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Frieden mit dem Tod finden?

a7nnaliidxa hat die Diskussion gestartet


Guten Abend

ich bin Ende 20 und hatte bisher das Glück, mit dem Tod nicht in Berührung gekommen zu sein. Nun ist es so weit, meine Tante ich unheilbar an Krebs erkrankt, gestreut hat er auch schon. Ich muss sagen, dass ich so eine Art von Schmerz noch nie erlebt habe, anders und einfach intensiver. Ich weine mehrmals am Tag und bin dann kaum zu beruhigen. Es ist weniger der Verlust den ich beweine, sondern die Tatsache, dass sie sich nun mit dieser Situation konfrontiert sieht. Sie muss ihre Familie gehen lassen, ihre Träume und Pläne.

Diese Gedanken quälen mich am meisten. Ich frage mich, kann man als Sterbender irgenwann loslassen? :°(

Antworten
kcleiner_udrajchxenstern


Die Antworten auf diese Frage sind wohl so viel vielfältig wie die Menschen.

Ich habe schon einige Menschen beim Sterben begleitet, vom Tod einiger nur nachträglich erfahren und es ist nach eigenem Erfahren und Erzählungen anderer immer völlig verschieden.

Ich habe Menschen erlebt, die froh waren, endlich sterben zu dürfen, weil sie in dem Zustand, den sie hatten, nicht weiterleben wollten und welche, die sich bis zuletzt an jeden Funken Leben geklammert haben. Mensche, die mit der Welt im Reinen waren und gehen konnten und welche, die wohl noch Dinge zu erledigen hatten und nicht gehen wollten.

Ich denke, es ist wichtig, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, denn er ist nun mal die Konsequenz des Lebens. Leider findet in unserer Gesellschaft der Tod nur hinter verschlossenen Türen statt, in Hospizen und Krankenhäusern, und ist immer mehr tabuisiert worden. Bestenfalls darf man den Toten noch mal sehen, dann geht aber auch schon alles seinen Gang. In anderen Kulturen ist das anders, da ist der Tod mehr ins Leben integriert und daher, denke ich, auch weniger mit Schrecken besetzt als bei uns und mehr als natürliches Geschehen mitten im Leben verankert.

Meine Großtante ist vor ein paar Tagen mit fast 100 Jahren gestorben und sie war glücklich, endlich gehen zu dürfen. Das Alter machte ihr Beschwerden, all ihre Freunde und ihr Mann waren lange vor ihr gestorben, das Leben machte ihr einfach keinen Spaß mehr. Ihr letztes Wort war wohl "Endlich!" bevor sie friedlich starb, also ja, das gibt es.

Ich z.B. habe schon lange ein Testament und eine Patientenverfügung, mich also mit dem Thema ausführlich auseinandergesetzt.

Wenn es dann soweit ist, bin ich gerüstet, das war mir wichtig.

Angst vor dem Tod hab ich z.B. nicht, nur davor auf schlimme Art zu sterben.

Sei für deine Tante da und mach noch viele schöne Dinge mit ihr, das ist wichtig! Ich wünsche euch viel Kraft für die kommende Zeit @:)

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