» »

Verlust des Vaters akzeptieren - ich schaff es nicht

TiestAxRHP


@ Alias

Angst "ihn" gehen zu lassen

Er ist gestorben, aber unvergessen :)- :)- :)* :)* , und du vergisst ihn NIE, das schwör ich dir :)_ . Mein Vater ist nun seit fast 40 Jahren tot. Ich war damals 17, er ist mit 52 gestorben. Heut bin ich 55 und höre seine Stimme immer noch. Auch meine ganzen Sachen hat er nie miterlebt, und Kinder hab ich auch keine, auf die er als Enkel hätte blicken können. Er war tot bevor diese Sachen bei mir überhaupt losgingen...

Die Zeit hilft einem, das zu bewältigen. Das Leben geht weiter, was einerseits traurig ist, aber das kann die eine oder andere Wunde auch heilen. Wunden hinterlassen Narben, und deine ist noch ziemlich frisch. Du brauchst noch ein bisschen Geduld, bis das aufhört, immer wieder wehzutun.

Solltest du eine Therapie machen, geht es nicht um eine Gehirnwäsche, damit du so lebst, als wäre dein Vater noch da, oder dass du deinen Vater total vergisst und sein Andenken mit Füssen trittst!

Es geht einfach darum, dass die Trauer und das Andenken in deinem Leben sogar ihren festen Platz kriegen.

Da gehören sie dann auch hin :)z , und treiben sich nicht mehr unkontrolliert überall herum, wo sie nichts zu suchen haben und dein heutiges Leben beeinträchtigen.

Ich wünsch dir, dass du diesen Verlust bewältigst und dich wieder deinem heutigen Leben zuwenden kannst, ohne Schuldgefühle und schlechtes Gewissen.

Sorg dafür, dass dein Vater stolz und froh über dich wäre, und das wär er schon allein, weil du einfach DA bist :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

*:) *:)

Alias 715724


emmi, danke für deine Antwort und auch von mir noch ein herzliches Beileid. Ich finde es bewundernswert wie stark du bist/klingst.

Ich bin so schon eine die Nah am Wasser ist, mir drückt es schon die Tränen in die Augen, wenn mir jemand sagt wie ähnlich meinem Papa doch sähe.

TestARHP, danke auch dir für deine Worte. ich probiere es so zu sehen wie du es Beschreibst, aber es fällt einfach unheimlich schwer. Meine Nichte hat letztens ein Foto gefunden von meinem Papa und mir als Baby. Sie sagte dann: "Tante guck mal, das bin ich mit Opa" (weils ziemlich viele Fotos gibt von Papa und seiner ersten Enkelin, auch wenn sie nur 4 Monate alt war). dann ich zu ihr "nein kleine, dass bin ich mit Opa als ich noch ein Baby war" sie "hat er dich auch immer gehalten wenn du geweint hast? mich hat er immer auf den Arm genommen wenn ich geweint hab und dann hab ich sofort aufgehört!"

schon solche Gedanken verdrehen mir fast den Magen... :(

w8int0ersobnnex 01


Vielleicht kannst du auch mal eine Reha beantragen. Hat eine Kollegin von mir geamcht, die auch nicht über den Tod ihres geliebten Mannes wegkam. Ging lange in Schwarz, weinte viel...

in der Reha hatte sie dann phsychologische Betreuung, konnte mit jeamnden alles aufarbeiten , reden...

Jedenfalls kam sie völlig verändert zurück. Farbige Klamotten, offener. ich denke mal, dass ihr die Therapeutin gesagt hat, was auch nicht gut für sie ist... und wie man Loslassen, Veränderung hinbekommt.

Hilfe holen finde ich immer richtig und wichtig.

E$l)af1Rem,ich0m815


Der Tod ist nunmal das Ende des irdischen Lebens. Unausweichlich wird uns alle dieses Schicksal einmal einholen. Und manche gehen zu früh und manche zu spät. Es ist aber den Menschen nicht gegeben das zu beurteilen. Ob es danach, in welcher Form und an welchem Ort auch immer, weiter geht weiß niemand und niemand wird es je wissen.

Weder du noch dein Vater haben sich das so ausgesucht. Nenn es ruhig Schicksal und ganz sicher gab es danach viele Momente die du viel, viel lieber mit ihm geteilt hättest als sie ohne ihn erleben zu müssen.

Nochmal in den Arm genommen werden, nochmal einen Ratschlag, nochmal seinen Stolz auf dich in seinen Augen sehen, ihm nochmal eine tolle Neuigkeit erzählen, nochmal mit ihm diskutieren. Ja, sogar nochmal mit ihm streiten. Man nimmt das Leben als so selbstverständlich wahr das man glaubt das sich dieser Zustand nie ändern wird. Doch nun ist er tot. Gestorben und begraben. Aber nie vergessen. Und das sollst du auch nicht. Dein Vater wird immer einen Platz in deinem Herzen haben. So wie er ihn auch zu Lebzeiten schon hatte.

Trauer kann, darf und muss sogar sein. Trauer soll dazu dienen sich letztlich neu zu ordnen um in der neuen Welt ohne den geliebten Menschen zurecht zu kommen.

Egal wie sehr und wie lange du trauerst, an der Tatsache das dein Vater seit 5 Jahren nicht mehr lebst kannst du nichts mehr ändern und er auch nicht. Da ist neben Trauer vielleicht sogar Wut das dein Vater dich und deine Mutter "im Stich gelassen" hat und das du wegen ihm jetzt diesem Schmerz und diese Hilflosigkeit in dir trägst.

Die Kurve bekommst du vielleicht wenn du deine Sichtweise änderst. Wenn du nicht mehr all die Dinge bedauerst die er, und du auch, nicht mehr sehen konnte, die er nicht mehr sagen konnte, sondern wenn du an all die schöne Zeit zurück denkst die du gemeinsam mit ihm erleben durftest. Das das Schicksal eben nicht nur ein mieser Verräter ist sondern auch ganz wundervolle Geschenke machen kann.

Trauer ist viel, viel besser als Gleichgültigkeit. Ich bin sicher das dein Vater mit Genugtuung zur Kenntnis nimmt wie sehr du immer noch an ihn denkst aber auch traurig ist das du dein Leben doch nicht so frei leben kannst wie er es gerne hätte.

Dein Vater soll immer einen ganz besonderen Platz in deinem Herzen haben. Aber da muss noch genug Raum übrig sein um auch alles andere unterbringen zu können.

Vielleicht hilft es dir ja auch nicht über ihn zu reden sondern mit ihm.

Und vielleicht seht ihr euch irgendwann wieder, an einem neuen Ort. Wer weiß das schon...

cCr7iecSharxlie


hallo,

ich habe meinen Vater als Kind verloren und habe es nie so ganz verwunden.

Nun könnte ich sagen, Du hast es gut,

du hattest ihn länger, aber so etwas misst man nicht in Zeit. Ich glaube, weil ich nämlich schon beim Psychologen gewesen bin, dass es nach so langer Zeit gar keine Trauer mehr ist, sondern die Zeit nach einem traumatischen Erlebnis, also die Phase nach einem richtigen Schock.

Und den kann man passend aufarbeiten, weniger mit Trauerarbeit - weil das hast -Du schon genug getan- sondern durch Traumatherapie. Das läßt nicht vergessen,

aber es lindert. Man sollte vielleicht langfristig versuchen, das Leben nicht immer um den Toten rumzubauen, aber das wirst Du dann lernen. Und in Deutschland führen Väter ihre Töchter auch eher weniger zum Altar :)

E0lafRWemichN0815


Das Leben ist für ihn zu Ende, für dich aber geht es weiter und dein Vater wäre sicher der letzte der dir nicht gönnen und wünschen würde es frei und unbelastet zu genießen.

"Hast Du Angst vor dem Tod?" fragte der kleine Prinz die Rose. Darauf antwortete sie: "Aber nein. Ich habe doch gelebt, ich habe geblüht und meine Kräfte eingesetzt soviel ich konnte. Und Liebe, tausendfach verschenkt, kehrt wieder zurück zu dem, der sie gegeben. So will ich warten auf das neue Leben und ohne Angst und Verzagen verblühen."

cNrieIc6harlxie


ja,

aber dem Prinzen hilft das nichts. Nur der Rose selbst.

Alias 715724


Elaf, danke für deine Worte. es fällt mir grad schwer auszudrücken wie dankbar ich dir dafür bin. danke.

du drückst vieles aus was ich denke.

ich kann mit niemanden richtig reden der mich versteht: oder man wird extrem bemitleidet oder man hört mir nicht richtig zu. Mein Partner ist oft hilflos und weiss nicht was sagen und ich will ihn auch nicht in diese Ecke drängen und deshalb lass ich es dann oft. bin innerlich traurig und er meint ich bin schlecht gelaunt.

Vor einem Jahr starb der Vater einer Freundin. er war schon 15 Jahre sehr schwer krank und ging auch nicht mehr ausser Haus, hatte Depressionen und war böse zu allen. Meine Freundin heiratete im Dez letzen Jahres, weil es ein grosser Wunsch ihres Vaters war. Er kam nicht. Er hätte heute keine Lust aus dem Haus zu gehen. Im darauffolgenden Februar starb er dann.

Sie war am Anfang auch Traurig, doch nach kurzer Zeit schon sah sie all das positive: ihre Mutter wäre jetzt freier, nicht so sehr an ihn gebunden; er hätte doch nichts mehr vom Leben gehabt, mit seiner Krankheit, er wäre erlöst.

Ich nimm es ihr nicht böse, bitte nicht falsch verstehen. Aber ich kann auch mit ihr nicht über mein Loch im Herzen sprechen. ich werde fast dafür belächelt. deshalb kommt es mir so vor, als etwas "falsch" an mir wäre.

ShilkP3eaxrl


I

mmer noch kämpfe ich mit den Gedanken, dass er nie mehr (...)

Das ist der Grund für Deine un-End-liche Trauer. Du hältst sie mit Deinem Denken am Leben. Das Vertrackte ist, dass wir, wenn wir diese Gedanken aufgeben, schnell das Gefühl bekommen, dem Verstorbenen irgendwie untreu zu werden.

Aber würde Dein Vater nicht selbst genau das wollen: dass Du diese Gedanken, die Du noch immer tagtäglich hegst und pflegst, hinter Dir lässt? Deshalb musst Du ihn ja nicht aus Deinem Herzen verbannen. Aber Du darf die Trauer um ihn getrost in eine weichgepolsterte Schublade legen und diese nun schließen. Dir zuliebe, aber auch im Gedenken an ihn.

cZrietchar,lie


Ehrlich gesagt ist ja auch was falsch bei Dir.

Du bist traumatisiert worden und hast wohl eine Depression,

Du schiebst es aber auf die Trauer. Es ist nicht die Zeit, die daran auffällig ist, weil Menschen trauern unterschiedlich lang, sondern es ist die Art, wie sich das alles bei Dir zeigt.

Alias 715724


'Silkpearl, genau das ist das Problem. Ich finde nicht den richtigen Weg zwischen dem Gehen lassen und ihn in meinem Gedenken zu erhalten.

dazu kommt noch das schlechte Gewissen meiner Mutter gegenüber wenn sie Abends mal ganz allein zu Hause ist (ich habe noch 4 Geschwister, wohne aber nicht mehr zuhause, 2 meiner Brüder aber schon).

Ich liebe meine Mutter über alles, aber sie schafft es immer wieder, dass wenn ich mal nein sage mir die Laune zu verderben. Vielleicht tut sie es auch nicht bewusst. Ich bin wirklich froh nicht mehr zu Hause zu wohnen, sonst wäre das alles womöglich noch schlimmer.

und genau in den Momenten denke ich mir immer, wenn nur Papa noch da wäre.. ich weiss, dass er nie mehr wieder kommen wird, aber ich habe noch nicht verstanden was ist "gute" Trauer und was ist zuviel.

um es genauer zu erklären, ich Lebe mein Leben wie vor dem Tod meines Papas! ich fahre in Urlaub, lache, gehe fort und mach Party. ich denke auch in meinem Umfeld bekommt das niemand so richtig mit, ausser vielleicht mein Partner. Es ist jetzt nicht so dass ich in meinem Leben von der Trauer total eingeschränkt werde, weil ich es eben nicht nach aussen zeige!

L+acoKsa


Ich finde deine Art des Trauerns schon sehr ungewöhnlich. Ich kenne viele, die einen oder beide Elternteile verloren haben (oder sogar Partner oder Kind), mich eingeschlossen, aber keiner davon trauerte so extrem.

L_ic]htAmHVoriWzont


Vielleicht steht Dein Vater eigentlich für etwas anderes, was Du gerne hättest? (Oder gerne nicht mehr hättest…)

Der Gedanke kam mir gerade bei diesem Satz:

und genau in den Momenten denke ich mir immer, wenn nur Papa noch da wäre..

E=lafRemciWch08x15


Nein, nein. Wenn der Papa noch da wäre, wäre die Mutter ohne sie nicht so alleine.

Obwohl noch zwei der Kinder im Elternhaus leben.

Jeder muss auf seine Weise mit dem Verlust fertig werden. Und es wäre langsam an der Zeit wenn du mehr auf dich und deine persönliche Trauer schaust als darauf wie andere damit fertig werden.

Du bist weder für den Verlust verantwortlich, noch bist du dafür verantwortlich das andere mit der Situation fertig werden. Klar kann man sich in seiner Trauer gegenseitig stützen. Aber nur so weit wie man selber diese Last auch tragen kann.

SlilkOPearl


um es genauer zu erklären, ich Lebe mein Leben wie vor dem Tod meines Papas! ich fahre in Urlaub, lache, gehe fort und mach Party.

Und hast Du deswegen ein schlechtes Gewissen? Falls ja, ist das "zuviel" Trauer, ganz bestimmt.

Dein Papa würde wollen, dass Du Dein Leben weiterlebst, ohne Dich in der Trauer um ihn zu verlieren - meinst Du nicht auch?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Abschied und Trauer oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Gedenken


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH