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Völlig unfähig, mit dem Tod umzugehen

S?ilkPexarl


Mich wundert, dass Du nur Antworten von denen möchtest, die den Tod gleichermaßen wie Du fürchten - tröstet das denn wirklich, mit anderen über dieselbe Angst zu reden? Schürt das nicht nur die sowieso schon vorhandene Hoffnungslosigkeit?

rYoom_lesSsplxace


Mich wundert, dass Du nur Antworten von denen möchtest, die den Tod gleichermaßen wie Du fürchten - tröstet das denn wirklich, mit anderen über dieselbe Angst zu reden? Schürt das nicht nur die sowieso schon vorhandene Hoffnungslosigkeit?

SilkPearl

Nein, das ist dann sowas wie -geteiltes Leid ist halbes Leid-. So ähnlich jedenfalls...

Alles andere, was hier bisher geschrieben wurde, hilft mir nicht. Das kenne ich schon alles.

Auch dieses -da kommt rein gar nichts und vor gar nichts braucht man sich nicht fürchten- hilft mir nicht, denn gerade auch vor -gar nichts- fürchte ich mich.

Todesängste habe ich auch vor Vollnarkosen, GERADE wegen dem Garnichts.

Ich hatte schon Vollnarkosen und könnte das nie wieder, seit ich weiß, wie sehr es GARNICHTS dort gibt, kein Traum und nichts. Ich habe oft sogar Angst vorm Einschlafen. Ich habe vor allem Angst, wo mein Bewußtsein sich trübt und ich die Kontrolle hergeben muß. Nichtmal eine Beruhigungstablette traue ich mich...

Und nein, Therapien halfen da auch nicht.

yRukumxu


Die beste Möglichkeit, den eigenen Tod zu akzeptieren, ist, wenn es einem Menschen gelingt, zu leben.

Wie es einem Menschen gelingen kann, gelebt zu haben - das würde hier den Rahmen sprengen.

Canetti ist einer von nicht mal so wenigen Autoren, die sich zeitlebens gegen den Tod aufgelehnt haben.

Marcel Reich-Ranicki spricht kurz vor seinem Tod in einem Interview davon, dass man sich mit dem eigenen Tod nicht versöhnen kann.

Ich habe Menschen gesehen, die sich damit versöhnen konnten.

Ich bin überzeugt davon, dass das eigene Leben zu leben, zumindest es leichter macht, villeicht sogar auch möglich, den eigenen Tod zu akzeptieren.

Sein Leben nicht zu leben kann nicht nur dazu führen, dass man den Tod sehr fürchtet, sondern es kann auch dazu führen, dass man eine Hypochondrie entwickelt.

Man hat ja bis heute nicht gelebt, man verschiebt das Leben dann oft unbewusst auf eine undefinierte, vage Zukunft und jede ernsthafte Erkrankung würde dann diesen "Plan" durchkreuzen. Man würde dann seinem Ende entgegensehen müssen, ohne gelebt zu haben.

Keine Fluchtmöglichkeit mehr in eine noch mögliche Zukunft. Nichts. In der Rückschau: Nicht gelebt. Beim Blick in die nun vielleicht nur sehr kurze, verbleibende Zeit?

Das kann eine enorme, permanente, nicht aussetzende Angst verursachen, die die Menschen dazu bringt, sich ständig zu beobachten, jede, noch so kleine Veränderung am Körper als eine mögliche Bedrohung wahrzunehmen.

Außenstehende machen sich manchmal lustig über Hypochonder, aber diese Menschen oder zumindest viele von ihnen leben in einer Art ständiger Bedrohung.

J2oZri


TestARHP hat das sehr schön beschrieben. Das Leben ist jetzt und hier, der Tod ist morgen und irreal. Niemand weiß, was morgen ist. Wir können vieles planen, uns vornehmen, uns ausmalen, aber wirklich wissen werden wir es erst, wenn das Morgen zu Heute, zum hier und jetzt wird.

Der Tod ist das Unbekannte und das Unbekannte macht Angst. Soweit völlig normal. Nicht normal ist die Art und Weise, wie Deine Angst vor dem Tod Dich in Deinem Leben behindert. Die kostbare Lebenszeit ist zu schade, um in Angst vor dem Unbekannten und Unvermeidbaren zu leben.

Und wie Comran schreibt, kann der Tod eben auch Erlösung sein. Als meine Eltern ganz kurz hintereinander starben, schien sich meine Welt aufzulösen. Es war ein schrecklicher Schmerz und das Gefühl, nie mehr im Leben Fröhlichkeit, Leichtigkeit und Glück empfinden zu können. Aber es ist wirklich so, es geht weiter. Es ist jetzt ein paar Jahre her und ich denke jeden Tag an sie. Ab und zu überwältigt mich der Schmerz, aber ich lebe mein Leben. Und ich lebe es bewusster.

Du solltest nicht versuchen, Dir "das Wegsein", sondern Dich auf das Dasein zu konzentrieren. Vielleicht mit professioneller Hilfe. Es ist so schade, dass Du über dieser Angst das Leben ausschließt.

Ich wünsche Dir sehr, dass Du einen Weg findest, Dich von dieser alles beherrschenden Angst zu lösen - nicht auf den Tod zu gucken, sondern auf das Leben und dieses zu genießen.

Kfana}rienxente


Ich höre immer nur die Messagen: "Tja, irgendwann sind wir alle mal dran", oder..."der Tod gehört zum Leben" und blabla...das nutzt mir genau null komma null.

Dann mach es dir zunutzen ;-)

Das Leben ist so unglaublich begrenzt und es bringt rein gar nichts sich wegen etwas so unabwendbarem wie den Tod verrückt zu machen.

Es kann noch heute passieren, oder morgen, in einer Woche, in 2 Jahren oder gar erst in 20, 30, 40, 50 usw...Jahren vorbei sein...wir wissen es nicht und auch nicht wie wir zu Tode kommen.

Willst du dir jetzt vielleicht noch 50 Jahre versauen indem deinen Tod zu deinem absoluten Lebensmittelpunkt machst?

Versuch alles für dich rauszuholen aus diesem Leben was dich glücklich macht.

Steck dir Ziele...lebe

Und lass den Tod Tod sein, der ist nicht das was zählt... ;-)

p;in3knicox75


Ja, ich kenne das auch, diese Todesangst oder diese Angst etwas hergeben zu müssen, wozu man nicht bereit ist, es für immer loszulassen.

Ich bekomme im Bekanntenkreis und auch im weiteren Verwandtenkreis Todesfälle mit, die mich bisher immer traurig gestimmt haben, da ich immer wieder diese Endlichkeit vor mir sehe. Und mir die Menschen in ihrer Trauer in der Seele leid tun. Ich denke dann sehr, sehr viel über Tod, Krankheit und diese Endlichkeit nach.

Angst macht mir immer die Gewissheit, dass auch in meinem engsten Kreis meiner Familie es irgendwann das 1. Mal sein wird, dass man ich jemand loslassen muss.

Ich habe extreme Verlustangst ..... wenn ich daran denke. Deswegen lass ich es schnell wieder und verdränge das. Bete, dass ich noch viel Zeit mit allen verbringen darf.

Dann überlege ich manchmal, ob ich nicht lieber als 1. gehen wollte, nur damit ich diese Trauer um einen meiner Liebsten nicht ertragen müsste....

Aber eigentlich geht's uns allen doch noch sehr gut, heute :-D

Nicht soviel nachdenken.... :)_ :)*

Aber ja, ich kenn diese Angst :)z

TsestARxHP


@ roomlessplace

kenne das tibetanische Totenbuch usw...

ABER...nichts davon ist sicher

Hast du denn auch das Vorwort gelesen?

Das Tibetische Totenbuch ist zunächst für die Sterbenden und die Toten und die Geister da, UND es ist ist auch für die Lebenden :)z ! Denn die sterben jeden Tag sozusagen einen Minitod oder mehrere, eben gerade weil das Leben nie stillsteht, und weil jeder dauernd irgendwas loslassen und dann wieder neu anfangen muss.

kenne das tibetanische Totenbuch usw...

ABER...nichts davon ist sicher

Nicht mal der Dalai Lama behauptet mit letzter Sicherheit, dass das alles stimmt. Er sagt selber: Es ist noch niemand aus dem Tode zu uns zurückgekommen und hat uns davon berichtet.

Vielleicht wäre es eine gute Herangehensweise für dich, die Übergangsphasen und das alles mal rein aufs Leben zu beziehen. Ist mühsam, lohnt sich aber.

Wann und wie hast du schon mal schwierige Umbrüche gemeistert und wie bist du Schritt für Schritt mit der Zeit damit klargekommen? Mir hilft das immer wieder im Leben, die Sachen so anzugehen.

"Die Welt ist so schlecht, dass man gar nicht erst geboren werden sollte." (Buddha)

Tja nun sind wir aber hier, und wir müssen mit dem Leben angesichts unserer Endlichkeit irgendwie klar kommen.

Ich versteh dich total, :)_ :°_ :°_ :°_ weil wir sind alle aus dem Nichts ins Leben und somit ins kalte Wasser geschmissen worden.

Und dann ists irgendwann vorbei, was soll das Ganze und warum ist es so? Fragen über Fragen, und jeder muss die irgendwie für sich selber beantworten. Da hilft auch keine Religion oder wissenschaftliche Absicherung und blah-blah-blah.

Es hat überhaupt keinen Zweck, auf den Tod und das Ende zu starren wie das Karnickel auf die Schlange.

Von aussen können aber viele Anregungen zu dir kommen, wie du es selber schaffen kannst, dazu für dich Stellung zu beziehen.

Vermutlich ist das eine Aufgabe, die sich für den Menschen mit dem Leben als solches grundsätzlich stellt.

*:) *:)

d\arnae8x7


Selbst, wenn es eine sichere Version gäbe, würde das meine Angst auch nicht schmälern. Ich habe ja schon innerhalb des Lebens Angst vor Veränderung, wie soll es erst danach werden. Der Schritt ist ja noch zig mal gewaltiger.

Geht meinem Ex-PArtner auch so, zeitweilig war die Angst so schlimm das sie ihn komplett gelähmt hat. Nach einigen Gesprächen haben wir festgestellt das es wohl eher die Angst vor Veränderung ist die ihm in den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Die verträgt er auch nicht sonderlich gut und damit verbunden mochte er keinen Kontrollverlust weil da ja irgendeine Veränderung stattfinden könnte ohne das er was tun kann.

Seit er einen Weg gefunden hat Veränderungen besser zu akzeptieren ist die Panik vor dem Tod und auch die Angst vor Kontrollverlust viel geringer geworden. Er ist kein Fan oder total gelassen, aber es bestimmt ihn nicht mehr so und lähmt ihn auch nicht mehr so.

Czom_ran


Ich kann mir das Wegsein einfach nicht vorstellen. Bei mir selbst nicht und bei anderen nicht, die ich kannte.

Vielleicht hilft dir dabei folgender Gedankengang:

Die Menschen, die Angst vor diesem "Wegsein" haben, betrachten immer nur die Zukunft. Sie kennen etwas, was sie jetzt besitzen (das Leben) und kommen nicht damit klar, dass dies nicht ewig hält.

Aber: das Universum existiert seit Billionen von Jahren. Die eigene Existenz ist dagegen ein kurzer Pups. Über die Zeit vor deiner Geburt machst du dir auch keine Gedanken, obwohl du da auch nicht da warst. Die Zeit nach deinem Tod wird genauso sein. Nicht anders. Was vorher nicht schlimm war, wird es danach auch nicht sein.

Aus der Ich-Perspektive erscheint das eigene Leben als das Zentrum. Aber von dieser Perspektive muss man Abstand gewinnen, um zur Erkenntnis zu gelangen, dass dem universellen Existenzbegriff die eigene Lebensspanne ziemlich schnuppe ist. Und mit dieser Erkenntnis kommt man zum Schluss, wie wertvoll diese Laune der Natur ist, dass man ein bewusstes Leben hat, ohne aber dass man daran klammern muss. Stattdessen kann man die Zeit bewusst und intensiv gestalten, ohne mit dem Tod zu hadern. Das ist glaube ich das Geheimnis hinter einem erfüllten Leben.

C-aramaala 2


Ich würde mal behaupten, dass jeder seine eigene Herangehensweise hat. So manch einer hat aus einer Not heraus seine Sichtweise entweder verändert oder man hat sich die nötigen eigenen Beweise verschafft oder man hat beschlossen mit dem, wie es jetzt ist, weiterzuleben.

Mir ist zum Beispiel ein Mann bekannt, der sehr krank gewesen ist. Für ihn ist es letztendlich um Leben oder Dahinvegitieren gegangen, auch wenn der Tod noch ein paar Jahre Zeit gehabt hat, aber die Ärzte haben ihn wegen seiner schweren Krankheit aufgegeben. Angeblich unheilbare Nervenkrankheit. Er hat dann nach Jahren der Qual, sich nach innen gewandt und er wollte es einfach wissen, ob da mehr ist und ob er seine Gesundheit zum Teil oder ganz zurückerlangen kann. Er hat dann laut eigener Aussage solange an das Unendliche in sich gedacht und sich gesagt, jetzt oder nie, und in einer bestimmten Nacht hat er plötzlich seinen geistigen Körper real wahrnehmen können und er kann dies seitdem wohl für immer. Auch das war für ihn erst einmal ein Schock, mit dem er hat umgehen lernen müssen. Er hat es auch geschafft seine Gesundheit teilweise wieder zu erlangen. Für ihn gibt es diese andere Welt, auch wenn er es anderen nicht beweisen kann. Er ist ein bodenständiger und offener Mann, der aber nie mehr ohne diesen Beweis leben wollte. Für ihn ist es eine Gewissheit, dass er nach dem Tode weiterleben wird. Für Außenstehende ist das trotzdem kaum nachvollziehbar.

C$han~ce007


Ich beziehe mich mal nur auf die Gedanken an Deinen eigenen Tod und Dein Leben.

Ich fand den Tod schon immer so derart grauenhaft und nicht zu verkraften, dass er mein ganzes Leben schon immer betrübt hat

Der Tod - und Deine Angst vor ihm - nimmt bereits im Leben so viel Platz bei Dir ein, dass für eben dieses Leben selbst gar kein Raum mehr bleibt. Das heißt für mich, so von außen betrachtet, Du lebst gefühlt jetzt schon nicht (mehr).

Die Frage ist, warum ist Dir einerseits das Leben so wichtig (da Du ja solche Furcht vor dem Tod hast und somit lieber leben möchtest), andererseits vergeudest Du es aber, indem Du es nicht lebst?

Leben kann Quantität sein (viele Jahre in ständiger Angst) oder Qualität (egal wie lang oder kurz, aber erfüllend).

Wenn es nicht gelingt, das Unvermeidliche irgendwann wenigstens zu akzeptieren, solange es keinen aktuellen Grund gibt, sich damit zu befassen, dann würde ich an Deiner Stelle ehrlich und tatsächlich über eine Therapie nachdenken.

T`estA#RHxP


@ comran

Erkenntnis zu gelangen, dass dem universellen Existenzbegriff die eigene Lebensspanne ziemlich schnuppe ist

Das hast du total treffend formuliert :)z :)=

und diese Tatsache erlebe ich als unglaublich befreiend, aber auch beruhigend. Weils für mich bedeutet, dass an meinem Mini- Leben nun so viel auch wieder nicht dran ist, dass ich zumindest mental gesehen, einen Riesenbahei drum machen müsste. Wenn ich mir den Kosmos vorstelle, verschwinden meine winzigen Ameisen- Sorgen o:) :)-

*:) *:)

SBilk_Peaxrl


Ich habe vor allem Angst, wo mein Bewußtsein sich trübt und ich die Kontrolle hergeben muß.

Das IST Deine eigentliche Angst - die Angst vor dem Kontrollverlust. Es heißt, diese Angst ist die größte, die es gibt. Nicht mehr über das Ich bestimmen zu können und damit zurechtzukommen, dass es sich auflöst wie ein Tropfen im Ozean.

Damit bist Du nicht allein; Generationen aller Zeiten haben sich damit beschäftigt und von Grabbeigaben bis hin zum Jenseitsglauben versucht, damit klarzukommen.

Es geht im Endeffekt darum, bereit zu sein, etwas loszulassen, über das wir doch keinen Macht haben, also einverstanden zu sein mit etwas, was so oder so geschieht - das wäre für mich ein gelungenes Sterben, soweit man davon sprechen kann. Viele große und kleine Abschiede im Leben bereiten uns darauf vor. Es ist deshalb "lebenswichtig", uns, soweit es geht, mit dem Tod schon im Leben auseinanderzusetzen.

rjoomjlessEplacxe


Ich melde mich dann hier vom Faden ab. Ich habe ja gesagt, es bringt nichts. *:)

Ich wußte vorher schon, dass der Faden so verläuft, wie er jetzt verläuft. Ciao dann, was diesen Faden betrifft. *:)

S!ilkP=earxl


Tja, man erhält fast nie nur die Antworten, die man sich erhofft. Aber ich finde es sehr bezeichnend, dass Du dem so ausweichst, was Dir weiterhelfen könnte - wenn Du es denn wolltest bzw. zulassen würdest.

So wirst Du Dich trotzdem am Ende Deines Lebens damit beschäftigen müssen. Es bleibt keinem von uns erspart, auch nicht durch Flucht - wie hier. ;-)

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