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Stimmung und Gefühle am Sterbebett

M6isysMarixe hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

ich war gestern nochmal bei meinem Opa. Wohl das letzte Mal denn er hat wohl nur noch wenige Tage.

Er war durch Morphium nicht mehr bei Bewusstsein.

EIgentlich wollte ich gar nicht mehr vorbeischaun wenn ich hatte mich am Freitag bereits verabschiedet.

Meine Mutter meine aber ich soll... und nun geht es mir schlecht. ich konnte nicht schlafen, kann an nichts andere denken und es tut weh..... Am Freitag war das noch nicht so.

Und die Stimmung in dem Raum.... ich kenne sowas nicht. Kalt, als wenn schon jemand über ihm schwebt der auf ihn wartet.

Haltet mich jetzt nicht für blöd. Aber für mich sah es aus und fühlte es sich an, als ob er innerlich nun voll da wär. Er hat mit schnellerem Atmen und Zucken reagiert als ich da war.

Wie ein Goldfisch im Glas der raus will und wartet bis das Glas bricht :( So komisch war das. Als ob seine "Seele" rauswollen würde aber noch nicht kann.

Habt ihr das schon mal erlebt?

@:)

Danke!

Antworten
YkaHbxb


Ich hab das schon zwei mal erlebt ,ein Mal schlimmer und das zweite Mal eher gemächlich.

Meine Oma hatte trotz Absetzen der Ernährung, Wasserzufuhr und eines geschätzten Gewichts von 27kg einen über 1,5 Wochen langen Todeskampf. Ansprechbar war sie zu der Zeit nicht mehr, hat aber auch meiner Wahrnehmung nach, auf gewisse Art und Weise reagiert. Zuckungen, und unterschiedlich schnelle Atmung.

Beide Male hat es mich extremst schockiert wie schwer sterben überhaupt sein kann, und der Körper, oder vieleicht auch nur der letzte Funken Verstand immer noch am Leben hängt.

Rückblickend betrachtet ist es nicht einfach einen geliebten Menschen so zu sehen, aber mir hat es indirekt bei der Bewältigung meiner Trauer geholfen. Denn so wie beide in den letzten Monaten und Wochen noch gelebt (eher vor sich hin vegetiert sind) haben hätte ich sie nie haben wollen. Und da man nun mal nicht die Oma von früher zurück haben kann sondern nur den schlimmen IST-Zu stand beibehalten kann, empfinde ich das Sterben in einer solchen Situationen als eine Art Befreiung und als sehr positives Ereignis. Dieser Gedanke hat mir unheimlich geholfen, und vielleicht hilft es auch dir.

Lass dich drücken :�_

F}iz`zlyp:uzzlxy


Er war durch Morphium nicht mehr bei Bewusstsein.

MissMarie es ist nicht einfach von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen und ich wünsche dir viel Kraft. Auch wenn dein Opa nicht mehr so richtig alles wahrnimmt weil die Morphingaben ihm den Abschied ohne Schmerzen erleichtern sollen, so nimmt jedes Wesen alles über das Unterbewusstsein wahr. Davon bin ich überzeugt. Du hast ja auch geschrieben:

Aber für mich sah es aus und fühlte es sich an, als ob er innerlich nun voll da wär. Er hat mit schnellerem Atmen und Zucken reagiert als ich da war.

Wenn Du dich nach deinem Empfinden schon von deinem Opa verabschiedet hast, dann lass dich nicht zu einem weiteren Besuch drängen. Solltest Du in dir diesen Wunsch doch noch mal verspüren, dann nimm doch vllt etwas mit, was dir dein Opa geschenkt hat. Das kann ein schöner Nachmittag gewesen sein. Erzähle ihm davon, wenn Du kannst halte seine Hand und lächle wenn möglich. Dein Opa wird das spüren. Sag ihm, dass Du immer daran denken wirst und dann ganz besonders an ihn denkst. Und das Du dich mit dieser schönen Erinnerung von ihm verabschieden willst. Drück oder streichle ihn, was immer dir wichtig ist.

Dann könnte auch die von dir empfundene Kälte in diesem Raum nicht mehr spürbar sein.

Du kannst aber alles was Du vllt noch sagen möchtest in deiner Wohnung, oder an einem schönen Ort im Park, Wald vornehmen. Du kannst auch darum bitten, dass dein Opa in Ruhe gehen kann, ohne sich noch länger quälen zu müssen. Alles Liebe :°_

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