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neue Beziehung nach tod des partners?

C`exlima hat die Diskussion gestartet


Ich kam letztens mit einer Freundin darüber zu sprechen , und habe mir vor einer Weile auch mal den Satz "...bis das der Tod euch scheidet" nachgedacht , weshalb ich jetzt folgende Frage stelle.

Findet ihr es in Ordnung nach tod des partners nochmal eine Beziehung einzugehen? Also ich meine wenn es wirklich der/die eine War, kann man dann tatsächlich nochmal so lieben? Es ist villeicht eine merkwürdige frage da ich polyamore veranlagt bin , aber mir geht es genaueres darum ob ihr es als betrug am partner seht? Manche sagen ja das leben geht weiter, aber z.b eine freundin sagte mir "wenn mein freund sterben würde dann will ich niemanden mehr, entweder er oder garkeiner", sie würde lieber in kauf nehmen für den rest ihres lebens alleine zu leben .Mich würde halt interessieren welche Seite mehr vertreten wird. Jeden Tag versprechen sich Leute, sich zu lieben und Ehren, bis das der Tod sie scheidet, aber warum nich "für immer und ewig"?

Lg

Antworten
uVnop7enedl"e,tterxs


Ich kann aus meiner familiären Sicht berichten, dass mein Vater sich nach dem Tod meiner Mutter irgendwann neu orientiert hat. War für mich als Tochter absolut nicht einfach, aber neutral betrachtet absolut richtig. Ich finde, das hängt vllt vom Alter ab, mit 70 oder älter würde ich mir wohl keinen neuen Mann mehr suchen. Aber wenn man noch nicht so alt ist, will man doch nicht den Rest seines Lebens alleine verbringen.

Jeori


Es gibt Menschen, die bilden sich ein, sie können einfach nicht allein sein. Die haben meist schnell wieder einen neuen Partner, sei es nach einer Trennung oder nach dem Tod des Partners. Das ist ebenso richtig, wie wenn ein Mensch sagt, er/sie war DIE Liebe meines Lebens, da kommt nun nichts mehr nach.

Ich persönlich finde: es kommt, wie es kommt. Wenn nach einer Trennung oder dem Tod meines Partners -irgendwann- mal jemand kommt und ich bin bereit für eine neue Beziehung, dann werden wir das merken.

Und ich glaube, dass es weder funktioniert, zu sagen "nie wieder" noch "ich suchemir jetzt einen". Ich denke, es passiert dann einfach.

Nqordix84


Meiner Meinung nach muss die Liebe zu einem neuen Partner die Qualität der Beziehung zum verstorbenen Partner nicht unbedingt schmälern. Ja, der Verstorbene kann die Liebe meines Lebens gewesen sein, das heißt aber doch nicht das ich deswegen bis zum Ende allein bleiben und in Trauer versinken muss. Sicher vergeht einige Zeit in der einem der Sinn nicht nach sowas steht, aber sollte man wirklich sein Leben lang alleine bleiben wenn der Partner unter blöden Umständen mit Mitte 30 stirbt ? Mit 60 oder 70 (und nach 30 oder 40 Jahren Beziehung) ist es wieder was anderes, aber in jüngeren Jahren ?

Ich weiß es nicht, ich würde mit Sicherheit nicht sagen "so, zwei Jahre getrauert, jetzt schau ich mal was es für andere Frauen gibt" aber wenn einem irgendwann zufällig die passende Frau über den Weg läuft, wieso nicht ? Meine Freundin und ich haben auch schonmal über dieses Thema geredet und für uns ist bei aller Liebe klar das der Hinterbliebene ruhig irgendwann wieder eine Beziehung haben dürfte wenn der andere stirbt.

Ich möchte allerdings trotzdem ausgestopft und mit mahnendem Blick aufs Sofa gesetzt werden wenn ich der Verstorbene bin. ;-)

S[chmqidtix70


Ich glaube, das kann man weder in die eine noch in die andere Richtung planen...

In unserem Bekanntenkreis gibt es gerade ganz frisch eine 45jährige Witwe... :°_ Der würde ich sehr wünschen, dass sie irgendwann einen neuen Partner findet. Und ich denke nicht, dass man den Anderen dann ersetzt oder austauscht...Und dann kenne ich eine 70jährige, die nach dem Krebstod ihres Mannes, mit dem sie eine lange Ehe geführt hat, noch einem einen neuen Partner gefunden hat. Die ist so aufgeblüht und genießt das Leben gerade noch einmal in vollen Zügen, was ich ihr von Herzen gönne... :)_

Es kommt, wie es kommt...Sollte mir ein frühes Ende beschieden sein, hoffe ich schon, dass mein Mann auch noch einmal mit einer neuen Partnerin glücklich werden könnte... :)z

CVomraxn


Ich glaube, die besten Vorsätze und Pläne werden vom Leben ohnehin über den Haufen geworfen. Wer nicht in der Situation ist, einen geliebten Partner verloren zu haben, der kann sich jetzt alles mögliche darunter vorstellen. In der Trauer vielleicht dann auch denken: ich bleibe immer allein. "Suchen" kann man den idealen Nachfolger ohnehin nicht. Aber man kann sich öffnen und nichts ausschließen.

Solche Vorsätze zu guten Lebzeiten zu treffen ist immer so eine Sache. Man sollte sich sicher nicht unter Wert verkaufen und keinen Parter auf-Teufel-komm-raus suchen, um bloß nicht allein zu sein. Aber wenn sich die Gelegenheit ergibt und das Herz einen neuen Menschen hineinlassen kann, warum nicht?

Ich finde, das hängt vllt vom Alter ab, mit 70 oder älter würde ich mir wohl keinen neuen Mann mehr suchen.

Mein Vater ist mit 78 Jahren ein halbes Jahr nach dem Tod meiner Mutter völlig überraschend mit einer anderen Frau zusammengekommen. Es fühlt sich ungewohnt an, aber ich bin sehr froh, dass er nicht allein ist.

h'atsc7hipxu


sie würde lieber in kauf nehmen für den rest ihres lebens alleine zu leben

Das sagt sich immer leicht, wenn man nicht in der Situation ist.

Ich hätte kein Problem damit allein zu bleiben, also bräuchte nicht zwanghaft einen Partner um nicht einsam zu sein. Aber ich würde mich wahrscheinlich auch nicht sperren, wenn sich irgendwann wieder was entwickeln würde. Umgekehrt würde ich von meinem Partner auch nicht verlangen für immer allein zu sein.

AAnnikOaHaan&19x92


Jeder hat doch ein Recht auf einen weiteren Partner - Partnerin.

Er oder Sie und sonst Keine - Keiner, das ist sehr "Eng" gedacht.

Auch sollte jeder für sich entscheiden, wieviel Zeit und Abstand, Er/Sie zwischen den Verlust und einen Neuanfang braucht.

Ebenso ist ein Neuanfang KEINE Frage des Alters.

EmhemalJiger mNutzerj (#528x611)


Ich bin ein Fan vom Trauerjahr.

Es pikiert doch ziemlich wenn jemand, der vor 6 Monaten erst seine Frau nach langem Krebsleiden verloren hat plötzlich mit der Neuen zusammenzieht, alle Bilder von der Wand nimmt, die gemeinsamen Andenken wegwirft und stieselig gegen jede Frau wird, außer gegen die eigene neue...

Genau SO erst vor 2 Jahren im Bekanntenkreis erlebt.

Die waren 40 Jahre verheiratet, und keine 2 Monate nach Tod der Frau schon die nächste zu sitzen haben. Pft. Ganz ehrlich und bei allem Respekt: wer es mit Not schafft Monate oder weniger zu überstehen, der liebt nicht sondern hat Angst vorm alleine sein

Und das ist nicht die einzige seltsame Story im Bezug auf den Tod des Ehepartners, die ich erleben durfte.

Ich halte es so, dass ich mir keinen anderen neben mir vorstellen kann und will als den Mann, mit dem ich zusammen bin.

Aber ich gönne ihm jedes Glück. Sollte mir was passieren würde ich mich freuen, wenn er nicht verbittert und depressiv im Loch versinkt, sondern eine liebe Frau findet, die gut zu ihm passt

L_ilja14evexr


mein Vater ist gestorben da war ich 15 und meine Mutter 45... sieben Jahre später mit 53 hat sie dann einen neuen Partner gefunden und ich und meine Schwester gönnen es ihr von Herzen.

Sie selbst sagt aber auch es ist in keinem Fall mit dem Mann vergleichbar der ihr eine Familie geschenkt hat und mit dem sie sich ihr Leben aufgebaut hat. Auch wenn ich objektiv dass Gefühl habe dass die beiden von den interessen her besser zusammen passen. Trotzdem bin ich froh dass sie jemand hat mit dem sie ihre Wochenenden verbringen und reisen kann. Mein Vater ist tot und nicht sie.

Bgur3gmaxn


In im Freundeskreis haben wir so einen Fall: Mann ist vor ca 10Jahren gestorben und die zurückgebliebene Witwe ist heute noch wie geschockt. Ein anderer Partner kam von Anfang an, also nach dem Tod ihres Mannes, niemals in Betracht. Mittlerweile ist sogar in psychischer Behandlung, vergeht in Selbstmitleid und schottet sich ab. Ich habe immer gesagt, eine neuer Partner würde ihr gut tun. Bringt sie evtl. wieder ins Leben zurück.

Der Mensch ist dafür geschaffen allein zu leben. Und warum nicht sollte sich jemand, der den Partner verloren hat, irgendwann, vielleicht nicht gleich 4 wochen nach der Beerdigung, neu orientieren. Wenn es passt, profitieren oft sogar beide davon.

Ich denke aber auch, dass Männer in so einem Fall generell unkomplizierter denken. Mag wohl auch daran liegen, dass sie gerne bequem sind und die Frauen oft fürs Socken rauslegen, kochen, Wäsche richten usw. brauchen.

Frauen hingegen brauchen hierfür idR niemanden. Wenn sie sich auf einen neuen Partner einlassen, hat das meist andere Hintergründe.

BLurvgDmxan


edit: Der Mensch ist nicht dafür geschaffen allein zu leben

B.e*rberXitzxe1


Liebe Benutzerin005,

ich finde es ziemlich anmaßend, wie Du über das Verhalten eines anderen urteilst.

Du schreibst selber: "Nach langem Krebsleiden". Da kann es gut sein, dass er sich schon länger von seiner Partnerin verabschiedet hat und nur auf die "Erlösung" gewartet hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass er sie geliebt hat, trotzdem hat ihm sicher etwas über lange Zeit gefehlt. Wenn dann nach zwei Monaten die "Richtige" vorbeikommt, gönne ich den Beiden alles Gute auf der Welt.

Jeder lebt sein Leben und ich finde es ein Unding, dies an fremden Moralvorstellungen messen zu wollen.

Gruß, Berberitze

Jkuli-mSonnex_


Das soll jeder so machen, wie er möchte. Mein Onkel hatte 4 Monate nach dem Tod seiner Frau schon wieder eine Neue. Mein Vater sagt auch, er würde eine Frau brauchen, da er im Haushalt alleine nicht zurecht kommen würde. Das ich ihm helfen würde, ist ihm da egal.

Wenn mein Partner nicht mehr leben würde, könnte ich es mir nicht vorstellen, irgendwann wieder Gefühle einem anderen Mann gegenüber zulassen zu können. Er ist für mich der Richtige und keiner könnte ihn ersetzen bzw. könnte ich es mir nicht vorstellen, dass ich noch einmal so eine Liebe empfinden könnte. Ich würde dann wohl alleine bleiben.

d:espeUntxes


Danke Berberitze, das wollte ich auch gerade schreiben.

Wenn ein Tod sich so lange ankündigt, dann fängt die Verarbeitung ja schon vor derm eigentlichen Sterben an.

Aber selbst wenn nicht: Es steht niemandem zu über das Verhalten von Hinterbliebenden zu Urteilen. Ein Tod ist immer Ausnahmesituation!

Ich finde es eher schade, wenn der hinterbliebene Ehepartner dann bis zum Ende seines Lebens alleine bleiben muss.

Meine Oma ist mit 54 verwitwet und blieb danach 36 Jahre - bis zum Tod - alleine.

Zwei Freundinnen / Bekannte meiner Eltern, ebenfalls verwitwet mit Anfang 50. Beide sind über 70 und haben keinen neuen Partner. Das ist doch furchtbar!

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