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Tod meines Vaters...

S;amSxi70 hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

ich konnte keine Ruhe finden weshalb ich nun doch den Arztbrief vom Krankenhaus verlangt habe. Ich bin mir sicher (vlt. nur aus meiner Sicht) er ist letztendlich durch das Morphium gestorben. Im Brief steht er ist mit Fieber & Benommenheit aufgenommen worden. Fieber ja aber benommen war mein Vater nicht. Mich lässt der Ablauf am nächsten Tag nicht in Ruhe. Als ich ihn besucht habe hatte er beim Atmen ein rasseln, er war zudem schwach.

Den ersten Fehler habe ich bei der Visite durch die Assistenzärztin gemacht. Erstens wusste sie, wie in meinem alten Faden schon erwähnt nicht einmal den Namen meines Vaters und zweitens (mein Fehler) habe ich ihr die Diagnosen in die Hand gegeben weshalb aufgrund dessen keine weiteren Untersuchungen vorgenommen wurden. Daraufhin kam der Satz, mein Vater liege in Sterben... Sie wollte gehen aber ich habe nach einem Medikament für die Atmung gebeten und er bekam Morphium. Wieso habe ich nicht gegooglet... Ich hätte dadurch die Nebenwirkungen erkannt. Der Chefarzt nachdem ich verlangt habe, hat einen Infekt vermutet und ihm Antibiotika verschrieben. Sein Fieber ging am nächsten Tag runter und er war am Morgen kurz wach, hat nach Essen verlangt und fiel sofort wieder ins Schlaf wovon er nicht wieder aufwachte.

Im Brief steht man hat es zuerst mit Antibiotika versucht und ERST DANN mit Morphin da es notwendig war. Es war umgekehrt! Im Brief steht die Familie war gegen eine intensivmedizinische Behandlung... Ich habe mehrmals darum gebeten, man hat mir immer gesagt es wäre kein Grund dafür. Wieso diese Lügen!

Das Morphin wurde um 11:00 abgesetzt. Er hat keine Medikamente zum Entwässern bekommen, keine dür die Nieren. Seine Leber war vollkommen zersetz. Wie also hätte er das abbauen sollen?!?! Er ist dann kurz vor Mitternacht gestorben.

Hätte ich bloss nicht nach diesem Medikamet gefragt, hätte ich nicht der Ärztin seine Diagnosen in die Hand gedrückt hätte mein Vater vielleicht den Infekt überstanden und er wäre hier... er wollte so gern noch diesen Sommer bei uns sein um meinen Kleinen beim Laufen zuzusehen...

Ich fühle mich so schuldig..

Schönen Abend und Danke fürs Lesen. Ich musste es nochmal schreiben und auch in einem neuen Thread... Ich bin so leer. Ich habe das Gefühl nichts mehr fühlen zu können. Meine Stimmung schwank von Minute zu Minute. Mal bin ich gut drauf und dann gar nicht mehr...

Antworten
h~euVte_hiexr


Hallo SamSi70!

Mein aufrichtiges Beileid zum Verlust deines Vaters :)- . Offensichtlich hattet ihr ein gutes Verhältnis, da du einen Schuldanteil bei dir suchst.

Du hast richtig gehandelt. Aus meiner Außenperspektive ohne die familiäre Bindung hätte ich auch nicht anders gehandelt:

-der Vater wurde in einem Notfall ins Krankenhaus gebracht

-alle wichtigen Unterlagen hattest du dabei

- du hast die Ärzte über den aktuellen Gesundheitszustand informiert

Meiner Meinung nach hast du als medizinischer Laie nicht mehr tun können.

Leider sind Krankenhäuser nicht mehr der Garant für professionelle medizinische Betreuung. Das ist leider derzeit so und ist eher dem Gesundheitssystem geschuldet, was zum großen Teil auf Wirtschaftlichkeit basiert.

Hier gibt es aktuell zwei ähnlich gelagerte Diskussionen:

[[http://www.med1.de/Forum/Gesundheitswesen/737766/]]

[[http://www.med1.de/Forum/Trauer/738386/]]

Trauer um einen geliebten Menschen ist anstrengende emotionale Arbeit. Die Schuldvorwürfe dir gegenüber sind nicht gerechtfertigt. Vielleicht hilft dir die Zeit über die Geschehnisse im Krankenhaus hinwegzukommen.

Das wünsche ich dir von Herzen @:)

S4amSiv70


Hallo heute_hier,

vielen Dank für Deine Worte.

Ich vermisse ihn einfach so sehr... :°(

Ich bin heute auf Dienstreise und habe seine Jacke angezogen. Sie riecht noch nach ihm. Er hat sie am letzten Tag als ich ihn ins KH gebracht habe, getragen. Ich habe ein Taschentuch darin gefunden. Es kommt mir vor als wäre er bei mir aber ich kann ihn nicht sehen.

Ich hab ihn immer wieder vor den Augen in seinem Pullunder wie er zu mir rüber schaut und lacht. Ich ertrage den Gedanken nicht ihn nie niemals wieder zu sehen. Ich möchte noch einmal seine Stimme hören. Ich habe die Momente mit ihm nie Wert geschätzt, mir niemals über seinen Tod Gedanken gemacht. Ich habe immer so gelebt als würde ich ihn immer haben und jetzt fehlt er mir in fast jedem Moment. Ich möchte ihn unglaublich sehr umarmen und ihm sagen wie sehr ich ihn liebe.

Ich sehe ihn immer wieder vor mir wie er in seiner Jacke verschwindet weil er so viel abgenommen hatte, wie er auf mich wartet bis ich ihn mit dem Auto abhole. Diese Bedürftigkeit, gerade er der immer sehr stark war.

Gute Nacht.

H,udi`p&fupfx1


Hallo SamSi70 :°_

Ich fühle mit dir, denn mein Vater ist am 27.April an Blasenkrebs gestorben. Ich kenne das unerträgliche Gefühl sehr gut, ihn nie mehr zu sehen, oder seine Stimme hören zu dürfen. Er war doch immer da, so lange ich lebe.

Auch mein Vater hatte die letzten zwei Wochen diesen rasselnden Atem. Offenbar hatte er aber kein Wasser in der Lunge. Der rasselnde Atem scheint auch ein Hinweis zum begonnen Sterbeprozess zu sein. Er bekam auch Morphin gegen die Schmerzen und hatte vermutlich einen Infekt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Ärzte nichts mehr unternehmen, wenn jemand am sterben ist. Vielleicht war das bei deinem Vater auch so, eines jedoch ist ganz sicher; Du hast nichts falsche gemacht und er weiss dass du ihn liebst!!

Mein Dad hätte an diesem Tag ins Krankenhaus gemusst, da es Zuhause nicht mehr möglich war ihn zu pflegen.

Er starb friedlich und ruhig in seinem Bett Zuhause, er schaute meine Mutter an, während sie seine Hand hielt. Er hat einfach aufgehört zu atmen, ohne Schmerzen, oder Krämpfe. Es war nicht einmal Erstaunen in seinem Blick.

Ich sehe ihn immer wieder vor mir wie er in seiner Jacke verschwindet weil er so viel abgenommen hatte, wie er auf mich wartet bis ich ihn mit dem Auto abhole. Diese Bedürftigkeit, gerade er der immer sehr stark war.

Wie sehr ich auch das kenne. Er war nur noch ein Schatten seiner selbst und das war ihm auch sehr bewusst. Plötzlich waren unsere Rollen vertauscht und er, der mein Leben lang für mich da war, musste von mir Hilfe annehmen.

Ich weiss nicht ob dich das tröstet, aber dein Vater wird dich immer wieder besuchen, vor allem in der Anfangszeit. Vielleicht hat er schon und du hast es nicht bemerkt. Es geht ihm besser jetzt, glaube mir.

Mein Vater war deutlich schon zweimal bei mir und einmal habe ich sogar eine Botschaft erhalten, ich durfte seine Stimme noch einmal hören. Sie war aber kräftig, wie zu besseren Zeiten.

Daher weiss ich, dass er auf dem Weg der Besserung ist.

Ich bin immer noch sehr traurig und er fehlt mir sehr. Ich weine noch jeden Tag, aber es wird langsam weniger.

:°_

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