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Wie geht ihr mit wieder aufkeimender Trauer um?

XEiJra\in hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Wisst ihr, heute bin ich traurig. Heute trauere ich wieder. Morgen wäre meine Schwester 29 Jahre alt geworden. Sie ist im Mai 2013 verstorben.

Die meiste Zeit komme ich jetzt schon ganz gut aus...der Anfang war sehr schlimm, aber meine Therapie 2014 half mir sehr mit der Trauer generell umzugehen...

Nur heute... vielleicht auch morgen und übermorgen...ich habe einen Kloß im Hals, bin dünnhäutig, könnte jeden Moment losweinen. Ich spüre diese Flut in mir, weiß aber nicht damit umzugehen. Ich stehe unter Spannung, 10000Volt.

Deswegen wollte ich alle, die mal einen Menschen verloren haben fragen, wie geht ihr damit um? Geburtstage, Weihnachten, Ostern, Todestag...

Helfen euch Rituale? Vielleicht hilft es euch auch zu der Person zu beten (Ich bin nicht gläubig...trotzdem rede ich manchmal mit meiner Schwester), egal was es ist, ich würde mich freuen von euch zu hören, wie ihr mit solchen Situationen umgeht.

Die letzten Jahre habe ich mir um ihren Geburtstag und ihren Todestag immer frei genommen, weil ich vorher wusste, ich wäre nicht fähig irgendwas richtig zu machen auf Arbeit. Dieses Jahr versuche ich zu arbeiten...aber heute, heute frage ich mich, ob das eine gute Entscheidung war und ob ich mir nicht kurzfristig wenigstens morgen freinehmen soll, was wohl möglich wär... nur eben unerwartet für meinen Chef. Aber ich bin heute schon recht neben mir, wie soll es da morgen erst sein...

Antworten
N%oree>n


Weinen, die Tränen zulassen. Die Liebe zu dem Menschen, der mal war und in die "Anderwelt" gegangen ist, wieder wahrnehmen. Diese Liebe sehe ich als eigenen, ewigen Wert an, sie ist mir heilig.

Dann aber wieder ablenken, ganz zurückkommen in die Gegenwart, sonst ist für mich die Gefahr, in der Trauer steckenzubleiben, zu groß.

X#irjalin


Danke für deine Antwort!

Bei mir ist das Problem...wenn ich erstmal anfange zu weinen, komm ich da nicht wieder raus...schon garnicht auf Arbeit...

Von daher versuche ich momentan alles um es zu vermeiden...aber dadurch wird die innere Spannung nur größer :(

CEomDran


Deswegen wollte ich alle, die mal einen Menschen verloren haben fragen, wie geht ihr damit um? Geburtstage, Weihnachten, Ostern, Todestag...

Von Jahr zu Jahr besser. Bei den Großeltern war das nie ein Thema, sie waren vielleicht auch nicht nahestehend genug. Ich habe aber 2014 meine Mutter verloren. Ihr Geburtstag wäre vor einem Monat gewesen. Ich habe meine traurigen Momente, wenn ich mir dessen bewusst bin, aber habe es relativ gut im Griff. Wenn ich an ihrem Grab bin, rede ich mit ihr und führe Monologe, als würde sie mir zuhören. Mir hilft das gut, ich bilde mir sogar ihre Antworten ein, die zu ihr passen würden ;-) . In den Momenten bin ich auch gerne allein am Grab und lasse mir etwas Zeit. Wenn jemand dabei ist, fühle ich mich komisch und nicht frei, mich darauf einzulassen.

Was das Weinen angeht bin ich vielleicht nicht der überemotionale Typ. Nach zwei Jahren ist die "Gefahr" recht gering. Bei meiner Frau war das anders. Sie hat früh ihren Vater verloren. Wenn es dir irgendwie hilft - sie brauchte 6 Jahre, um an seinem Geburtstag einen normalen Tag zu leben. Mit kleinen Rückschlägen danach, aber im großen und Ganzen war es die ersten 6 Jahre sichtbar quälend. Für dich sollte jetzt die Botschaft darin stecken, dass es irgendwann vorbeigeht.

Wichtig ist das Zulassen. Du sollst Trauer in der Trauerphase zulassen können. Du sollst aber auch zulassen können, wenn ein geliebter Mensch nicht mehr da ist. Wenn du klammerst und es nicht akzeptierst, wirst du ewig trauern. :)_

XLiraixn


Wenn es dir irgendwie hilft - sie brauchte 6 Jahre, um an seinem Geburtstag einen normalen Tag zu leben. Mit kleinen Rückschlägen danach, aber im großen und Ganzen war es die ersten 6 Jahre sichtbar quälend. Für dich sollte jetzt die Botschaft darin stecken, dass es irgendwann vorbeigeht.

Ja das wird es wohl...ich mein ich kann mein Leben wieder zu 99% normal leben und weiß auch, sie hätte das so gewollt. Sie hätte nicht gewollt, dass der Rest der Familie daran zu Grunde geht...Sie war fast immer fröhlich, und das würde sie sich für uns auch wünschen. Sie hat das Leben genossen, trotz schwerer Krankheit... Aber an solchen Tagen...da treibt irgendwie aus ganz tief in mir drin wieder Trauer auf. Trauer sie nicht anrufen zu können, Trauer ihr nicht von meinem Freund erzählen zu können, Trauer, weil einfach jemand fehlt...

Wichtig ist das Zulassen. Du sollst Trauer in der Trauerphase zulassen können. Du sollst aber auch zulassen können, wenn ein geliebter Mensch nicht mehr da ist. Wenn du klammerst und es nicht akzeptierst, wirst du ewig trauern. :)_

Deswegen war ich in Therapie, ich habe so sehr geklammert, dass ich ohne zu zögern mein Leben gegen ihres getauscht hätte. Und auch noch dachte, das wäre für alle besser so... Natürlich total abstruse Gedanken, die ich heute nicht mehr habe, ich habe sie ziehen lassen, aber in manchen Momenten fehlt sie einfach.

Leider habe ich keinen großen Bezug zu ihrem Grab (Es ist ca. 500km entfernt). Zumal ich...nie das Gefühl hatte, sie wäre da. Ihr Grab ist für mich nur der Ort wo ihr Körper begraben liegt, ihr Skelett. Schon zu Beginn hatte ich die schreckliche Vorstellung, wie sie da unten verwest. Ich konnte deswegen nie eine positive beziehung zu diesem Ort aufbauen.

Wenn ich mit ihr rede...dann doch irgendwie zum Himmel, obwohl ich nichtmal an das Leben nach dem Tod glaube... Ich rede gerne über sie... ich denke sehr oft "Och das Lied hätte ihr gefallen!" oder Ähnliches.

Nur heute ist es irgendwie schlimm....

Ich sehe vor meinem inneren Auge ihr lächelndes Gesicht...sehe sie direkt vor mir, wie sie auf bestimmte Nachrichten reagiert hätte... wie sie immer schaute, wenn sie ihre Geschenke bekommen hat...Heute bin ich traurig...ich weiß, das wird vorrüber gehen, aber heute trifft es mich einfach wieder so hart...

Ich glaub schon allein...dass ich aufschreibe hilft mir ein bisschen, aber so richtig produktiv auf Arbeit bin ich heute zBsp nicht.

s,chnlecke1r985


Ich nehme mir ca. eine halbe Stunde Zeit, wo ich aktiv trauere.

Ich zünde dann ein Kerzchen an, denke an die Person und schicke ihr Licht und Liebe. Und lasse auch den Schmerz zu und weine. Danach kann ich recht gut wieder weitermachen.

Ich drück dich mal lieb :)_ :)_ :)* :)*

N9oreeen


Xirain, ja, die Angst: "Wenn ich anfange zu weinen, kann ich nicht mehr aufhören - deshalb weine ich besser gar nicht erst ..." kenne ich!!!

Aber so ist es selten. Wir weinen keinen See voll, auch wenn wir das befürchten. Die Tränen werden nach dem Ausbruch wieder versiegen, ganz wie Du es schreibst, steigen vorher Druck und Anspannung immer weiter, so dass Du Dir irgendwann regelrecht eine Zeit "reservieren" solltest zum haltlosen Heulen, das tut tatsächlich gut (dass Du nicht gerade an der Arbeitsstelle dem Weinen nachgibst, ist sehr verständlich und muss auch nicht sein).

Wenn Du dann leer geweint bist, wirst Du wieder eine Art Frieden verspüren. Ich wünsche es Dir, dass es so sein wird und Du Deine innere Ruhe wiederfindest.

H@aseTnreixch


Wenn es jetzt noch geht, dann nimm Dir doch diesen Tag nochmals frei - Dein Chef wird's verstehen! :)_

Solche Tage sind schwierig - deshalb wäre es sicher leichter ertragbar für Dich, wenn Du Dich an diesem - besonderen - Tag gehen lassen kannst, ohne Dich verkrampfen zu müssen..........

In so jungem Alter die Schwester verlieren zu müssen ist echt hart! :°_ :°_ :)* - Versuche - wie schon die anderen geschrieben haben - die Tränen zuzulassen, bis keine mehr kommen - Du wirst sehen es hilft! - Schau Dir Fotos an, zünde eine Kerze an, und denke auch an die schönen, unbeschwerten Zeiten mit deiner Schwester - schöne Erinnerungen, lustige und fröhliche Erlebnisse zusammen mit Deiner Schwester machen den Erinnerungstag nicht ganz so schwer und traurig. - Versuch auch, später, gegen Abend, Dir selbst etwas Gutes zu tun, mit einem schönen Essen, einem schönen nicht zu traurigen Film, schöner Musik.

Du wirst sehen, dieser so gefürchtete Tag wird dann irgendwie doch lebbar sein, und wenn Du ihn in würdigem Gedenken an Deine Schwester verbringst, wirst Du auch einen tiefen inneren Frieden verspüren, und das Schwere wird so auch leichter und tragbarer.

Viel Kraft! :)* :)*

XHira6in


Ich wollte wirklich arbeiten...

Aber als ich heutr morgen aufwachte. ..ging es nicht

Ich hab geheult wie ein schlosshund...

Ich fühl mich so gestresst...hatte die letzten wochen auch keinen ruhigen tag...am wochenende kommen meine eltern...ich wäre lieber allein...

Die gesamtsitustion ist...scheiße... ich hab mich heute morgen kurzfristig abwesend gemeldet...das ist möglich...nicht schön aber möglich...ich erklärs ihm morgen genau...meine kollegin weiss bescheid warum ich zu hause bleibe...

Heute morgen war plötzlich einfach alles zu viel...ihr Geburtstag...auf facebook ganz oben angezeigt...ihr gesicht... dass sie nicht mehr leben darf, obwohl sie so jung war und so viel geplant hatte.... sie wollte so viel reisen...sie ist so viel gereist...

Sie hatte 2 jahre vorher erst ihre ausbildung abgeschlossen... sie hat so gern gekocht...so viel gemacht. ..so gern gelebt...warum darf sie das nicht mehr...

Das hat mich heute so unglaublich erschlagen...

Es nervt mich zwar ein bisschen dass meine überstunden so schrumpfen....aber wäre ich auf Arbeit gegangen hätte ich den ganzen tag nur geweint.

osnoKdis2ep


Ich kenne weder den Geburtstag noch den Todestag meiner Eltern - habe ich vergessen. Und Weihnachten bin ich genug mit der eigenen Familie beschäftigt - die Lebenden brauchen unsere Aufmerksamkeit.

s[ugarxlove


Ich weine gelegentlich schon noch, wenn ich in Erinnerungen schwelge oder mir Photos ansehe. Ich finde das ist in Ordnung und das auch nach Jahren und Jahrzehnten, solange man es nicht täglich macht...

J!ori


Trauer ist ein schwieriges und höchst individuelles Thema. Jeder geht mit seiner Trauer anders um. Für den einen ist es okay, schon nach einigen Monaten wieder normal im Leben zu sein. Für andere dauert es Jahre.

Ich habe vor einigen Jahren meine Eltern im Abstand von nur wenigen Monaten verloren. Die erste Zeit war unglaublich schwer. Heute ist mein Leben wieder normal und ich kann mich an meine Eltern mit einem Lächeln erinnern, was ich jeden Tag tue.

Doch dann gibt es so Tage, das müssen nicht einmal so "besondere" sein wie Geburtstag oder so - diese Tage beginnen schon schlimm. Schon morgens spüre ich, es ist einer dieser Tage. Erinnerungen an das Sterben meiner Eltern quälen mich. Ich habe immer das Gefühl, ich wollte doch noch so viel sagen, wollte, dass sie noch so viel von dem, was in meinem Leben passiert, mitkriegen. Dann sehne ich mich so stark nach ihnen, dass es mir das Herz zerreißt.

Ich versuche, mich dann zurückzuziehen. Das geht nicht immer, kann mir oft nicht so spontan frei nehmen, aber dann mache ich wenigstens überpünktlich Feierabend. Dann verkrümel ich mich nach Hause und lasse meinen Gefühlen freien Lauf. Ich glaube, das muss dann einfach so sein. Trauer muss gelebt warden, sonst frisst sie Dich auf.

Diese Tage werden weniger, aber die Intensität ist immer noch erschreckend heftig. Trotzdem lebe ich mein Leben und versuche, glücklich zu sein, weil ich weiß, dass meine Eltern das so gewollt hätten.

Deine Schwester hat ganz sicher auch gewollt, dass Du lernst, mit Deiner Trauer umzugehen und wieder Dein Leben lebst und auch wieder glücklich bist. Versuche, Dich auf die schönen Erinnerungen zu konzentrieren. Nicht auf das, was sie vielleicht versäumt, sondern das, was ihr gemeinsam hattet.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut, Dich Deiner Trauer zu stellen und wünsche Dir, dass Du auch eines Tages mit einem Lächeln an sie zu denken. :)* :)* :)*

c8lv


Mein Vater ist 2007 (!) gestorben.

2 Jahre war ich völlig durch den Wind, u.a., weil ich es verpasst habe, ihm beim Sterben richtig beizustehen, habe meine Hausaufgaben nicht gemacht.

Dass ich das nie wieder gut machen kann, belastet mich, wenn ich das zulasse, jeden Tag.

Und dann fällt mir auf, wie groß die Lücke ist, das Loch, das Nichts. wie er mir und der Welt fehlt. Dann würde ich alles Materielle dafür geben, wenn ich wenigstens eine Minute mit ihm sprechen könnte, telefonieren ins Jenseits, an das ich nicht glaube.

Mir kommt es vor als könnte ich den Alltag nach fast 10 Jahren ganz gut bewältigen, indem ich den Blick auf den Schmerz einfach zubaue. Aber es sind nur Pappkartons, einmal husten reicht, und ich sehe seine warmen Augen und ich bin kurz da, wo ich zwei Jahre lang 24Stunden am Tag war.

Das tut immer noch richtig weh, klar. Aber wenigstens ist da etwas von ihm, das nie sterben soll.

iWr)is44


Hallo,bei mir sind in 10Jahren alle gestroben bis auf meine Schwester,ich habe meine Mutter tot gefunden,Bild werde ich bis heute nicht los..Mein Vater sagte am telefon:Schatz ich hab Krebs und evtl noch 6Monate-------------

Als ich geschickt nichts antwortete lachte er,dann den Verfall zu sehen.

Mein Leben ist bestimmt von Tot ,Verlassen ,und Enttäuschung-

Ich war nur auf den Beerdigungen,ich kann nicht zum Grab,sie leben in mir inmeinem Kopf,im Herzen.

Aber seit dem 23 bin ich am Ende,nach 10Jahren kommt alles hoch,ich bin alleine mit Kind,konnte nicht,Therapie mache ich.

Jetzt knallts raus,ich komme nicht mehr hoch,kind bei Papa....Weine nur noch.Sehe keinen Sinn in allem,was passiert.Kurzer Gedanke an den 4Stock,beenden,schnell verworfen,tue meinem Kind nicht das selbe an.

Ich habe die Trauer immer alle 14Tage raus gelassen,dann gings mir lange gut,nun der Umzug am 26.11-mega viel stress wieder was verloren meine alte bide meine sicherheit,wegen zu viel lärm,kamen beschwerden von mir,kündigung,wieder lieb gewonennes verloren,nun sitze ich hier ganz alleine in der neuen lauten Bude...ganz Ehrlich manchma meine ich der Tot ist eine Erlösung,wenn ich überlege was ich ausgehalten habe,musste,es ist erstaunlich zu was der Mensch fähig ist,keine Beweiräucherung,aber was man erträgt,ertragen muss,kann,soll....Ich wünsche euch viel Kraft und drücke euch :)- @:)

k6rilxl!ex2


iris44

Aber seit dem 23 bin ich am Ende,nach 10Jahren kommt alles hoch,ich bin alleine mit Kind,konnte nicht,Therapie mache ich.

Jetzt knallts raus,ich komme nicht mehr hoch

Auch wenn es jetzt viel zu viel ist und sich schlimm anfühlt: ein Glück, dass es endlich hochkommt! Es muss raus, irgendwann und irgendwie. Auch wenn inzwischen Jahre vergangen sind. Therapie ist super, vielleicht kannst du dir zusätzlich auch noch bewusst Zeit für dich nehmen, dich pflegen und verwöhnen, damit die Seele Kraft tanken kann?

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