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Emotional aufgewühlt über geweckte Erinnerungen

L]ilja24evexr hat die Diskussion gestartet


Liebes forum Ich hoffe dass ein paar diesen Beitrag lesen und mir vielleicht etwas helfen können

Mein Vater is vor zehn Jahren als ich 15 war an Krebs gestorben. Es war eine schwere Zeit mit chemos immer zwischen hoffen und bangen bis letztlich nichts mehr ging.

Zeitsprung zehn Jahre später.

Meine Schwester hat am Wochenende ihre Hochzeit gefeiert groß mit 120 Menschen, War auch ein sehr schönes Fest. Jedoch am Anfang sie eine Rede gehalten wo sie jedem Gast einen Schluck von Papas liebelingsrotwein hat einschenken lassen, dann den songtext von walzer für dich von pur vorgelesen und dann das Lied hat spielen lassen, der ganze saal hat ausnahmslos geweint . Sie hatte meiner Mutter und mir vorher nichts davon gesagt gehabt. Und jetzt bin ich total verwirrt muss ich sagen. Einerseits finde ich es ne schöne Idee und auch zu zeigen hier sollte eigentlich noch jemand da sein.

Aber irgendwie dadurch dass sie es mir nicht gesagt hatte hab ich mich gezwungen gefühlt mich Emotionen auszusetzen die ich in dem Moment nicht so haben wollte die mir zu intim waren, weil ich mich der Situation auch nicht entziehen konnte , da ich nicht durch aufstehen und rausgehen das fest meiner Schwester kaputt machen wollte. Ich weiß dass ansprechen bei meiner Schwester wahrscheinlich nachträglich keinen Sinn hat, aber ich muss sagen dass ich das irgendwie nicht so einfach wegstecke. Ich hätte sowas wie mit dem Wein wahrscheinlich auch gemacht aber es danach gelassen. Ich dachte halt auch sie kennt die Geschichte von den anderen Gästen nicht, man hätte nicht wissen können was es in ihnen auslöst. Das Problem war auch dass dieses Lied einfach so 100% auf ihn und mich und auch auf sie zutraf. Aber sie hätte es uns vorher sagen müssen oder ?

Vielleicht hilft es mir zu wissen wie ihr sowas empfindet ?

Antworten
K?rabEbe lkä#ferxle


Ich finde das nicht schlimm. Aus meiner Sicht ist es allein deine Sache, wie du damit umgehst.

Für mich wirkt es, als hättest du längst nicht mit seinem Tod abgeschlossen und willst die Emotionen die da hochkommen nicht zulassen.

Ich hätte es vorher auch nicht gesagt, wäre ich deine Schwester gewesen. Es ist nicht schlimmes, find ich.

LDiljja"4evexr


Aus welchem Grund hättest du es nicht gesagt ?

T|ha:linxa


Mein Vater ist gestorben als ich 13 war und ich habe natürlich sehr getrauert. Ich denke auch heute noch an ihn, aber es ist nicht mehr so schmerzhaft.

Deine Schwester hat in meinen Augen nichts unangemessenen gemacht, es war ja nicht erst drei Monate her.

Es wirkt für mich eher als hättest Du das überhaupt nicht verarbeitet, dafür kann aber Deine Schwester nichts.

Eine meiner Schwestern bricht auch heute noch, 26 Jahre nach seinem Tod, jedes Mal in Tränen aus wenn sie an unserem Vater denkt und hat offensichtlich gar keinen Weg gefunden das zu verarbeiten.

Es gibt auch Therapeuten die mit Trauernden Arbeiten. Vielleicht wäre das etwas für Dich?

Deine Schwester hatte eine sehr schöne Idee und da es nicht ein oder zwei Jahre her ist sondern immerhin schon zehn, hätte sie Dich nicht "warnen" müssen. Dass Die da nervlich völlig am Boden ist nur weil da an Deinen Vater gedacht wird, ist nicht zu erwarten gewesen.

LDilja04e)ver


Klar habe ich damit nicht abgeschlossen. Ich glaube nicht dass man jemals mit seinem Vater abschließen kann. Wie soll das abgeschlossen haben überhaupt aussehen. "Ach ja da gab's ja mal jemand vor zehn Jahren der bei uns gewohnt hat."

Er wird mir immer fehlen. Er wird fehlen als Opa für meine Kinder , er wird fehlen wenn ich zum Altar gehe, er fehlt mir weil er mir so ähnlich war , weil er so politisch interessiert war, seine Lebenserfahrung fehlt mir, seine Geselligkeit, er fehlt mir wenn andere Freundinnen ihren Papa zur Hilfe bitten können ... klar kann ich sagen ich Trauer nicht mehr. Aber fehlen wird er immer

LQiljan4exver


Und nein ich breche nicht in Tränen aus nur weil von ihm rede. Aber ja ich fand es übegriffig und ich hätte es eher verstanden wenn es drei Monate her gewesen wäre. Aber so konnte ich nicht damit rechnen. Aber da bleibt wieder die Frage warum sie es nicht gesagt hat

ak.fi,sxh


Ich werde auch nicht so gerne an meinen verstorbenen Vater erinnert und wäre in Deiner Situation bestimmt auch überrumpelt gewesen. Ich empfinde die immer noch anhaltende Trauer um ihn als etwas intimes, das ich nur mit wenigen Menschen teilen möchte, und um ihn zu weinen ist etwas, was ich nur alleine tue (/n mag). Also ich kann Dich da, denke ich, voll und ganz verstehen. Deiner Schwester scheint es da anders zu gehen und sie hat der Erinnerung an euren Vater auf ihre Weise Respekt gezollt. Die Geste an sich finde ich sehr schön und bewegend - auch wenn sie für Dich etwas zu bewegend ausgefallen ist.

Nach zehn Jahren ist ein Verlust für den "Durchschnitt" nicht mehr so frisch, dass er grundsätzlich tabu wäre (der Tod meines Vaters liegt noch länger zurück, aber man muss halt auch mal realistisch sehen, dass es vermutlich nicht ganz "normal" im Sinne von üblich ist, dass man nach so langer Zeit nicht drüber weg ist. Ich finde das weder schlimm noch denke ich, dass man da irgendetwas tun müsste, aber dass ich und auch Du damit nicht so ganz im üblichen Rahmen liegen, muss man halt so annehmen).

Ich habe da eine empfindliche Stelle und Du wohl auch, es ist schön, wenn darauf geachtet wird, aber wenn nicht, dann nehme ich das auch niemandem übel, weil es eben nichts ist, womit man rechnen muss.

Und eigentlich ist es ja auch nichts schlimmes. Traurig sein, an Trauer erinnert werden - das fühlt sich natürlich erst einmal nicht schön an, aber letztendlich ist ein Verlust etwas, mit dem man leben muss und leben kann und das weiß man ja auch. Man lebt ja damit und weiß, dass die Traurigkeit auch wieder in den Hintergrund tritt. Und vielleicht etwas Dankbarkeit und Liebe zurück bleibt, denn an einen geliebten Menschen zu denken ist doch eigentlich auch eine schöne Sache. Daher würde ich auch die "Gefahr", dass sich einer der andere Gäste davon zu arg betroffen fühlt, als nicht so kritisch einschätzen.

Ich denke, mit etwas Abstand wirst Du vielleicht sogar mit guten Gefühlen auf die Hochzeit und diese Geste zurückblicken. Lass Dir Zeit damit und wenn Du jetzt wieder einiges in Deinem Herzen und Deinem Kopf bewegen musst, naja, dann ist da jetzt vielleicht Zeit für. Ich habe das im Laufe der Jahre so erlebt - manchmal ist Zeit zu trauern und traurig (oder auch wütend) zu sein und dann geht diese Zeit auch wieder vorbei. Äußere Umstände mögen das triggern, aber auch unabhängig davon halte ich das für einen Verarbeitungsprozess, der einfach ablaufen muss.

aT.fis;h


Ich würde so etwas übrigens nicht machen, eben weil es mir zu intim wäre. Zu meiner Hochzeit habe ich viel an meinen Vater gedacht, aber ich habe das nicht in die Trauung oder die Festlichkeiten einfließen lassen. Aber mein Bruder hat in z.B. bei siner Hochzeit erwähnt und das war insofern okay für mich, weil ihm - also meinem Bruder - ja genauso zusteht, damit so umzugehen wie er das möchte.

1;a+1aP=2aa


Naja, weißt du...das Leben löst von morgens und abends bei einem immer irgendwas aus oder konnte auslösen. Wenn man da ewig Vorhaltungen machen würde. Du mußt mit deinen Gefühlen lernen umzugehen, nicht die Schwester muß ihre Vorgehensweisen ändern.

TYha(linxa


Abschließen ist nicht vergessen!!! Glaubst Du etwa, irgendjemand vergisst seinen Vater einfach?

Der Schmerz wird einfach leichter zu ertragen. Die Wunde vernarbt, sie verheilt nicht richtig.

Dass Du es schon "übergriffig" findest dass sie auf der Hochzeit ihres Vaters gedacht hat ohne Dich zu informieren (,und das tut sie ja weil sie auch an ihn denkt) ist für mich zu weitgehend. Es war ja ihre Hochzeit und dass es emotional aufwühlt ist logisch. Aber eben auch ihr gutes Recht.

Ich sehe es ganz grob gesagt einfach als Dein Problem an ob Dich das so stark trifft. Ich finde einfach nicht dass sie da was falsch gemacht hat nur weil es Dich unangekündigt "trifft"

Kyrabjbel{käfeRrle


Ich denke du musst einfach akezeptieren, dass deine Schwester das anders verarbeitet hat als du.

Du kannst sie dafür nicht verurteilen, dass sie nicht weiß, wie schwer dir das noch fällt. Und wenn jemand selbst nicht so empfindet, kommt man eventuell gar nicht auf die Idee, dass andere das als übergriffig empfinden.

Ihr war das vielleicht einfach wichtig, es genau so zu tun, wie sie es getan hat.

Ist es dir einfach nur anangenehm gewesen, dass andere gesehen haben, wie schlimm es noch für dich ist?

Es kommt für mich so rüber, als wolltest du vor anderen die Gefühle nicht zeigen.

Lci=lja4-eXvexr


Ich frage aber immernoch was für euch die Begründung wäre es vorher nicht zu erwähnen wenn man jedes Detail der Planung vorher abgesprochen und erzählt hat. Das ergibt sich für mich nicht. Ja der Schmerz ist natürlich zu ertragen ... ich denke an ihn mit einem Lächeln zurück und nicht dass ich weine wenn ich an ihn denke. Und das Ziel dieses Liedes war es ja Emotionen zu wecken.

Was ist denn anschließen für dich dann thalina? Dass es irgendwann in Ordnung ist dass er tot ist ? Ja es tut weniger weh es ist nicht im Mittelpunkt. Vielleicht bin ich einfach herzlos dass ich finde man sollte es nicht so inszenieren.

LYilj=a4e`voer


Naja ich hab nicht mehr geweint als alle anderen aber mich natürlich wie auf dem präsentierteller gefühlt weil eben alle unseren Tisch angestarrt haben

K'rabb(eclkäferxle


Ich frage aber immernoch was für euch die Begründung wäre es vorher nicht zu erwähnen wenn man jedes Detail der Planung vorher abgesprochen und erzählt hat. Das ergibt sich für mich nicht.

Weil sie vermutlich eine Überraschung darauß machen wollte und nicht damit gerechnet hat, dass du so reagierst.

L9il<ja4evexr


Aber krabbelkäfer sie hat ja sonst alles was die Hochzeit angeht groß besprochen , das drängt den Verdacht auf dass sie es einfach absichtlich ausgelassen hat und nicht weil sie es nicht gemerkt hat dass sie es nicht erwähnt hat

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