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Die Oma meines Mannes ist gerade gestorben

J.oy~euisxe hat die Diskussion gestartet


Vorhin habe ich einen Anruf bekommen, dass die Oma meines Mannes heute nacht gestorben ist. Sie hat ihm viel bedeutet, er war als Kind fast täglich bei ihr. Ich selbst kenne sie auch und habe in den letzten Monaten häufig an sie gedacht, weil sie im Pflegeheim ist und ich - aus der Ferne, wir wohnen viele hundert Kilometer entfernt - mitbekommen habe, wie sie immer weiter abgebaut hat, nichts dramatisches, aber eben immer sachte weiter runter.

Die Familie meines Mannes ist untereinander leider verstritten, und auch wir sind da vor ein paar Jahren mit hineingezogen worden, gut war, dass wir weiter wegwohnen. Im letzten Jahr ist es mir gelungen, dass wir uns mit seinen Eltern soweit wieder versöhnen konnten, wir hatten ein wundervolles Weihnachtsfest und ich bin sehr sehr froh, dass man wieder normal miteinander redet. Ich war nicht sicher, ob so etwas überhaupt wieder möglich sein konnte, aber da alle Beteiligten daran mitgewirkt haben, hat es geklappt.

So war auch geplant, nach mehreren Jahren Abwesenheit unsererseits, die Oma im Heim zu besuchen, in Verbindung mit einem Besuch bei seinen Eltern. Ich habe immer wieder gedacht, wer weiß, wie lange sie noch ist, wir sollten es angehen, und so wollten wir sie jetzt endlich besuchen, sie hat ein stattliches Alter, und auch wenn sie von keiner konkreten Krankheit bedroht erschien, dachte ich mir, wir sollten uns nicht so viel Zeit lassen.

Der Besuch war für kommenden Samstag geplant. Nach Jahren. Kommender Samstag ist der Geburtstag meines Mannes.

Wir haben sie um fünf Tage verfehlt.

Ich merke, wie mich das tief getroffen hat.

Meine Trauer ist sicherlich eine andere, als die, die mein Mann jetzt verspürt; ich finde das einerseits sehr tragisch, dass man sich nach 3 - 4 Jahren um fünf Tage verfehlt hat, andererseits komme ich gerade nicht mit dieser unerbittlichen, endgültigen Tatsache zurecht, dass diese eine Chance, auf die ich schon seit Wochen, eigentlich schon seit 5 Monaten "zuarbeite", verlorengegangen ist. Ich bin unendlich traurig, weil ich es ihm und auch ihr gewünscht hätte. :)-

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