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neue Beziehung nach tod des partners?

LSottex0407


Mein Partner hat sich- nach langem und schwerem Weg- dazu entschlossen eine neue Beziehung einzugehen und eine Familie zu gründen. Er war aber auch noch sehr jung und wäre andernfalls Jahrzehnte allein geblieben. Heute könnte man sich nicht vorstellen, was er durchgemacht hat, er hat wieder viel Lebensfreude.

Einfach ist das alles nicht und man sollte darüber wirklich nicht urteilen.

Craram!ala x2


Ob der Mensch dafür geeignet ist alleine zu leben oder nicht? Ich kenne welche, die können das gut, haben so viele eigene Interessen, dass sie nicht verbittern oder gar unumgänglich werden. Auch wer sich mit seinen Interessen zurückzieht, kann ein weltoffener Mensch sein.

Aber es gibt auch welche, die können und wollen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht alleine sein und da ist eine Partnerschaft eine feine Sache.

Ausschließen sollte man aber nichts, denke ich. Man kann alleine bleiben, man muss es aber nicht.

i%nOsigxht


Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn jemand sich nach Tod des Partners wieder mit jemandem zusammentut.

Dies war bei meinem Vater so, bei meinem Bruder und bei mir selbst.

Mein Vater war 71, als seine Frau überraschend an Krebs starb. Er hat - ich weiß nicht, wann genau - mit einer alten Jugendliebe Kontakt aufgenommen. Jeder wohnte in seiner eigenen kleinen Wohnung. Sie sind zusammen in Urlaub gefahren und haben auch zu meines Vaters Kindern eine feste Beziehung aufgebaut. Ihre Kinder dagegen haben wir, die Kinder des Mannes, nicht kennen gelernt. Wir Kinder waren, da wir alle nicht in der Stadt meines Vaters wohnten, sehr froh über die Entscheidung meines Vaters.

Mein Bruder hat vor einigen Jahren mir ca. 40 Jahren seine Frau durch Selbstmord verloren. Zufälligerweise hat er später eine andere Frau kennen gelernt. Beide hatten jeweils ein Kind und wohnen seit langen Jahren in einem gemeinsam gekauften Haus, obwohl sie nicht neu geheiratet haben. Auch das finde ich gut.

Und mir selbst ist es vor fünf Jahren im Alter von 53 ähnlich ergangen. Ich muss zugeben, dass nach dem Tod meiner Frau durch Krebs nicht viel Zeit vergangen ist, bis ich mich mit einer Arbeitskollegin zusammengetan habe (die fast zeitgleich ebenfalls ihren Freund durch Tod verloren hatte), aber das lag wohl an meinem Charakter und war weniger eine bewusste Entscheidung. Meine Partnerin und ich wohnen - wie mein Vater - in verschiedenen Wohnungen.

Ich jedenfalls habe aber irgendwie nicht meine Frau durch eine neue Partnerin ausgewechselt. Auf meinem Handy und in meiner Wohnung habe ich Fotos von meiner Frau, aber kein einziges von meiner Partnerin, an die ich täglich denke.

Alles in allem plädiere ich für einen neuen Partner, auch wenn es immer auf die Umstände ankommt ...

ibnsPight


P.S.

Ich denke, dass man selbst seinem Partner es wohl nicht übel nehmen würde, wenn er nach dem eigenen Tod versucht, das Beste aus seinem Leben zu machen, einschließlich eines neuen Partners. Ich denke, etwas anderes wäre nur Egoismus.

R%helixa


Wie ich handeln würde, wenn mein Mann stirbt kann ich jetzt noch nicht sagen. Daran denken möchte ich keinesfalls, denn er ist "der Eine" für mich. Einen anderen Partner könnte ich mir aktuell nicht vorstellen. Allerdings kann ich heute nicht ausschließen, was in 10 oder 15 Jahren sein würde, sollte ich jetzt in jungen Witwe werden.

Andererseits, sollte ich längere Zeit vor ihm sterben, würde ich mir für ihn schon eine neue Partnerin wünschen. Auch wenn der Gedanke jetzt sehr weh tut, möchte ich trotzdem nicht, dass er alleine bleibt.

Ich wüsste genau, er käme auch alleine zurecht. Aber die Vorstellung, er fristet sein Leben alleine, er macht all die Dinge die wir so gerne gemeinsam unternommen haben, alleine....auch das tut weh.

Ich denke, dass eine erneute Partnerschaft einen anderen Stellenwert hat. Keinen schlechteren, aber einen anderen.

iWnsigLhxt


Korrektur:

Auf meinem Handy und in meiner Wohnung habe ich Fotos von meiner Frau, aber kein einziges von meiner Partnerin, an die (also, meine Frau) ich täglich denke.

MNiaQaxuu


Auf meinem Handy und in meiner Wohnung habe ich Fotos von meiner Frau, aber kein einziges von meiner Partnerin, an die (also, meine Frau) ich täglich denke.

Warum ist das so, wenn ich fragen darf? Du musst ja die Fotos deiner verstorbenen Frau nicht wegräumen, aber du könntest von deiner Neuen doch auch welche aufstellen?

Mein Mann und ich sind sehr jung und erst wenige Jahre verheiratet. Ich möchte gar nicht darüber nachdenken. Ich glaub, ich würde dann auch nicht mehr weiterleben wollen .... :°(

kqlein0er_drach{enstexrn


Niemand, dem so etwas nicht schon passiert ist, sollte sich anmaßen, über andere zu urteilen!

Und Aussagen wie die von Benutzerin 005 machen mich so richtig wütend!

Ich war 32 als mein Partner verstorben ist und musste mir ständig von irgendwelchen Leuten solchen beleidigenden Mist anhören, die der Meinung waren, ich würde nicht genügend trauern und hätte meinen Partner ja gar nicht geliebt, weil ich nicht so getrauert habe wie sie es für richtig empfunden haben. :-X

Dei einen haben sich daran gestoßen, dass ich gleich wieder arbeiten gegangen bin, die anderen, dass ich nicht ständig schwarz getragen habe, die nächsten fanden es unmöglich, dass ich ausgegangen bin, die nächsten, dass ich zu viel allein zu Hause war.

Im Endeffekt hat mich niemand gefragt, was für mich richtig wäre, wie sie agieren...

Ich habe damals im KKH Angehörige anderer Patienten kennengelernt, deren Partner seit Jahren krank waren, die alle Ups and Downs mitgenommen hatten, Hoffnung, Verzweiflung, ein endloses Leben am Krankenbett, das geht so an die Substabz, das kann sich niemand vorstellen. Wenn der Patient dann stirbt ist es schrecklich, völlig klar, aber für viele auch eine unendliche Erlösung. Die Verabscheidung fand da schon ganz lange statt, der Tod ist nur der Schlußpunkt.

Warum sollte man also nicht realtiv kurz nach dem Schlußpunkt bereit zu Neuem sein?

Die Liebe wurde ja wohl ausreichend dadurch bewiesen, dass man das alles zusammen durchgestanden hat und der Verstorbene hat nichts davon, dass man um ihn trauert :=o .

Ich habe schon sehr lange wieder eine Beziehung, in der mein verstorbener Partner natürlich auch Teil ist, der ist ja nicht weg, nur weil er tot ist...

In ein paar Jahren läuft der 2. Vertrag für das Grab aus, dann werde ich es aufgeben, aber den Grabstein in unseren Garten karren, mein Freund hat damit kein Problem.

MIiaxauu


Niemand, dem so etwas nicht schon passiert ist, sollte sich anmaßen, über andere zu urteilen!

:)= ganz genau! Trifft auf alles im Leben zu.

Viic[to.riablxue21


Also ich selber bin noch sehr jung und kann nicht aus persönlicher Erfahrung sprechen, aber hier mal ein Beispiel aus meiner Verwandtschaft:

Meine Oma verstarb vor über einem Jahr, da war sie 78 Jahre alt. Sie verstarb an Krebs, mein Opa hat bis zum Schluss alles für sie getan und sich gekümmert. Sie waren verheiratet seit sie ca. Mitte 20 waren. Obwohl es immer wieder Reibereien gab war der eine für den anderen jeweils wohl DIE Liebe des Lebens.

Nun hat mein Opa eine Frau kennengelernt. Sie ist etwas jünger als er und ist auch verwitwet. Ihr Mann hatte jahrelang Krebs und sie hat ihn gepflegt bis er starb. Die beiden haben also ähnliches durchgemacht.

Nun haben sie sich also kennengelernt und sind "zusammen". Dieses "zusammen" setze ich deshalb in Anführungsstriche, da es nicht mit dem vergleichbar ist, was man in der Jugend darunter versteht oder auch später. Der neue Partner ist für beide in keinster Weise vergleichbar mit dem verstorbenen Ehepartner. Und es geht jetzt auch nicht darum, etwas vergleichbares zu finden oder zu leben. Sondern sie haben sich dazu entschieden, nicht allein zu sein, sondern die restliche Zeit ihres Lebens zusammen zu verbringen. Sie unternehmen viel und verstehen sich sehr gut, wie weiterhin genauer ihre Beziehung abläuft kann ich nicht sagen und das ist auch deren Privatsache glaube ich :-D

Jeder von ihnen hat eine eigene Wohnung und Familie, ein eigenes Leben.

Außerdem gab es zwischen meinen Großeltern eine Art Vereinbarung, soll heißen sie waren sich beide einig, dass der der "zurückbleibt" nicht bis zum Lebensende allein sein will bzw. nicht allein bleiben muss.

Damit will ich sagen: man kann das was mein Opa jetzt hat in keinster Weise mit der Ehe mit meiner Oma vergleichen, das ist nicht möglich und darum geht es nicht. Aber er wollte nicht allein sein und darum verbringt er jetzt den Rest seines Lebens mit der anderen Frau, aber zusammenziehen werden sie auch nicht.

Es kommt bestimmt sehr auf das Alter an, aber auch bei meiner Tante(deren Mann mit 40 Jahren verstarb), gibt es bis heute nichts vergleichbares, weil er die Liebe ihres Lebens war. Trotzdem hatte sie nach 9 oder10 Jahren wieder jemanden.

Aber es gibt bestimmt ganz verschiedene Geschichten und auch Einstellungen von Leuten dazu,

Dkiee SehIerin


ich weiß für mich, dass ich nie wieder so lieben könnte, wie ich meinen mann liebe! aber die betonung liegt auf dem so!

auch, wenn ich mir nicht vorstellen kann, nach ihm - ich hoffe ja sehr, dass ich als erste gehen darf - nochmal einen mann nah an mich heranzulassen, würde ich das nicht ausschließen. nur wäre das eine andere art der liebe... was allerdings für diesen partner bestimmt auch nicht leicht wäre?

ganz davon abgesehen finde ich es zwar schade, wenn jemand nach dem tod des partners alleine bleibt, aber nicht furchtbar! meine schwiegermutter hat vor fast 20 jahren ihren mann verloren und er war ihr erster mann im leben und sollte es auch bleiben. sie hat es nie für sich ausgeschlossen, hat aber einfach keinen mann getroffen, in den sie sich hätte verlieben können. aber ein langweiliges, einsames oder schlechtes leben führt sie deswegen nicht. sie ist eine vollblut(ur)oma, ist ständig unterwegs und genießt auch ihre wohnung für sich alleine...

... also alles kann, aber nichts muss!

L[eniK@rueg/exr


Ich sehe da auch absolut keine "richtige" oder "falsche" Vorgehensweise. Ich denke mal, wenn mein Partner jetzt sterben würde, würde ich schon noch einen oder auch mehrere Partner haben, ich bin schließlich erst 20. Ob da irgendwas auch nur annähernd vergleichbares dabei wäre, wie mit ihm, kann ich vom jetzigen Standpunkt natürlich nicht sagen. Jetzt scheint es, als könnte es keinen anderen geben, da er "der eine" ist, aber vielleicht gibt es ja auch eine schöne Zeit mit einem anderen? Anders, aber trotzdem gut?

Andererseits kenne ich auch eine, die mit Ende 20 ihren Partner verloren hat und dann in ein Kloster eingetreten ist, da sie sonst keinen anderen Sinn sah. Warum auch nicht, sie scheint damit glücklich zu sein. Was steht es mir da zu über ihren Lebensweg zu urteilen, ihn als "furchtbar" oder was auch immer zu betiteln?

Mein Vater hatte in den letzten 14 Jahren schon diverse Frauen. Mache blieben nur über Nacht, manche ein ganzes Jahr, aber eine für ein ganzes Leben hat er noch nicht gefunden. Ich würde mich für ihn freuen, wenn er sie doch noch findet, aber auch wenn nicht, am meisten wünsche ich ihm, dass er so wie er lebt glücklich ist. Nur weil er erst 53 ist, ist es nicht traurig, wenn er doch niemanden findet, der ihm dauerhaft die Socken rauslegt.

Letztlich muss das doch jeder, sollte er mal in die Situation kommen, was ich niemandem wünsche, selbst entscheiden wie es sich für einen selbst richtig anfühlt.

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