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"Warten" auf den Tod vom Vater.

T6estXrale hat die Diskussion gestartet


Hallo, mein Vater ist Jahrgang 1940, hat eine schwere Herzinsuffizienz. Die Ärzte haben uns erklärt, das sein Herz vergrößert und sehr schwach ist. Mein Vater ist ständig Müde, er kann in der Wohnung aber noch einigermaßen umher gehen. Er liegt viel im Bett oder auf dem Sofa. Das ist sehr traurig, weil mein Papa immer aktiv war, gerne im Garten, irgendwas Reparieren usw usw. Ihn jetzt so schwach zu sehen ist ganz schlimm. Die Arzte haben uns gesagt, das wir jede Stunde mit ihm als Geschenk sehen sollen, da sein Herz so schwach ist, kann es jederzeit einfach still stehen.....

MeinE Eltern wohnen mehrere Hundert KM von mir weg, jedes mal wenn das Telefon klingelt und ich dir nummer meiner Eltern sehe, kriege ich Panik, das es der Schreckliche Anruf ist, ich sitze auf glühenden kohlen, weil ich immer mit dem.schlimmsten rechne, wie kann ich diese anspannung los werden... Ich bin nur noch ein nervenbündel, extrem reizbar...komme nicht zur ruhe.

Antworten
hPerz1ens#gutex69


das tut mir sehr leid....

so eine anspannung wird man nicht los, wenn man einen lieben menschen verliert. kannst du denn zu deinen eltern fahren u zeit mit ihnen verbringen. vieleicht hilft dir das auch etwas... euch allen

meine mama starb mit 40 als ich 13 war ... für mich total unerwartet, ich kam also gar nicht erst dazu angst vor dem verlust zu bekommen ... für mich war mit einem mal nur doch leere u traurigkeit. ich konnte mich nicht verabschieden.

wenn du es möglich machen kannst fahr hin, verbring zeit mit deinem papa und nimm so abschied.

CDomrIaIn


Hallo Testrale,

tut mir leid, was du zur Zeit durchmachen musst. Ich kann mitfühlen, wie sich das anfühlt. Aber wenn ein Angehöriger im Sterben liegt, wird einem diese Zeit leider nicht erspart. Man kann sie nur irgendwie annehmen, aber nicht ändern. Das habe ich auch schon über mehrere Wochen mitgemacht, das Telefon immer nachts am Bett. Man lebt nur mit dem Gedanken, wann es passiert, und ist froh über jede Ablenkung, in der man mal diese Situation vergisst.

Zum Glück lebe ich keine 40km von meinen Eltern entfernt. Als der Anruf dann kam war ich auf der Arbeit und wollte gerade Feierabend machen. Es war schlimm, aber andererseits fühlte ich mich auch erlöst, weil das Warten auf das Unabwendbare nun ein Ende haben würde. Mein Bruder hingegen lebt auch 500km von unserem Elternhaus entfernt - er war zwei Wochen vor dem Tod noch da und hatte sich dann verabschiedet. Wir wussten alle, dass er meine Mutter nicht mehr lebend sehen würde. Dieser Abschied nach seinem Besuch war für uns alle schlimm, auch für ihn. Aber auf diese Entfernung ist es nun mal nicht anders möglich, wenn man sich nicht spontan lange beurlauben lassen kann.

Egal wann es passiert: es ist immer irgendwann der letzte Zeitpunkt, wo man zusammen ist. Ich hoffe, dass du deinen "Abschied" schon machen konntest und nochmal da warst. Alles andere ist Zufall und Schicksal - selbst wenn du ein Haus nebendran wohnen würdest könnte es passieren, dass dein Vater stirbt, wenn du nicht da bist.

Ich wünsche dir viel Kraft in dieser Zeit. Und dass ihr alle bald erlöst werdet. :°_

_:Sur`feYrin


Oh, das hört sich traurig an. Kann denn nichts Stabilisierendes oder Kräftigendes und Unterstützendes für das Herz getan werden?

Wfildk\atxer


:°_ Testrale ,

Sei mal lieb gedrückt, so ist das Leben halt.

Liebe Grüße *:) :)*

Baeni+taDBx.


Das kann ich gut nachvollziehen. Mein Vater liegt auch im Sterben, mit Leukämie. Er hat nur noch wenige Blutkörperchen, er schläft viel. die Blutgerinnung funktioniert auch nicht mehr.

Ich bin im Ausland und fahre morgen zurück, dann zu ihm. Ich werde den Rest seiner Tage bei ihm sein. Da ich selbst schon in Rente bin, geht das problemlos.

Mein Vater ist über 90, gelebtes Leben. Das Wissen um das Ende stimmt traurig, es ist aber unabwendbar. Man möchte, dass das Leiden ein Ende hat und man möchte gleichzeitig, dass alles ist, wie in Zeiten ohne Krankheit.

Vielleicht könntest Du ein paar Tage Urlaub nehmen und bei Deinem Vater bleiben? Würde es Dir ein gutes Gefühl geben?

Xbiraixn


Nur weil du die situation erfasst hast, macht es das nicht leichter.

Sterben ist schwer und schmerzhaft für den Sterbenden und die Angehörigen.

Als meine Schwester ins künstliche koma gelegt wurde war mir klar....sie wird sterben. Da war sie 26. Mein vater wusste es auch. Meine mutter klammerte sich an jeden Strohhalm.

Aber der Krebs hatte sie schon zerfressen.

Als sie ins koma gelegt wurde....liess ich mich krank schreiben. Fuhr aber nicht zu meiner familie, denn meine schwester wollte nicht dass jemand sie im koma sieht ausser mama und papa...

Ich habe noch einmal telefoniert mit ihr...

Ich wusste es. Und starrte an meine wand.

Jede nacht wartete ich auf einen anruf und nach 2 wochen kam er. Morgens um halb 6.

Ich war darauf vorbereitet und brach trotzdem zusammen. Rief einen freund an um zu reden....um zu schreien und zu weinen.

Dann machte ich mich auf den weg.

Ich half dabei musik für die beerdigung auszusuchen....musik...die sie gewollt hätte... das hat mir geholfen...

Trotzdem hatte alles so einen faden beigeschmack, dass ich sie nicht noch einmal gesehen hatte....nicht noch einmal ihre hand gehalten hatte.

Wenn es dir möglich ist....gehe noch einmal zu ihm...rede noch einmal mit ihm...

Das hätte ich im Nachhinein gerne noch einmal getan.... :)_

o5nodipsMep


Das tut auch mir sehr leid. Es wäre noch eine Möglichkeit, dass Du Dich per Internet nach einer Palliativstation in einem Krankenhaus uhmsiehst. Kein Hospiz. Manchmal nimmt auch eine Geriatrie einen Sterbenden. Dort hätte er jede erdenkbare medizinische Versorgung, die er braucht, z.B. Sauerstoff und Infusionen. Es ist durchaus denkbar, dass er dort in seinen letzten Tagen regelrecht aufblüht, was ich erlebt habe. Und Dir würde es helfen, wenigstens etwas versucht zu haben. Euch viel Kraft!

T>eRstQrale


Danke für den Zuspruch. Sauerstoff hat er bereits zuhause. Wir Skypen mehrmals die Woche. aber es ist ein Tod auf Raten, bei jeden Skype sieht er etwas müder aus. Im Moment plagt ihn tägliche Übelkeit... So das er kaum was essen will. An manchen tagen wirkt er Vital, sitzt am Tisch wenn wir Skypen... Aber er kann jederzeit tot umfallen, die Ärzte haben uns alles genau erklärt...😩

h!e(rzen4sgute6x9


wie geht es dir? wenn es dir hilft kannst du bei dir im ort bei der caritas oder eine anderen beratungsstelle hilfe finden. da gibt es beratungen für sowas. zb trauercafe für angehörige, die können dir helfen damit umzugehen, auch jetzt schon. ruf da einfach mal an und frag nach.

Twestrxale


Ich bin immer sehr unruhig. Kann ja gar nicht entspannen. Wir haben wieder geskypte, er wirkt sehr müde, manchmal wirkt er auch leicht konfus. Heute hab ich überlegt, ob ich mir schon mal ein paar Schwarze Klamotten kaufen sollte, für die Beerdigung. Ich fahre ende November zu meinen Eltern, aber ich weis nicht, ob ich ich ihn noch lebendig erlebe? Ich ertappe mich dabei, zu hoffen,l das er im Schlaf, friedlich und schmerzlos stirbt. Ich will nicht, das er Angst hat oder Schmerzen!! :°( :°( :°(

huerzetnsgu=te69


hol dir hilfe, damit du damit irgendwie umgehen kannst und ehrlich gesagt reichen einfache dunkle sachen auch aus. man trauert für sich mit dem herzen und nicht mit klamotten, nur weil die meisten leute der meinung sind, dass man in der zeit der trauer schwarz tragen muss oder im anzug bei der beerdigung zu sein hat. kleide dich so wie du es möchtest, trauere wie du es möchtest wenn es soweit ist.

du weißt, dass dein papa sterben musst und du wünscht ihm wenn es soweit ist ein ruhiges sterben im schlaf, das ist ein sehr schöner wunsch. sei einfach da für ihn und wenn es auch nur über scype ist. die zeit, die ihr noch miteinander habt ist die wertvollste. :°_

C\omraxn


Ich ertappe mich dabei, zu hoffen,l das er im Schlaf, friedlich und schmerzlos stirbt.

Diese Gedanken sind für den Betroffenen vielleicht erschreckend, aber das normalste der Welt. Ein Tod, der unabwendbar ist, ein Leben, welches kaum noch Leben ist. Man merkt es den Sterbenden an, ob sie um jede Stunde kämpfen (dann soll man sie ihnen auch gönnen) oder ob sie keine Kraft mehr haben. Wenn sie keine Kraft mehr haben, dann ist der Tod eine Erlösung.

Auch an sich selbst darf (und muss) man denken. Jemanden zu verlieren und leiden zu sehen ist eine enorme Belastung. Es ist ein Eingeständnis sich selbst gegenüber, dass man auch selbst gerne erlöst werden möchte. Das ist nicht falsch, das ist nur ehrlich.

Meinen Vater fragte ich nach dem Tod meiner Mutter, ob er es auch als Erleichterung empfinden würde. Er antwortete ehrlich "Ja ... sicher.". Auch ich empfand so, trotz des Verlustes und der Trauer. Man ist nicht mehr in der Schwebe, sondern es ist konkret geworden.

TJesntrxale


Ich bin auch wütend auf ihn. Bei Gesprächen mit meiner Mutter ist ans Licht gekommen, das er bereits seit vielen Jahren immer wieder Herzprobleme hatte, aber er hat das immer ignoriert.

Meine Mutter hat mir erzählt, das er bereits Herzstolpern und Herzrasen hatte, als meine Schwester und ich noch nicht mal im Kindegarten waren! Also Ende der 70ziger, sagt meine Mutter...

Er ist aber nie zum Arzt, damals war das wohl so, Männer werden nicht krank, war die damalige Mentalität!

Jetzt ist natürlich alles zu spät, aber wenn er damals zum Arzt gegangen wäre, wurde er jetzt evtl nicht sterben müssen...

L`ep<a15


Hallo Testrale,

wie ist es euch mittlerweile ergangen?

Wir haben fast zeitgleich eine ähnliche Diagnose bekommen. Uns haben die Ärzte auch wenig Hoffnung gemacht aber bis jetzt sieht es besser aus als erwartet. Bekommt er denn Medikamente?

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