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Suizid oder versehen

svurutxu hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin, kann mich aber auch gar nicht konzentrieren. Heute nacht ist eine Freundin gestorben. Ich bin jetzt bei ihrer Familie. Sie sagen, es war Suizid. Ich habe sie gestern abgewimmelt, weil sie in letzter Zeit meistens richtig zugedröhnt war mit Medikamenten. Das habe ich ihr auch gesagt. Jetzt habe ich natürlich Schuldgefühle. vielleicht hätte ich es verhindern können. Sie ist immer sehr sorglos mit allen möglichen Psychopillen umgegangen. Das waren Benzodiazepine und auch starke Schmerzmittel. Da es wohl nicht eine absolut ungewöhnlich hohe Dosis war, wird, wenn ich das richtig verstanden habe, noch untersucht, ob es ein Versehen war. Ihre Familie scheint nicht wirklich zu trauern. Sie sagen sowas wie "musste ja so kommen". Ich verstehe das nicht. Und wird sie gelitten haben. Der Notarzt sprach wohl von Atemlähmung. Ich stelle mir das Schlimmste vor. Entschuldigung, dass ich alles vielleicht ein wenig durcheinander berichte. Ich zittere nur noch und denke, wenn ich nur hingegangen wäre oder wenigstens nichts gesagt hätte.

VG surutu

Antworten
PTlüsch.bijexst


Hallo,

deine Freundin war wohl psychisch krank.

Sie wird ihren eigenen Tod billigend in Kauf genommen haben.

Sie wird es sicher nicht bewusst gemacht und geplant haben.

Aber gerade bei psychisch Kranken ist es oft so, dass sie keinen Mut haben sich etwas anzutun,

aber nichts dagegen haben wenn sie denn nicht mehr leben.

Ich höre des öfteren Mal, :"Ich würde mir nie was antun, aber ich hätte nichts dagegen jetzt tot umzufallen".

Die Reaktion der Familie finde ich allerdings sehr beschämend.

Deine Freundin war offensichtlich krank und es wurde von ihnen ignoriert.

Sie geben ihr quasi ja noch die Schuld an dem Ganzen.

Du solltest mit einem Psychologen über das Ganze reden.

Du bist NICHT Schuld am Tode deiner Freundin.

M_alulaxig


Ich habe mal auf ähnliche Weise eine Freundin verloren. Hab mich damals auch gefragt, ob ich es hätte verhindern können. Was ich denke: Ich hätte es vielleicht um ein paar Tage oder Wochen hinausschieben können, verhindern nicht.

Das ist nicht leicht, und du hast mein Mitgefühl. :)*

s=ur5utxu


Danke Euch für die lieben Worte. Sie war sicher krank. Aber umso schlimmer ist es, dass ich sie allein gelassen habe. Wäre sie einfach krank gewesen, hätte ich damit umgehen können. Aber der Medikamentenkonsum hat sie so anders gemacht. Ich habe gemerkt, dass sie bei einem Medikament ohne Punkt und Komma geredet und sofort alles wieder vergessen hat. Oder das Gegenteil: Sie war weggetreten und sprach extrem schwerfällig. Es war also keine Unterhaltung möglich. Mit ihr darüber sprechen war unmöglich. Sie hat sich immer darauf berufen, die Medikamente zu brauchen und vom Arzt zu bekommen. Aber ich weiß, dass sie bei vielen Ärzten war und befürchte Doppelverschreibungen. Ich hatte angeboten, Sie zu besuchen, wenn sie nüchtern wäre, habe auch gesagt, dass ich ihr nicht glaube, dass sie soviele Medikamente aus medizinischen Gründen braucht. Darauf hat sie sauer reagiert. So auch gestern nachmittag.

Rational weiß ich, dass ich nicht Schuld bin. Aber es hilft nicht wirklich. Wie lange dauert es wohl bis solche Medikamente wirken? Ich stelle mir vor, sie hat nach dem Telefonat erstmal wieder etwas genommen. Und das Schlimmste: wenn es eine Atemlähmung war, war das schlimm? Hat sie das mitbekommen? Irgendwie ist diese Vorstellung extrem belastend. Ein kranker Mensch, allein und bekommt keine Luft mehr.

Sie hatte es nicht einfach mit ihrer Familie. Bin dort eben so schnell wie möglich weg. Die zeigen gar keine Emotionen. Immerhin sind das die Eltern und Geschwister.

Wiaterxli2


Also wenn deine Freundin wirklich suizidgefährdet war dann ist es absolut richtig, dass sie "Psychopillen" genommen hat. Und die haben nunmal auch Nebenwirkungen (zugedröhnt sein etc.), aber das ist bei schwer depressiven Menschen manchmal das Einzige, was noch hilft. Und dann sind die besser zugedröhnt, als dass sie sich umbringen o.ä. Ich würd (außer ich wär Psychiater...) da keinem jemals dazu raten, seine Medikamente nicht zu nehmen. Klar gehen die nicht spurlos an den Menschen vorbei. Von Kortison nimmt man auch übelst zu und dennoch würd ich keinem der das nehmen muss sagen "nimm es nicht, setz es ab...". Natürlich ist das nicht schön, wenn ein Freund sich total verändert und man nicht mehr an ihn rankommt. Ich habe mich wegen sowas auch von meinem Ex damals gerne getrennt, weil ich es einfach unerträglich fand (da war er "nur" krank und hatte nichtmal Medis genommen) und ich finde das irgendwie auch menschlich. Dass du z.B. gesagt hast "ich komme dich nicht besuchen, ich komme damit grad nicht klar". Deshalb brauchst du dir keine Vorwürfe machen, das ist eine normale gesunde Reaktion im Umgang mit psychisch kranken Mitmenschen. Es macht auch keinen Unterschied, ob man da ist oder nicht... mein Ex z.B. lebt weiter so vor sich hin, hat halt gute und schlechte Phasen, ob nun mit oder ohne mich.

Vermutlich kann man sich natürlich auch mit den Pillen umbringen oder sie versehentlich zu hoch dosieren, aber wichtig ist, dass du eben weißt, dass deine Freundin eine schwere Krankheit hatte, an der sie eben nun gestorben ist. Ob absichtlich oder unabsichtlich: es hängt auf jeden Fall mit der Krankheit zusammen und frei entschieden hat sie wohl eher nicht. Und ob du nun da gewesen wärst oder nicht, ob sie mit jemandem redet oder nicht... das macht wohl in einem Stadium einer psychischen Krankheit, wo man schon starke Medikamente nehmen muss, keinen Unterschied mehr. Kein Arzt würde Medis aufschreiben, wenn der mit Reden etc. noch weiterkäme...

sEuruxtu


Das hätte ich noch erwähnen sollen. Sie war gerade nicht in psychologischer oder therapeutischer Behandlung. Das hatte ich ihr vorgeschlagen. Sie meinte nur, sie sei nicht verrückt, obwohl sie genauso gut wie ich weiß, dass das mit "verrückt sein" nichts zu tun hat. Das alles hat sich langsam gesteigert. Als wir noch häufig etwas unternahmen, hat sie regelmäßig mehrere Pillen in kurzen Abständen genommen. Manchmal hat sie es heimlich versucht und sicher auch gemacht. Schließlich wurde es immer mehr. Ich war selbst depressiv und in Behandlung und ich habe bei der Drogenberatungsstelle gearbeitet. Ich muss leider sagen, es war eindeutig Tablettenmißbrauch. Anfangs hat sie das gar nicht geleugnet. Erst als ich ihr deutlich machte, dass ich mir Sorgen mache und sie etwas ( auch mit meiner Unterstützung) unternehmen solle, wurde sie abweisend. Sie litt unter starken Schlafstörungen und Schmerzen. Ich glaube, dass es eine Indikation für die Medikamente gab. Aber die Dosis hat sie irgendwann selbst bestimmt. Keiner schüttet sich einfach ein paar Tabletten in die Hand und schluckt sie. Und das alles mit dem Segen des Arztes. Und warum ist sie parallel zu mehreren Allgemeinmedizinern gegangen? Das spricht für eine Abhängigkeit. Darauf angesprochen, hat sie auch sehr aggressiv reagiert. Dabei habe ich ihr keine Vorwürfe gemacht, sondern nur meine Sorge zum Ausdruck gebracht. Sie kannte mich gut genug, um zu wissen, dass ich sie nicht verurteilen wollte.

Soweit ich weiß, bekommt man von einer Überdosis Antidepressiva keine Atemlähmung, bin aber nicht sicher. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass es Absicht war. Je länger ich darüber nachdenke, desto grausamer empfinde ich es.

M_allasig


Wahrscheinlich hat sie schon lange zu viele von den Pillen geschluckt und die Kontrolle verloren.

Das wird Dich nicht trösten, aber es tut am Ende immer gleich weh, und eigentlich ist dabei nicht ausschlaggebend, ob es Absicht oder ein Versehen war, das nun zum Ende geführt hat.

Vielleicht hilft es dir zu denken, dass sie nicht mehr leiden muss? Ich wünsche es dir. Die Verantwortung für sie kannst du auch postum einfach nicht tragen, damit lädtst du dir eine zu schwere Last auf die Schultern.

r]r201x7


Du arme. Ich glaub da hilft aller Ratschlag nichts, ist halt ein tragisches Drama.

Klingt allerdings so, als hätte sie in der Tat eine erhebliche psychische Krankheit gehabt. Du bist natürlich nicht für all das verantwortlich. Aber man soll es nicht klein reden, es ist und bleibt traurig und belastend.

e/lioxtt


liebe surutu!

ich möchte dir als erstes mein aufrichtiges Beileid zum Tod deiner Freundin aussprechen.

ich kann verstehn dass sich ihr tod sehr belastet.

und man fragt sich.?hätte ich es verhindern können?

die antwort lautet nein.

sie war medikamentensüchtig und dürfte wohl irgendwann mal die kontrolle der einnahme verloren haben.

was hier noch hinzukommt ist dass sie zu der zeit nicht in psychologischer Behandlung war.

das spielt hier auch eine entscheidende

du hast alles getan was in deiner macht stand um ihr zu helfen..hast ihr vorgeschlagen dass sie eine Therapie machen soll aber selbst das hat sie abgelehnt...

ob es Absicht war dass sie ihr leben beenden wollte oder ein versehn war wird sich noch herausstellen..

du solltest dir auf keinen fall vorwürfe machen...

denn dich trifft keine schuld.

auch wenn es der Familie bewusst war dass es einmal passieren wird dass ihre tochter an der Tablettensucht sterben könnte.

es waren genauso wie dir die Hände gebunden und sie hätten nichts tun können.

auch wenn sie es gewollt hätten.

..es ist und bleibt ein tragischer verlust den die Familie freunde aber auch du verarbeiten müsst.

das kann einige zeit dauern...

es wäre ratsam dass du dich in psychologische Behandlung begibst damit du das ganze aufarbeiten kannst und Unterstützung erhältst...

ich möchte dir anbieten dass du dich jederzeit melden kannst wenn du jemanden zum reden brauchst..

denn das kann sehr hilfreich sein.

es ist ehrlich gemeintes Angebot. wenn du es nicht annehmen möchtest werde ich es selbstverständlich akzeptieren..

falls dú dir es doch noch überlegst weisst du ja wo du mich findest.ich bin für dich da.

alles liebe elli

Lnuci3x2


Sie hat nichts mitgekriegt. Bis eine Atemlähmung einsetzt, ist man längst bewusstlos.

Solche Todesfälle sind oft aus versehen und passieren leider relativ häufig. Mangelnde Aufklärung.

Mein Beileid.

M>allWaixg


Eine Verwandte von mir ist auch unter ungeklärten Umständen gestorben, sie hatte eine Krankheit, und niemand konnte sagen, dass es ein natürlicher Tod war, aber auch das Gegenteil nicht. Mir hat damals nur der Gedanke geholfen, dass sie ein im Grund sehr unglücklicher Mensch war und nun, wie auch immer, ihren Frieden gefunden hatte.

ewlJiotxt


liebe suruti!

ich schreibe dir heute weil ich mir sorgen um dich mach..

es sind einige tage vergangen und du hast dich seit deinem letzten beitrag nimma gemeldet

ich wollte nachfragen wie es dir inzwischen ergangen ist.

konnte man mitlerweile die Todesursache feststellen können?obs selbstmord oder versehn war?

wie auch immer...du brauchst dir diesbezüglich wirklich keine schuld geben ...denn du hättest ihr net helfen können.

hast du dir überlegt eventuell professionelle hilfe anzunehmen um das ganze zu verarbeiten?

mein Angebot dass du dich weiterhin bei mir melden kannst wenn du jemanden zum reden brauchst bleibt natürlich weiterhin aufrecht.

wenn es dir lieber ist kannst du dich auch per pn bei mir melden.

wiest magst.

alles liebe und gute elli

s!uruxtu


Hallo,

Danke Euch ganz herzlich für die Anteilnahme. Mir ging es zu schlecht, um hier im Forum nachzusehen oder zu schreiben. Es geht mir seitdem auch jeden Tag schlechter und kriege nichts mehr auf die Reihe. Ich habe auch niemanden, mit dem ich reden kann. Sie fehlt mir so. Auch wenn wir uns schon vorher voneinander entfernt haben.

Manchmal habe ich das Gefühl verrückt zu werden. Mein Körper macht nicht mehr mit. Kriege plötzlich Panik, bin mit dem Hund unterwegs und habe das Gefühl, jeden Moment umzukippen und die Gedanken drehen sich immer im Kreis. Manchmal bin ich auch wütend auf sie und schäme mich dann.

@ elli:

Dir ganz besonderen Dank. Wenn ich genug Kraft habe, schreibe ich per pn. Es ist persönlicher. Sowas fehlt mir. Aber ich habe auch immer schnell das Gefühl, jemanden zu sehr zu belasten, was ich nicht will.

LG surutu

efliotxt


liebe surutu!

du brauchst dir wirklich keine Gedanken darüber zu machen dass du mich zu viel belasten könntest.

das machst du nicht...keine sorge.

aus eigener Erfahrung weiss ich wie wichtig diese Unterstützung für menschen ist wenn es ihnen nicht gut geht.

diese hilfe kann sehr vielfältig sein.

das wichtigste ist dass es etwas bewirkt.

weisst du ich sehe es als meine aufgabe andren menschen da zu sein und ich machs von herzen gerne.

(aus liebe zum menschen..)

lass dir zeit mit dem pn...

schreibe wenns für dich passt...

ich bin gerne für dich da ...

alles liebe elli

e)li,ott


Hallo surutu!es ist schon sehr lange her seit deinem letzten und ich wollte fragen wie es dir in der zwischenzeit ergangen ist..ich würde mich freun wenn du dich bald wieder einmal melden würdest.lg elli

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