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Unsicherheit im Umgang mit Trauernden

RBegenpfJeifexr hat die Diskussion gestartet


Liebes Forum,

ich stelle immer wieder fest, dass ich sehr unsicher bin, wenn ich mit Menschen zu tun habe, die gerade einen Trauerfall in der Familie oder im Freundeskreis hatten.

Wenn ich selber auch betroffen bin oder der Trauernde mir sehr nah steht, ergibt sich der Umgang oft von selbst, man nimmt sich in den Arm, tauscht ein paar liebe Worte aus.

Was aber schwierig für mich ist, wenn jemand trauert, den ich nicht so gut kenne, bzw. keinen engeren Kontakt habe.

Aktuell möchte mein Sohn demnächst ein paar Freunde einladen (Alter alle so 16-19). Von einem Jugendlichen ist vor kurzem ein Elternteil verstorben.

Ich kenne den Jungen flüchtig, er war zwei, dreimal hier und wir haben uns kurz sehr nett unterhalten. Das übliche halt, wie es in der Schule läuft, Berufswünsche, Hobbys,...

Als mein Sohn mir das erzählte, war ich ziemlich geschockt, ich wusste gar nicht, dass ein Elternteil des Jungen krank war, ich kenne die Eltern auch gar nicht. Mich beschäftigt das immer noch sehr, dass ein so junger Mensch schon mit dem Tod eines Elternteils klarkommen muss.

Jedenfalls bin ich total unsicher, was ich sagen könnte, wenn ich ihn dann demnächst sehe, zumal das nun schon ein paar Wochen her ist.

Wie handhaben das andere Eltern bei Freunden der Kinder, wenn es dort einen Todesfall gab?

Ich wäre euch für Anregungen echt dankbar!

LG

Antworten
sYweesny &7x2


Da du den jungen Mann wenig bis gar nicht kennst würde ich wenn sie alle bei dir eintreffen gar nicht's sagen. Ich gehe davon aus das es ihm vielleicht unangenehm wäre vor versammelter Mannschaft darauf angesprochen zu werden. Jungs in dem Alter wollen sich auf keinen Fall die Blöße geben und womöglich anfangen zu weinen.

Sollte sich ergeben das du im Verlaufe des Besuchs ihn mal alleine antriffst würde ich ihm sagen das es dir um seinen Verlust sehr leid tut und ihn fragen ob du etwas für ihn tun kannst.

Lehnt er das ab, wovon ich ausgehe, dann lass es auf sich beruhen.

NYapl5es 1x7


Ich würde gar nichts sagen.

Wenn der junge Mann zu Besuch kommt, ist es für ihn bestimmt eine wilkkommende Ablenkung von den traurigen Alltag.. Selbst ein " Es tut mir leid", kann dazu führen dass die Tränen wieder fließen..

Wenn TE den jungen Mann nur flüchtig kennt, ist es nach meiner Meinung besser gar nichts zu sagen, vor allem weil jeder unterschiedlich trauert. Manche haben Redebedarf ohne Ende, andere möchten überhaupt nicht darüber mit " fremden" reden.

SAchwa8rxz666


Ich würde auch garnichts sagen. Die Truppe versammelt sich, um Spaß zu haben und da mit diesem Thema anzukommen, könnte einiges verderben. Wenn er natürlich von selbst mit dem Thema ankommt oder es aus heiterem Himmel einen "Trauerrückfall" gibt, ist das etwas anderes.

R`egenp/feixfer


Danke für eure Antworten!

Ich hätte, wenn überhaupt, auch nur was gesagt, wenn ich ihn im passenden Moment alleine antreffen würde. Niemals in Anwesenheit der anderen. Auf keinen Fall würde ich die Stimmung vermiesen oder ihn in Verlegenheit bringen wollen.

Ich hätte bloss Angst gehabt, dass das irgendwie einen gleichgültigen Eindruck macht, wenn man nichts sagt, so als ob nichts gewesen wäre.

R[ege@npfexifer


Oft kommts ja ganz anders, als man denkt. Heute Mittag wurde ich etwas "überrumpelt".....

Mein Sohn stand nach der Schule mit dem Freund und einer Freundin vor der Haustür. Die drei hatten beschlossen, heute Nachmittag den Partykeller noch etwas aufzuräumen für das Treffen.

Ich hab dann auch nichts gesagt zu dem Thema, das hätte nicht gepasst. Die beiden Jungs waren noch so nett, mir in der Garage ein Regal anzubringen, ich habe den dreien dann Pizza bestellt und es war alles recht entspannt.

Ich war wesentlich weniger angespannt, als ich befürchtet hatte und wir haben ganz normal geplaudert zwischendurch.

Mein Sohn kennt seinen Freund ja besser und sagte, er wäre zwar natürlich manchmal traurig und nachdenklich, aber er versucht, auf andere Gedanken zu kommen, es wäre gut, wenn er etwas zu tun hat, sich mit Freunden trifft, usw.

Ich sollte mir echt weniger Gedanken machen manchmal, vieles ergibt sich einfach und ist dann auch ok so, wie es ist.

Danke jedenfalls an euch!

Myexicxan


@ Regenpfeifer

Wieso weniger Gedanken machen? Ich finde Deine Gedanken und Besorgnis sehr wohl nachvollziehbar. Ich denke, dass geht uns allen so, wenn wir mit Verlust konfrontiert werden, auch wenn er uns nicht direkt betrifft, sondern indirekt. Ich hätte in dem von Dir geschilderten Fall auch nichts gesagt, aber z.B. wenn mir die Personen, die von dem Verlust betroffen sind, nahe stehen (was bei Dir ja nicht der Fall ist), nehmen ich daran sehr regen Anteil.

Rxegnenpf4eifexr


Weniger Gedanken machen meinte ich in dem Sinne, dass ich mir weniger Sorgen mache, wie, was, wann ich wo sage. Vieles ergibt sich einfach und ich habe eigentlich, auch bei anderen Themen, immer viel zu viel drüber nachgedacht, in welcher Situation man nun was am besten sagt. Also um die Umstände drumherum mache ich mir meist zu viele Sorgen und denke jedes mögliche Szenario, welches möglicherweise eintreffen könnte, zehnmal vorwärts und rückwärts durch. Dadurch mache ich mir oft selber das Leben schwer und nehme mir die Spontanität.

Daran, dass ich sehr mitfühlend bin und mir die Schicksale meiner Mitmenschen nahegehen und mir niemand egal ist und ich das jeweils die Menschen auch spüren lassen möchte, wie wichtig sie mir sind und dass ich mitfühle, das alles ist ja mein Charakter und den kann und will ich auch nicht ändern. ;-)

MmexiOcaxn


Hmm, also da erkenne ich mich teilweise wieder. Und ich finde das nicht so ... ja .. abwegig. Es ist eben ein Ausdruck von Empathie. Dein Zögern und Nachdenken ist eben Deine Art, auf Dinge in Deinem Leben zu reagieren. Ich bin auch nicht der Checker, und dabei oft in Diskussionen der Verlierer, weil ich langsam bin. Ich würde nicht sage, dass ich mir damit das Leben schwer mache. Ich kenne mich, und weiß, in welchen Situationen ich wie zu reagieren habe. Ich nehme auch starken Anteil an mir mehr oder weniger nahe stehenden Personen, vielleicht übertrieben, aber so ist das eben.

j1unidrepres sxion


Ich würde in dem Fall auch gar nichts sagen. Jungs in dem Alter wollen meistens nicht, dass man darauf noch extra Aufmerksamkeit legt und mit einer Mutter eines Freundes wollen die meisten wohl nicht über so Themen sprechen. Dein Problem kenne ich aber, kenne solche Situationen, aber wenn die Person einem nicht nahe steht, finde ich es meist am besten, wenn man dann gar nichts sagt.

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