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Dekubitus Grad 4 Patientin, Lage aussichtslos, suche Rat

AEPeterssexn hat die Diskussion gestartet


Hallo allerseits, ich brauche dringend Hilfe, es geht hierbei um meine Mutter.

Hier die Geschichte, das Wesentliche steht in den letzten beiden Absätzen:

Sie ist 62, Diabetikerin und übergewichtig (ca. 120 kg bei einer Größe von etwa 160 cm).

Sie hat seit 2011 Nierenprobleme und auch Probleme mit dem Herzen, wodurch sich immer wieder Wasser in der Pleura angesammelt hatte. Das war dann im Zusammenhang mit der Niereninsuffizienz natürlich ein Problem. Ende November 2016 meinte ihr Nierenarzt, sie sollte in stationäre Behandlung, da sich die Nierenwerte verschlechtert hätten. Sie kam Mitte Dezember in eine Klinik in der Nähe und da wurde sie zunächst wegen der Niereninsuffizienz und einem neuerlichen Pleuraerguss behandelt. Im Laufe ihres Aufenthalts dort verschlechterte sich jedoch ihre Atmung, sodass sie zunächst auf die Sauerstoffmaske angewiesen war und letztlich sogar intubiert werden musste.

Um die Neujahrswende wurde sie in eine Lungenklinik verlegt. Dort wurde sie für etwa zwei Wochen im künstlichen Koma intubiert beatmet und dann entwöhnt. Sie hätte zunächst ein deutlich ausgeprägtes Durchgangssyndrom/Delirium und außerdem war die Rede davon, es hätte sich am Steißbein eine offene Wunde gebildet. Diese wurde zunächst vom Wundmanagement behandelt. Es war bereits die Rede davon, sie in eine Reha Klinik zu verlegen als sich der Zustand der Wunde verschlechterte.

Anfang Februar wurde sie daher abermals verlegt, in eine Klinik mit plastischer Chirurgie. Dort musste sie außerdem isoliert werden, da auf der Wunde eine Besiedlung mit VRE festgestellt wurde. Ich habe auch erst hier erfahren, dass es sich bei der Wunde um ein Druckgeschwür bzw. Dekubitus handelt, laut ärztlicher Auskungt Grad 4. Die Wunde wurde mehrfach operiert und man versuchte, diese zu schließen. Das gelang auch zunächst, doch sie musste wieder intubiert und im künstlichen Koma beatmet werden, weswegen eine Tracheotomie durchgeführt wurde, damit sie ohne derartige Sedierung dauerhaft beatmet werden konnte. Da die Wunde wohl immer durch Fäkalkeime verunreinigt wurde, hat man außerdem einen künstlichen Darmausgang angelegt. Im Laufe des Aufenthalts hatte sie dann auch noch nach operativer Entfernung eines Blutergusses an der Wunde eine Sepsis, die mit Antibiotika behandelt werden konnte. Der Zustand der Nieren hatte sich jedoch so weit verschlechtert, dass sie Venenkatheter gelegt bekommen hat, um dauerhaft dialysiert werden zu können. Vor dieser letzten OP ging es meiner Mutter schon wieder erheblich besser, sie konnte feste Nahrung zu sich nehmen und auch im Bett Physiotherapie mitmachen. Nach der OP war sie wieder deutlich desorientierter, passiver und in sich gekehrter. Sie hatte wieder ein Delirium und meinte eine Woche sogar, man wolle sie umbringen. Hier musste sie auch stärker Kreislauf unterstützende Medikamente bekommen. Beides hatte sich jedoch wieder gebessert.

Man wollte sie auch schon weiter verlegen, in eine Klinik mit Nephrologie und Kardiologie, damit die ursprüngliche Problematik besser behandelt werden kann. Sie konnte in der dafür angedachten Klinik aber nicht aufgenommen werden und ich erhielt hier mal die Aussage, es habe keine freien Betten gegeben und mal hieß es, man hätte sie schlicht abgelehnt, was mir etwas komisch vorkam. Zuletzt hieß es dann, die Wunde wäre von ihrer Größe her erheblich verkleinert worden und könne höchstwahrscheinlich konservativ weiterbehandelt werden. Einen Tag später dann der Hammer: der Kreislauf habe sich enorm verschlechtert, ich sollte unbedingt kommen. Dort sagte man mir dann, die Wunde sei wieder offen, es gäbe nun viele zuvor unentdeckte Wundtaschen und man könnte nichts mehr für meine Mutter tun. Das traf mich wie der Schlag aus heiterem Himmel. Man schlug mir vor, die Dialyse abzustellen und sie einschlafen zu lassen, aber das wollte ich nicht. Ich will meine Mutter nicht einfach so sterben lassen.

Ich weiß nicht, was ich tun soll. Dass es zuerst hieß, es würde heilen und dann das. Es fällt mir auch so schwer zu glauben, dass man nichts mehr für sie tun kann. Ich hätte am liebsten noch eine andere ärztliche Meinung, einfach damit es überzeugender ist. Oder weil ich es nicht wahr haben will, ich weiß nicht. Ich habe bis zuletzt mit meiner Mutter zusammen gelebt, weswegen mich diese ganze Geschichte sehr hart trifft. Meine Welt steht auf dem Kopf. Und ich brauche Rat. Kennt hier jemand ähnliche Geschichten? Hat jemand Erfahrung? Sollte ich versuchen, irgendwie eine zusätzliche, unabhängige ärztliche Meinung einzuholen? Geht das überhaupt? Und wenn es nicht geht, weiß jemand, wo ich mir Hilfe holen kann? Das Ganze überfordert mich nämlich enorm...

Antworten
suurutxu


Hallo,

Ich habe Deinen Beitrag mehrmals gelesen und bin sehr betroffen. Lass Dich ganz fest drücken :°_

Leider kann ich Dir auch nicht wirklich helfen, weil ich mich mit den Krankheiten Deiner Mutter nicht auskenne. Allerdings habe ich leider viele Erfahrungen mit Krankenhäusern. Da läuft wirklich nicht alles, wie es sollte. Was mich sehr wundert, ist der Dekubitus. Soweit dürfte es eigentlich nicht kommen, wenn ein Mensch richtig betreut wird. Hilfreich wäre hier ein Fachanwalt für Medizinrecht. Die müssen entsprechende medizinische Kenntnisse haben und können Dir sicher eine Ersteinschätzung geben, ob hier ein Behandlungsfehler vorliegt. Dann kann man gegen die Ärzte vorgehen.

In einem lagen die Ärzte meiner Meinung nach richtig. Sie haben die Geräte abgeschaltet, damit Deine Mutter nicht unnötig leidet. Gestorben wäre sie sowieso. Sonst hätten sie nicht abstellen dürfen.

Ich weiß wie schwer die Trauer zu ertragen ist. Habe das alles gerade hinter mir und jetzt ist eine Freundin gestorben. Auch wenn Du es nicht glauben kannst, Dein Leben wird auch wieder besser, die Trauer läßt nach. Du hast alles getan, warst für Deine Mutter da. Das ist das Wichtigste. Ich hoffe, Du hast jemanden, der Dich unterstützt und wünsche Dir ganz viel Kraft.

d_ie_na7seKwexise


Deine Mutter ist eine schwerkranke Frau. Der wahrscheinlich langjährig schlecht eingestellte Diabetes schädigt im ganzen Körper ihre Blutgefäße, was sich auf die Niere, das Herz und auch auf die Wundheilung und die Immunabwehr auswirkt. Irgendwann kommt der Punkt, an dem es nicht mehr geht. Für mich klingt der Vorschlag der Ärzte, sie gehen zu lassen richtig.

Es tut mir leid für dich, deine Mutter ist ja noch vergleichsweise jung. Abschied nehmen tut weh. Aber irgendwann kommt der Abschied und für deine Mutter ist er nicht mehr weit.

Viel Kraft für dich :°_

BcrjiS5chMo


In einem lagen die Ärzte meiner Meinung nach richtig. Sie haben die Geräte abgeschaltet, damit Deine Mutter nicht unnötig leidet. Gestorben wäre sie sowieso. Sonst hätten sie nicht abstellen dürfen.

Ich habe es eigentlich so verstanden, dass die Mutter noch lebt.

Man schlug mir vor, die Dialyse abzustellen und sie einschlafen zu lassen, aber das wollte ich nicht. Ich will meine Mutter nicht einfach so sterben lassen.

@APetersen

Das alles liest sich für mich auch ganz schrecklich und du und deine Mutter haben mein volles Mitgefühl. :)*

Aber in deiner Schilderung habe ich etwas vermisst. Wie steht deine Mutter eigentlich zu all dem? Leidet sie sehr?

Du schreibst, du möchtest deine Mutter nicht sterben lassen, aber was möchte sie selbst? Habt ihr mal darüber

gesprochen, hat sie eine Patientenverfügung? Ich finde das sehr wichtig, denn ich persönlich würde an Stelle

deiner Mutter keine Dialyse mehr machen und lieber friedlich einschlafen dürfen. Aber wie gesagt - wichtig ist

eigentlich nur das, was deine Mutter möchte.

A1Pe+te<rsxen


Erstmal danke für die Antworten.

Ja sie lebt noch, es war erstmal nur ein Vorschlag der ärztlichen Seite. Und was meine Mutter wollte/will...jedenfalls nicht sterben.

Mich plagt an der Sache, dass Wundgeschwüre doch eigentlich fast immer vermeidbar sein sollten... Wie finde ich heraus, ob meine Mutter zu den wenigen Fällen gehört, in denen selbst bei richtiger Behandlung der Dekubitus nicht vermeidbar war oder ob diese Entwicklung auf Behandlungsfehler zurückzuführen ist?

Es kennt nicht zufällig jemand eine Geschichte, in der sowas nochmal eine Besserung erfahren hat, oder?

Kann mir jemand vielleicht noch einen Rat geben, an wen ich mich generell für psychische Betreuung werden könnte? Es gibt leider einiges unaufgearbeitetes in dieser Angelegenheit und ich werde das allein nicht bewältigen können.

GdrFottixg


Mich plagt an der Sache, dass Wundgeschwüre doch eigentlich fast immer vermeidbar sein sollten... Wie finde ich heraus, ob meine Mutter zu den wenigen Fällen gehört, in denen selbst bei richtiger Behandlung der Dekubitus nicht vermeidbar war oder ob diese Entwicklung auf Behandlungsfehler zurückzuführen ist?

Ich kann diese Gedanken verstehen, rate dir aber ab, sie weiter zu verfolgen. Was wäre wenn, wieso, weshalb... Das ist nicht zielführend und führt letztlich nur zu Schuldgefühlen deinerseits.

Der Tod gehört zum Leben, da gibt es kein zurück, eines der Dinge die unumstösslich sind. Versuche das zu akzeptieren.

Mein Vater ist im letzten November nach schwerer Krankheit verstorben und ich bin sehr froh für ihn. Er hat es hinter sich und muss nicht mehr leiden. Er ist jetzt frei.

d+ie_na+sewexise


Frag mal nach dem Krankenhausseelsorger, dort hast du wahrscheinlich relativ schnell jemanden, mit dem du reden kannst. Du musst auch nicht christlich dafür sein, die Leute nehmen dich, wie du bist und haben viel Erfahrung in Trauerbegleitung.

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