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Trauer um einen lieben Menschen

Hpasendreich


Xirain:

O ja, das kann ich gut nachvollziehen! :)_

"Du musst jetzt auf deine Eltern aufpassen",

das klingt wie: "Deine Eltern haben schließlich ihr Kind verloren, Du ja "nur" Deine Schwester"....... (Deine Trauer ist ja nicht so wichtig......)

Und da ist sie wieder, diese Wertung und Messung der verschiedenartigen Trauer............

Auf der anderen Seite diese Aufpasserei - oder soll ich besser sagen GAFFEREI - ob man auch lange genug "Schwarz" trägt, ob man auch ja seine Beileidskarte schreibt (hab ich das getan, hab ich alle "Pflichten" erledigt und kann zur Tagesordnung über gehen, wie der andere sich dann noch nach Monaten fühlt hat mir Sch...egal zu sein.........)

Als ob man die Intensität einer Trauer nur an der Schwarzen Kleidung ablesen könnte - und wehe, jemand Weint am Grab nicht..............

Dass man in einer solchen Situation im SCHOCK oft gar keine Tränen hat, darauf kommt man nicht............

Ich finde es gut, dass Du Deinen individuellen Weg gefunden hast, dass Du auf Deine Art um Deine Schwester trauerst und nicht auf diese Besserwisserei achtest.

So ein Getue und Gegaffe erschwert es einem noch tausendfach, was ja so schon schwer genug ist.............

:)* :)_ :°_ @:) *:)

X[iraIixn


Und da ist sie wieder, diese Wertung und Messung der verschiedenartigen Trauer............

Weißt du was das traurigste daran ist?

Mir selbst war relativ früh bewusst, dass ich es nicht schaffe das allein zu verarbeiten, da ich weit weg und alleine lebte. ich quälte mich also durch Therapeuten-Telefone...bekam letztendlich nach 8 Wochen einen Termin bei einer...und diese sagte mir nach 2 Stunden "Sie müssen nur trauern, lesen sie ein Buch übers Trauern, wenns nicht besser wird kommen sie in 6 Monaten wieder". Obwohl ich ihr genau sagte, warum ich eine Trauerbegleitung wünsche, weil ich allein war, mein Freund sich einen Scheiß um mich und meine Gefühle gekümmert hat, ich meine Eltern beschützen müsse angeblich, und ich selbst nicht mehr wusste, wie ich so weiterleben soll.

Die Tante hat alle Warnzeichen konsequent ignoriert und mich mit meiner Trauer in eine Depression rutschen lassen...

Zum Glück versuchte ich es noch einmal bei wem anders ein halbes Jahr später anstatt mich von einer Brücke zu stürzen, weil ich so nicht mehr leben konnte.

Ich glaube diesen Part hat früher die Religion übernommen statt ein Psychotherapeut.

Der Pfarrer der Gemeinde war immer für sowas da und das fehlt mir ein bisschen in unsrer modernen Gesellschaft. Andererseits glaube ich nicht an Gott, was das mit dem Pfarrer eben dann ausschließt. Ich kann der Religion aber eben nicht absprechen, dass sie Trauernde begleitet und auffängt, dass man in Gott einen Grund finden kann. Ich wünschte ich könnte das, aber ich bin im Kopf in der Wissenschaft zuhause.

H[asenwreicxh


Ich denke, das mit der professionellen Trauerbegleitung kam auch erst so in den letzten 10 - 20 Jahren so richtig auf.

Und woher soll man das wissen wenn man gerade in so einer direkten Krise und Notsituation ist?

Ich glaube aber doch, dass Pfarrer oder Pastoren zumindest vermitteln können - einem Adressen oder Namen geben können von Trauerkursen bzw. Trauerbegleitern. Viele Trauerkurse werden auch im Rahmen einer Kirchen-Gemeindearbeit angeboten.

Allerdings ist so ein Trauerkurs auch nicht für jedermann geeignet. Manche Menschen belastet es zu sehr, noch mit dem Leid anderer zusätzlich zu ihrem eigenen Leid konfrontiert zu werden. Da muss jeder für sich abwägen, was das beste für einen ist.

Ich persönlich würde empfehlen, sich direkt an einen örtlichen Hospizverein zu wenden, die können mit Sicherheit jemanden mit professionellem Hintergrund vermitteln - auf so normale Wald- und Wiesen-Therapeuten ist da wohl sehr wenig Verlass.

Es tut mir sehr leid für Dich, dass Du da von niemandem richtige Hilfe bekommen konntest und noch nicht mal Dein Freund für diese Situation Verständnis hatte.

Und ich hoffe sehr, dass Du diese Hilfe bei Deinem 2. Anlauf bekommen konntest!

ihnsitgxht


Auch ich habe Angehörige verloren, Zwilling mit 22, Mutter mit 61, Vater mit 71, Schwiegermutter mit 62, Schwiegervater mit 71, Frau mit 49 .... aber, immer wenn ich von jemandem höre, dass dessen Vater oder Mutter gestorben ist, frage ich zuerst nach dem Alter. Und wenn ich dann höre, dass er oder sie 84, 88 oder 94 Jahre geworden ist, dann gratuliere ich ... angesichts eines derartig hohen Alters.

Neulich habe ich von einem über 100-jährigen Mann gelesen, der angeblich noch Rad fährt. Im Vergleich dazu sind die obigen Todesfälle dann doch wieder Trauerfälle.

Ist eben alles relativ.

HLudipf{upxf1


Und wenn ich dann höre, dass er oder sie 84, 88 oder 94 Jahre geworden ist, dann gratuliere ich ... angesichts eines derartig hohen Alters.

Das geht mir auch so.....bei mir unbekannten Menschen, aber wenn es der eigene Vater ist, spielt das Alter des Todeszeitpunkts keine Rolle. Die Trauer und der Verlust ist gleich gross. Schliesslich war er 54 Jahre an meiner Seite.

X+iraixn


Als ob man die Intensität einer Trauer nur an der Schwarzen Kleidung ablesen könnte - und wehe, jemand Weint am Grab nicht..............

Grab ist ja nochmal son andres Thema... Ich gehe nicht oft zum Grab meiner Schwester, ich kann dort auch nicht trauern oder so...das ist für mich nur ein Ort wo inzwischen ihre Knochen liegen. Von Beginn an ging es mir so, dass ich nur dachte "oh mein gott oh mein gott, da liegt jetzt ihre Leiche drin und verwest..."

Ich weiß, dass das Grab meinen Eltern irgendwie Halt gibt, sie reden dort mit meiner Schwester und machens "ihr" schön...

Ich hingegen sehe dort nur einen Ort wo das liegt, was ihr Körper war. Ihre Seele, ihr fröhliches Auftreten, ihr Lachen war schon vor der Beerdigung weg. Deswegen brauche ich meinetwegen auch garkeine Grabbesuche. Wenn ich mich an sie richte, dann in Gedanken in Form von "Was hätte sie jetzt gemacht...?"

Aber solche morbiden Gedanken sind natürlich auch total falsch und nicht gerade gesellschaftskomform. Wenn man leuten sagt "Ich gehe nicht gern zum Grab, weil ich mir dann vorstellen muss, wie ihre Leiche dort drin verwest rumliegt", dann gucken immer alle schockiert...

Obwohl es ganz normal ist auch so zu denken und zu trauern. Es ist vielleicht nicht üblich, aber Gedanken sind da und man kann sie nicht unterdrücken. Versucht man es, macht es einen unglücklich.

Klar geh ich ab und zu an ihr Grab. Aber eher für meine Eltern. Wenn ich was mit ihr zu bereden hab, oder trauern muss, dann tu ich das egal an welchem Ort ich gerade bin.

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