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Tochter über Tod informieren?

EpineuGuteFCragxe hat die Diskussion gestartet


Meine Schwiegermutter ist vor 1,5 Wochen gestorben und wird morgen beerdigt.

Ihr Sohn, mein Mann, und ich haben alles organisiert, so war es ihr Wunsch. Sie lebte bis zu ihrem Tod bei uns.

Nun gibt es da aber noch die leibliche Tochter, zu der keinerlei Kontakt bestand.

Meine Schwiegermutter hat immer betont dass sie nicht wolle, dass ihre Tochter an ihrem Begräbnis teilnimmt und auch mein Mann wollte nicht, dass ich sie informiere.

Ich kenne die Frau zwar, aber nicht gut und ich habe keinerlei Verhältnis zu ihr. Sie und ihre Mutter hatten ein richtig beschissenes Verhältnis, was meiner Meinung nach beidseits geschuldet war.

Ich habe mich nach dem gerichtet was mein Mann und seine Mutter wünschten, aber in mir keimt ein klein bisschen das schlechte Gewissen.

Egal wie das Verhältnis war, war es doch ihre Mutter und ich nehme ihr die Möglichkeit Abschied zu nehmen.

Ich selbst war nicht beim Begräbnis meiner leiblichen Mutter und weiß wie blöd das im Nachhinein war.

Aber ich kann und will mich auch nicht über den Willen meines Mannes und meiner Schwiegermutter hinwegsetzen.

Total besch... Dilemma, denn obwohl die Tochter eine nicht sehr angenehme Person ist, tut sie mir irgendwie leid.

Es geht da nicht um Erbstreitigkeiten oder so, das Erbe ist eh überschuldet. Mit meinem Mann brauch ich zu dem Thema auch gar nicht sprechen, er ist da stur und sagt, dass ich die Schuld bedenkenlos auf ihn schieben kann, falls sie vom Nachlassgericht eines Tages Post erhält.

Was soll ich tun? Sie wenigstens nach der Beerdigung informieren und ihr sagen, wo ihre Mutter begraben ist?

Sie wird wütend sein und mich fragen warum erst jetzt. Andererseits wusste sie dass ihre Mutter jahrelang schwer krank war, hätte sie immer erreichen können und hat es nie versucht. Meine Schwiegermutter hat immer gesagt, dass ich ihre wahre Tochter bin und dass wer sich zu Lebzeiten nicht für sie interessiert, auch im Tod nicht zu ihr kommen braucht.

Habt ihr einen Rat?

Antworten
LTilaVLixna


Ich würde mich ohne schlechtes Gewissen nach dem richten, was die Verstorbene als ausdrücklichen Wunsch geäußert hat.

K~le1ineHexae2x1


Ich würde die Tochter benachrichtigen und es ihr überlassen ob sie sich verabschieden will.

C{oteiSaugvagxe


Ich würde mir diesen Schuh nicht anziehen. Es ist nicht deine Verantwortung wer von dem Tod deiner Schwiemu erfährt. Das ist die Sache deines Mannes und wenn sie selber auch noch einen Willen geäussert hat, sollte das Thema für dich erst recht gegessen sein.

E0lafRe8mich:08x15


Schwierig. Ich würde aber den Wunsch der Verstorbenen respektieren und die Tochter, wenn überhaupt, erst nach der Beerdigung informieren. Das schlimmste wäre es, wenn es bei der Beerdigung zu Streitigkeiten käme und du hättest vielleicht die ganze Zeit im Kopf das deine Schwiegermutter sie nicht dabei haben wollte. Du bist nicht für das schlechte Verhältnis verantwortlich.

G>ius9eppe


Meine Schwiegermutter hat immer betont dass sie nicht wolle, dass ihre Tochter an ihrem Begräbnis teilnimmt

und dass wer sich zu Lebzeiten nicht für sie interessiert, auch im Tod nicht zu ihr kommen braucht.

Habt ihr einen Rat?

Mein Rat ist respektiere ihren klaren Wunsch.

Ich habe meiner Frau mitgeteilt was ich im Fall der Fälle auf meiner Beerdigung auf keinen Fall haben möchte. Ich weiß dass sie da dagegen ist, aber ich hoffe sehr dass sie meinen Wunsch auf meiner Beerdigung akzeptiert.......

EtheYmaliger Nuutzenr (*#586592x)


Das ist wirklich eine schwierige Situation und du bist da mittendrin und ich verstehe dein Dilemma .

Aber ich glaube auch dass ich mich heraushalten würde. Obwohl ich deine Bedenken durchaus verstehen kann .

Und aus der Enttäuschung heraus sagt man oft mal was was vielleicht gar nicht in diesem Ausmaß gemeint war.

Und manchmal löscht der Tod ja auch manch schlimmes aus.

Doch letztendlich bist du " nur " die angeheiratete Verwandte und setzt dich wenn du dich für die Informationsweitergabe entschließt über den Wunsch deines Mannes und deiner Schwiegermutter hinweg und ich könnte mir vorstellen dass dein Mann nicht gerade begeistert reagieren könnte.

Nun musst du entscheiden was für dich belastender wäre : Ärger und Stress mit deinem Mann zu bekommen oder das schlechte Gewissen deiner Schwägerin gegenüber da du ihr den Tod des Mutter verschweigen sollst.

M,u7rkaps


Ich finde, Du musst überhaupt nichts entscheiden.

Erstens war es der Wille der Verstorbenen und zweitens ist es nicht Deine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es die leibl. Tochter erfährt.

Ich verstehe aber sehr gut, wie Du Dich fühlst und auch, wie es Dir dabei geht.

Auch wenn es schwer fällt, ziehe Dir bitte nicht den Schuh an und mache das nicht zu Deinem Problem.

Man sollte (so finde ich jedenfalls) grundsätzlich, die Wünsche von Verstrorbenen respektieren und sich dann auch daran halten.

Es gibt immer Gründe dafür, warum jemand ,dieses oder jenes wünscht, aber es ist nicht an Dir und auch nicht an Deinem Mann, diesen Wunsch in Frage zu stellen.

Denke nicht weiter darüber nach, denn das macht es nicht besser.

E.ineGutmeFragxe


Ich danke euch für eure tollen Ratschläge und Tipps, die mir das ganze tatsächlich etwas erleichtern!

Ich werde nichts sagen. Meine Schwiegermutter war sich dessen sehr bewusst, wollte es so und ich werde es akzeptieren.

Wenn meine Schwägerin dann eines Tages bei mir auf der Matte steht, werde ich zu dieser Entscheidung stehen.

P*ythonnisxt


Ich würde sagen, Lebende können zu Lebzeiten über sich entscheiden, Sterbende nur noch zu Lebzeiten mit ihrem Testament über ihre Nachlassregelung. Aber schon nicht mehr, wer zu ihrer Beerdigung kommt, ich finde, sie sind dann raus aus der Nummer. Sondern das ist eine Veranstaltung, wo alle Menschen, die mit der sterbenden Person in Kontakt oder in Beziehung standen, egal in welchem wie auch immer verqueren Verhältnis, die Chance bekommen sollten, sich in dem rituellen Teil auf dem Friedhof zu verabschieden.

Ich würde es machen wie KleineHexe21. Mein eigenes Gewissen ist ein hohes Gut, und wenn das meint, die Benachrichtigung (ohne Details zur Erbschaft, da kann sie sich selbst kümmern, nur Ort, Tag und Zeit des Begräbnisses) der leiblichen Tochter fühlt sich richtig an, würde ich das machen - auch wenn ich weiß, dass dies im Widerspruch zu meinem Partner/in und der verstorbenen Schwiegermutter steht. Begründen würde ich es so, wie du es begründet hast: du hast es am eigenen Leib erlebt, wie es sonst ist, und das fühlte sich für dich schlecht an. Natürlich wird sie für sich entscheiden, ob sie kommt. Von der Trauerfeier danach könnte deren Organisator und Auftraggeber (vermutlich dein Mann) die Einladungen, aber auch Ausschlüsse nach seinem Gewissen festlegen. Ich halte das für einen gangbaren Kompromiss.

m7n e#f


ich nehme ihr die Möglichkeit Abschied zu nehmen.

Wenn es der Wunsch der Verstorbenen war, ist das so.

Grundsätzlich zählt da zwar nicht der Wille (d.h. es ist auch nicht möglich jemanden per Verfügung zu Lebzeiten das Erscheinen auf der Beerdigung zu verbieten), aber in diesem Falle kann man es einfach dabei belassen und dasselbe erreichen.

Ich würde es ihr nicht sagen und den Wunsch deines Mannes, ohne diese unangenehme Person, die ein schlechtes Verhältnis zur Mutter hatte, Abschied zu nehmen, höher gewichten, als den eventuellen Wunsch der Person, jetzt plötzlich noch was zu wollen.

Du nimmst ihr gar nichts, was sich sie und ihre Mutter nicht schon selbst über Jahre genommen haben.

Sie wenigstens nach der Beerdigung informieren und ihr sagen, wo ihre Mutter begraben ist?

Das allerdings würde ich tun.

Es ihr jetzt erstmal nicht zu sagen hat einen guten Grund.

Mit welchem Grund man es ihr gar nicht persönlich sagen sollte und das die Post vom Nachlassgericht erledigen zu lassen, erschließt sich mir nicht.

Es ihr danach auch nicht sagen zu wollen, klingt nach reiner Häme seitens deines Mannes.

Da er es ja nicht selbst tun muss, kann es ihm allerdings egal sein, ob du es stattdessen machst.

Ich sehe kein Dilemma.

C$ot1eUSauvaxge


Mein eigenes// Gewissen ist ein hohes Gut, und wenn das meint, die Benachrichtigung (ohne Details zur Erbschaft, da kann sie sich selbst kümmern, nur Ort, Tag und Zeit des Begräbnisses) der leiblichen Tochter fühlt sich richtig an, würde ich das machen - auch wenn ich weiß, dass dies im Widerspruch zu meinem Partner/in und der verstorbenen Schwiegermutter steht. Begründen würde ich es so, wie du es begründet hast: du hast es am eigenen Leib erlebt, wie es sonst ist, und das fühlte sich für dich schlecht an. Natürlich wird sie für sich entscheiden, ob sie kommt. Von der Trauerfeier danach könnte deren Organisator und Auftraggeber (vermutlich dein Mann) die Einladungen, aber auch Ausschlüsse nach seinem Gewissen festlegen. Ich halte das für einen gangbaren Kompromiss.

Kompromiss ?! Wenn mein Partner das entgegen den ausdrücklichen Willen von meiner Mutter und mir machen würde, hätte er mit mir SO RICHTIG ÄRGER (und das, während es gerade um eine Beerdigung geht, was sowieso schon psychischen Stress bedeutet). Da würde ich absolut keinen Spaß verstehen, wenn mein Partner mir bei der Beerdigung die Schwester, zu der bewusst kein Kontakt bestand, auf den Hals hetzen würde. Weil der Partner das mit "seinem Gewissen" nicht vereinbaren kann, handelt er in einer Sache, die ihn nichts angeht, gegen meinen und der Verstorbenen ausdrücklichen Wunsch? Das ist ein Zeichen dafür, dass er mich und meine Gefühle nicht respektiert, also ein Alarmzeichen für die Beziehung.

Pfurple,like


Phu, ich hab mir jetzt auch ne Weile darüber Gedanken gemacht....

Letztendlich empfinde ich eine Beerdigung/Trauerfeier als eine Möglichkeit sich zu verabschieden, für den Hinterbliebenen. Der Tote bekommt davon nichts mehr mit......

Klar, natürlich wäre in erster Linie der Wunsch des Verstorbenen vorrangig.

Aber ich persönlich bin der Meinung, es gibt keinen Streit, der so krass sein kann, dass man diesen über den Tot hin aus noch aufrecht erhalten möchte...... Und wenn die Trauerfeier/Beerdigung vorbei ist, dann ist es vorbei. Es gibt keine Möglichkeit mehr sich zu verabschieden....

Ich würde wahrscheinlich auch eher dazu tendieren, etwas zu sagen. Auch wenn dann bzgl. meinem Partner das Tor zur Hölle offen stände. Ich würde ihn fragen, wie er einem Menschen, auch wenn er ihn noch so sehr hasst eine Verabschiedung zur eigenen Mutter verwehren kann. Denn der Tote bekommt ja nichts mehr mit. Aber die Lebende.

Das finde ich sehr viel krasser....

Ich würde das aber auch ganz ehrlich so kommunizieren, mit allen. Auch der Tochter das so sagen. Wenn, dann ganz.

Würde meine Schwiegermutter in Spe das von mir verlangen, dann würde ich sie im Gegenzug glaube ich darum bitten, diese eine Information selbst an Ihre Tochter heranzutragen, solange sie noch lebt. Denn ich möchte dann nicht eines Tages dastehen und mit einem schlechtem Gewissen kämpfen, weil sie mich um etwas bittet, was ich selbst eigentlich nie so handhaben würde.

P1ytFhonixst


SO RICHTIG ÄRGER

Klingt spannend. ;-)

Weil der Partner das mit "seinem Gewissen" nicht vereinbaren kann, handelt er in einer Sache, die ihn nichts angeht, gegen meinen und der Verstorbenen ausdrücklichen Wunsch?

Also EineGuteFrage hatte immerhin den Status, "gefühlte wahre Tochter" der Verstorbenen zu sein. Aus deren Munde. Das ist nicht irgendeine angeheiratete, entfernte Schwiegertochter ohne Bezug. Diese "Ziehtochter" (?) hatte also einen eigenen Bezug zu der Verstorbenen, der nicht mehr nur über ihren Partner zu dessen Mutter reicht.

Das ist ein Zeichen dafür, dass er mich und meine Gefühle nicht respektiert, also ein Alarmzeichen für die Beziehung.

Mein Weg: eigenes Gewissen first, das begleitet mich immer, 100% der Zeit, egal ob allein oder in Beziehung. Beziehung second. Den Sturm (im Wasserglas?) über diese Meinungsverschiedenheit hält die Beziehung aus. Oder nicht, dann war sie eh nicht viel wert. Und die Verstorbene ist verstorben, das Problem gibt's also nur noch mit dem Partner.

Ich respektiere deine Meinung, CoteSauvage, vertrete aber eine andere. Meinungen und Gefühle dürfen IMHO auch mal konträr nebeneinander stehen in einer Beziehung, sie sollten es nur nicht zu häufig. Viel schlimmer finde ich die mal latente mal explizite Aufforderung zur Anpasserei der vermeintlichen Beziehung willen. Dabei bleiben es ja zwei Individuen mit ihren individuellen Wertevorstellungen. Bei einer potenziellen Trennung (nur mal so in Wahrscheinlichkeiten gedacht) wird sowas wieder sichtbar und markanter.

osnodi2sexp


Was soll ich tun? Sie wenigstens nach der Beerdigung informieren und ihr sagen, wo ihre Mutter begraben ist?

JA!

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