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Offen über Suizid reden

B_lack5rose1x9 hat die Diskussion gestartet


(Urspr. Titel: "Suizud")


Hallo ich stelle mir immer so viele Fragen bzw will ich dies verstehen. Suizid ist ein verschwiegenes Thema (tabu) doch müsste man offen drüber reden können oder?! Vielleicht hilft es dieser Person mit diesen Ballast nicht alleine zu sein?.

Wie fühlen sich diese Leute das es so auswegslos ist? Ich finde auch man sollte niemanden zwingen der sich nur noch quält, und dann gezwungen wird was meint ihr? . Mich beschäftigt das einfach so bin relativ jung und schlimme Erfahrungen machen müssen. Vielleicht mag jemand etwas dazu schreiben oder reden. Würde mich freuen

Antworten
BJlackkrosxe19


Schlimme Erfahrungen sa sich meine beste Freundin das Leben genommen hat.

BOlac0krose1x9


Ich komme mit der Situation immer noch nicht zurecht die Trauer sitzt so tief doch kann ich sie nicht zulassen es ist wie weggespeert und ich kann es nicht raus lassen was mir sehr zu schaffen macht. Ich kann nicht damit umgehen oder es verstehen

sDchnecyke19x85


Ich drück dich einfach mal lieb :°_ :°_ :°_ das mit deiner Freundin tut mir leid. :)-

Suizid ist immer ein schwieriges Thema. Ich kenne leider beide Seiten (als Angehörige und als Person, die es versucht hat). Ein Angehöriger kann in so einer Situation gar nicht helfen, sondern höchstens zu einer professionellen Hilfe raten. Will heißen: Der Angehörige ist nie, und in keiner Weise Schuld / schuldig, aber man kann diese (schmerzhaften) Erfahrungen nutzen und zum Beispiel Aufklärung betreiben (im privaten Umfeld oder im Net).

Ich glaube, wenn jemand so weit ist, dass er gehen will, dann hat er meist fast alle Brücken zu den Angehörigen abgebrochen. Dann denkt die Person, dass es für die geliebten Menschen besser / leichter ist, wenn sie nicht mehr die "Last" tragen müssen. Ein Laie kann in so einer Situation gar nichts retten, er kann nur sehr vieles falsch machen. Zuhören, ernst nehmen, zu Hilfe raten oder dabei unterstützen.

PJFsch8biesxt


Ich kenne jemanden, der es versucht hat und Gott sei Dank gescheitert ist.

Heute führt er ein glückliches Leben mit Frau und Kindern.

Leute mit suizidalen Absichten brauchen Hilfe, Selbstmord ist keine Lösung.

Es gibt andere Mittel und Wege um die Qual zu beenden.

R?enn;floxh


Es gibt andere Mittel und Wege um die Qual zu beenden.

Woher willst Du das wissen ???

Bist Du je in einer derart verzweifelten Situation gewesen, daß Du einfach keinen Ausweg wußtest ???

Kannst Du das wirklich beurteilen, oder lediglich schlaue Sprüche ablassen ???

Entschuldige bitte, aber ich bezweifle, daß Du weißt, wovon Du sprichst.

S1oromvan


Wie fühlen sich diese Leute das es so auswegslos ist?

Ich kann dir schreiben, wie ich (damals 31) mich gefühlt habe.

Für mich war's ein Gefühl der Leere. Und Ohnmacht. Ich habe keine Freude mehr empfunden, alles war sinnlos. Es gab einfach keinen Ausweg. Keinen Sinn im Weitermachen, im Weiterleben. Alles, was mir etwas bedeutet hat, hatte ich verloren. Und es gab keinen Weg zurück. Es war eine Mischung aus Selbstvorwürfen und Selbstzweifeln. Ich hatte gemerkt, dass mir nichts und niemand mehr etwas wirklich bedeutet hatte. Aus diesem Schmerz heraus, habe ich Auswege gesucht. Irgendwas, was es stoppt. Damit das endlich aufhört. Egal, was ich versuchte, nichts reduzierte ihn. Er war immer da: jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Ich habe viele Wege überlegt, die ein Ausweg sein könnten. Und jeder hat sich falsch angefühlt. An vielen Stellen hat man mich unverstanden wieder weggeschickt. Selbst als ich anfangs Hilfe gesucht habe (Beratungsstellen, Psychotherapie - 3 Sitzungen abgebrochen, Psychiater - Medikamente - wirkungslos, psychiatrische Klinik - die fanden meinen Fall noch nicht behandlungswürdig) habe ich quasi in dem Hilfesystem viel Ablehnung erfahren. Und ich war wütend, wütend auf mich selbst.

Irgendwann habe ich nicht mehr überlegt, ob ich meinem Leben ein Ende setzen soll, sondern nur noch wann und wie. Ich habe darin eine Erlösung gesehen. Endlich Schluss, endlich Ruhe, Stille und Frieden. Für mich. Alle Lasten fallen ab, alle Schmerzen sind vorbei, alle Verpflichtungen sind weg. Und so habe ich im Internet geschaut, wie das geht, welche Wege es gibt, was "Erfolg" verspricht, was riskant ist. Und habe dann einen Plan gehabt, wie. Hatte aber auch Angst: was wenn es nicht klappt? Wenn ich nur halbtot bin, mich jemand findet, und dann mein Leben lang ein Pflegefall? Nein, das wollte ich nicht, wenn dann musste es klappen und 1000%ig sicher sein. Und ich hatte etwas 1000%iges. Der Plan war etwas befreiendes: endlich bekomme ich wieder Kontrolle über mein Leben. Aber diese Befreiung war bei mir auch eine Rückbesinnung. Was mache ich hier? Was plane ich hier?

Mich haben meine eigenen Gedanken erschüttert. Und so bin ich mit dem Taxi direkt in die psychiatrische Klinik gefahren (aber in einer anderen Stadt nach Umzug) und habe mich dort bei der Aufnahme gemeldet. Ich habe eine Begleitperson gebeten mitzukommen, für den Papierkram, den ich selbst nicht konnte. Da wurde ich dann direkt aufgenommen - noch vor dem Suizidversuch. Erst Akutstation (geschlossen), dann offen, Medikamente+Therapien, dann 3 Monate Gruppentherapie in der Klinik, insgesamt 4 Monate. Depressive Episode hieß das dann.

Ich finde auch man sollte niemanden zwingen der sich nur noch quält, und dann gezwungen wird was meint ihr?

Diesen Punkt finde ich extrem heikel. Ja, es gibt ein Selbstbestimmungsrecht von Menschen. Aber z.B. in Verbindung mit Depressionen kommen diese Vorstellungen ja aus einer psychischen Erkrankung. Die Wahrnehmung der Menschen ist verstellt. Ihr Urteilsvermögen ist verändert. Sind sie überhaupt noch über sich selbst entscheidungsfähig über sich selbst? Mancher vielleicht ja, viele andere bestimmt nicht.

Insofern hängt jede Bewertung auch vom Einzelfall ab. Z.B. Art und Auslöser, erwartete Restlebensdauer bei tödlichen Krankheiten, persönliche Einstellung und Motivation des Patienten, Dauer des Vorhabens, da gibt's ganz viele Einflüsse, die da eine Rolle spielen können.

R"en5nflxoh


Soroman

:°_

swch7ne.cke19x85


Irgendwann habe ich nicht mehr überlegt, ob ich meinem Leben ein Ende setzen soll, sondern nur noch wann und wie. Ich habe darin eine Erlösung gesehen. Endlich Schluss, endlich Ruhe, Stille und Frieden. Für mich. Alle Lasten fallen ab, alle Schmerzen sind vorbei, alle Verpflichtungen sind weg.

Das kann ich - so traurig es ist - nur unterschreiben.

Jeder Atemzug, jede Minute hat soooo unendlich weh getan. Schmerzen ohne Boden, die nicht weggehen und gegen die auch kein Ibuprofen hilft. Einfach nur zermürbende Schmerzen, ein schwarzes Loch ohne Boden :-(

P!lüsPchbixest


@ Rennfloh,

ich habe Depressionen und weiß sehr wohl wovon ich rede.

BLlac(krgose1x9


Erstmal danke für alle Antworten.

@schnecke danke :°( Ja und genau deshalb sollte man offen über seine Gedanken reden können oder? Ich meine vielleicht wenn man der Plan schon geschmiedet ist ist es entlastend mit jemanden drüber zu reden? Ich stelle mir immer vor was wäre wenn : sie mir davon voher erzählt hätte, wie wäre ich damit umgegangen bzw hätte ich den noch Abschied nehmen können? Hätte ich es verhindern können. Wäre es eine Hilfe gewesen wenn sie darüber gesprochen hätte?... All diese Fragen schwirren mir jeden Tag im Kopf es geht immer weiter und weiter. Man sucht halt jemanden schuldigen (das bin dann wohl ich) weil ich alles auf mich schiebe hass Wut Trauer und ich muss irgendwie damit zurecht kommen ob ich will oder nicht.

@plüschbiest ja es gibt immer Fälle wo es sich dann zum guten wendet, aber voher weiß diese Person das ja nicht und ist hoffnungslos ausgeliefert. Du leidest unter depressionen? Meine Freundin auch ich habe gedacht Klinik und Therapie hätten ihr geholfen sie hatte sich schon sehr stark verändert, aber ich habe einfach versucht wie immer zu bleiben einfach für sie da zu sein und ihr helfen damit zurecht zu kommen, doch ich merkte schon das etwas nicht stimmt, dieses komische Gefühl kennt das jemand? Man weiß irgendwas ist faul doch weiß man nicht was man tun soll. Ich hatte immer ein offenes Ohr ging mit ihr zum Arzt es hat wirklich lange gedauert bis sie da einigermaßen raus war dachte ich zumindest. Sie erschien mir eig Glücklich alles war perfekt habe ich mich da so getäuscht war ich eine so schlechte Freundin das ich diese Fassade nicht gesehen habe? Das tut einfach so weh sie hätte mir nichts vorspielen müssen sondern offen mit ihr reden können! :°( denkst du offen über das Thema reden entlastet, oder das man andere Perspektiven sieht wenn man damit nicht alleine sein muss diese quälenden Gedanken?

@ soroman das Höhrt sich ja ziemlich hart an das tut mir so leid für dich. Wenn man doch schon bereit ist was zu ändern und Hilfe sucht stößt man auf unverständiss und Wird abgewiesen sowas macht mich richtig sauer und traurig zugleich. Diesen Schritt Hilfe anzunehmen ist sicher nicht leicht kostet Überwindung und dann so abgestempelt zu werden das reitet einen doch noch tiefer rein. Das was du schreibst über deine Gefühle ist sehr traurig und Höhrt sich sehr sehr schlimm an, hattest du auch depressionen? Hat dir den Klinik Aufenthalt den etwas gebracht? Denkst du wenn man den Plan schon hat und abgehalten davon wird das man vielleicht nach einen klinkaufenhalt alles anders sieht um guten Sinne? Ich wusste damals das sie in einer Phase war wo sie es sehr schwer hatte, deine Gefühle wie du sie beschreibst zu diesen Zeitpunkt war sie in einer Klinik. Anfang war sie total verschlossen hat sich nicht geöffnet und als ich an den Wochenenden kam um sie abzuholen war sie wie ausgewechselt glücklich lachte und sagte alles seih besser es hilft ihr dort sie hat wieder andere Perspektiven doch in Wirklichkeit war alles anders? Wie kann man so etwas vorspielen? Das kostet doch enorm viel Kraft ständig hinter einer versade zu sein! Doch zwischendrin merkte man wie diese bröckelt doch sie zwingend daran hält die Bruchstücke festzupressen. Wie kann man jemanden in diesen Zustand helfen? Ich will es einfach verstehen können vielleicht kann ich dann besser damit abschließen? Ich weiß es nicht aber ich muss sie gehen lassen :°( doch plagen mich so viele schuldgefühle.

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