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Mein bester Freund liegt nach einem Unfall im sterben...

s'ugoarYlovxe hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich will mir das von der Seele schreiben, auch wenn ich weiß, dass es nicht hilft.

Ich hatte vor 3 Wochen einen schweren Unfall, mit dabei mein bester Freund, habe mir selbst das Schulterblatt gebrochen. Zum Unfall will ich eigentlich nicht mehr schreiben, aber bei meinem Freund ist es nicht so glimpflich gelaufen. Seit 2 Jahren verbringen wir täglich mehrere stunden miteinander und standen uns sehr nah, jetzt steht er auf der Kippe, in den nächsten 4-6 Wochen wird sich herausstellen, ob er es schafft oder nicht. Und was mache ich, anstatt Stärke zu zeigen und mich zuversichtlich zu geben häng ich im Bett rum und heul. Prognosen sind schlecht, aber etwas Hoffnung gibt es noch...

Antworten
Bflecdhpirxat


Schrecklich. Mir läuft es gerade eiskalt den Rücken runter. Ich wünsche Dir viel Kraft für die nächste Zeit :)*

Du solltest bei ihm sein, so oft und so lange wie möglich. Auch wenn er nicht bei Bewusstsein sein sollte, kann es trotzdem gut sein, dass er Deine Anwesenheit spürt und sie ihm Mut gibt. :)* :)* :)*

P1eddxi


Ja ich möchte dir auch viel Kraft wünschen. Hast du einen Psychologen?

s=utgakrloxve


Ne einen Psychologen habe ich nicht. Ich habe einige Freunde und Familie, aber zur Zeit will ich nicht wirklich jemanden sehen. Es bringt ja auch nichts, ich kann nichts tun, das würde es denke ich leichter machen, wenn ich irgendetwas tun könnte, ne Aufgabe hätte die etwas bringt. Mein Partner darf mir derzeit Gesellschaft leisten, auch wenn ich sicher derzeit nicht die angenehmste Gesellschaft bin. Von der Arbeit hab ich mir frei genommen, erst war ich krank geschrieben hab dann aber noch Urlaub dran gehängt. Krank bin ich ja nicht mehr, nur traurig. Ich hab bisher immer gedacht, dass ich sehr zäh bin und mit allem allein fertig werd, aktuell hab ich mich dafür aber wenig im Griff. Ich schlaf auch nicht gut, wach manchmal auf und wein einfach... Dass die Prognose aber so schlecht ist hab ich selbst erst am Freitag erfahren. Man redet sich selbst ja gern ein, dass es alles wieder wird und so, aber am Ende könnte ich nur diesen scheiß Tag verfluchen und weiß natürlich, dass es unwahrscheinlich is, dass es wieder wird :°( Gleichzeitig könnte ich mir aber auch in den Arsch beissen, weil die Zeit der Trauer ja erst dann gekommen sein sollte, wenn keine Hoffnung mehr besteht, aber ich krieg den positiven Hoffnungsgedanken nicht wirklich in den Kopf.

Entschuldigt dass ich so unkonzentriert schreibe, ich merk selbst beim tippen, dass es alles etwas schief ist, aber ich steh irgendwie neben mir :(

scugar/love


Ich muss sagen, ich fühle mich auch ein bisschen schuldig an dem Unfall. Ich mein klar, ich habe nicht vorhergesehen, dass etwas passiert und ich war auch nicht grob fahrlässig oder so. Maximal leicht fahrlässig, je nach Definition. Aber wäre ich an dem Tag einfach im Bett geblieben wäre auch nichts passiert. Einfach mal ein Tag vorm Fernseher mehr und alles wäre jetzt anders...

sfchilrchexr


Liebe sugarlove,

das ist schrecklich und Du stehst, wie Du sagst neben Dir. Es ist gut, dass Du hier schreibst. Natürlich ändert das nichts, aber Dir hilft es vielleicht ein kleinbisschen.

Gib die Hoffnung nicht auf, solange es Hoffnung gibt! Vielleicht schafft er es. Ich wünsche es Dir und ihm so sehr!! :)*

stuga^rloNvxe


Hab ihn gerade besucht, hab währenddessen nicht geweint :) so soll das sein. Geh abends nochmal vorbei.

P@lRa`cebo0x906


Auch wenn du im Bett geblieben wärst, hätte deinem besten Freund an diesem Tag was zustoßen können, nur dann vl eben ohne dir dabei.. es hätte auch sein können das er am Tag darauf die Treppe runter fällt und sich das Genick bricht oder oder oder.. das bringt nichts darüber zu senieren was wäre wenn... Du kannst da nichts dafür..

Leider ist es so wie es ist.. :-( und das ist wirklich tragisch und für dich natürlich sehr schlimm.. deine Trauer ist natürlich auch ein Zeichen von Angst ihn wirklich zu verlieren..

Du meintest es würde dir besser gehen wenn du eine Aufgabe hättest.. mach es doch zur Aufgabe deinem besten Freund jeden Tag den du ihn besuchst eine Geschichte/Situation zu erzählen die ihr zusammen erlebt habt und in der ihr Glücklich wart.. ein Missgeschick das euch passiert ist, eine peinliche Situation, ein tolles Abendessen, eine tolle Party, ein Urlaub.. einfach an was du dich erinnern kannst.. er bekommt das bestimmt mit, auch wenn er es dir vl. nicht zeigen kann.. ;-) scheint dir vl. nur eine "klein" Aufgabe zu sein die nichts bringt.. aber dem ist nicht so... das bringt dir und aber auch deinem besten Freund was.. @:)

Ich wünsch dir aufjedenfall ganz ganz viel Kraft für die nächste Zeit und werde aufjedenfall eine Kerze anzünden für deinen Freund, dass er es doch schafft :)-

W]M 2?014


Wünsche dir die Kraft das Alles durchzustehen. @:)

Alles "hätte, wenn und aber" hilft jetzt absolut nicht. Es ist - so hart wie es klingt - einfach so, wie es ist. So ist das Leben.

Ich würde dir raten, dich dennoch weiter krank schreiben zu lassen. Auch Traurigkeit kann jemanden arbeitsunfähig machen. Dein Urlaub sollte der Erholung dienen und nicht so "verschwendet" werden.

Du schreibst, du warst leicht fahrlässig. Ich nehme an, es handelt sich um einen Verkehrsunfall und du bist gefahren?

C=obm'ran


Das sind ja keine schönen Nachrichten. :°_

Mein Partner darf mir derzeit Gesellschaft leisten, auch wenn ich sicher derzeit nicht die angenehmste Gesellschaft bin.

Wie meinst du das? Es geht hier nicht darum, dass du eine angenehme Gesellschaft für ihn bist. Sondern dass er dich in dunklen Zeiten stützt und dir zur Seite steht. Es kommt bestimmt der Tag, wo es auch ein mal andersrum ist. Aber momentan mach dir da kein schlechtes Gewissen und lass den Zustand einfach zu. Es ist dein Partner - er wird versuchen, das zu tun, was dir am meisten hilft. Sei es dass er da ist oder dass er dich alleine lassen soll. Aber jetzt im Moment geht es darum, dass du durch diese Zeit durchkommst. :)*

Ich muss sagen, ich fühle mich auch ein bisschen schuldig an dem Unfall.

Warum magst du nicht mehr zum Unfall schreiben? Es macht schon einen großen Unterschied, ob man nur Angst um den Freund hat, oder sich auch selbst die Schuld daran gibt. Ich hatte auch mal einen Autounfall und drei Personen im Auto. Ich war auch selbst schuld. Aber im Laufe der Zeit habe ich verstanden, dass ich zwar technisch schuld war, aber dass sich vermutlich jeder in dieser Situation in diese Lage gebracht hätte. Sprich: wäre irgendjemand anderes gefahren, hätte er vermutlich genauso gehandelt wie ich. Ich war auch nicht wagemutig, habe lediglich keine "Vollkaskovorsicht" walten lassen. Und zusammen mit einem anderen unvorhersehbaren Ereignis führte mein Verhalten dann zum Crash. Aber niemand ist wirklich auf jede Unwägbarkeit vorbereitet. Vielleicht habe ich sogar einen schlimmeren Unfall verhindert, indem ich gefahren bin und nicht jemand anderes - wer weiß das schon.

Aber wäre ich an dem Tag einfach im Bett geblieben wäre auch nichts passiert. Einfach mal ein Tag vorm Fernseher mehr und alles wäre jetzt anders...

Ja, das sind die Momente, wo man am liebsten die Zeit anhalten möchte und eine zweite Chance wünscht. Das Gefühl kenne ich. Es geht zum Glück vorbei.

Ich drücke deinem Freund ganz fest die Daumen, dass der Unfall doch ohne Folgen bleibt. @:) @:)

s.ugTarloxve


Wir waren unterwegs, nass, bergab, für das wetter zu schnell und ich hab die Kontrolle verloren. Das ging alles so schnell dass ich es nicht wirklich rekonstruieren kann, hab selbst einen kleinen black out vom direkten Unfall, jedenfalls sind wir durch ne Mauer gerutscht... Ich hab mir vorgenommen jeden Tag vorbei zu gehen und ihn zu besuchen und nicht zu weinen...

Cnomrxan


Auto oder Motorrad? :-/

Das mit dem Blackout kenne ich von meinem Unfall. Ich weiß noch, wie die Scheinwerfer den Wagen vor mir plötzlich sehr nahe anleuchteten, dann habe ich eine Lücke (war nicht KO, maximal benommen) und als ich wieder bei Sinnen war, war hinter uns schon Stau auf der Autobahn und Leute waren aus ihren Autos ausgestiegen und kamen zu uns an die Türen.

Ich fühlte mich auch schuldig, dass ich die anderen in Gefahr gebracht habe (bei meiner Freundin war damals die Brille zerbrochen und sie hatte ein Schleudertrauma, sonst war nichts passiert). Dabei musste ich erst im Laufe der Tage analysieren, wie es eigentlich dazu gekommen war.

Kannst du dich erinnern, dass du bewusst flott unterwegs war, oder diktiert dir das deine Wahrnehmung und dein schlechtes Gewissen? Vielleicht war der Fahrbahnzustand auch einfach so, dass man ihn unterschätzt und Fehler macht. Manchmal hat man auch einfach Pech ...

Was für Verletzungen hat dein Freund akut und was ist am kritischsten?

Mensch, ich drück ihm echt die Daumen - und dich gleich mit. :°_

BDlec hpirat


Mach Dir um Himmels Willen keine Vorwürfe. Wer sich auf einen Bock klemmt, oder auch in ein Auto setzt, in einen Zug steigt, morgens vor die Haustür tritt (...), der weiß, dass damit ein gewisses, nicht vorhersehbares und nicht vermeidbares Risiko verbunden ist. Nennt man "allgemeines Lebensrisiko". Diese Bezeichnung ist durchaus treffend, denn sie deutet an, dass man es nur vermeiden könnte, wenn man das Leben selbst vermeiden würde.

Das Schicksal schlägt zu, wo und wann es will, da machste nix dran. Deshalb ist JEDER Gedanke der Marke "wär ich doch im Bett geblieben" vollkommen sinnlos, denn Du kannst nicht jeden Tag im Bett bleiben. Lass daher solche Gedanken gar nicht erst zu! :)*

Jeanu4arbl$ume


Es tut mir sehr, sehr leid für deinen Freund. Wie ist denn der Zustand? Immer noch unverändert? Wenn du jetzt für ihn da bist, wird er das spüren. Und, ich sehe das so. Jeder Mensch ist wie ein Buch. Auf der ersten Buchseite wird er geboren, wenn er stirbt kommt die letzte Seite. Gib dir keine Schuld daran, denn es ist doch irgendwie vorher bestimmt. Man redet doch manchmal so blöd daheer:" Mir kann auch ein Dachziegel auf den Kopf fallen, und ich bin tot." Heißt so viel, man kann es eh nicht vorher bestimmen.

Grähm dich nicht mit Schuldgefühlen. Du bist und bleibst ein toller Freund. Wenn ich könnte, würde ich dich gern drücken. Such dir Hilfe, bei einer neutralen Gesprächsperson. Ein Neurologe oder Psychiater sollte dich als Notfallpatienten bedienen können.

Geh mal von der Seite aus, dass er alles überlebt. Dann wird euch das Ereignis für immer und ewig zusammen schweißen. Die schöne Zeit mit ihm, kann dir sowieso keiner nehmen, auch nicht die Erinnerung. Nur, hätte, wenn und aber darfst du nicht in deinen Kopf kriegen. Das war ein Unglück. Und, du wirst sehen, er schafft es!!! :)*

Jpanua-rb_lume


Sorry, ich dachte du wärst ein Mann. Dann bleibst du die gute Freundin

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