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So lange gekämpft-was soll nur ohne meinen Papa werden?

f<aiDtQhh4x7 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

bei meinem Papa wurde vor knapp 3 Jahren ein Pankreas-Karzinom mit Metastsasen in der Leber diagnostiziert. Zum damaligen Zeitpunkt standen seine Chancen sehr schlecht, aber die Chemo hatte super angeschlagen und er hat gekämpft und ist dem Tod erstmal von der Schippe gesprungen. Und es kam wie es bei dieser Diagnose kommen musste-verschiedene Chemos haben nach und nach nicht mehr gewirkt und nach über 100 Chemos gibt sein Körper nun den Kampf auf. Seit Ostern hat sich sein Zustand extrem verschlechtert. Er ist nur noch die Hälfte, er hat massiv Wasser im Bauch, er isst und trinkt so gut wie gar nichts mehr. Er hat starke Schmerzen-trotz unzähliger Schmerzmittel...Wir haben nun einen Palliativ-Dienst eingeschaltet. Er ist erst 55 und ne für mich ist es unvorstellbar, dass er uns bald verlassen wird. Ich wohne weit weg und kann meine Eltern nicht immer besuchen. Es tut so weh, ihn so leiden zu sehen :°( Er hat solche Todesangst...wie soll man damit nur umgehen?

Meine Gedanken sind von morgens bis abends bei ihm. Ich könnte dauernd weinen.

Es ist so ungerecht. Er darf uns einfach nicht verlassen :°( :°( Er war i mehr unser Feld in der Brandung. Ich liebe ihn so sehr.

Antworten
B&enit*aB.


Es ist nicht fair, von einem Menschen, der so krank ist, zu verlangen, dass er bleiben muß, damit es Dir gut geht.

Könnte Dein Vater nicht in ein Hospiz gehen? Meine langjährige Freundin ist genau vor einem Monat an Pancreaskrebs gestorben, sie war 5 Wochen im Hospiz, dort sind die Ärzte mit Schmerzmitteln ganz anders drauf, nie hatte sie Schmerzen, schlief zum Schluss viel, sie wurde wunderbar und bestens betreut.

Ich wohne 600 km entfernt. Ich habe sie besucht und wir haben uns noch einmal wunderbar ausgetauscht. Ihr Leben war kurz vor dem Ende und das Letzte, was sie gewollte hätte, wäre, dass man selbst daran scheitert. Lebe, nimm alles mit, was sich dir bietet, waren ihre Worte.

Was würde Dir Dein Vater wünschen für den weiteren Lebensweg? Was wäre ihm ein Anliegen? Sicher, (s)ein Tod bringt auch Traurigkeit mit, aber die Verbundenheit, das Schöne sollte die Oberhand behalten. Das ist das, was nie sterben wird.

Und niemand hindert Dich, ihn weiter zu lieben. Dazu ist er im Moment noch da und in der Ewigkeit darf diese Liebe bestehen bleiben. :)*

G6roxttig


Wir können dem Tod nicht entrinnen. Und letztlich wird er für ihn eine Erlösung sein, zu etwas besserem, was auch immer das ist. Und wenn es soweit ist, dann bin ich sicher, er wird keine Angst mehr davor haben. Und du kannst auch über den Tid hinaus mit ihm "reden", das funktioniert wirklich im übertragenen Sinne. Mein Vater ist im letzten November verstorben, auch nach langer Krankheit. Ich bin froh für ihn und wir haben uns im Leben nicht verabschiedet, aber nach seinem Tod sehr wohl.

mUusicu8s_6x5


Es ist nicht fair, von einem Menschen, der so krank ist, zu verlangen, dass er bleiben muß, damit es Dir gut geht.

Die Worte der TE sind wohl kaum so zu deuten, daß sie von dem Kranken etwas "verlangt" (noch dazu etwas im Grunde unmögliches).

Gerade bei Menschen in krisenhaften Lagen achtet bitte alle auf die Wortwahl. Eine Äußerung, die als Vorwurf verstanden werden kann, sollte man sich in solchen Fällen verkneifen.

Der Vorschlag mit dem Hospiz ist sicher vernünftig.

B~eni&taBx.


Er darf uns einfach nicht verlassen

Das ist eine Schwingung, die trotzdem fordernd ist. Und aus meiner Erfahrung als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Hospiz könnte sie dazu führen, dass schwerkranke Menschen auch nicht gehen können. Mehrmals so erlebt.

rjafae}lengexl


hallo meinen liebe du must für deinen papa ject sehr stark sein er brauche euch alle ject

f^ai2txh47


Es geht nicht darum, dass ich ihm seinen Frieden nicht gönne. Der Tod wird letztendlich eine Erlösung seiner Qualen und Schmerzen sein...es geht einfach darum, dass es nicht fair ist. Er ist noch so jung, er hat ein so gutes Herz, er hatte so viele Träume, er wird seine Ekelkinder nicht aufwachsen sehen. Es gibt so viele Punkte...und er hat sich das nicht ausgesucht. Er will leben. Und ich würde sonst was dafür geben, damit er bei uns bleibt.

Wir haben ein Palliativ-Team eingeschaltet, die die Betreuung nun mit zu Hause übernehmen werden. Morgen muss er aber erst ins KH, weil er einen Shunt gesetzt bekommt für die Wassermassen in seinem Bauch :°(

BzeGnritaxB.


Wenn er Schmerzen hat, ist er nicht optimal mit Schmerzmittel versorgt. Wie es gehen kann, habe ich bei meiner Freundin erlebt, die davon befreit wurde. Rund um die Uhr.

PJiMa0R509


Liebe faith,

Das ist jetzt eine ganz schlimme Zeit und du brauchst viel Kraft.

Ich musste meine Mama auch vor nicht all zu langer Zeit nach Jahren des Kampfes gehen lassen. Es ist nicht fair.

Benita hat das vielleicht ein wenig unglücklich formuliert, aber mir hat damals tatsächlich der Gedanke, dass sie von ihren Schmerzen erlöst wird, sehr geholfen. Hast du evtl. Die Möglichkeit nochmal ne Weile zu deinem Papa zu fahren und bewusst Abschied zu nehmen? Ich hatte einen schönen Abschied mit meiner Mutter und konnte ihr auch sagen, dass es für mich okay ist, wenn sie geht. Ich habe ihr aber auch gesagt, dass wenn es anders möglich wäre, ich mir noch viel zeit mit ihr wünschen würde.

ECllUa7Z1


@ faith47

Es ist nicht fair, das sehe ich genauso. Und wer könnte es einem verdenken, wenn in so einer grausamen Grenzsituation die unterschiedlichsten Gefühlslagen auf einen einstürmen? Lasse sie alle zu, verdränge nichts.

Wenn möglich, verbringe noch Zeit mit Deinem Vater, sofern es für ihn nicht zu anstrengend wird.

Überlege gut, ob es Dinge gibt, die Du ihm unbedingt noch sagen möchtest. So dass Ihr in jeder Hinsicht im Reinen seid und nichts offen bleibt. Wäre ideal ohnehin bzgl. aller lieben Menschen, unabhängig von einer lebensbedrohlichen Erkrankung.

Ich wünsche Euch allen viel Kraft aus der Einheit Eurer Familie heraus. Und von Herzen alles Gute für Deinen Vater!

h>iklAeinexs


Liebe Faith, ich halte es für nicht notwendig, dass ihr das "akzeptiert". Es ist nicht zu ändern, keine Frage. Aber du kannst ruhig stinkwütend und sauer sein und schreien und toben (vielleicht halt nicht da, wo dein Papa es hören kann).

Man darf sagen: Ich hasse das alles!, sowas darf wirklich Platz haben, auch jetzt schon, bevor dein Vater stirbt.

Es gibt kein richtig oder falsch und dann muss man sowieso nachher jeden einzelnen Schritt nacheinander gehen. Da darf Wut und Entsetzen und Verzweiflung ruhig ihren Platz finden, wäre ja auch komisch, wenn man sagen würde, das könne man eben so ohne Widerstand durchstehen.

Erträgliche Tage wünsche ich euch!

f7ait{hx47


Danke für eure lieben Beiträge.

Wir leiden weiter...Heute wurde mein Papa operiert und er ist extrem schwach. Er kann nicht mehr aufstehen, hat aber 2 Scheiben Brot heute gegessen und ein Eis. Morgen kommt ein Pflegedienst ins Krankenhaus, die mit meiner Mama Pflegebett etc. besprechen wollen. Mein Vater kämpft immer noch...er will das nicht, meine Mama würde gern...alles ist so schwierig.

Ich werde am Freitag zu ihnen fahren und hoffe, meine Mama irgendwie unterstützen zu können. Am Freitag kommt mein Papa wieder nach Hause und dann kommt das Palliativ-Team.

Ich habe Angst vor Freitag. Ich habe Angst davor, ihn leiden zu sehen, davor, dass er weiter abgenommen hat und noch schwächer ist. Angst, dass es das letzte Mal sein wird, dass ich ihn sehe. Ich sage ihm sooft, wie sehr ich ihn liebe.

Es tut so weh, mir bricht jeden Morgen mein Herz aufs Neue, wenn ich aufwache...

W_as}chSo3dxa


Hallo, ich kann so extrem gut nachfühlen, wie es dir geht, denn ich war vor 1 1/2 Jahren in der gleichen Situation.

Dieser scheiß Krebs!!!! Ich werde diesen Schmerz und diese Angst nie vergessen und es hat mich in ein tiefen Abgrund geworfen, aus dem ich mich immer noch rauskämpfe. Mein Papa war so stark und gleichzeitig so voller Todesangst, hatte Panikattacken und wollte uns gegenüber kämpferisch sein.

Ich kann dir nur folgende Tipps geben:

Versucht euren Papa zu Hause zu lassen und nicht in einem Krankenhaus oder dem Hospiz sterben zu lassen. Wir wurden von der Palliativ begleitet, sie kamen jeden Tag zu uns nach Hause und haben ihn mit Medikamenten versorgt. Wir haben alles dafür getan, dass er nach jeder OP so schnell wie möglich nach Hause kam. Denn das ist der gewohnte Ort, zu Hause fühlt er sich am wohlsten.

Versuche so oft wie möglich bei ihm zu sein. Du wohnst weit weg, lass dich krank schreiben oder nehme Urlaub und fahre zu ihm. Wenn du das nicht tust, wirst du es dein Leben lang bereuen. Glaub mir das. Mein größter Trost über sein qualvolles Sterben ist, dass seine Kinder und seine Frau bis zu seinem letzten Atemzug bei ihm waren und dass er zu Hause sterben durfte.

Das ist die dunkelste Zeit in deinem Leben und du wirst dich wahrscheinlich erst im Nachhinein darüber wundern, woher du all die Kraft genommen hast. Sei an seiner Seite, halte ihm die Hand und erzähle ihm schöne Erinnerungen aus deiner Kindheit.

Es tut mir soo leid....

f%aithx47


Er ist am 23.7. gestorben :°( Meine Mama und ich waren dabei und haben seine Hand gehalten, ihm noch,al gesagt, wie sehr wir ihn lieben und dass wir uns irgendwann wiedersehen.

Er fehlt so sehr. Dieses Bild, wie er ein letztes Mal Luft geholt hat, wie er in der Sekunde seines Todes Gänsehaut und Tränen in den Augen hatte, werde ich nie wieder vergessen.

Ich bin tottraurig :°( Und es ist nicht besser für ihn...es ist gut, dass er nicht mehr leiden muss, aber er war erst 55, er hat noch so viel vor gehabt....er fehlt so sehr :°(

F4lameNc7henx79


es tut mir so wahnsinnig leid für euch :°( :°( :°( herzliches Beileid :)- :°(

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