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Habe meinen allerbesten Freund verloren, ich bin am Ende

T7eresxal


Liebe Juli,

ich kann dir 100% nachempfinden und wünsche dir von ganzem Herzen Jemanden an deiner Seite, der dir ein Ohr und somit viel Kraft schenken kann :°_ @:)

Mein bester Freund verstarb vor einigen Jahren ebenfalls unverhofft, was mir sehr zu schaffen machte. In der schweren Zeit half es mir, ein kleines Tagebuch zu führen, in dem ich alles niederschrieb, was ich nicht aussprechen konnte. Als es nach einigen Monaten etwas erträglicher wurde, suchte ich dann die Gespräche zu Freunden und legte mir eine Erinnerungskiste zu, in der ich Briefe, Fotos, das Tagebuch, Musik und andere Andenken aufbewahrte. An seinem Todestag und an seinem Geburtstag versuche ich zum Grab zu gehen, zünde eine Kerze an und schwelge in den Erinnerungen. Daraus hat sich für mich ein Ritual ergeben, dass ich auch heute noch brauche, weil es meine größte Angst war, sein Gesicht/ seine Person zu vergessen.

Vielleicht hilft es dir ja ebenfalls ein kleines Tagebuch zu schreiben, um einen kleinen Anker zu haben :°_

J_ulHi-Snonnxe_


Teresal, es tut mir so leid, dass du das alles durchmachen musstest. :°_ Manchmal denke ich, der unverhoffte Tod ist das Schlimmste, was den Hinterbliebenen widerfahren kann. Doch wenn er eine schlimme Krankheit gehabt hätte, das wäre auch kaum zu ertragen gewesen.

Leider ist er 400 km von hier beerdigt. Da kann ich leider nicht so oft zu seinem Grab. Und ehrlich gesagt, im Moment könnte ich es nicht ertragen. Wir haben keine Fotos zusammen, wir waren beide keine Fans von so etwas. Leider. Am Tag, als ich zu meiner Psychiaterin gefahren bin, sah ich jemanden, der ihm so ähnlich sah und ich schrie aus Leibeskräften, ob er verrückt ist, er soll sich gefälligst eine andere Frisur auswählen. Ich dachte wirklich, die wäre nicht mehr zu sehen. Zum Glück waren die Fenster geschlossen und mir wurde klar, dass es höchste Zeit war, sie aufzusuchen.

Ich kann nicht mehr einkaufen gehen, ich kann dieses Weihnachtsklimbim nicht mehr sehen. Früher liebte ich es.

Wie lange hast du gebraucht, um den Tod deines besten Freundes einigermaßen zu verarbeiten?

TMer esal


Er hatte damals vor Ostern Leukämie diagnostiziert bekommen und erhielt im Oktober die benötigte KM-Transplantation, welche auch erfolgreich verlief. Da er damals ins Sauerstoffzelt musste, war der Kontakt leider nicht gegeben und durch die Distanz (250km) auch nicht immer jede Info sofort greifbar. Durch die Transplantation war sein Immunsystem sehr anfällig, sodass sich dann leider das Blatt von heute auf morgen wendete. Als wenn das noch nicht schlimm genug war, starb er natürlich auch noch an meinem 18. Geburtstag :-(

Ich denke, egal wie Jemand von uns geht, diese Person wird immer eine große Lücke hinterlassen. Man merkt es besonders an den Feiertagen oder an Situationen, die man gemeinsam geteilt hatte. Wichtig ist, dass man mit der Zeit verstehen lernt, dass der geliebte Mensch kein Verlust im Leben darstellt, sondern eine Bereicherung. Das braucht viel Zeit und jeder hat da individuell seine Lösung, um besser verarbeiten zu können, aber ich kann dir garantieren, dass es leichter wird.

Da es mir damals auch nicht möglich war, regelmäßig zum Grab zu kommen, habe ich mir den Geburts- & Todestag als feste Tage genommen, um ihn zu besuchen. Ich konnte damals erst nach 5 Monaten zum Grab gehen; fühlte mich dann erst stark genug. Das war dann leider nicht der Fall, weil ich da erst alles realisierte. Es hat mir aber auch sehr geholfen, etwas ruhiger zu werden und langsam zu verarbeiten. Dass du dich momentan noch nicht danach fühlst, ist nicht verwerflich. Jeder verarbeitet individuell und benötigt seine Zeit. Diese solltest du dir auch nehmen. Wenn du aber die Sehnsucht verspüren solltest, nimm dir eine Freundin oder einen Freund mit, die/der dich auffängt und mit dir noch was schönes vor Ort unternimmt. Mein Ex war mit mir zusammen auf dem Friedhof, danach waren wir noch in einem Café und haben uns von dem Bruder meines besten Freundes die Stadt zeigen lassen :-)

Hast du denn Kontakt zu seiner Familie, die dir vielleicht ein Foto von ihm zukommen lassen könnte? Du musst es ja nicht bei dir zwingend aufstellen, aber ich bin irgendwann an dem Punkt gewesen, wo ich wirklich panische Angst hatte, ihn zu vergessen. Das fing mit seiner Stimme an und hörte mit seinem Gesicht auf. Mir tat es gut dann Fotos zu haben, um mich bei Bedarf auffangen zu können.

Die Weihnachtszeit ist momentan wirklich unglücklich, aber wenn er im Januar gestorben wäre, wäre Weihnachten Monate später noch immer nicht zu ertragen. Vielleicht hast du hier eine Person, mit der du gemeinsam Einkäufe erledigen kannst?

Wie lange hast du gebraucht, um den Tod deines besten Freundes einigermaßen zu verarbeiten?

Das ist zum Glück individuell und da solltest du dir auch keinen zeitlichen Rahmen setzen. Die ersten 2 Jahre habe ich regelmäßig geweint und nach 5 Jahren waren nur noch die Zeiten vor dem Geburtstag/ Todestag schrecklich für mich. Mittlerweile sind fast 12 Jahre vergangen, habe vielleicht 1-2 Momente, wo es mir schwer ums Herz wird, aber ich erinnere mich gerne zurück. Und dahin wirst du mit großer Sicherheit auch kommen. Nutze die Zeit zum Trauern und ganz wichtig: weine.

J*uli-RSonxne_


Teresal, da hast du einiges durchgemacht und dein bester Freund auch. So eine Krankheit ist sehr, sehr schlimm und unberechenbar.

Ja, mit seinem Bruder habe ich zum Glück regelmäßigen Kontakt und er hat mir schon versprochen, ein paar Fotos herauszusuchen. Ich denke, wenn ich sie sehe, wird es noch schlimmer werden und irgendwann, so hoffe ich, wird es besser werden und ich kann über unsere lustige Zeit lachen und dankbar zurückdenken. Im Moment habe ich mich ins Schlafzimmer zurückgezogen. Mir geht es sehr, sehr schlecht und das Forum tut mir auch nicht gut.

Dir alles Liebe und viel Kraft.

TneTresYal


Verkriechen ist in deiner Situation mehr als in Ordnung, aber lasse dich nicht in ein schwarzes Loch ziehen. Das hätte er mit Sicherheit niemals für dich gewollt. :°_ Schreib, wenn du schreiben magst. Hier sind genug User, die dir zur Seite stehen werden. Alles Gute und für die kommende Zeit viel Kraft :)*

JXulaiW-Sfonn\ex_


Habe mich jetzt aufgerafft. Der Haushalt wartet und die Kleinen sind mit ihrer Oma unterwegs, das muss ich ausnutzen. Dann geht es voran und ich bin abgelenkt.

Danke für deine lieben Worte.

Jzuli-Sronne_


Mir graut es vor dem 1. Advent. Der Traum von dir geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Deiner Freundin geht es unverändert. Kein Arzt wagt eine Prognose. Du fehlst so sehr.

TMe-r(eGsal


Liebe Juli, schön, wieder etwas von dir zu lesen, auch wenn die Umstände nicht die besten sind :°_ Wie geht es dir? Konntest du dich wieder etwas mehr in den Alltag integrieren?

aen$gRel_,cQrisYe24


Hey ich weiß wie du dich fühlst ich habe vor 5 Jahren meine besten freund verloren.

Diese Reaktion war bei mir auch das ich verstummte und nur am weinen war.

Du darfst es nicht in dich rein fressen.

Ich habe knapp 5 Jahre jetzt mit nur 1 Person darüber gesprochen und merke das es falsch war.

Heute hab ich den Mut gefasst und auch ein Text hier verfasst und bin glücklich das ich gute Meinungen bekommen habe und Hilfen. Und habe den Entschluss gefasst auch in Therapie zu gehen.

Man sollte es niemanden verheimlichen auch wenn es für die kleinen schwer sein wird

Ich wünsche dir viel Kraft @:)

Jvuli-So%nnex_


@ Teresal Danke der Nachfrage. @:) Mir geht es zur Zeit sehr schlecht, wenn ich ehrlich sein darf. Er fehlt mir jeden Tag mehr. Der Tag, an dem wir uns wiedergesehen hätten, rückt immer näher.

Am 12.11. war der 3. Todestag meines Bruders, der sich erhängt hatte.

Am 13.11. starb meine Freundin

Am 14.11. Wäre mein Vater nachts fast erstickt. Er hat Wasser im Herzen. Und auch, wenn unser Verhältnis sehr schlecht ist, war ich geschockt. Zudem hatte mein Sohn gestern Firmung.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich panische Angst vor dem heutigen Tag.

@ angel_crise24 Mein herzlichstes Beileid für dich. :)- Wie geht es dir nach fünf Jahren? Ist der Schmerz dann immer noch so brennend im Herzen und schmerzhaft an der Seele und der Magengegend? Ich weiß nicht, wie ich das verarbeiten soll. Wird es besser oder hört der Schmerz niemals auf?

J.uliK-Sonxne_


Es geht mir immer schlechter. Die Dosis meiner Beruhigungstabletten wurden mir vor wenigen Tagen erhöht. Ich nehme Mittel gegen Übelkeit ein. Und es wird immer schlimmer.

Ist das noch normal? Ich dachte, es würde mit der Zeit leichter werden.

JGulmi-S[onvnxe_


Habe nun die Tabletten reduziert. Es fließen jetzt mehr Tränen aber ich denke, das steht mir auch zu. Deiner Freundin wünsche ich nur das allerbeste. Sie muss eine liebe Seele sein, was ich von deinem Bruder gehört habe.

Jetzt hätten wir uns fast wieder getroffen. Ich bin so froh, dass mein Freund an meiner Seite ist und steht, ich wüsste nicht, wie ich das ohne ihn und ohne die Kinder aushalten könnte.

Hoffentlich geht es dir gut. Ich denke jede Stunde an dich (meist öfter, ehrlich gesagt.)

J)uli7-Sxonne_


So, nun bin ich an der Hälfte der Tabletten, die ich nehmen sollte,angelangt. Und ich spüre, wie schlecht es mir geht. Aber mir ist das Risiko zu hoch, Probleme mit den Nieren zu bekommen. Mein Hausarzt ist sauer geworden, als er gehört hat, was sie mir verschrieb.

Ach Ronny, alles ist so anstrengend. Ich bekomme nichts mehr auf die Reihe. Meine Kraft neigt sich dem Ende entgegen. Bin dauermüde, dank der kleinen Püppi neben mir, die Nachts keine Lust zum Schlafen hat.

J^uli[-Sonn^ex_


Hallo Ronny,

habe mich lange nicht mehr getraut, dir zu schreiben.

Wie geht es dir da oben? Geht's unserem Sternchen gut? Wie geht's meinen anderen Sternchen und meinem Bruder?

Danke für die schönen Träume, die du mir schickst, wenn ich einfach nicht mehr kann und nicht mehr weiter weiß. Es tut so gut und am liebsten möchte ich in diesen Träumen gefangen bleiben. Du lebst, unser Sternchen lebt. Mein Freund ist bei mir und meine Kinder sind so gut drauf. Gut, dass sind sie zum Glück seit längerem. Wie du sicher gesehen hast, habe ich versucht, mein Leben zu ändern.

Nehme mir mehr Zeit für die Kleinen, dafür kommt eben weniger Geld in die Kasse, aber ausgeglichene Kinder sind mir wichtiger. Und wenn doch unvorhergesehene Arbeit dazwischen kommt, kann ich sicher sein, dass eines oder beide Kleine sicher wieder irgendetwas anstellen. Habe mir meiner Psychiaterin gesprochen, weil ich sowieso einen Termin dazwischen gebraucht habe und sie meinte, ich solle mich nicht verrückt machen lassen, in diesem Alter sind viele Kinder so und testen sich aus. Es läge nicht an mir, sondern an ihrem Temperament. Hatte beide bei dem Termin dabei und sie waren beide sehr lieb. Ich solle versuchen, dass gelassener zu sehen.

Nur fühle ich mich immer mehr sterbensmüde. Nicht todmüde, sondern sterbensmüde. Ich hoffe, dass es nur am Schlafmangel liegt. Könntest du mal dafür sorgen, dass die Zwergin nicht erst gegen Morgen einschläft? Ich würde meine Mutter zu gerne mal fragen, ob die kleine 1 oder 2 Nächte bei ihr schlafen dürfte, aber sie hat selbst wegen Vater genug Sorgen.

Du fehlst mir so sehr. Jeden einzelnen Tag. Und deiner Freundin geht es unverändert. Auch an sie denke ich ständig und habe ihr heute, nach dem Arzttermin, eine Kerze in der Kirche angezündet, in der Hoffnung, dass Gott endlich mal merkt, dass er uns genug aufgebürdet hat und wenigstens ihr helfen könnte. Ich bete für sie.

Manchmal denke ich, dass mit dir auch ein Teil von mir gestorben ist. Seit jenem Tag lebe ich nicht mehr, ich existiere nur noch. So wie nach dem Tod von meinem kleinen Tim.

Hab dich lieb, für immer. Freue mich auf unser Wiedersehen, wann immer das auch sein mag. @:)

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