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Sinnloser Tod meiner Mutter - unterlassene Hilfeleistung

B{lue~birdy77 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Verzweiflung und Trauer über den sinnlosen Tod meiner Mutter nehmen mir die Luft zum Atmen. Meine Mutter ist vor 6 Wochen in einer kardiologischen Praxis an einem Herzinfarkt verstorben. Bereits seit einigen Wochen litt meine Mutter vermehrt unter Atemnot und zeigte auch Anzeichen für einen drohenden Herzinfarkt, die ich aber leider nicht habe deuten können. An diesem verhängnisvollen Tag hatten wir beim Kardiologen einen Termin zur routinemässigen Kontrolle der verengten Halsschlagader. Auf dem Weg zum Auto ging es meiner Mutter plötzlich sehr schlecht: Sie hatte Atemnot, fühlte sich extrem schwach, schwitzte stark und ihr war übel. Nachdem sie im Auto saß und sich etwas erholt hatte, ging es ihr wieder besser und wir fuhren in die kardiologische Praxis. (Ich werde mir nie verzeihen, nicht gleich den Notarzt gerufen zu haben) Dort angekommen sagte ich an der Anmeldung gleich, was soeben vorgefallen war und die Arzthelferin sagte: "Dann ist es ja praktisch, dass Sie heute einen Termin haben.

Ich muss noch erwähnen, dass meine Mutter aufgrund einer schweren Hypoxämie unklarer Genese (Pneumologe verweist an Kardiologen und umgekehrt) sauerstoffpflichtig war.

Nachdem wir nach langer Wartezeit zum EKG aufgerufen wurden, ging es meiner Mutter plötzlich wieder sehr schlecht, sie bekam keine Luft, war kaltschweissig und panisch. Die Arzthelfer bestand auf das EKG, es sei wichtig und ginge ja schnell. Obwohl ich sie bat, den Arzt zu holen und einen Rettungswagen zu rufen, führte sie uns in ein anderes Zimmer. Meine Mutter sass mit allen Herzinfarkt-Symptomen auf der Liege, war voller Panik und sagte, sie sterbe. Völlig unbeeindruckt verabschiedete der Arzt noch seinen anderen Patienten und schrie dann meine Mutter an, dass sie so leicht schon nicht sterben werde und sich nicht so anstellen solle. Sie solle langsam durch die Nase atmen, das Problem sei zuviel Sauerstoff. Dann schrie er mich an, ich solle den Sauerstoff abdrehen und drückte meine Mutter auf die Liege, um unbeeindruckt von allem einen Ultraschall zu machen. Als meine Mutter in Todesangst das Bewusstsein verlor, sagte er zu seiner Helferin, dass sie dann doch mal einen Rettungswagen rufen solle. Er versuchte meine Mutter zu intubieren, was jedoch nicht gelang, fragte seine Helferin in Ausbildung, ob sie einen Puls fühlen könne. Die war jedoch völlig überfordert und sagte: ich glaube ja, ganz schwach, vielleicht.... Daraufhin wurde ein Gerät angehängt, das keinen Puls anzeigte. Der Arzt setzte meiner Mutter eine Maske auf und beatmete sie mit einem Beatmungsbeutel, obwohl sie durch unser mobiles Gerät bereits mit Sauerstoff versorgt war. Er machte keine Herzdruckmassage Ich stand die ganze Zeit daneben, ohne irgendetwas tun zu können. Als der Rettungsdienst nach 10 Minuten eintraf, zwang man mich aus dem Zimmer. Nach einer ganzen Weile kam der Kardiologe zu mir und sagte, dass meine Mutter nun soweit stabil sei und man sie auf die Intensivstation ins nächste Krankenhaus fahren werde, verschwand, kam nach geraumer Zeit wieder und sagte: Jetzt hat es die ganze Zeit so gut ausgesehen, aber dann ist der Kreislauf wieder zusammengebrochen, Ihre Mutter ist tot.

Ich zerbreche an der Verzweiflung darüber, dass ich meine Mutter auf dem Gewissen habe, indem ich Sie diesem "Arzt" anvertraut habe und tatenlos danebenstand als sie mich am meisten brauchte.

Meine Mutter war eine so liebenswerte und lebensfrohe Frau, meine beste Freundin und meine gesamte Familie, der Schmerz über ihren sinnlosen Tod ist unerträglich.

Ich komme nicht zur Ruhe, habe mich mit dem Einsatzteam in Verbindung gesetzt und erfahren, dass meine Mutter beim Eintreffen des Rettungsteams bereits tot war und zu keiner Zeit "zurückgeholt" werden konnte. Inzwischen weiss ich auch, dass eine sofortige Herzdruckmassage ihre einzige Chance gewesen wäre. Auch die Retter konnten nicht fassen, dass keine Herzdruckmassage gemacht wurde.

Wie kann es sein, dass unter so idealen Bedingungen keine Reanimation stattfindet?

Ein langjähriger Kardiologe weiss bestimmt auch, dass eine Beatmung ohne Herzdruckmassage überhaupt keinen Sinn macht.

Er hat meine Mutter sterben lassen!!!

Wie kann es sein, dass er einen Herzinfarkt trotz eindeutiger Symptome nicht erkennt, so gleichgültig reagiert und keine Hilfe leistet. Zumal meine Mutter seit Jahren seine Patientin war und er wissen müsste, dass niemals grundlos so panisch gewesen wäre.

Ich weiss, dass nichts mir meine Mutter zurückbringen wird...

Antworten
Bmeni'taxB.


Du bist in Deiner Trauer sehr gefangen. Wäre das zu Hause passiert, hättest Du den Notarzt gerufen, oder vom Auto aus hätte genau das Gleiche passieren können. Die Mutter wäre wahrscheinlich ebenso gestorben. Sie hatte eine sehr ernste Grunderkrankung und oft ist es dann so, damit kann man sterben.

Auch alle von Dir erdachten Maßnahmen hätten auch so vergeblich sein können. Viele Herzinfarkte verlaufen innerhalb weniger Minuten tödlich ab, egal, was man macht.

Und keine Arzthelferin muß nun bei jedem Patienten annehmen, dass dieser gleich sterben wird. Die hören den ganzen Tag, wie schlecht es Frau X und Herrn Y geht.

Und Du schreibst von Herzinfarkt Symptomen, als wärest Du ein Arzt in genau dieser Beurteilung. Aber gerade Herzinfarkte können ganz unterschiedlich ablaufen, oder sogar wenig Symptome machen, gerade bei Frauen. Lungenembolien etc. machen ebensolche Symptome. Und dass eine Auszubildende Puls fühlen soll, ist doch ok. Würde ich jeden Unfallhelfer auch fragen, der gerade zur Stelle ist, ohne jegliche Frage, ob er nun med. was drauf hat oder nicht.

Ohne Zweifel ist es tragisch, was passiert ist, aber hat der Arzt wirklich geschrien, sie solle sich nicht so anstellen? So ein Arzt hat Jahre in Krankenhäusern und auf Intensivstationen gearbeitet, der dürfte da bedachter reagiert haben und auch den Notfall erkannt haben.

[...]

Deine Mutter hat ihren Frieden, nimm den Gedanken an, [...]

Du solltest psychologische Hilfe annehmen, Dich vielleicht einer Trauergruppe anschließen, [...] die Seele wird drunter leiden, sich die oben beschriebenen Vorfälle wieder und wieder zu vergegenwärtigen. Das brennt sich wirklich ein und tut nicht gut.

E&hemalqiger Nuteze1r ?(#532036x)


:|N

Wenn es so ist, wie Bluebird geschrieben hat, dann hat der Arzt fachlich wie sozial inkompetent gehandelt. Es gibt auch erst mal keinen Grund, die Schilderung anzuzweifeln. Auch nicht, den Tod der Mutter schönzureden (anders kann ich es nicht nennen, sorry).

Natürlich ärgert man sich da, zweifelt, fragt ...

Klar hätte die Mutter auch bei fachlich korrekter Hilfe sterben können. Aber man versucht es doch.

Ich finde den Beitrag enttäuschend und empathielos.

kBatXiaSfozx


Boah Benita! Sag mal, hackt es? Ich habe deinen Beitrag gemeldet. >:(

k4ati5afxox


Bluebird77

Es tut mir sehr leid, was du erleben musstest. Ich kann inhaltlich nicht so viel dazu sagen, kann mir aber vorstellen, dass die Hilflosigkeit und das Ohnmachtsgefühl nagen. Fühl dich unbekannterweise mal umarmt. :°_

k=astiafHox


P.S. Und vorallem fühl dich nicht schuldig, dich trifft keine Schuld! :)*

WralukingGahxost


@ katiafox

Boah Benita! Sag mal, hackt es? Ich habe deinen Beitrag gemeldet. >:(

Ich hab den Beitrag von BenitaB. ebenfalls gemeldet. Der Vorfall ist den Schilderungen von Bluebird77 nach definitiv atypisch und sie versucht das Ganze mit einem augenscheinlich vernünftig klingenden Kommentar herunterzuspielen. So was halte ich für hochgradig bedenklich.

@ Bluebird77

Es macht deine Mutter zwar nicht wieder lebendig, aber was in dieser Praxis abgelaufen ist, sollte man so nicht auf sich beruhen lassen. Ich würde empfehlen, dass du dir Zweitmeinungen einholst und professionelle Hilfe hinzuziehst, um das besser einschätzen zu können.

H~asYenrxeich


Liebe Bluebird77,

es tut mir so leid, was da passiert ist!!! - Aber DU hast KEINE Schuld!!!!!!!!!! - Du konntest ja nicht ahnen, wie die dort in dieser Praxis reagieren!!!!! - Sehr tragisch ist, dass Du das alles ansehen musstest ohne was tun zu können - und dann diese empathielosen Äußerungen des Arztes :|N :(v :-X das tut mir alles so leid...Dazu dann noch aus dem Zimmer gewiesen zu werden, wenn offensichtlich ist, dass sie stirbt, ist echt das letzte..............ich kann Dich so gut verstehen, wie verletzt und geschockt Du bist..... :°_ :°_ :°_ :°_ :°_

Und: Ich denke, dass Du SEHR WOHL beurteilen kannst, was sich dort abgespielt hat - Du warst dabei - Benita nicht............

Höre nicht auf solche lieblosen Kommentare - ich weiß - so was verletzt noch mehr, und das kann man in solch einer Situation echt nicht brauchen.......... :|N :|N :|N :|N

Aber schau, hier sind noch andere, die Dich verstehen. katiafox und Mushido verstehen Deinen Schmerz - und ich auch!!!!!

Wir alle wollen Dir die Hand reichen um Dir zu zeigen, Du bist nicht allein in Deinem Schmerz :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ :°_

An Benita

aber hat der Arzt wirklich geschrien, sie solle sich nicht so anstellen? So ein Arzt hat Jahre in Krankenhäusern und auf Intensivstationen gearbeitet, der dürfte da bedachter reagiert haben und auch den Notfall erkannt haben.

Warst DU dabei ??? - Ich denke, DAS zu beurteilen steht hier nur einem Menschen zu - nämlich der TE. - Und ich glaube ihr....

[...]

Empathieloser und gefühlloser einem TRAUERNDEN gegenüber geht's wohl nicht :(v :(v :(v :(v >:( >:( :-o :-o :-o :-o :-o :-o :

-o

Du solltest psychologische Hilfe annehmen, Dich vielleicht einer Trauergruppe anschließen, [...], die Seele wird drunter leiden, sich die oben beschriebenen Vorfälle wieder und wieder zu vergegenwärtigen. Das brennt sich wirklich ein und tut nicht gut.

Du solltest Dich lieber in Trauerforen zurückhalten, als Trauernde in ihrem Schmerz BELEHREN zu wollen, wie und welche Gefühle man äußern DARF und welche nicht..... :|N :|N :|N :|N :|N

S{hZeilaxgh


Ich finde Benitas Beitragauch etwas harsch und sehr direkt.

Dennoch stimme ich dessen Grundaussage zu:

Es macht keinen Sinn einen Schuldigen zu suchen.

:)*

TLat`janma64x72


Also seid froh dass ihr solche Erfahrungen noch nicht machen musstet, denn solche Ärzte gibt es! Werde ich nicht vergessen wie sie an meinem Bett standen und mich quasi ausgelacht haben, ich würde simulieren, mit einer Lungenembolie.

Ich habe mich lange gequält, warum ich mir das habe bieten lassen. Heute würde ich anders handeln.

Du musst das nicht auf dir sitzen lassen. Es tut mir unsagbar leid was du mitmachen musstest.

H`asBenreixch


Sheilagh

Dennoch stimme ich dessen Grundaussage zu:

Es macht keinen Sinn einen Schuldigen zu suchen.

Aus der nüchternen Sicht von außen her mag das so sein - aber hier geht es um mehr als um ein bloßes "nach einem Schuldigen suchen" - hier geht es erst mal in erster Linie darum, dass in einer unmittelbaren Trauersituation die Gefühle heraus müssen - wenn man das in sich einsperren muss, daran erstickt man........

Es geht hier erst und vorrangig, dass man einer Trauernden Tochter zugesteht, ihren Schock , ihre Trauer ihre Wut ihren Ärger herausschreien zu dürfen, wütend sein zu dürfen - und ja - auch einen Schuldigen suchen und finden zu dürfen - SIE ist in einer Ausnahmesituation, und dieser Situation muss hier Rechnung getragen werden. - In einer solchen unmittelbaren Situation, die dazu auch noch so frisch ist, kann man nicht erwarten, dass alle Gefühle "normgerecht" geäußert bzw. zurückgehalten werden - denn in einer solchen Situation ist nichts mehr normgerecht - ist das ganze Leben nicht mehr normal................

Die TE braucht in aller erster Linie Halt und Stütze, aufgefangen-werden................

HFasen%reich


Es macht keinen Sinn einen Schuldigen zu suchen.

Und wenn es diesen Schuldigen doch gibt, dann steht es uns hier nicht zu, das zu bagatellisieren oder klein zu reden - denn keiner von uns war dabei........

mbnef


Es macht keinen Sinn einen Schuldigen zu suchen

Aus der nüchternen Sicht von außen her mag das so sein

Naja, zumindest der Kardiologe sollte künftig vorsichtiger sein, damit sich sowas nicht wiederholt. Dass in so einer Arztpraxis öfter mal Leute jammern, ohne das was ist, ist richtig. Deshalb darf man es aber nicht ignorieren, denn nur weil vielleicht 99% der Patienten es übertreiben und sich reinsteigern, bleiben trotzdem 1%, bei denen es wirklich ernst ist.

[...]

Verbitterung lese ich nicht. Eelbstvorwürfe und Wut sind vollkommen normale Gefühl eim Laufe der Trauerverarbeitung. Ob der TE psychologische Betreuung braucht, kann ich nicht beurteilen. Aber was du suggerierst, nämlich dass er zu wütend ist, ihm die Wut nicht zustehst oder die Wut krankhaft ist, ist grundfalsch. Gerade nach so einem Tod.

Trotzdem hilft es vielleicht, sich vor Augen zu führen, dass nicht sicher ist, ob es besser ausgegangen wäre, hätte die Notfallversorgung besser funktioniert. Und Unwissenheit ist bekanntlich quälender als Gewissheit und schwerer loszuwerden.

mMnexf


[...]

Willst du gerade ernsthaft einem Laien eine ebenso kompetente Einschätzung der Lage abverlangen, wie einem Facharzt? Es ging zwischenzeitlich besser, das Verhalten des TEs ist absolut nachvollziehbar. Das bedeutet nicht, dass man von der Praxis, bei ERNEUTEM auftreten der Symptome nicht anderes Handeln erwarten kann. Bei allem Verständis dafür, dem TE eine rationalere Sicht aufzeigen zu wollen: Das Einreden von Schuldgefühlen bei jemandem, der sich eh schon solche Vorwürfe macht, ist sowas von daneben...

HFudi'pfuxpf1


Es tut mir sehr leid, was mit deiner Mama passiert ist.

Mein Vater ist Gestern nach langer Krankheit gestorben und ich musste in den letzten zwei Jahren sehr viel erleben was Inkompetenz und Unzulänglichkeit von Ärzten betrifft.

Auch wenn sein Tod wohl eher nicht verhindert hätte werden können, ich habe das Vertrauen in die Götter in weiss verloren.

Sie sind eben auch nur Menschen mit Fehlern, was aber in dem Beruf dramatische Folgen haben kann.

Das fing schon an, dass ich per Mail erfahren habe, dass mein Vater unheilbaren Krebs hat.

Oder dass man ihm Liter weise Flüssigkeit gab, obwohl sein Herz angeschlagen war. Danach lag er mit Wasser in der Lunge auf der Intensivstation.

Ich kann dich sehr gut verstehen. Aber wer weiss, vielleicht wäre deine Mutter trotz Reanimation auch gestorben, oder wäre, falls man sie hätten zurückholen können, im Rollstuhl mit Gehirnschaden. Vielleicht wurde ihr so Schlimmeres erspart?

Fühl dich gedrückt :°_

Für deine Mutter :)- :)-

Und meinen Vater :)- :)-

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