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Liebe des Lebens bei Unfall getötet

P6hoenixx93 hat die Diskussion gestartet


Hi,

ich bin mitte 20 und seit ca 7 Jahren über alles in eine Person verliebt. Die Person und ich haben uns damals kennen gelernt und wir kamen freundschaftlich gut miteinander aus. Sie wusste nie dass ich sie über alles liebe und war selbst immer in einer glücklichen Beziehung. Ich weiß aber, dass die Person definitiv nie an mir interessiert war und ich wollte daher zumindest den freundschaftlichen Kontakt ausbauen. Das war aber kaum möglich da wir völlig verschiedene Freundeskreise haben. Voller Eifersucht und Liebeskummer hab ich dann oft überreagiert wenn ich die Person zufällig getroffen habe. Das hat dazu geführt dass sie mich (zurecht) nicht mehr leiden konnte.

So verging Jahr um Jahr. Ich dachte jeden Tag an Sie und mein Lebenssinn bestand darin, sie am Wochenende hoffentlich zufällig zu treffen, in der Hoffnung mich mit ihr aussöhnen zu können.

Ich weiß, rational betrachtet war das alles sinnlos, aber die Liebe war eben so unerträglich stark, dass ich wie in Trance vor mich hin lebte. In dieser Zeit war ich nie Glücklich, aber es war okay, denn alle paar Wochen bin ich ihr über den Weg gelaufen und war dann wieder ne Weile auf Wolke 7.

Mein Liebesleben ist also völlig gestört, das ist mir klar. Dennoch hab ich sonst n normales Leben mit Studium, Hobbys und Freunden. Nur Glücklich war ich halt bisher nie.

Vor wenigen Tagen kam dann die schlimmste Nachricht meines Lebens. Meine große Liebe ist bei einem Verkehrsunfall brutal getötet worden. Obwohl sich in meinem Alltag nichts geändert hat bin ich jetzt ein psychisches Wrack.

Der Schmerz ist unerträglich und ich frage mich nach dem Sinn meines Lebens.

Ich weiß nicht ob mich ihr Tod so extrem fertig macht, oder die Tatsache, wie schlecht ich mich gegenüber ihr verhalten habe und dies niemehr ändern kann.

Die Person war auch aus objektiver Sicht ein besonderer und großartiger Mensch. Unglaublich ehrlich, liebevoll, treu. Sehr sympathisch und beliebt. Sie war sehr klug und wunderschön. Daher war die große Kirche bei der Beerdigung auch voll und dutzende menschen mussten drausen bleiben.

Die Beerdigung war unglaublich würdevoll. Es wurde das Lied "So wie du warst" abgespielt, dannach war die Beerdigung ein furchtbares Tränenmeer. Ein paar Trauergäste haben völlig die Fassung verloren. Es war der traurigste Tag in meinem Leben.

ich habe schon einige Verwandte verloren. Doch diesmal ist es ein deutlich brutalerer Schmerz.

Nun sitze ich alleine daheim. Sollte dringendst meine Abschlussarbeit fertigschreiben aber die ist mir jetzt völlig egal.

Ich schaue ständig alte Bilder an, höre "So wie du warst" und breche stänig in Tränen aus und mein Magen fährt seit Tagen Achterbahn.

Habe Bilder vom Unfall. Dort liegt der wunderbare Mensch unter einer weißen Decke in einer matschigen Pfütze aus Blut. grundsätzlich machen mir solche Bilder nichts, bin selber in der Feuerwehr. Da es aber die Liebe meines Lebens ist macht es mich unbeschreiblich traurig.

Nun, so ist das Leben.

Allerdings weiß ich nicht, ob und wie ich mein Leben nun wieder etwas lebenswert machen kann.

Ich weiß, das braucht Zeit. Ich bin mir aber sicher, ich werde nie mehr richtig lieben können. Noch einmal würde mein Körper das nicht aushalten können. ich bezweifle auch dass ich jemals "Glücklich" sein werde. Seit ich die Person kenne ist sie das wichtigste für mich. es gibt keinen grund zur Annahme, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird. Ich war mir immer sicher, dass sie will oder niemanden.

Habe mich in den letzten Tagen viel mit dem Sinn des Lebens beschäftigt und mit Religionen. Ich bin Agnostiker, tendiere aber sehr zum Atheismus. Ich halte es für wahrscheinlich, dass meine große Liebe nicht mehr existiert. Lediglich noch als virtuelle Projektion in meinem Gehirn. Das zermürbt mich total.

War von euch schonmal jemand in so einer Situation?

Wie seid ihr da herausgekommen?

Würde mich freuen wenn sich jemand die zeit nimmt und darauf eingeht. Danke.

Antworten
C~omrxan


Ich habe glücklicherweise selbst so etwas noch nicht erleben müssen. Aber "ein paar Tage" scheint mir sehr frisch und dein Zustand verwundert mich nicht. Auch ohne ständigen Kontakt war sie ein sehr wichtiger Mensch für dich und du trauerst nicht nur, sondern bist auch durch die Umstände ihres Todes unter Schock und natürlich auch wegen der nicht ausgesprochenen Dinge.

Letzteres finde ich normal - wenn jemand Nahes stirbt, macht man sich Gedanken, ob man noch alles sagen konnte, was man gerne sagen würde. Auch den Schock durch den Unfall finde ich normal. Das "Selbstquälen" durch die Bilder und den Song kenne ich auch von anderen Verlusten - mir ist das nicht fremd, auch wenn ich die Ursachen dafür nicht kenne. Ich vermute, dass die Seele dies einfach verlangt, dass man hungrig danach ist, diesen Moment zu durchleben, bis diese Dinge bewältigt sind.

Ich wünsche dir viel Kraft und auch Geduld für die nächsten Wochen. Aber nach allem, was du schreibst und was ich bisher im Leben erlebt habe, wirst du es schaffen, diesen Zustand wieder zu überwinden. Gönn dir genügend Zeit. :)_

PwhoeniMx9x3


Es war mit der größte Fehler in meinem Leben, dass ich mich aufgrund meiner eigenen Unzufriedenheit mit der Person zerstritten habe. Teilweise habe ich sie sogar bewusst leicht provoziert, ausschließlich um einen Kontakt mit ihr herbeizuführen. Ich war völlig verblendet und hab ihr damit nicht nur Unrecht getan, sondern habe auch rein garnichts erreicht außer mich selbst zu diskreditieren. Ganz am Anfang hat sie mich noch gemocht. Da hat sie mich auch mal einfach so in den Arm genommen. Das war so wunderschön. Zum Schluss hat sie von sich aus nichtmal mehr gegrüßt. Das habe ich also mit meinem Verhalten erreicht. Und nun ist sie für immer und ewig tot. Das wird mich bis zum Ende meines Lebens enorm belasten.

Ja, ich hänge auch ständig vor den alten Fotos, den Unfallfotos, observiere ihren Facebook- Account und höre die Lieder der Beerdigung.

Ich befürche, dass ich mich damit sukzessive selber zerstöre, aber ich kann es einfach nicht sein lassen. Zu viele großartige Momente assoziiere ich damit.

Ich komme mir einfach so gefangen, einsam und verlassen vor in dieser emotionalen Ausnahmesituation. Alles scheint völlig surreal. Wie ein Alptraum. Der niemals endet. Doch ich weiß es ist die brutale Realität die mich an den Abgrund treibt.

Ich denke die Zeit heilt selbst diese Wunden. Aber auf meinem Herz ist jetzt schon kein Platz mehr für neue Narben. Wirklich darüberhinwegkommen werde ich darüber sicherlich nie.

Die Liebe kann das größe Geschenk auf Erden sein. Oder aber auch der schlimmste Fluch. In meinem Leben ist wohl Zweiteres der Fall.

Mir fehlen die Worte :°( :°( :°(

S'indi$sWtra


Lieber Phoenix, dein Name ist doch schon ein Omen, wie Phoenix aus der Asche usw. :-)

Aber zum Thema, du hast Trauer, Trauerarbeit vor dir mit der ganzen Palette an Gefühlen, die dazugehören.

Ich habe so etwas Ähnliches wie du erlebt, wirklich ähnlich, bei mir war es ein Er und diese Verliebtheit dauerte in Summe an die zwanzig Jahre, also weiß ich, was du meinst, was du fühlst, wie es dir geht.

Bei mir begann die Ablösung mit der räumlichen, absoluten Trennung und damit war jegliche Möglichkeit des zufälligen Treffens hinfällig und ich bin schon ein wenig älter als du also war da auch nichts mit den sozialen Medien, was für mich sicherlich sehr sehr gut war.

Und ich habe mir ganz ehrlich einige Male selbst vorgesagt, weil ich es auch öfter so wo gelesen hatte, es ist Trauer, es ist Abschied, man muß das genauso sehen, es sich selbst genauso zugestehen und dann kann man auch irgendwann aus diesem tiefen Tal wieder auftauchen.

Ich habe nun seit vier Jahren gar keinen Kontakt mehr und nach einer wirklichen Phase der Trauer ist jetzt nur mehr Wehmut übrig. Wehmut, wenn ich mich mal in Erinnerungen fallenlasse und manchmal auch wieder kurze Trauer, daß es mir in diesem Leben nicht vergönnt war, mit ihm zusammenzukommen. Aber ich glaube auch wie du nicht, daß es nach dem Tod noch etwas gibt, also ist es vorbei und aus.

AberWehmut ist kein gar so schlechtes Gefühl, ich wünsche dir, daß du dorthin kommst in einiger Zeit @:)

p8eter<1964


schlimm was Du durchlebst.

Aber ihr wart nicht zusammen, keine Kinder, kein Haus..usw...ich würde mich da nicht so hineinsteigern. Viele Menschen verlieren Menschen, die sie kennen, die sie liebten, respektierten. Das Leben muss weitergehen....es gäbe uns sonst nicht.

Ich würde aufhören, in den accounts zu stöbern und im Selbstmitleid zu verisinken. Vielleicht ist deine Reaktion nur eine Art Ablenkung von wesentl. Dingen.

Du bist jung, schau nach vorne. Definiere Ziele, Deine Stärken, deine Freunde ...das Leben geht weiter. Du bist nicht verantwortlich für dern Verlust. denk an dein Leben...auch wenn du atheist bist, oder vielleicht neokreatonist....die Zukunft wird es zeigen. aber es bringt nix, wenn du zugrunde gehst...

gruss

peter

Ppho0exnibx93


Ja danke.

Sicherlich ist es das einzig sinvolle, die Gedanken zu verdrängen und nach vorne zu schauen. Und das beste aus der Situation zu machen. Aber das ist trotzdem unglaublich schwierig. Das "Herz" ist da einfach viel stärker als der verstand. Wenn ich daran denke, wie schön es rein theoretisch hätte sein können :°(. Trotz Freunden, Hobbys und Karrierechancen fühle ich mich einfach dermaßen alleine und unglücklich....

Bisher war ich immer Agnostiker und habe insgeheim aber gehofft, dass es nach dem Tod weitergeht. Das hat mir bisher nach dem Tod von Angehörigen immer Kraft gegeben.

Nachdem ich jetzt viel Zeit damit verbracht habe, mich mit den Argumenten von Theisten, Atheisten und Wissenschaftlern außeinanderzusetzen, bin ich aber sehr sicher, dass jegliches göttliche Wesen ein ebenso unwahrscheinliches Konstrukt ist wie zB die Zahnfee. Das sagt mir mein meiner Meinung nach gesunder Menschenverstand, aber das macht mich wiederum nochmal trauriger...

fgl}owf<low9sen


hey du,

ich weiss nicht ob es total hart klingt, vielleicht verstehst du mich auch falsch, was ich nicht hoffe.

Aber du hast dein Leben nicht gelebt, bist immer dieser Frau hinterher gerannt, ich kenne das.

Bin seit zwei Jahren nicht mehr ich, ein totales wrack.

Siehe es doch mal aus einer anderen Perspektive;

DU bist noch am Leben, Du bist am denken, am fühlen, am hoffen.

Es wäre für sie das größte, wenn du glücklich wirst, weil nur dann, und nur wirklich dann, kannst du sie auch weiterlieben

Sie wird immer in deinem Herzen bleiben, immer ein Teil von dir sein.

Vielleicht klingt es unglaublich emotionslos, aber nun ist sie Tod, du wirst sie nicht mehr zufällig sehen, versuche es für dich als Befreiung zu sehen.

Alles gute ich drück dich

Flow

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