder zumindest Schmerzlinderung für Helen, jetzt für meine Enkelkinder und dafür, dass sie jetzt keine Schmerzen mehr hat, wo auch immer sie auch sein mag.

Es tröstet mich aber nicht, es geschieht mehr aus Verzweiflung und Gewohnheit.

Liebe Grüße,

Helga

S#ilkPexarl


Liebe HelgaK,

dann ist für Dich Deine liebe Helen bei Gott - und das ist schön. :)_

L%icDhtAmHoJrizoxnt


dass sie jetzt keine Schmerzen mehr hat, wo auch immer sie auch sein mag.

Hat sie nicht.

HnelgsaxK


Meinen Enkelkindern geht es sehr schlecht und uns auch. Ich habe das Gefühl, bei ihnen kommt erst nach und nach an, dass das nun für immer so ist und die Mama nicht wieder kommt. Die kleine Enkeltochter ist erst vor kurzem in die Schule gekommen und ihr ist alles zu viel. Neulich war die Klassenlehrerin nicht da und meine Enkeltochter weinte, sie wolle zur Mama. Die Vertretungslehrerin wusste leider nicht Bescheid und versuchte sie zu trösten, in dem sie ihr sagte, die Mama würde sie nach der Schule abholen, es wären nur noch zwei Unterrichtsstunden. :°( Mein Enkelsohn macht "dicht", was mir große Sorgen bereitet. Ich denke oft: was würde Helen jetzt tun? Sie war so eine gute Mutter, sehr einfühlsam und feinfühlig.

Coomrxan


Mein Enkelsohn macht "dicht", was mir große Sorgen bereitet.

Könnt ihr den Kindern ein bisschen professionelle Gesprächstherapie zukommen lassen? Für die Zuwendung, die sie zur Zeit brauchen, habt ihr selbst sicher nicht die Kraft, denn neben dem täglichen Leben muss ja die Trauer bewältigt werden.

SLchniattti-8


Auch mein herzliches Beileid.

Der Vati meiner Cousine verstarb 2010 an Kehlkopfkrebs, zu dieser Zeit hatte seine Frau schon Brustkrebs und Lymphdrüsenkrebs.

Die Tochter (32) bekam am Tag der Einschulung Ihres Sohnes plötzlich Kopfschmerzen, ging zum Arzt, bekam eine Tablette und Spritze.

Wenig später fand ihre 10-jährige Tochter sie bewusstlos. Sie kam ins Krankenhaus und dort dachte man es wäre eine allergische Reaktion, aber wenig später befand sie sich schon im Hubschrauber da Hirnblutung. Die Schädeldecke wurde geöffnet, Gage gelegt, einen Schlauch in den Magen damit das Hirnwasser ablaufen kann...

Sie wachte wieder auf, bekam dann aber eine Lungenentzündung und musste nochmal am Kopf operiert werden, dabei muss etwas schiefgegangen sein sodass sie 6 Monate im Koma lag und dann verstarb. Ein paar Monate später verstarb ihre Mutti an Knochenmetastasen.

Wenn man sieht das andere Familien ihr Friede, Freude, Eierkuchenleben haben fragt man sich manchmal warum andere soetwas "verdient" haben.

Ctomrcan


Wenn man sieht das andere Familien ihr Friede, Freude, Eierkuchenleben haben fragt man sich manchmal warum andere soetwas "verdient" haben.

Niemand hat das verdient, aber die Launen des Schicksals sind manchmal grausam.

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