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Einfach nicht mehr da...

kXlear_heit hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll. Ich habe meinen Partner Anfang Dezember 2016 verloren.

Es war der schlimmste Tag in meinem Leben. Wir hatten uns verabredet und wollten auf den Christkindelmarkt, aber er meldete sich einfach nicht. Daraufhin bin ich zu ihm in die Wohnung gefahren und habe die Tür eingebrochen und er lag einfach in seinem Bett. Einfach so...

Ein paar Tage zuvor haben wir noch seinen Geburtstag gefeiert (23)... Ich kann es einfach nicht glauben wieso das passiert ist und wieso mir das passieren muss. Ich gehe seit Anfang diesen Jahres wieder in die Arbeit aber ich kann mich einfach nicht konzentrieren. Ich bin total antriebslos und habe Lust auf nichts.

Ich bekomme sehr viel Unterstützung von meinen Eltern, seinen Eltern und seinen Freunden. Wenn ich diesen Zusammenhalt nicht hätte wäre ich schon längst in der Klapse.

Aber trotzdem komme mir einfach so leer vor und kann nicht verstehen wieso sich die Erde weiter dreht. Wieso muss ich so weiterleben.

Ich hätte nie den Mut mich umzubringen, aber wenn ich jetzt sterben würde wäre es mir egal.

Mein Leben hat sich komplett verändert. Es sieht alles anders aus, so fremd. Ich erkenne mich auch nicht wieder. Ich denke mir schon dass ich schizophren bin. Ich werde so schnell aggressiv obwohl ich nie so war und eigentlich will ich es auch jetzt nicht. Aber ich fühle mich oft missverstanden und dann will ich einfach nur ausbrechen. Auch die Wut kommt oft hoch, wieso mein Partner mich verlassen hat. Dann gibt es auch wieder Momente die mir ein "Lächeln" ins Gesicht zaubern, wenn ich mit seiner Familie und Freunden über alte Geschichten von Ihm rede. Aber das ist dann auch immer unterschiedlich. Ich vermisse ihn einfach so sehr.

Ich habe mir auch sehr viele Bücher gekauft: z.B.: "Trauern - Verena Kast" oder "Lebe Lache Liebe - Christina Rasmussen". Das von Christina Rasmussen sagt mir im Moment mehr zu, da ich mich in diesen Buch oft wieder finde.

Kennt jemand diese Bücher auch?

Wie geht ihr mit so einem schweren Verlust um? Ist mein Verhalten normal ??? Ich würde am liebsten in mein altes Leben wieder zurück :°(

Antworten
P>radaT`eufexl


Liebe klarheit,

ersteinmal.. fühl dich gedrückt! :)_ Es tut mir sehr leid, dass du diesen schweren Verlust durchmachen musst!

Und um es gleich auf den Punkt zu bringen.. Ja, ich finde dein Verhalten ist normal. Du trauerst und dieser schwere Tag ist noch nicht sehr lange her. Das braucht einfach Zeit, Zeit und nochmal Zeit, bis sich wieder sowas wie "Normalität" einstellt.

Gönn dir dir Zeit zum Trauern. Da ist jeder anders und braucht unterschiedlich viel Zeit, unterschiedliche Rituale etc..

Wie lang wart ihr denn zusammen ihr zwei?

Es muss unvorstellbar schlimm sein, seinen Partner so vorzufinden. Diese Bilder muss man verarbeiten.

Du klingst momentan depressiv, was ich aber absolut nachvollziehen kann. Ich kann es nur wiederholen, lass dir Zeit. Trauere - Weine - Schreie die Welt an weil sie so schrecklich ungerecht ist - Verprügele dein Kopfkissen.... Lass es raus!

Und darüberhinaus musst du diese Trauerarbeit nicht allein bewältigen. Du kannst dir Hilfe holen. Dafür gibt es Selbsthilfegruppen wo du Menschen triffst, die Ähnliches erlebt haben. Oder ein Therapeut, der dir hilft die Trauer zuzulassen, zu verarbeitein, der dich ein Stück weit auffängt. Da musst du für dich entscheiden, ob das was für dich ist und ob dir das helfen könnte.

Es ist ja schon einmal gut, dass Familie und Freunde dich so unterstützen. Da bist du ja schonmal nicht allein und wirst aufgefangen. Eltern und Freunde sind ja ebenfalls in Trauer - gemeinsam könnt ihr daran sicher auch gut arbeiten.

Aber - ich weiß ich wiederhole mich zum gefühlten 10ten mal - lass dir Zeit. Es sind erst ein paar Wochen vergangen, das ist alles noch sehr, sehr frisch.

Lenkt dich die Arbeit denn ein wenig ab?

Ich drück dich nochmal feste :)_

Alles Liebe und viel viel Kraft wünsche ich dir :)* :)* :)*

hJeut|e_hdier


Guten Abend klarheit,

das ist tatsächlich ein harter Schicksalschlag, der dich da getroffen hat.

Bei so einem herben und unerwarteten Verlust muss man einfach einknicken.

Habe kürzlich den Film "Verbrogene Schönheit" gesehen. Da geht es um des Verlust des Kindes. Vielleicht hilft es dir zu wissen, dass du mit deiner Trauer und den Gefühlen zurecht zu kommen.

Pradateufel hat dir schon sehr gute Wege aufgeführt.

Alles Gute :)* :)* :)*

k$larhWeixt


Hallo Pradateufel, hallo heute_hier,

vielen lieben Dank für eure Worte.

Habe gestern den Film "Jackie" gesehen. Habe sehr viele Parallelen ziehen können.

Was mir im Moment hilft ist das viele Lesen. Sowohl in Trauerbücher und in Foren. Es tut gut sich mal alles von der Seele zu schreiben und solch Worte wie von euch Zweien zu hören.

In der Arbeit kann ich mich gut ablenken. Werde jetzt auch meine Arbeit wechseln um einen kompletten Neustart zu machen.

Aber sobald ich die Arbeit verlasse kommen mir beim Heimfahren schon die ersten Tränen.

Ich habe noch immer Hoffnung, aber welche Hoffnung?? Das alles nur ein Traum ist?! Ich verstehe mich selbst einfach nicht.

Für mich sieht alles anders aus. Kennt ihr dass wenn ihr eine zeitlang nicht zu Hause wart und wenn ihr wieder heimkommt sieht alles sehr fremd aus? Das habe ich seitdem es passiert ist.

Mein Freund und ich waren 2,5 Jahre zusammen. Und ich muss ehrlich sagen, ich war noch nie so glücklich in meinem Leben. Wir haben uns einfach so gut verstanden. Meine Eltern waren auch sehr glücklich weil sie gesehen haben wie toll wir einfach zueinander waren.

Ich vermisse ihn sehr und ich habe das Gefühl, dass die Sehnsucht immer schlimmer wird.

PjradPaTexufel


Aber sobald ich die Arbeit verlasse kommen mir beim Heimfahren schon die ersten Tränen.

Klar, du fährst Heim und weist, du wirst jetzt wieder mit der vollen Ladung Erinnerungen konfrontiert, die du auf der Arbeit durch die Ablenkung mal ein Stück weit von dir schieben kannst.

Es ist gut, den Ausgleich mit der Arbeit zu haben und auch mal Zeiten zu haben, wo du nicht ständig grübelst, ihn vermisst und dich fragst, ob alles nur ein Traum war. Aber es ist, so hart das klingt, auch gut, wenn die Tränen fließen und du trauern kannst.

Ich hab mich nach dem Tot meines Vaters zwingen müssen zu weinen, damit ich es endlich verarbeiten konnte. Ich habe traurige Musik gehört, Kerzen angemacht und mir Bilder angeschaut. Dann ging es endlich und auch wenn es in dem Moment unendlich weh tat, tat es irgendwie doch gut es rauszulassen.

Ich finde es gut, dass du jetzt eine neue Arbeit beginnst. Da hast du etwas, was dich erst einmal fordert und zumindest für einige Stunden am Tag ablenkt und aus der Depri-Zone herausholt. Ich denke, jetzt nur zu Hause hocken und nur noch Trübsal blasen würde dich wirklich in eine Depression stürzen. Daher.. du kannst stolz auf dich sein, dass du so stark bist! Und Stärke heißt nicht, seine Trauer nicht zu leben. Du bist auf einem guten Weg, da bin ich sicher :)*

Ich habe noch immer Hoffnung, aber welche Hoffnung?? Das alles nur ein Traum ist?! Ich verstehe mich selbst einfach nicht.

Ich kenne das von mir selbst auch... Wahrscheinlich ist das auch irgendwie normal. Mein Papa ist seit 17 Jahren tot, lange lange Jahre hatte ich immer wieder Tagträume, dass alles nur ein Traum war und er irgendwann um die Ecke kommt und mich in die Arme schließt. Aber es war einfach kein Traum. Du hast ihn gesehen, du hast gesehen was passiert ist. So hart das klingt, das war sicher auch gut so um sich nicht in solchen Träumereien zu verlieren.

Das die Zeit alle Wunden heilt ist ein echt alter Spruch und wenn man gerade frisch in der Trauer steckt, kann man es sich nicht vortellen.

Geliebte Menschen werden immer ein Teil von uns sein und immer einen Platz in unseren Herzen haben. Aber irgendwann tut die Erinnerung nicht mehr so furchtbar weh und man besinnt sich auf die schönen Zeiten. Vermissen wird man sie wohl immer ein Stück weit. Aber es wird leichter.

Fühl dich einfach nochmal fest gedrückt! Du meisterst das echt tapfer! :)*

ionsRiqgxht


Hallo klarheit,

da es mir vor sieben Jahr mehr oder weniger ähnlich wie dir ging, fällt mir nur ein, dass du deine Trauer nicht bekämpfen solltest, sondern - auch wenn es mit Tränen verbunden ist - ausleben (sofern dies das richtige Wort ist) solltest.

Dein Freund ist nicht mehr da, aber irgendwie ist er noch da, tief in dir drin (das ging mir auch so, und ich denke auch heute noch, sieben Jahre nach dem Verlust oft an meine Frau). Du kannst ihn nicht wegdenken und ich finde, du solltest mit diesen Erinnerungen leben, so lange wie es dein Herz verlangt.

Ich glaube, mit der Zeit werden die Erinnerungen "harmloser" und vielleicht ertragbarer. Dennoch würde ich selbst nicht versuchen, irgend etwas zu vergessen, oder die Erinnerungen zu verdrängen. Eher im Gegenteil.

Ich glaube, dass man - selbst wenn man einen neuen Partner findet - im Innern einen anderen für immer mit sich tragen kann, oder sollte. Oder wie einen Engel verehren.

iZnseighxt


P.S.

Ach so, gut finde ich auch, dass du mit Anderen über deinen Freund reden kannst und ihr positive Erinnerungen austauschen könnt. Das macht es bestimmt einfacher. Ich glaube, jeder Psychologe würde dazu raten.

k/larhxeit


Erstmal vielen Dank für eure Beiträge.

Ich habe mich in letzter Zeit sehr zurück gezogen, da ich einfach keine Lust auf irgendwelche Dinge hatte.

Leider wird es bei mir nicht besser. Ich kann es immer noch nicht verstehen wieso er nicht mehr da ist und es von heute auf morgen einfach aus sein kann.

Mein Leben hat sich komplett verändert und ich laufe seit fast 3 Monaten mit einem "Tunnelblick" durchs Leben.

Wie ich mich wirklich fühle kann ich nicht beschreiben, weil ich mich selber so nicht kenne. Ich funktioniere einfach nur irgendwie und nehme nur Dinge im Radius von 2-3 Metern wahr.

Manchmal vergesse ich sogar dass er Tod ist. Wie wenn er einfach in den Urlaub gefahren wäre oder ein Auslandssemester macht...

Ich kann mir auch nicht seine Bilder anschauen, weil die Erinnerungen zu sehr schmerzen.

Ich würde die Zeit am liebsten 10-20 Jahre einfach vordrehen.

Hört der Schmerz eigentlich irgendwann wieder auf?! %-| :°(

eXliotxt


liebe Klarheit!

als erstes möchte ich dir mein aufrichtiges Beileid zum Tod deines freundes aussprechen.

es ist sehr schwer einen menschen den man liebt und mit dem man sein ganzes leben verbringen wollte von einem tag auf den andren nicht mehr da ist.

es ist verständlich dass du ihn sehr vermisst..er war dein lieblingsmensch...den du geliebt und vertraut hast...

es ist gut dass du Unterstützung von deiner und seiner Familie bekommst.

dass jemand da ist mit dem du reden und auch mal weinen kannst wenn dir dannach ist.

auch wenn du wieder zur arbeit gehst und das eine gewisse Ablenkung ist...aber es ist da eine leere in deinem leben die niemand mehr auffüllen kann.

dein verhalten ist nachvollziehbar...die trauer die wut dass dein freund dich so früh verlassen hat müssen.

das ist schwer zu verkraften...

ich habe ein gedicht gefunden dass dir in dieser schweren zeit ein trost sein möge...

Der Tod ist nichts

Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen

Gebt mir den Namen

Den ihr mir immer gegeben habt,

sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt,

gebraucht nie eine andere Redeweise

seid nicht feierlich oder traurig

lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben

betet, lacht, denkt an mich

betet für mich, damit mein Name im Haus ausgesprochen wird

so wie es immer war

ohne irgendeine besondere Bedeutung

ohne die Spur eines Schattens

das Leben bedeutet das, was es immer war

der Faden ist nicht durchschnitten

warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein

nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?

Ich bin nicht weg

Ich bin nur auf der anderen Seite des Weges

(von Charles Peguy)

weisst du ....auch wenn dein freund nicht mehr bei dir ist...aber in deinem herzen wird er es immer sein.

ich wünsche dir ganz viel kraft in dieser schweren zeit.

wenn du möchtest kannst du dich jederzeit hier melden wenn du jemanden zum reden brauchst..

aus eigener Erfahrung kann ich sagen dass das sehr hilfreich sein kann.

alles liebe und eine herzliche Umarmung von mir für dich.

deine elli

eol[iostt


Hallo klarheit!es ist schon einige zeit seit deinem letzten beitrag vergangen und ich wollte nachfragen wie es dir in der zwischenzeit ergangen ist konntest du den tod deines freundes mit professioneller hilfe aufarbeiten können?wie gehts dir gesundheitlich?du hast geschrieben dass du arbeitsmässig einen neustart machen willst.hast es schon durchgezogen?wie gehts dir damit?ich hoffe sehr dass du weiterhin unterstützung bekommst.es wäre fein wenn du dich wieder einmal melden würdest.alles liebe elli

S(ve-nGoJld


Ja, das tut weh, wenn man einen geliebten Menschen verliert, das weiß ich.

Gerade starb von einem guten Kollegen von mir die jüngste Schwester. Doch das Leben geht weiter.

Und nach meiner Auffassung sehen wir uns z. B. (auch) des Nachts immer wieder in der geistigen Welt...

Wäre daran interessiert, von Dir zu erfahren, wie weit es jetzt bei Dir mit der sog. Trauerbewältigung

gediehen ist... / Liebe Grüße.

KUofHel8x1


So ein Verhalten ist im ersten Moment ganz normal, nur muss man darauf achten, dass man nach einer gewissen Zeit langsam wieder zurück in die Spur findet. Das du trauerst ist absolut richtig und auch wichtig, um die Situation zu verkraften und zu verarbeiten, aber wenn man zu lange in Erinnerungen schwelgt und zu lange in der eigenen Trauer versinkt, dann kann das auch mal in Depressionen enden aus denen man nur wieder schwer herauskommt.

Als ein sehr enger Freund von mir gestorben ist, bin ich auch lange in der Trauer versunken und tat mir sehr schwer wieder zurück in die Realität und in den Alltag zu finden. Nach einiger Zeit hat mich meine Freundin zu einer Gruppentherapie angemeldet. Das war extrem hilfreich für mich. Mit gleichgesinnten darüber zu reden war für mich extrem wichtig. Zusätzlich habe ich noch das Medikament Sedariston aus der Apotheke genommen. Das lässt dich wieder zur Ruhe kommen und unterstützt dich in so schwierigen Belastungssituationen. So habe ich wieder meine innere Kraft gefunden und stehe nun wieder voll im Leben. Natürlich fehlt er mir immer noch. Aber ich weiß jetzt, dass er an einem besseren Ort ist und wir irgendwann wieder vereint sind und das alles macht mich stark!

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