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Trauer um Kinder die man nie hatte?

Lminex85


Ist es tatsächlich dein Wunsch, rund um die Uhr von deinem Umfeld für dein Schicksal bedauert zu werden, so wie du glaubst, dass es bei Sterbenskranken der Fall ist?

Darum geht es ihr nicht, so wie ich sie verstanden habe. Wenn es so ist wie bei mir, geht es darum, dass andere häufig gar nicht verstehen, warum man so leidet oder traurig ist. Wenn dann Sprüche kommen, wie : du kannst wenigstens ausschlafen, etc. sieht man, dass der andere so gar nicht nach empfinden kann, wie man darunter leidet. Und hier ein bisschen mehr Empathie wünscht man sich doch... Kein Mitleid, aber doch Verständnis dafür, dass es hart ist, ungewollt kinderlos zu sein.

LniaEn-xJill


Sie schrieb vorher

Eine Freundin von mir hatte Krebs . Das ist schrecklich und natürlich sagt jeder "ach die Arme, hoffentlich gehts ihr bald besser". Gott sei Dank ist sie jetzt geheilt. Bei mir sagt keiner "ach, die Arme".

Solamie schrieb darauf:

Ich denke, wenn Du Dir das wünscht, dann müsstest Du nur entsprechend offen damit umgehen. Jeder, der den Wunsch nach Kindern kennt und von Deiner Geschichte weiß, würde das sehr für Dich bedauern, da bin ich sicher.

Darauf schrieb Spüli:

Da denkst du falsch ;-) . Jeder in meinem Umfeld kennt meine Geschichte und verstehen tut es trotzdem keiner. Sie wissen zwar, dass ich darüber traurig bin, aber wie ich jeden Tag leide, und dass jeder verdammte Tag ein Kampf für mich ist nur aufgrund dieses Themas, das weiß keiner bzw kann auch keiner nachvollziehen

Und meine Frage war darauf gerichtet, ob sie sich wirklich wünscht, dass jeder ständig "Ach du Arme" sagt, so wie sie es formuliert hat, und wie sie denkt, dass es bei Krebskranken gemacht wird.

Ich denke nämlich, dass sie insgeheim mehr bedauert wird, als sie mitbekommt, aber die Frage ist doch, inwiefern ihr das weiterhilft, wenn es häufig ausgesprochen werden würde.

Es ist doch klar, dass die Mitmenschen dazu neigen, Trost spenden zu wollen. Ich glaube, auch ein Todkranker wird da gelegentlich "aufmunternde" Dinge zu hören bekommen, die aus seiner Sicht seinem Gemütszustand nicht gerecht werden.

S'hojxo


Fuck, yeah. Man hört so einiges, wenn es einem schlecht geht, was nicht so arg tröstlich ist. Man muss sich auch so ein klein wenig klarmachen, dass jeder Mensch erst einmal mit seinem eigenen Leben beschäftigt ist, so wie man selbst, und dass man einander Zuwendung schenken kann und Aufmerksamkeit, aber niemals kreist jemand permanent um andere oder auch nur einen anderen (wenn jemand das doch tut, empfiehlt man im Normalfall eine Therapie).
Ich kenne jemanden, der sein Kind im Kindergartenalter verloren hat. Der hört auch ab und zu: "Jetzt ist es ja schon ein Jahr her, muss doch allmählich mal wieder gut sein" oder "Gehts dir immer noch nicht besser?" oder "Ich würde raten, so schnell wie möglich wieder ein Kind zu bekommen, das wird euch trösten" oder auch: "Zum Glück habt ihr ja noch andere Kinder, andere haben gar keine, so schlimm seid ihr gar nicht dran". Das ist nicht "die Gesellschaft", das sind hilflose, dumme oder vom Arschlochsyndrom gerittene Einzelmenschen.

B=e\nitmaBx.


Hier sollte wirklich eine therapeutische Maßnahme einsetzen.

Der Focus liegt völlig falsch. Du kannst natürlich. bis zum 99. Lebensjahr täglich das undankbare Schicksal beklagen oder zu einer Einstellung finden, mit der man in Frieden leben kann.

Was glaubst Du, was für die Seele besser ist?

Du bist im Moment nicht in der Lage, über den Tellerrand zu schauen.

Dies ist auch eine Wahrheit: Ich kenne niemanden, der bei einer Frau ohne Kind irgendwas denkt. Es ist Leuten zumindest hier in der Großstadt völlig schnuppe. Die Leute haben ihre eigenen Probleme, was schert sie das Schicksal anderer?

Meine Tochter, die sich bewußt gegen Kinder entschieden hat, hat noch nie, nie nie das erlebt, was Du schilderst. Fakt. Die lacht Leuten, wenn es alle 3 Jahre mal eine Nachfrage überhaupt gibt, ins Gesicht und sagt, geh mir bloß los mit Schreihälsen, Zoff in der Schule habenden Kindern, pubertierenden <f.ck dich doch selbst Alte> Gören. Die gibt es nämlich zuhauf.

In Deinen Augen scheinen Kinder auch als Goldkinder aus dem Märchen zu sein. Kinder können eine Bereicherung darstellen, aber genervte Eltern von Kindern, die gar nicht so den Vorstellungen entsprechen, kommen Dir gar nicht in den Sinn. Ein Kind großzuziehen, das ist nicht immer eitel Sonnenschein.

All diese Gedanken kommen Dir gar nicht. Trotzdem ist sie für viele Realität. Vielleicht trennt sich ein Partner, zahlt keinen Unterhalt, man lebt an der Armutsgrenze deshalb....

Niemand spricht Dir eine Trauer ab, aber die darf nicht das Leben bestimmen.

Was Du da wegen eines fehlenden Kindes denkst ist Dein persönlicher Gedanke, der immer wieder in die gleiche Kerbe haut. Kann man denken, kann man aber auch lassen.

Du wirst mit therapeutischer Hilfe die Sicht, den Fokus neu erfinden können, müssen....

Das Leben bietet genügend Möglichkeiten, sein Glück trotzdem fühlen zu können. Man muß es nur wollen, hier in diesem Fall eben lernen, diese überbetonten schrill im Vordergrund stehenden Gedanken in andere Bahnen lenken zu können....

Aber dazu müßtest Du Dich gleichzeitig ändern und auf ein Selbstmitleid verzichten.

S19li 0x9


Lian-Jill19.03.17 08:56

Ist es tatsächlich dein Wunsch, rund um die Uhr von deinem Umfeld für dein Schicksal bedauert zu werden, so wie du glaubst, dass es bei Sterbenskranken der Fall ist?

Du hast leider nicht verstanden, wie ich das meine.

SkRl_i 09


In Deinen Augen scheinen Kinder auch als Goldkinder aus dem Märchen zu sein. Kinder können eine Bereicherung darstellen, aber genervte Eltern von Kindern, die gar nicht so den Vorstellungen entsprechen, kommen Dir gar nicht in den Sinn. Ein Kind großzuziehen, das ist nicht immer eitel Sonnenschein.

All diese Gedanken kommen Dir gar nicht. Trotzdem ist sie für viele Realität. Vielleicht trennt sich ein Partner, zahlt keinen Unterhalt, man lebt an der Armutsgrenze deshalb....

Also Ich bin mir dessen durchaus bewusst, dass ein Leben mit Kind nicht nur eitel Sonnenschein ist. Es hat hier keiner was von Goldkindern geschrieben. Das es auch Probleme mit Kindern gibt, würde jede von "uns", die keine Kinder bekommen können, allzu gerne in Kauf nehmen.

L7ian-Jxill


Ja, deshalb habe ich ja auch nachgefragt. Mir ist nicht klar, was deine krebskranke Freundin an Mitgefühl erlebt hat, was du bei dir vermisst. Dass es ein ständig geäußertes "Ach du Arme" nicht ist, habe ich schon verstanden.

Es gibt ja nicht viele Möglichkeiten, wie Außenstehende reagieren können, auch wenn sie begriffen haben, wie groß dein Problem für dich ist.

LXian-JBill


Es ist sicher nicht einfach, wenn man merkt, dass man kaum etwas richtig machen kann im Umgang mit einer Betroffenen, weil sie jeden einzelnen Tag untröstlich ist, und jedes gut gemeinte Wort auf die Goldwaage gelegt wird.

Darum frage ich: Welche Reaktionen wünscht ihr euch von eurer Umwelt?

Sowieso klar, dass es nicht weiterhilft, die negativen Seiten des Elternseins aufgezählt zu bekommen. Die zählen sich andere Leute ja auch nicht auf, wenn sie sich an die Realisierung ihres Kinderwunsches machen.

Täglich bedauert werden kann es auch nicht sein, was man sich wünscht.

Also bleibt wohl nur zugewandtes Zuhören, bei Bedarf.

Wenn ich dann lese, dass jemand beklagt, dass er nicht so aktiv und mit den gleichen Worten bedauert wird wie eine Todkranke, dann stelle ich mir die Fragen von Vorne: Wie soll man es recht machen?

S}vli 0x9


Das Leben kann auch ohne Kind schön sein.

Kauf dir doch nen Hund.

Ihr müsst euch nur mal entspannen, das ist alles Kopfsache.

Ihr könnt doch Reisen.

Ihr könnt immer spontan abends weggehen.

Du weißt gar nicht, wie teuer ein Kind ist.

Du kannst immer ausschlafen.

Du musst wenigstens nicht jeden Tag staubsaugen.

Es gibt Schlimmeres im Leben.

Du kannst dafür Karriere machen.

Such dir doch ein anderes Hobby.

Du ruinierst dir wenigstens nicht die Figur durch Schwangerschaft.

Adoptiert doch einfach ein Kind.

Wenn die Natur nicht will, dass du schwanger wirst, dann soll das wohl so sein.

zzz 8-) ]:D Ein paar meiner Lieblingssprüche

L$ian-"Jixll


Nachtrag: Ich frage das nicht, weil ich gerne Haare spalte oder in Wunden bohre, sondern weil ich finde, dass Betroffene in ihrem Schmerz und in ihrem Gefühl, die ganze Welt hätte sich gegen sie verschworen, auch mal gerne über das Ziel hinausschießen und ihren herbeigeredeten Groll auf ihre Mitmenschen als Ventil benutzen.

S-pülLi 0)9


Ach es geht mir nicht ums bedauert werden. Es geht mir einfach um etwas Verständnis.

Ich möchte nicht jeden Tag bemitleidet werden. Ich versuche schon von mir aus, nicht viel über das Thema zu reden, damit ich andere nicht noch belaste und die nicht sagen, ich hätte nur noch das eine Thema (dabei ist das Thema dauernd in meinem Kopf).

Wenn die oben genannten Sprüche weggelassen würden, dann ginge es mir schon viel besser.

Vielleicht habe ich es auch falsch ausgedrückt. Ich für mich habe schon gedacht, ich hätte "lieber" eine Krankheit, wo aber die Chance besteht, dass sie geheilt werden kann. Ich weiß, dass sich das für Außenstehende scheiße anhört, denn wer wünscht sich sowas und darf man sowas überhaupt denken.... Natürlich würde ich das auch niemals gegenüber jemandem aussprechen, der krank ist.

Dass jeder im Leben "sein Päckchen" zu tragen hat, ist mir auch klar. So ist nunmal das Leben. Aber es gibt Dinge, die sich zum guten wenden können. Zb wenn ich meinen Job verliere, ist das schlimm, aber ich kann nen neuen finden.

Aber kein Kind zu bekommen ist nunmal etwas, dass dich den Rest deines Lebens begleiten wird. Das wird nicht "wieder gut".

Ich kann nur versuchen, damit so gut wie es geht zu leben. Und ich hoffe, dass ich irgendwann mit Frieden auf diese Situation blicken kann und auf diese furchtbare Zeit, die ich gerade durchmache. Im Moment kann ich es noch nicht, aber ich stecke auch noch mittendrin.

Mein einziger Wunsch ist, dass ich irgendwann zufrieden sein kann. Ob mit oder ohne Kind, denn das kann ich nicht groß beeinflussen.

B;enXitaB.


Nachtrag: Ich frage das nicht, weil ich gerne Haare spalte oder in Wunden bohre, sondern weil ich finde, dass Betroffene in ihrem Schmerz und in ihrem Gefühl, die ganze Welt hätte sich gegen sie verschworen, auch mal gerne über das Ziel hinausschießen und ihren herbeigeredeten Groll auf ihre Mitmenschen als Ventil benutzen.

Das glaube ich auch.

Hier kommt ja vieles zusammen. Eine ungenügende Krankenversicherung, die einen hindert, eine Therapie zu beginnen.

Das Bedürfnis, über Gott zu reden, aber Argumente findet, vorgeschlagene Angebote nicht wahrnehmen zu können...

Immer ist es mit einer Vorstellung verbunden, da würde man sich nicht kümmern, es sind Laien und und und.

Sogar die Vorstellung wird gepflegt, man würde als Kinderhasser eingestuft werden...

Männer wollen Familien gründen....

Es gibt auch Männer, die das nicht wollen, aber solche Gedanken werden gar nicht gepflegt...

Es muß grundsätzlich einmal in Angriff genommen werden, dass sich ein kompetenter Mensch einer sozialen Einrichtung

das Ganze anschaut, um dann nach Lösungen zu schauen. Wie man vielleicht das mit der Krankenkasse anders regelt, wie man an Therapien rankommt.

Ohne das wird es sicherlich nicht funktionieren.

L+itnaLlax80


Meines Erachtens stoßen nirgends so sehr zwei Welten aufeinander wie bei dem Thema unerfüllter Kinderwunsch.

Ich bin aber sicher, dass diejenigen, deren Wunsch sich nicht erfüllt, in dem Fall,dass er sich erfüllt hätte, nicht anders reagieren würden als ihr derzeitiges Umfeld es tut. Etwas hilflose, gut gemeinte Rstschläge sind nämlich die normale menschliche Reaktion auf das Thema. Was sonst sollte man auch sagen? Das alles fürchterlich ist, das Leben der kinderlosen ja dann wertlos und langweilig?Nichts?

Ich werbe da auch immer für Verständnis der anderen Seite, die es ja nicht schlecht meint, aber ggf. schlecht macht.

Und meine Antwort auf die Frage ob ich Kinder habe war immer: leider nein. Thema erledigt, niemand hält mich für einen Kinderhasser bei der Antwort.

SupülCi x09


Lian-Jill19.03.17 10:44

Nachtrag: Ich frage das nicht, weil ich gerne Haare spalte oder in Wunden bohre, sondern weil ich finde, dass Betroffene in ihrem Schmerz und in ihrem Gefühl, die ganze Welt hätte sich gegen sie verschworen, auch mal gerne über das Ziel hinausschießen und ihren herbeigeredeten Groll auf ihre Mitmenschen als Ventil benutzen.

Ja, das kann sein, das will ich gar nicht leugnen.

Ich habe allerdings keinen herbeigeredeten Groll auf andere Menschen. Außer auf die, die ich nicht mag (aber das ist ja wohl normal und hat jeder andere auch)...

Alle meine Freundinnen und Verwandten haben Kinder und ich mag alle diese Kinder. Warum sollte ich anderen etwas Schlechtes wünschen. Warum soll ich mich nicht für die anderen freuen, die können nichts für mein Schicksal. Mir würde es ja auch nicht besser dadurch gehen, wenn andere auch keine Kinder bekommen könnten, also warum soll ich mich nicht für die freuen....

Und trotzdem fühlt man sich ausgeschlossen. Bei Familienfesten zb. Es tut einfach so weh, weil man es sich auch so sehr wünscht. Man muss halt seine ganze Lebensplanung umbauen und nen neuen Sinn im Leben finden und das ist nicht so einfach, wenn man sich seit man ein kleines Kind war, also seit 30 Jahren, ein Leben mit eigenen Kindern vorgestellt hat.

HqoffnuVngsloxsigkeit


Das Leben kann auch ohne Kind schön sein.

Kauf dir doch nen Hund.

Ihr müsst euch nur mal entspannen, das ist alles Kopfsache.

Ihr könnt doch Reisen.

Ihr könnt immer spontan abends weggehen.

Du weißt gar nicht, wie teuer ein Kind ist.

Du kannst immer ausschlafen.

Du musst wenigstens nicht jeden Tag staubsaugen.

Es gibt Schlimmeres im Leben.

Du kannst dafür Karriere machen.

Such dir doch ein anderes Hobby.

Du ruinierst dir wenigstens nicht die Figur durch Schwangerschaft.

Adoptiert doch einfach ein Kind.

Wenn die Natur nicht will, dass du schwanger wirst, dann soll das wohl so sein.

Das kann ich ja alles durch meine Erkrankung auch ohne Kinder nicht tun... Solche Sprüche machen es dann für mich nur noch viel schwerer.

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