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Ich habe meine Tochter nicht gekannt

Miareiex27


Leute, bitte kommt mal wieder runter! Vor Allem Dein Beitrag, Djermo...

Hier hat eine Mutter ihr Kind verloren, die sich Vorwürfe macht und dann wird noch Salz in die Wunde gestreut. Furchtbar, wirklich. {:(

M,iNrs<anmixr


Ich bin entsetzt, wie könnt ihr Anemone jetzt Vorwürfe machen? Macht ihr in eurem Leben alles richtig? Seid ihr die perfekten Menschen mit perfekten Kindern? Das ist ja fürchterlich, ich schäme mich für euch!!!

Liebe Anemone, hör nicht darauf, es ist für viele anscheinend nicht nachvollziehbar, wie du dich jetzt fühlen musst.

Unser Sohn ist auch in unserer Familie kaputt gegangen, man konnte ihm vorerst helfen, einfach weil wir das "Glück" hatten, seine Ritzwunden zu bemerken, weil wir nicht warten mussten, bis wir seine Notizbücher fanden, sondern weil wir eingreifen konnten.

Es tut mir so Leid, was euch und eurer Tochter passiert ist. Du hast alles gegeben, du hast alles so gemacht, wie du glaubtest, dass es richtig ist, du hast bestimmt nie irgendetwas getan, weil du deiner Tochter schaden wolltest und das musst du immer im Hinterkopf behalten. Trost kann es kaum geben, ich habe jetzt auch nur geschrieben, weil ich die obigen Kommentare zum K*** finde, wenn man so einen Verlust erleiden musste. Leider fehlen mir zu mehr die Worte. :°( Ich kann dir nur viel Kraft wünschen :°_ :)* :°_

M-ari^e2x7


Danke, MirSanMir @:)

Du hast das besser in Worte fassen können als ich. Bin entsetzt.

L5olaXx5


Ich finde es auch daneben, so auf die TE loszugehen! Dass vieles schief gelaufen ist, ist ihr ja auf die tragischste Weise klar geworden. Aber es war trotzdem die Entscheidung ihrer Tochter, wie sie leben (und später sterben) wollte.

HFypeTrxion


Bis auf Weiteres geschlossen

HEype(ri2oxn


Der Thread ist wieder geöffnet

H[yperxion


1 Beitrag gelöscht

AAnemone2 NeKmoxrosa


Vielen Dank für eure Antworten, sowohl für den Zuspruch als auch die Kritik.

Zurzeit bin ich aus persönlichen Gründen noch nicht in der Lage mit "realen" Personen über meine (Schuld)Gefühle über den Suizid meiner Tochter zu sprechen, gleichzeitig habe ich jedoch das Gefühl, es zu müssen und zu brauchen, wenigstens anonym. Deswegen habe ich Hyperion gebeten, den Faden wieder zu öffnen.

Es ist im Moment sehr vieles wirr: Wie ich mit dem Kummer und den (Selbst)Vorwürfen umgehen soll. Welche Gefühle ich für meine Tochter habe. Welche ich empfinden soll. Wie ich mit ihrer Entscheidung leben lernen soll. Wie es weitergehen soll..................

Ich pendele grob gefasst zwischen zwei Extremen: unbändige Trauer und Verzweiflung darüber, dass meine Tochter sich das Leben genommen hat, und dass sich daran nicht mehr rütteln lässt. Sie unwiederbringlich nicht mehr da ist, und es keine Chance gab noch mit ihr zu sprechen. Dass ich meinen Anteil zu dieser Entscheidung beigetragen habe. Dass ich es nicht kommen gesehen habe. Es sind so viele Gedanken…

UND

Irgendwann – dann wenn ich für mich selbst bis zur neuerlichen Erschöpfung getrauert habe, und keine Tränen mehr da sind – pendele ich zum anderen Extrem. Dieses, wo es mir etwas "besser" geht, und ich die Entscheidung meiner Tochter nicht "annehmen" kann. Wo ich das Gefühl habe, dass meine Bemühungen, ihr ein gutes Leben zu ebnen, fehlgeschlagen sind, und mich das frustriert und wütend macht.

Ich habe sie damals, als sie geboren wurde, nicht annehmen können. Ich war ungeplant und ungewollt schwanger geworden, und als sie dann da war, konnte ich die Bindung zu diesem Kind nicht aufbauen. In vielen Momenten hatte ich Ekelgefühle, Unwillen, eine Abneigung gegen sie, und gleichzeitig wusste ich, dieses Kind braucht seine Mutter, es ist von mir.

Dennoch, ich konnte dieses fordernde Kind nicht vorbehaltlos lieben, ich habe seine Berührungen nicht ertragen können. Heute weiß ich, dass es sehr wahrscheinlich eine postnatale Depression war, die diese Gefühle erzeugt hat.

Zudem war sie auch von einem Mann, den ich nicht (mehr) als Vater wollte, weil die Beziehung schon den Bach runtergegangen war. Weitere Unterstützung im Umgang mit ihr gab es nicht, ich war noch in Ausbildung, in einer sehr, sehr schwierigen finanziellen Lage und mit meinem Schreikind völlig überfordert.

Ja, ich habe mich dann irgendwann berappelt, indem ich die Zähne zusammengebissen habe, um uns beiden ein einigermaßen gutes Leben zu sichern. Für mich bedeutete das in erster Linie finanzielle Sicherheit: raus aus den Entbehrungen und der Furcht, dass etwas kommt, dass das Aus bedeutet, wir auf der Straße stehen könnten, auch im übertragenen Sinne. Eine solide Karriere zur Einkommensabsicherung, ein eigenes Haus als Zuflucht erschienen mir wichtig als Basis. Für sie, meine Tochter, habe ich mir gewünscht, dass sie den Gleichaltrigen nicht nachstehen muss, ich habe ja gesehen, dass sie darunter litt, für ihre gebrauchten Sachen gehänselt zu werden, nicht so schönes Spielzeug zu haben, nie in Urlaub fahren zu können.

Das sind auch alles Dinge, die ich in meiner eigenen Kindheit vermisst habe, und später musste ich mir alles selbst aufbauen, ohne jegliche Unterstützung meiner Eltern. Ich habe mir für meine Tochter einfach gewünscht, dass sie günstigere Bedingungen vorfindet. Am Anfang hat es nicht so funktioniert wie ich das wollte, daher hoffte ich, es zu einem späteren Zeitpunkt wieder gutmachen zu können.

Es hat nicht sein sollen, offenbar. Ich hatte sie in der Zwischenzeit verloren, und wir haben uns auch nie besonders gut verstanden. Habe ich sie verloren, weil wir uns nicht verstanden, oder haben wir uns nicht verstanden, weil ich sie verloren hatte?

Und jetzt ist sie einfach nicht mehr da.

Aenemonpe Nemorxosa


Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt näher auf eure Beiträge eingehen. Gerade wallt es wieder so auf, es ist gerade wie in einem Meer.

Boald_urhh


Es drängt mich noch etwas dazu zu schreiben. Dein letzter Beitrag macht einiges klarer. Die prägenste Zeit ist die Kindheit. Du selber hast wenig Unterstützung durch Deine Eltern erfahren. Vielleicht - so spekuliere ich - warst Du nur gut, wenn Du Leistung gezeigt und Erfolge gebracht hast. Aber das ist meine Spekulation und die hat keinen Anspruch auf Richtigkeit. Du schreibst, dass Du seine Berührungen nicht ertragen konntest. Das klingt in aller Konsequenz unsagbar traurig. Nicht nur für Dich sondern auch und vor allem für Deine Tochter. Ich nehme an, dass Deine Tochter ein sehr sensibler Mensch gewesen ist, aber selbst wenn sie nicht so sensibel war wie ich glaube, wird sie gespürt haben, dass sie nicht angenommen wurde, angenommen werden konnte. Es macht keinen Sinn, Dich zu verurteilen. Du selbst wirst hart mit Dir "ins Gericht" gehen. Da muss ich das nicht auch noch tun und empört aufschreien: "Wie konntest Du nur....?!?"

Sie hatte andere Voraussetzungen. Sie musste die "Zähne nicht zusammenbeißen". Materiell hat es ihr an nichts gefehlt, emotional wohl an vielem.

Ich habe selbst mehrere Angehörige und Freunde durch Tod verloren. Dennoch könnte ich nicht sagen: "Ich weiß wie Du Dich fühlst". Aber diesen Nebel und dieses Chaos habe ich auch erlebt und ich kann mich auch gut mit dem Bild des Meeres identifizieren. Meine Erlebnisse liegen inzwischen Jahrzehnte zurück und ich habe mittlerweile das rettende Ufer erreicht. Das hat rückblickend mehrere Jahre gedauert. Geholfen hat mir kompromisslose Ehrlichkeit und die Erkenntnis, dass man die "Fäden des Schicksals" nicht in der Hand hält. Wenn jemand sich entscheidet zu gehen, wird er es tun, ob das aus einem spontanen Lebensüberdruss geschieht, oder lang geplant ist, spielt im Nachhinein keine Rolle mehr, denn es ist nicht mehr änderbar. Ich habe mich nach Deinem Eingangsbeitrag natürlich auch gefragt, ob denn niemand etwas gemerkt hat, ob nicht der Freund der rückhaltlos zu ihr gestanden hat gespürt hat, dass etwas nicht in Ordnung war. Aber selbst das wäre eben nicht mehr änderbar und sie hat, wenn ich Dich richtig verstehe, eben auch nicht über diese Abgründe gesprochen. Das ist ja das einzige was man tun kann. Nur das Sprechen bringt uns dazu andere zu verstehen.

Vor etwa einem Jahr habe ich eine Freundin durch suizid verloren. Sie war depressiv lange bevor wir uns kennen lernten. Uns trennten mehrere hundert Kilometer, daher konnten wir uns nicht sehen, haben aber mindestens einmal monatlich telefoniert. Sie hat in jedem Telefonat davon gesprochen, wie schlecht es ihr geht, das ihre Kraft zum Leben nicht mehr reicht; sie hat gesprochen und ich habe ihre Motive verstanden. Ich konnte sie trotzdem nicht retten. Sie hat sehr oft Sätze gesagt wie: "Du weißt ja gar nicht, wie das ist...." Und das stimmte auch. Ich stecke in niemandes anderen Kopf. Ich kann mich immer nur bemühen, etwas zu verstehen.Wir hatten eine grundlegend unterschiedliche Einstellung zum Leben. Für sie war es eine Last aufgrund ihrer vielen negativen Vorerfahrungen. Für mich ist es eine Herausforderung, aber das liegt eben auch an der Bestätigung, die ich als Kind erfahren habe. Selbst das ist allerdings keine Gesetzmäßigkeit. Auch Kinder, die geliebt wurden, können sich für den Freitod entscheiden. Es ist immer ein Zusammenspiel zwischen äußeren und inneren Faktoren.

Ich hoffe, dass Du irgendwann Ordnung in Dein Gefühlswirrwar bringen kannst und der Hass den Du jetzt manchmal fühlst kleiner wird.

B,lackSw/axn87


Ich habe sie damals, als sie geboren wurde, nicht annehmen können. Ich war ungeplant und ungewollt schwanger geworden, und als sie dann da war, konnte ich die Bindung zu diesem Kind nicht aufbauen. In vielen Momenten hatte ich Ekelgefühle, Unwillen, eine Abneigung gegen sie, und gleichzeitig wusste ich, dieses Kind braucht seine Mutter, es ist von mir.

Dennoch, ich konnte dieses fordernde Kind nicht vorbehaltlos lieben, ich habe seine Berührungen nicht ertragen können. Heute weiß ich, dass es sehr wahrscheinlich eine postnatale Depression war, die diese Gefühle erzeugt hat.

Zudem war sie auch von einem Mann, den ich nicht (mehr) als Vater wollte, weil die Beziehung schon den Bach runtergegangen war. Weitere Unterstützung im Umgang mit ihr gab es nicht, ich war noch in Ausbildung, in einer sehr, sehr schwierigen finanziellen Lage und mit meinem Schreikind völlig überfordert.

Ich möchte dir für diese sehr ehrliche Reflektion sehr danken.

Ich bin eine Tochter, die von ihrer Mutter vermutlich nie "richtig" geliebt werden konnte. Und die "Gegenseite" mal zu hören, das hilft mir zu verstehen.

Auch meine Mama hat sich in Arbeit gestürzt und immer betont, dass sie mir und meinen beiden Geschwistern ein besseres Leben ermöglichen wollte. Auf der einen Seite vielleicht ein Versuch, die fehlenden Gefühle irgendwie "wieder gut zu machen", dem Kind irgendwie etwas Gutes zu tun, auf der anderen Seite aber auch eine gute Möglichkeit zur Flucht, sich nicht mit dem Kind beschäftigen zu müssen, seine Ruhe vor diesem ewig fordernden Kind zu haben.

Ich verstehe das. Ich liebe meine beiden Kinder unendlich, aber wenn ich mir nun vorstelle, ich könnte es nicht (und jede Mama, auch ich, ist mal überfordert/genervt gewesen, wenn auch nur für vereinzelte Momente/Situationen, aber halt nicht grundsätzlich) dann würde ich es vermutlich genauso machen.

Du hast dein Bestes gegeben, genau wie meine Mama.

Trotzdem hatte ich massive Probleme in meinem Leben. Bei deiner Tochter hört es sich nach Borderline an, auch ich hatte solche Anwandlungen. Wenn du die Beweggründe deiner Tochter mehr verstehen möchtest, würde ich dir empfehlen dich evtl. mit dieser Persönlichkeitsstörung zu beschäftigen.

Ich wünsche dir sehr, dass du bald Frieden findest! @:)

a=utPumn-liEke


Ich lasse dir einen lieben Gruß da. :)_

Mache dir keine Vorwürfe. Auch ich wollte immer, dass es meiner Tochter besser geht, als mir damals in dem Alter. Ich habe sie damals bei der Wohnungssuche unterstützt. Wir kauften gemeinsam für die erste Wohnung ein und hatten viel Spaß dabei und ich bin heute noch für sie da. Das für mich selbstverständlich. Nur dieses Verhältnis hatte ich nie zu meiner Mutter. Aber trotzdem hatte ich eine schöne Kindheit, weil sie erst später im Laufe der Jahre stets meine Schwester vergötterte.

Es ist nicht leicht zu erkennen, ob jemand depressiv ist. Und nicht immer kann man von außen helfen.

Meine Freundin ist depressiv, war schon öfters in einer Klinik, aber sie hat die Hilfe stets selbst gesucht, wenn sie merkte, dass es nicht mehr ging. Auch ich fragte mich oft, wie ich ihr helfen kann.

Das du geschockt bist, verstehe ich. War ich damals bei meiner Nachbarin auch oder jetzt als meine Mutter starb.

Hier hilft nur die Zeit.

Vielleicht suchst du dir einen Psychologen. Meiner Freundin tun die Gespräche sehr gut. Man muss akzeptieren, was passiert ist. Es war ihr Wunsch. Ich finde den Spruch wunderschön "Du bist nun frei und unsere Tränen wünschen dir Glück". Auch, wenn das Loslassen schwer fällt. Ihr geht es nun besser.

KWleio


Anemone Nemorosa

Es hat nicht sein sollen, offenbar. Ich hatte sie in der Zwischenzeit verloren, und wir haben uns auch nie besonders gut verstanden. Habe ich sie verloren, weil wir uns nicht verstanden, oder haben wir uns nicht verstanden, weil ich sie verloren hatte?

Manchmal kann man sein Bestes geben und trotzdem kann es sein, dass es einfach nicht so ankommt. Du kannst Dich jetzt auf die Suche begeben, Du kannst analysieren, Du kannst Dir Vorwürfe machen, Deiner Tochter Vorwürfe machen (gehört ja auch vieles zum Trauerprozess), aber nichts wird daran ändern, wie es war und wie es jetzt ist. Du wolltest, dass Deine Tochter es besser hat als Du. Sehr wahrscheinlich war es auch so und im Endeffekt führte möglicherweise genau das dazu, dass ihr zu weit von einander wart, angefangen bei den Werten, die ihr hattet. Dass das sehr traurig für eine Mutter ist, kann ich mir gut vorstellen. Ich weiß nicht, wie gut Eltern ihre Kinder generell kennen, aber für mich war es nicht sehr verwunderlich, dass Du Deine Tochter nicht in all ihren Facetten kanntest und dass Dir die Seite, von der Du im Nachhinein erfahren hast, völlig fremd war. Eines ist meiner Ansicht nach aber klar, wenn sie nicht wollte, dass Du diese Seite von ihr kanntest, dann hattest Du auch wenig Chancen.

B-aCmbi-ene


Es gibt eine Frage die ich mir und auch dir Anemone Nemorosa stelle. Nämlich was würde deine Tochter wohl denken, wenn sie deine Beiträge hier lesen würde.

Ich hab sehr ambivalente Gefühle bei deiner Schilderung. Einerseits totales Mitgefühl für eine Mutter die ihr Kind verloren hat. Das Bedürfnis dich zu trösten und dir einen Weg aus deinen Schuldgefühlen raus zu zeigen. Meine Mutter hat auch ein Kind durch einen Unfall und Unaufmerksamkeit verloren. Ich selber hätte im Alter von 1 Jahr und zehn Monaten meinen Sohn durch Ertrinken in einem eiskalten Gebirgsbach auch fast verloren. Er lag kalt und steif und lila angelaufen in meinen Armen. Ich kann den Schmerz und die Schuldgefühle einer Mutter die ihr Kind verloren hat in Etwa nachfühlen.

Und dann kommt wieder dieses "komische" Gefühl hoch. Du wirkst auf mich in deinem Text irgendwie eiskalt. Kalkuliert, beherrscht und auf eine groteske Weise in deiner Sprache "wohldosiert".

Wie würde deine Tochter das sehen? Was würdest du ihr jetzt am liebsten sagen/schreiben.

Wenn ich dir Unrecht tue, bitte verzeih. Aber so wirkst du auf mich.

aXutumIn-lixke


Kalt wirkt Anemone auf mich nicht. Wir Menschen sind zum Glück alle unterschiedlich. Manche sind einfühlsam und warmherzig, andere nicht. Manche sind sogar abgebrüht.

Das erkennt man nur zu gut im Kollegenkreis.

Meine Mutter konnte uns nie in den Arm nehmen. Sie äußerte ihre Liebe durch Essen. Hört sich verrückt an. Schon die Enkelkinder wurden immer gefragt, ob sie ein Eis oder etwas anderes wollten. Auch Besuch wurde ständig gefragt, ob er noch etwas essen will.

Gefühle hat meine Mutter erst vor einem Jahr gezeigt. Da hat sie geweint und mich in den Arm genommen. Sie hatte oft Wutanfälle und ich bekam es verbal ab. Als ich kurz vor meinem Auszug nachfragte, warum sie so zu mir ist, war ihre schlichte Antwort "Es ist doch schon wieder vorbei". Sie meinte es nicht so. Sie musste in diesem Moment verletzen. Später stellte sie dann gekauften Kuchen vor meine Tür.

Aber trotz allem hat sie wegen mir geweint, weil ich wegzog. Auch am Tag meines Auszuges und hat mir ein Foto von sich und meinem Vater mitgegeben und liebe kurze handgeschriebene Zettel. Ich bin jetzt froh, dass als Erinnerung an sie zu haben.

Darum urteilt nicht nach Geschriebenen. Jeder von uns drückt sich anders aus.

Anemone trauert, weil sie keine Chance auf ein Gespräch hatte. Ich bin froh, dass sich bei mir vor einem Jahr dieses kurze Gespräch ergeben hatte.

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