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Mein Vater wird sterben. Ich komme damit nicht klar...

NgK7x8


Ich musste meinen Vater letztes Jahr im August gehen lassen, auch Krebs.

Bisher kann ich nicht behaupten, dass der Schmerz vergangen wäre. Es wird "anders", aber ich bin nach wie vor sehr traurig drüber, dass er nicht mehr da ist. Manchmal überkommt es mich, dann fliessen Tränen-mittlerweile geht es mir besser, wenn ich in einer solchen Situation ans Grab fahre und mit ihm "rede".

Ich hsbe einen Satz gelesen, der mich in so Sittuationen immer wieder aufbaut:" Ich habe einen lieben Menschen verloren, aber den besten Schutzengel gewonnen".

Fühl dich gedrückt.

SWamDS~i7x0


Hallo NK78,

besten Dank für Deine Worte und mein herzliches Beileid zu deinem Verlust.

Ich muss leider zugeben, dass ich nicht an einem Leben nach dem Tod glaube. Würde ich das, wäre es ggf. ein klein wenig anders...

Nun habe ich gerade erfahren, dass es überwiegend ein Versäumnis des Arztes war... Mein Vater hatte eine Therapie unter Beobachtung und die Werte haben schon lange nicht gepasst aber der Arzt hat auf unsere Nachfrage immer gemeint es wäre alles in Ordnung... Ich frage mich wieso? Lt. den anderen Ärzten mit denen ich gerade telefoniert habe, hätte er schon vor 8 Monaten mit einer Bestrahlung anfangen müssen...

Grüße

NHK:7x8


Ich auch nicht. Mittlerweile glaube ich noch nicht mal mehr an Gott, weil ich mir nicht vorstellen, dass jemand, der seine Menschen liebt wie es in der Bibel steht, so leiden lässt.

Vielleicht war auch zwischrn Patient und Arzt vereinbart, dass er euch nicht beunruhigen soll. Da ich damals auch Klarheit haben wollte, hatte ich die Patientennakte

angefordert. Eventuell hilft dir das ja auch weiter. Letztendlich bringt es deinen Vater aber leider nicht mehr zurück :-(

S{amSti70


@ Alle

wie seid ihr mit dem Gedanken den Menschen nie wieder zu sehen klar gekommen, wie habt ihr Euch damit "abgefunden"?

Es versetzt mich in Panik. Ich habe das Gefühl er ist im Krankenhaus und wird bald entlassen. Lauter komische Gedanken. Ich denke mir wenn ich jetzt Heim fahre wartet er auf mich.

Cpo/mran


wie seid ihr mit dem Gedanken den Menschen nie wieder zu sehen klar gekommen, wie habt ihr Euch damit "abgefunden"?

Zeit.

Es dauerte ein paar Wochen, anfangs war es so surreal. Und am Grab zu stehen hat mir geholfen, es zu begreifen.

FJliedexrina


Glaube eigentlich auch nicht an ein Leben nach dem Tod. Doch dieser Gedanke hat mir geholfen, über Verluste hinweg zu kommen. Der Gedanke, alle Lieben wiederzusehen, gibt mir die Kraft, das alles auszuhalten. Wenn es anders kommt und nach dem Tod nichts mehr kommt, kann es mir auch egal sein, weil ich das nicht mitbekomme.

S#amSi.7x0


@ Comran

Es dauerte ein paar Wochen, anfangs war es so surreal. Und am Grab zu stehen hat mir geholfen, es zu begreifen.

Das Grab unseres Vaters liegt 1500km von hier entfernt. Er wollte in seiner Heimat begraben werden. Dort liegen seine Eltern und seine Kinder, also meine Geschwister...

Ich habe permanent das Gefühl ihn alleine dort gelassen zu haben. Am Tag als er starb und ich neben ihm saß (Er wurde von der Pathologie 7 Std. später abgeholt und bei uns ist es vom Glauben her nicht gut einen toten Menschen alleine im Zimmer zu lassen...) konnte ich zu seinem toten Körper keinen sehr engen Bezug mehr aufbauen. Wieso? Ich fühle mich so schlecht dabei... Ich hatte einen aber nicht in dieser Intensivität wie als er noch am Leben war...

@ Fliederina

Der Gedanke, alle Lieben wiederzusehen, gibt mir die Kraft, das alles auszuhalten.

Ich versuche es aber dann kommt der nächste Gedanke, selbst wenn es so wäre und man eine größere Lebenserwartung hat, vergehen Jahrzehnte bis es soweit ist...

Grüße und Danke für Eure Worte

C@omraxn


konnte ich zu seinem toten Körper keinen sehr engen Bezug mehr aufbauen. Wieso?

Weil mit dem Leben auch er als Person verschwunden ist. Es gab nur noch den Körper, die Hülle. Dein Vater selbst war aber nicht mehr da.

NxK-78


Ich denke auch, weil die Seele, die den Menschen ausmacht dann weg war und nur noch die leere Hülle da war.

Mit fiel es furchtbar schwer, nach dem mein Vater gestorben war, noch mit dem toten Körper in einem Raum zu sein. Das war nicht mehr mein Vater, das sah nur so aus.

S?amSix70


Hallo Leute,

mein Vater hätte morgen Geburtstag. Er mochte keine großen Feiern aber wir waren als Familie an solchen Tagen immer zusammen. Morgen sind es genau 3 Wochen das er beerdigt wurde. Es trifft irgendwie alles zusammen. Was habt ihr an solchen Tagen gemacht? Habt ihr in seinem Namen "weitergemacht". Ich wollte ihm eine Karte schreiben und zu den anderen legen. Er hat sie immer wieder gelesen wenn ihm danach war...

Ich habe das Gefühl die Trauer wird schwerer als leichter... In manchen Momenten geht es ganz gut und ich kann meine Gedanken auch auf andere Dinge lenken und dann habe ich wieder Phasen wo ich fast Panik bekommen. Wie soll ich die nächsten Jahrzehnte (vorausgesetzt ich lebe so lange) ohne ihn überstehen... Wir waren doch jeden Tag zusammen, ich habe ihn täglich gesehen... Ich wollte mich mehr öffnen (das ist ein grundsätzlichen Problem von mir im Familienkreis) und ich habe auch damit angefangen aber jetzt kann ich es nicht mehr zu Ende bringen... ihm öfters sagen das ich ihn Liebe, mich bedanken und und und... Ich warte immer noch das er vom Krankenhaus entlassen wird... das mich die Ärzte anrufen und Bescheid geben, dass er entlassen wird...

Er hat ein Seniorenhandy gehabt und er hat mich immer wieder gefragt wie er sein Guthaben abfragen kann... Es sind solche Kleinigkeiten die mich fertig machen... er wird es nie mehr verbrauchen können...

Grüße und Danke

CZomBran


Was habt ihr an solchen Tagen gemacht? Habt ihr in seinem Namen "weitergemacht".

Den ersten Geburtstag meiner Mutter nach ihrem Tod haben wir mit der Familie begangen, indem wir zusammen Essen gingen. Das war auch wenige Wochen nach dem Tod. Ein Jahr später habe ich an sie gedacht, aber wir haben nichts Besonderes gemacht. Man muss es nicht erzwingen, auch das gehört zum Loslassen dazu.

E(hemali7ge.r Nut.zer (#15x)


Ich kann auch hier wieder nur sagen:

Tue das wonach Dir ist.

Mehr noch als vor dem Geburtstag hatte ich Angst vor Weihnachten. Wenn ich nicht bei ihr gefeiert habe, haben wir mehrmals täglich telefoniert neben Essensvorbereitungen etc. - wir haben Beide Weihnachten und unsere Rituale geliebt. Dann habe ich mir gesagt: "Es kommt wie es kommt, der Schmerz ist da, bekämpfe ihn nicht, lasse Dich darauf ein". Und siehe da: Es war gar nicht so schlimm, weil ich die Tränen die immer wieder mal hochgeschossen sind einfach zugelassen habe. Zeitweise habe ich dann sogar mit ihr gemeinsam gelacht sozusagen.

Und ja, das mit den Kleinigkeiten kenne ich auch, das ist teilweise richtig fies. Man denkt nicht dran und auf ein Mal ein kleiner Trigger....aber auch da hilft einfach die Zeit. So blöd und abgedroschen das auch klingen mag, es ist was dran. :)*

Ich wollte mich mehr öffnen (das ist ein grundsätzlichen Problem von mir im Familienkreis) und ich habe auch damit angefangen aber jetzt kann ich es nicht mehr zu Ende bringen..

Direkt gegenüber ihm nicht - aber was ist mit dem Rest Deiner Familie (oder Freunde)? Gibt es hier Niemanden dem Du Dich ebenfalls mehr öffnen willst? Mit dem Du über Deine Trauer sprechen kannst?

SEamlSix70


Hallo Leute,

ich habe seit knapp eine Woche extreme Schlafstörungen entwickelt. Ich habe gestern gar nicht geschlafen, den Tag zuvor nur eine Stunde, und davor gar nicht. Ich bin krank geschrieben und körperlich nur noch fertig. Kein Psychologe hat einen Termin frei und der Hausarzt hat mir heute ein Antidepressivum zum Einnehmen verschrieben. Ich bin im Kopf so extrem fit und verspüre keinerlei Müdigkeit. Davor war es genau das Gegenteil. Was passiert gerade? Ich verstehe es nicht. Der Tod meines Vaters beschäftigt mich immer noch und es vergeht kein Tag an dem ich nicht an ihm denke aber ob das allein die Ursache ist. Nun fürchte ich mich sogar vorm Schlafen gehen. Ich werde in der Nacht extrem wütend was es nur noch schlimmer macht aber ich kanns auch nicht abschalten...

P radMaTteufexl


Lieber SamSi,

es tut mir sehr leid, dass du deinen Vater verloren hast :°_

Du scheinst eine sehr enge Bindung zu ihm gehabt zu haben, auch wenn du das Gefühl hast, dich nicht so geöffnet zu haben, wie du es gerne wolltest. Welcher Sohn besucht seinen Vater schon 2x am Tag.. Du musst dir wirklich nichts vorwerfen! Du sprichst mit soviel Liebe von ihm, die dein Vater 100%ig gespürt hat. Manche Gesten sagen einfach viel mehr, als 1000 Worte!

Es ist gut, dass du schon einmal ein Medikament erhalten hast. Du wirst auf die Wirkung leider eine Weile warten müssen, denn die setzt erst nach spätestens 6 Wochen ein, manchmal auf früher. Aber solange halte durch und sei versichert, es wird wirken. Dauert nur leider eine Weile... Aber vielleicht hilft es dir in der ersten Zeit besser schlafen zu können.

Hast du mal mit der Krankenkasse telefoniert bezüglich der Suche nach einem Therapeuten? Meine KK hat immer eine aktuelle Liste mit Therapeuten, die aktuell Termine frei haben. Vielleicht hat deine KK sowas auch und kann dir helfen, einen schnellen Termin zu bekommen? Ich denke, reden kann dir bei der Verarbeitung sehr weiterhelfen :°_

Mein Papa ist jetzt schon sehr lange nicht mehr bei uns, am 11.3. war sein 17. Todestag... :°( Ich war damals gerade 20 Jahre alt und gefühlt noch viel, viel zu jung ihn gehen zu lassen. Ich war auch ein "Papakind"....

Ich bin damals auch nicht damit zurecht gekommen und noch heute denke ich manchmal darüber nach, dass er mir doch jetzt an der nächsten Ecke einfach entgegenkommen könnte und ich ihn in meine Arme schließen könnte. Doch ich weiß, dass das nicht passieren wird.

Ich rede ab und an mit ihm, habe ein Bild in meinem Wohnzimmer von ihm und manchmal lächle ich ihn an und zwinkere ihm zu ;-) Für mich ist er immer noch da, in meinem Herzen! Ob es ein Leben nach dem Tot gibt weiß ich nicht, aber für mich ist mein Vater trotzdem da, in meinem Herzen. Vielleicht hilft dir das?

Ich vermisse ihn heute noch immer, aber es wurde über die Jahre leichter. Viel leichter! Klar, zu besonderen Feiertagen, seinem Todestag, seinem Geburtstag denke ich immer ganz besonders intensiv an ihn. Oder wenn es etwas Freudiges gibt, oder etwas Trauriges.. dann fehlt er mir noch immer ganz besonders. Ich heirate in diesem Jahr und da ist es schon ziemlich traurig, dass er nicht dabei sein kann. Ich werde an diesem Tag sicher auch wieder feste an ihn denken und ihn "mitnehmen", im Herzen. x:)

Aber ich kann dir versichern, ich komme heute damit klar! Er fehlt und das ist auch normal und ok so. Aber ich bereue nichts, ich bin einfach froh, so einen tollen Papa gehabt zu haben und denke heute gerne und mit einem Lächeln im Gesicht an die Zeit mit ihm zurück.

Er war z. B. früher gern in der Stadt mit seinen "Rentnerkollegen" bei Tchibo Kaffee trinken. Oft hat er mich dahin mitgenommen und mir einen Kakao spendiert, oder ich habe ihn dort getroffen als ich ausgezogen war. Immer wenn ich dort vorbeikomme, muss ich an ihn denken. Aber ich lächle und freue mich, dass mir die schönen Erinnerungen geblieben sind x:) Auch jetzt sitze ich hier und lächle.

Du siehst, es wird wirklich irgendwann besser und erträglich. Ganz weg geht es nie, also das Vermissen, aber das ist, finde ich, auch gut so. Schließlich hat man diesen Menschen sehr geliebt / liebt ihn noch. Das ist ok :)_

Allerdings muss ich zugeben, dass ich die erste Zeit nach seinem Tod auch durch andere Faktoren (schwierige Beziehung zur Mutter etc..) ebenfalls in die Depression abgerutscht bin und eine Angststörung entwickelt habe. Ich bin viel zu spät zum Arzt gegangen und kämpfe heute noch damit.

Daher bin ich froh zu lesen, dass du dir bereits Hilfe holst und zumindest für's Erste ein Medikament hast. Einen Termin beim Therapeuten wirst du hoffentlich auch bald bekommen! Dafür drücke ich dir ganz fest beide Daumen!!! @:)

Alles Liebe

PradaTeufel @:)

PjrbadaTe6ufexl


konnte ich zu seinem toten Körper keinen sehr engen Bezug mehr aufbauen. Wieso? Ich fühle mich so schlecht dabei... Ich hatte einen aber nicht in dieser Intensivität wie als er noch am Leben war...

Dazu wollte ich auch noch kurz etwas schreiben..

Mir ging es auch so, dass ich mit dem toten Körper plötzlich so gar nichts anfangen konnte. Als ich im KH ankam, war meine Familie noch bei ihm. Ich bat darum, mich kurz mit ihm alleine zu lassen.

Tja.. da stand ich nun.. und wußte nicht was tun? Ich wollte mich verabschieden, aber irgenwie lag da nicht mehr mein Papa, nur noch eine Hülle. Die Seele war entwichen und mein Papa längst irgendwo anders. Nur noch die Hülle war da. Ich hatte eher das Bedürfnis in den Himmel zu schauen und mich so zu verabschieden.

Genau so hab ich es dann glaube ich auch gemacht, ich weiß es gar nicht mehr genau.

Ich habe lange mit mir gekämpft, dass ich ihn nicht mehr in den Arm genommen, ihn nicht mehr gestreichelt habe. Heute ist das für mich total ok, ich habe meinen Frieden damit gemacht und verstanden, dass mein Vater eben längst nicht mehr da war.

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