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Abschied von der Zeit

5j566mexdi hat die Diskussion gestartet


Halo Leute. Ich,m, 27 mache seit einigen Wochen eine komische Phase durch, die auch viel mit Trauer zu tun hat.

Vllt ist es ja eine beginnende midlife crisis oder einfach die Zeitspanne von circa 3 Jahren bis heute bzw 15 Jahren bis heute.

Seit einigen besagten Wochen denke ich oft an die Menschen die nicht mehr in meinem Leben sind. Vorrangig meine beiden Großeltern väterlicherseits und mein Opa mütterlicherseits. Dann eben meine Uromas und viele andere Bekannte und Freunde oder Verwandte. Das hängt in meinen Augen damit zusammen, was ich bis jetzt erreicht habe, woran ich selber vor ein paar Jahren nicht dachte, das es wirklich mal so käme. Ich habe studiert, arbeite seit einigen Jahren als Sozialarbeiter, habe eine eigene Wohnung noch, welche ich bald abgeben werde weil ich mit meiner Freundin zusammenziehe, Auto und n sich geht's mir echt gut.

Und genau das kann ich eben meinen Liebsten nicht mehr zeigen.

[[http://www.med1.de/Forum/Gesundheitswesen/701825/]]

Da ist ein Link von 2015 wo mein Opa grad im Ausland zusammengebrochen war und er trotz gelungener OP dann einige Wochen später doch verstarb.

Drei Monate danach hatte ich dann meine eigene Wohnung und konnte ihm bzw meinen anderen Großteltern, die in den zwei Jahren davor verstorben waren nicht mehr zeigen. Auch das ich dann Erfolg im Job und nun eine feste Partnerin habe welche ich in den Jahren davor nicht hatte, konnten diese Menschen nicht mehr miterleben. Natürlich können dies meine verbliebene Oma noch sowie meine Eltern, Onkels und Tanten noch und die Familie meiner Freundin jetzt miterleben was ich bzw. wir gemeinsam schaffen und erleben. Aber es ist ja nicht mehr das Gleiche.

Wenn ich daran denke, denke ich auch immer zurück wie sorgenfrei die Kindheit und auch Jugend noch war. Meine Kindheit durfte ich ja noch mit besagten verstorbenen Mitmenschen erleben: Ferien bei den Großeltern, dann war auch meine Cousine immer dabei, die auch einen Großteil ihrer Zeit mit ihnen verbracht hat wodurch immer ein enges Familiengefühl entstand. Die Großeltern haben einen dann auch mal mit in den Urlaub genommen, haben zugehört wenn ich mal Kummer oder Streit hatte und interessierten sich mit mir für viele Sachen die damals so angesagt waren. Dazu gehörte für mich noch Pokemon :-D Mein Opa hat immer Puckelmucks gesagt :-D Oder aber wenn ich mal Hausaufgaben hatte, die ich nicht verstanden habe, hat mir meine Oma geholfen. An solchen Tagen, wo ich in den Ferien bei ihnen war, verbrachten wir warme Sommertage in dem Garten hinterm Haus, das sie leider verkauft hatten damals, oder am See.

Allgemein denke ich, das ich gerne diese Zeit nochmal erleben wollen würde, da sie nun mal unbeschwert war. Keine Arbeit, kein Geldverdienen müssen, einfach einen Tag mal Tag sein lassen, und vor allem sagen, wie gern man seine Eltern und Großeltern hat. Da habe ich nämlich das Gefühl, dass ich das vllt zu wenig oder vllt gar nicht gesagt habe. :-( :°( Man denkt ja als Kind oder Jugendlicher oft, oh man meine Eltern nerven mich, ich will endlich ausziehen, ich kann das Gerede von meinen Alten nicht mehr hören ++. Doch genau wollten sie ja nur, dass es mir gut geht. Auch mit ihnen durfte ich tolle Urlaube und tolle Tage verbringen, auch wenn es mal Streit gab. Und auch diese Zeiten sind weg.

Das was mich auch beschäftigt ist zunehmend der Gedanke, dass der Mensch an sich doch sein Leben lang nur am Arbeiten ist und die Zeit dazwischen verplämpert wird bzw zu wenig für sich genutzt wird. Erst gestern kamen wir von einem Kurzurlaub von der Ostsee zurück, der zu schnell verging. Ich Liebe das Meer, die warmen Tage dort und denke das der Mensch einfach nicht das machen kann, wozu er Lust hat. Manche mögen vllt sagen, warte bis zur Rente, dann hast du Zeit. Aber was ist wenn es nicht so weit kommt. Das hört sich jetzt auch sehr hart an, aber auch den Gedanken habe ich von Zeit zu Zeit, das doch viele Menschen schon vor ihrer Rente umfallen und weg sind. :-|

Vllt haben ja hier andere auch diese Gedanken zur Zeit oder gehabt und mögen mit mir das Teilen und Schreiben. :-)

Antworten
TwOFU


Sehr bewegend was Du schreibst. Ich lasse erstmal eine Kerze da

:)-

:)_

aUuqtumnW-lixke


Ich kann es nachvollziehen, was du fühlst, weil es mir zur Zeit genauso geht. Ich bin 20 Jahre älter als du, aber im Laufe der letzten Jahre sind immer mehr weggestorben z.B. mein Onkel, mein lieber Schwiegervater, meine Eltern.

Auch ich denke jetzt daran zurück, wie schön es als Kind war mit allen z.B. im Esszimmer gemütlich Karten zu spielen. Es ist schade, dass alles vergänglich ist.

Als meine Großeltern starben war ich noch zu klein. Als der Opa (mein Schwiegervater) starb war meine Tochter fast 20 und sie hat sehr (wie ich auch) an ihm gehangen.

Wie heißt es: Sie lassen Spuren der Liebe zurück.

Ja, wir arbeiten viel zu viel. Meine Schwiegermutter hatte immer Pläne für die Rente. Sie wurde schwer krank und bekam deswegen dann schnell die Rente. Viel hatte sie nicht davon. Sie starb mit 61.

Plant öfters Kurzurlaube ein. Macht das, was euch gut tut. Bei Kurzurlauben kommt man raus aus dem Alltagstrott. Es stimmt schon, wir arbeiten fast unser ganzes Leben. Heute versuche ich alles gelassener zu sehen. Auch im stressigen Job. Das konnte ich viele Jahre nicht.

Wir haben nur dieses eine Leben. Es ist wertvoll. Wir sollten bewusster leben und es genießen. Du hast es rechtzeitig erkannt. Ich habe das alles erst mit über 40 erkannt. Aber besser spät als nie.

Meine Mutter hat das erst ein Jahr vor ihrem Tod begriffen, wie wertvoll das Leben ist.

5t566am2edi


Ich war länger nicht aktiv hier :D

Schön das andere auch so denken wie ich :)

Mir geht es nachwievor so. :-| Ich weiß halt nicht genau was ich dagegen tun soll.

Vllt stresst mich mein Job zu sehr zur Zeit und denke deswegen so oft an Freizeit haben und den Gedanken, dass man eigentlich nur arbeitet.

Vor meiner jetzigen Stelle hatte ich eine sehr entspannte Arbeitsstelle. Ein Jugendzentrum wo ich zwar nur als Erzieher eingestellt wurde aber der Arbeitsalltag an sich sehr entspannt war mit den Jugendlichen. Seit April bin ich in einer WG für verhaltensauffällige Jugendliche und klar weiß ich das ich das immer machen wollte, auch auf Grund der Einstellung auf eine Sozialarbeiterstelle und entsprechendem Gehalt, aber irgendwie vermisse ich die entspannten Tage/Abende wo ich auch mal meine Büroarbeit erledigen konnte. Manchmal denke ich ich möchte wieder dorthin zurück, was aber natürlich nicht geht.

acutum*n-l1ixke


An meinen Schwiegervater bin ich sehr gehangen und es gut 5 Jahre gedauert, bis ich richtig über seinen Tod hinweg war. Er war einfach ein total lieber Mensch. Die letzten Monate war es ein Kampf mit der Klinik, dass kam noch hinzu. Ging nicht nur mir so, auch meine Tochter hatte ihn sehr gern.

Also gib dir Zeit. Was die Arbeit betrifft: Ich habe ebenfalls einen stressigen Job. Gerade nach meinem Umzug scheint es hier in den Kanzleien überall gleich zu sein.

Ich kann dir nur den Rat geben, nach Feierabend abzuschalten und versuchen einen Ausgleich zu finden.

Auch in meinem Job bleibt vieles liegen, weil man laufend mit anderen Sachen eingedeckt wird. Aber mehr als arbeiten kann man nicht. Für dich ist nichts verloren. Wenn du wirklich damit nicht klar kommst, kannst du dir immer noch etwas anderes suchen. Du hast alle Zeit der Welt.

p+lacxes


Hey :)

ich kann das gut verstehen. Die Tage und Wochen ziehen vorbei, es geht so schnell mit der Zeit :-) man verliert geliebte Menschen und gewinnt neue hinzu.

Deine geliebten Verstorbenen haben sicher gewussst, dass du ein tolles Leben mit Job, netter Freundin haben wirst. :-) und auch dass du eine Wohnung haben wirst, wo ihr beide euch total wohl fühlt. @:)

Was work-life-balance angeht sehe ich es so wie du. Ich arbeite nicht, um nur zu sparen - und dann in der Pension ein bisschen zu leben. Ich achte darauf, dass ich parallel zum Job genug Möglichkeit habe, mich zu verwirklichen und schöne Zeit zu haben. Ich arbeite lieber 30h und habe weniger Geld, dafür mehr Freizeit und "leben". Da muss jeder für sich seinen Weg finden.

Du scheinst auf einem guten Weg zu sein. Dass man um seine verlorenen Menschen trauert ist ganz normal. Sie haben dir viel bedeutet :)_

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