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Trauer um Kinder die man nie hatte?

L]iane-Jilxl


Ein Kind zu haben macht aber auch nicht die ohnehin vorhandenen Einschränkungen wett, im Gegenteil.

BVen}itaB.


Das kann ich ja alles durch meine Erkrankung auch ohne Kinder nicht tun... Solche Sprüche machen es dann für mich nur noch viel schwerer.

Dann unterliegst jetzt Du aber einem fatalen Irrtum, dass ein Kind diese Defizite ausgleichen könnte....

Dieses: wenn ich doch ein Kind kriegen könnte dann.... ist seehehr gefährlich.

Ich bin Zeit meines Lebens krank gewesen, habe über 40 Operationen hinter mir, viel hat sich eigentlich durch meinen erkannten Diabetes gebessert. Ich ernähre mich anders und viele meiner Probleme verschwanden dadurch. Mich hat das Essen, wie ich es früher gewohnt war, eindeutig krank gemacht.

Seit der geänderten Ernährung geht es mir so gut und mein Motto ist und bleibt:

was kann ich trotzdem und mit Freuden tun...

Jammern, Klagen, mit Gott im Unreinen sein, hilft nicht.

HyadtuschePpsut_


Wie möchtet ihr denn, dass ein Gespräch stattfindet? Auch ich frage danach. Soll überhaupt ein Gespräch stattfinden, soll das Gespräch nach der Frage aufhören? Auch für den Gegenpart ist es nicht einfach.

Und zum Thema "geheilt sein nach Krebs". Ich kann euch diesbezüglich beruhigen, die den Krebs und die Angst trägst du oftmals immer mit dir rum. Meine Mutter wird nie wieder ihr Leben wie vorher leben, hat teilweise nicht unerhebliche schmerzvolle Nachwirkungen und die Angst ist immer da. Das ist keine Relativierung, soll nur aufzeigen, dass die eigene Perspektive mitunter sehr eingeschränkt ist.

S,+li 0^9


Zu dem Thema mit dem Krebs. Ich habe ja nun mehrfach geschrieben, dass ich es selbst schlimm finde, dass ich sowas denke. Eine Krebserkrankung ist furchtbar und diese Angst zu sterben, oder dass der Krebs wiederkommt ist mir durchaus bewusst. Ich habe ja wie gesagt mehrmals geschrieben, dass ich es furchtbar finde, dass ich solche Gedanken habe und ich würde das auch niemals laut aussprechen. Habe auch ein schlechtes Gewissen, dass ich sowas manchmal (!) denke.

FfrMau Er{dmännxchen


Und trotzdem fühlt man sich ausgeschlossen. Bei Familienfesten zb.

Wie meinst du das mit dem ausgeschlossen sein? Wirst du wegen der Kinderlosigkeit nicht eingeladen?

F@rau dEr*dmännqchen


Ich kann jetzt nur von mir aus schreiben, wie es mir mit der psychischen Erkrankung geht. Ich habe ganz lange wirklich gedacht, wenn ich ein Kind habe, dann wird es mir besser gehen. Jetzt weiß ich, dass es definitiv nicht so sein wird und ich dem Kind großen Schaden mit dieser​ Verantwortung zugefügt hätte. Mein Arzt, der mich schon lange kennt, hat mir gesagt, dass er schon denkt, dass ich eine gute Mutter sein könnte. Und er hat wirklich viele meiner Krisen begleitet. Aber dennoch bin ich der Meinung, dass ein Kind eine psychisch zumindest einigermaßen gesunde Mutter braucht, um sich selbst gesund entwickeln zu können.

Hoffnungslosigkeit, wenn du körperlich so eingeschränkt bist, könntest du denn damit einem Kind gerecht werden? Oder wärst du auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen?

L.alvenTdexla_


Wenn du kein Kind adoptieren möchtest, wirst du dennoch einen Mann finden, der auf Kinder verzichten kann oder aus erster Ehe schon Kinder hat. Wäre das ein Kompromiss für dich, wenn du dann Stiefmutter für diese Kinder sein könntest? Meine Freundin wohnt direkt neben uns. Sie kann auch keine Kinder bekommen und erfreut sich sehr an unseren Kindern. Sie lebt dabei richtig auf. Wie wäre es für dich, sich um andere Kinder zu kümmern? Würde dir das helfen oder würde es dich zu sehr verletzen, wenn du siehst, was du nicht haben kannst?

SGpülli* 09


Ich werde schon eingeladen. Ich habe ja nicht geschrieben, "ich werde ausgeschlossen", sondern "ich fühle".

Wenn da aber acht andere Frauen in meinem Alter sind (und das ist nicht übertrieben) und alle zwei bis fünf Kinder haben, geht es automatisch hauptsächlich um die Kinder. Das ist ja auch normal und auch schön, nur ich bin dann sehr traurig und ich "gehöre dann irgendwie nicht dazu". Natürlich versuche ich das dann nicht so zu zeigen.

F0rauu $Er$dmänDnchen


Alles klar, jetzt habe ich es auch verstanden. Das nervt mich auch etwas, allerdings sind in meiner Familie die Nichten und Neffen alle schon größer und die es gibt wieder andere Themen. Aber im Freundeskreis finde ich es auch anstrengend, wenn es nur um die Kinder geht. Wenn ich genau weiß, dass viele Mütter kommen und ich eh nicht mitreden kann, kommt es auch schon vor, dass ich lieber zu Hause bleibe...

A2ntonixo Vival@dxi


Hallo Hoffnungslosigkeit,

bei uns schien es anfangs auch so sein zu wollen, wie es leider bei Dir ist, und ich musste ziemlich schlucken bei dem Gedanken, dass ich womoeglich keine Kinder haben wuerde. Ich kann mich erinnern, dass mich das damals sehr belastet hat, und insoweit kenne ich dieses Gefuehl zumindest etwas. Leider kann ich Dir aber nur mein Mitgefuehl aussprechen.

Bei mir bzw. uns hat sich dann doch noch alles gut gefuegt, und ich habe mit 5 Kindern mittlerweile die Familienplanung abgeschlossen.

Ich wuerde aber an Deiner Stelle versuchen, auf "Plan B" umzusatteln, mit dem ich damals auch gespielt habe. Natuerlich weiss ich, wie schwer das hierzulande umzusetzen ist, aber zumindest nicht auszuschliessen ist, dass Du als Pflege- oder als Adoptivmutter doch noch bis zu einem gewissen Grad Deinen Wunsch nach Kindern erfuellen kannst. Ein Hindernis duerfte sein, dass Du vielleicht noch keinen (Ehe)partner hast, aber das laesst sich moeglicherweise ja doch in absehbarer Zeit aendern.

Bei der Partnersuche wuerde ich aus meiner Situation kein Geheimnis machen, weil es meiner Einschaetzung nach nichts bringen wuerde, erst nach und nach damit herauszuruecken; unnoetigerweise wuerdest Du wertvolle (Lebens-)zeit vertun.

Denkbar waere aber auch, einen Partner zu suchen, der bereits ein oder mehrere Kinder hat, und wenn es nur ein "Wochenend"-Vater sein sollte. Ein solcher "Second Hand"-Vater muss nicht unbedingt die schlechteste Wahl sein, vielleicht sogar im Gegenteil. Heutzutage gibt es ja viele Partner- und Eltern-Kind-Beziehungen, die nicht dem traditionellen "Idealschema" entsprechen.

In diesem Sinne wuerde ich mich auch zu sehr davon loesen, dass Du Dich von anderen Leuten komisch angesehen fuehlst. "Gar nicht um kuemmern" wurde in meiner frueheren Kindheit immer gesagt. Wenn Du Dich zu sehr als eine Art Opfer fuehlst, wirkst Du leicht viel zu unsicher. Wir haben hier im Kindergarten ein Elternpaar, bei denen es ebenfalls mit den eigenen Kindern keinen Erfolg gab, und so haben sie heute eine Pflegetochter; sie gehen damit ziemlich offen um, und so hat keiner ein Problem damit.

Ein Maedchen aus dem Bekanntenkreis kenne ich z.B., die eigentlich sehr nett ist, aber ein Riesenproblem hat, weil ihre Mutter sich spaetestens alle paar Tage mit Alkohol abfuellt und dann nicht mehr sie selbst ist. Als sie vor einiger Zeit bei uns zum Spielen war, sagte sie gegen Ende, am liebsten wuerde sie bei uns bleiben duerfen.

Es gibt sie also, die Kinder, die sich freuen wuerden, wenn sie eine tolle Eltern-Kindbeziehung bekommen wuerden! Ich wuensche Dir alles Gute, viel Kraft und baldigen Erfolg dafuer! :)_ :)* :)* :)*

Skpül*ix 09


Alles klar, jetzt habe ich es auch verstanden. Das nervt mich auch etwas, allerdings sind in meiner Familie die Nichten und Neffen alle schon größer und die es gibt wieder andere Themen. Aber im Freundeskreis finde ich es auch anstrengend, wenn es nur um die Kinder geht. Wenn ich genau weiß, dass viele Mütter kommen und ich eh nicht mitreden kann, kommt es auch schon vor, dass ich lieber zu Hause bleibe...

Bei uns in der Familie sind es viele kleine Kinder und auch immer wieder Schwangerschaften. Wenn ich mal so durchzähle 23 (!) Kinder, der älteste so 15, die Meisten sind im Kleinkind-, Kindergarten- oder Grundschulalter.

Ich muss dazu sagen, ich bin Erzieherin und arbeite in der Krippe. Ich kann das sehr gut trennen beruflich und privat. Bei der Arbeit belastet es mich fast nicht, sonst könnte ich den Job nicht machen. Aber das Private ist dann wieder ne andere Sache.

Ja, ich bleibe auch manchmal lieber zuhause, aber dann habe ich wieder ein schlechtes Gewissen.

TSimsbukt@u5s346u55x4


Schlimmer als die Ausgrenzung ist für mich aber, dass mir einfach etwas fehlt. Nämlich Kinder.

Hoffnungslosigkeit, wenn ich mir Deine Beiträge durchlese, bin ich mir nicht so sicher, dass es explizit Kinder sind, die Dir fehlen.

Könnte es sein, dass Dir eine Lebensperspektive fehlt? Ein Sinn im Leben?

Das Gefühl, geliebt, angenommen zu werden?

Du selbst schreibst:

"Ich denke fast jeden Tag daran wie schön es doch gewesen wäre Kinder zu haben und wie anders mein Leben dann verlaufen wäre. Es hätte vor allem einen Sinn bekommen."

Kinder werden irgendwann erwachsen und leben ihr eigenes Leben. Wo wäre dann der Sinn in Deinem Leben?

So oder so glaube ich, dass kinderlose Menschen in unserer Gesellschaft einfach nicht akzeptiert werden. Bestimmt würde es etwas ändern, wenn ich direkt sagen würde, dass ich gerne Kinder gehabt hätte, aber keine kriegen konnte.

Doch zum einen möchte ich nicht über so private medizinische Aspekte reden und zum anderen haben die Leute dann Mitleid.

Du kannst das Mitleid Deiner Mitmenschen wecken – und Du wirst ihr Mitgefühl haben.

Du kannst die Ursache Deiner Kinderlosigkeit verschweigen – und wirst immer Deine Vermutung als Tatsache stilisieren, man würde ob Deiner Kinderlosigkeit auf Dich herabsehen, Dich als Kinderhasserin betrachten und auf Dich herabsehen.

Mir scheint allerdings, es gibt ganz andere Gründe dafür, dass Du den Eindruck hast, man würde auf Dich herabsehen.

Was würde geschehen, wenn Du ihnen sagst, Du kannst keine Kinder bekommen?

Wäre das "Mitleid", das Mitgefühl, welches man Dir entgegenbringt, so unangenehm?

Ist die vermutete "Kinderhasserin" und die scheinbare Ausgrenzung leichter zu ertragen?

HXoEffwnung>sloRsigkseixt


@ Frau Erdmännchen:

Nein ich könnte mich aufgrund meiner Krankheit nicht um Kinder kümmern. Trotzdem finde ich hatte ich ein Recht darauf mir Kinder zu wünschen.

@ Lavendela:

Nein sowas kommt für mich nicht in Frage. Mit meiner Erkrankung will mich ja auch kein Mann haben. Ich kann auch nicht mit einem Mann zusammen ziehen da ich Sozialhilfe bekomme.

Ich habe schon versucht mich um andere Kinder zu kümmern, das ging aber auch nicht wegen meiner Erkrankung.

Hoffnungslosigkeit//**, wenn ich mir Deine Beiträge durchlese, bin ich mir nicht so sicher, dass es explizit Kinder sind, die Dir fehlen.

Könnte es sein, dass Dir eine Lebensperspektive fehlt? Ein Sinn im Leben?

Das Gefühl, geliebt, angenommen zu werden?

Ja das fehlt mir auch.

Kinder werden irgendwann erwachsen und leben ihr eigenes Leben. Wo wäre dann der Sinn in Deinem Leben?

Dann bliebe mir immer noch der Mann und das Gefühl etwas Sinnvolles getan zu haben in meinem Leben. Und wenn ich in der Lage gewesen wäre Kinder zu bekommen dann wäre ich ja auch einigermaßen gesund.

Was würde geschehen, wenn Du ihnen sagst, Du kannst keine Kinder bekommen?

Dann müsste ich unter Umständen meine Erkrankung erklären. Die begreife ich aber selber nicht.

Wäre das "Mitleid", das Mitgefühl, welches man Dir entgegenbringt, so unangenehm?

Ja irgendwie schon. Aber es ist nicht nur das Mitleid. Viel mehr stört mich diese Sensationsgier, wenn man eine seltene Erkrankung hat.

Ist die vermutete "Kinderhasserin" und die scheinbare Ausgrenzung leichter zu ertragen?

Irgendwie schon.

S<zlpi 09


Kinder werden irgendwann erwachsen und leben ihr eigenes Leben. Wo wäre dann der Sinn in Deinem Leben?

Wie meinst du das genau? Dann bräuchte doch gar keiner mehr Kinder bekommen, oder? Also ich glaube, von allen die ich kenne, würde 98% der Leute sagen, meine Kinder sind der Sinn meines Lebens.

Und auch diese Kinder werden irgendwann groß, aber dann sind sie ja nicht auf einmal weg, Eltern bleibt man für immer.

H/atszchFepsxut_


Es geht eher darum, wenn ich es richtig verstehe, man sich nur noch als Mutter definiert und im Leben keinen weiteren Sinn sieht als das eigene Kind. Und dies ist für das Kind sehr schwierig und später eben auch, falls es beispielsweise keine enge Bedingung gibt zwischen Mutter/Kind und die Mutter damit nicht leben kann.

Ich glaube euch sehr, dass es sehr, sehr schwer ist. Aber ich persönlich denke auch, dass es wichtig ist, aus der Opferrolle rauszukommen. Denn ja, dies strahlt man aus und auch das Umfeld ist verunsichert, weil es zum einen sich indirekt nicht selten mit Vorwürfen konfrontiert sieht und zum anderen auch hilflos ist - denn sie können ja in ihrer Kommunikation nichts richtig machen bzw. sie sind der personifizierte Vorwurf an dich, weil sie dir etwas vorleben, was du nicht haben kannst. Das ist jedoch auch nicht ihre Schuld.

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