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Vasektomie-Versagen

RIadixantS hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe mich vor ca. einem halben Jahr einer Vasektomie (Sterilisation) unterzogen. Es hat auch alles wunderbar geklappt, keine groesseren Schmerzen, keine Komplikationen. Die Nachuntersuchungen sind ebenfalls erfolgreich verlaufen, es wurde beim 2. und 3. mal nichts mehr gefunden. Ich habe mich zu diesem Schritt aufgrund einer vererbbaren Krankheit entschlossen.

Allerdings fuehle ich mich in meiner Sexualitaet noch immer nicht frei, nicht wirklich sicher. Es ist ja bekannt dass auch die Vasektomie "versagen" kann, besonders durch spaete Rekanalisation der Samenleiter, die ja auch nach Jahren noch auftreten kann. Ich weiss persoenlich von jemandem, dem das passiert ist, auch hier im Forum war davon zu lesen.

Mir ist natuerlich klar dass diese Wahrscheinlichkeit aeusserst gering ist, aber ich hab ganz einfach Angst zu diesen wenigen Ungluecklichen zu gehoeren, was natuerlich beim Sex die ganze Zeit im Hinterkopf drueckt.

Eine gewisse Sicherheit bieten natuerlich regelmaessige Nachuntersuchungen beim Urologen.

Jetzt meine Frage: Kann ich eine solche Untersuchung auch selbst zu Hause bewerkstelligen? Ich moechte nicht immer wieder mit einer Spermaprobe zum Urologen rennen und jedesmal die Kosten dafuer bezahlen.

Weiss jemand, was man dazu braucht und wie man es anstellen muss?

Ich habe noch ein Einsteiger-Mikroskop zu Hause, ein billigers 120-Euro-Modell. Ich weiss nicht, ob es fuer meine Zwecke ausreicht.

Natuerlich habe mir das Sperma bereits damit angesehen, aber wie zu erwarten war alles reglos. Nun weiss ich natuerlich nicht, ob ich nur irgendetwas falsch mache (falsche Vergroesserung? Muss das Sperma zentrifugiert werden wie in der Praxis? Muss ich was einfaerben? Kann ich das mit dem billigen Mikroskop ueberhaupt sehen?) oder ob wirklich nichts drin ist. Ich habe ja keinen Vergleich, und an maennliches Sperma von wem anderes ranzukommen ist fuer mich nicht ganz einfach. ;-)

Gibt es vielleicht irgendetwas anderes bewegliches in der Groesse von Samenzellen, das ich mir mal unter dem Mikroskop betrachten kann, damit ich weiss, ob ich alles richtig eingestellt habe etc.?

Darueber habe ich lieder auch mit Suche in diesem Forum noch nichts aussagekraeftiges gefunden.

Danke fuer alle Hinweise!

Antworten
A4mBod:eDn


Hallo

bei den heutigen OP-Methoden ist ein Zusammenwachsen der Samenleiter eigentlich nicht möglich. Bei mir wurde von jedem Samenleiter ein ca. 1cm langes Stück entfernt und die Enden umgenäht. Wenn diese OP-Methode bei Dir angewand wurde, brauchst Du keine Angst zu haben. Meine Vasektomie war übrigens vor 15 Jahren. Bis heute keine Probleme.

KSurt


Es gab eine Zeit, da wurde hauptsächlich die Wechselsterilisation durchgeführt, vor allem, weil wohl eine nicht unerhebliche Rate an Fällen auftritt, wo das wieder rückgäng gemacht werden soll.

Dabei werden dann "nur" die Samenleiter durchtrennt und aneinander befestigt (damit sie nicht sonstwo anwachsen) beide Enden bleiben aber offen.

So kann sich zum einen auch mal eine Samenzelle in das andere Ende "verirren" und eine reicht ja bekanntlich aus ... und nach Murphy befruchtet sie dann.

Außerdem löst sich diese Verbindung wohl zu leicht und die Enden können dann wieder zusammenwachsen (was sie dann erstaunlich oft auch tun)

Diese Methode wird aber (nach den Postings hier) inzwischen auch nicht mehr angewendet.

Bei der anderen Methode (siehe oben) werden die Samenleiter durch "Umknicken" verschlossen und miteinander vernäht, ein Lösen ist unwahrscheinlich ein Durchkommen von Samenzellen genauso, daß beides passiert nahezu ausgeschlossen (eine Garantie gibt es nie)

Nach der Methode bin auch ich sterilisiert und keinerlei Probleme bisher.

Zum Mikroskop: mit einem "Billigteil" habe ich mal als Jugendlicher (also noch voll zeugungsfähig) mein Ejakulat bei 300x Vergrößerung angesehen, aber außer, daß da Bewegung ist, habe ich nichts erkennen können.

Eigendlich müßte man bei der Vergrößerung schon auch mehr sehen können.

Es ist nur die Frage, ob man sie auch findet, ich vermute, das wird mit dem Zentrifugieren verbessert, ist natürlich für Zuhause nicht so einfach.

Wenn Du nach einem halben Jahr noch keine "Selbstheilung" gehabt hast, (vor allem wenn Du keine Wechselsterilisation gehabt hast) dann dürften die Hoden inzwischen auch die Produktion weitgehend eingestellt haben, daß es Dir jetzt noch passiert ist fast auszuschließen (wie gesagt, eine Garantie gibt es nie)

Also weg mit den Gedanken, wenn dann doch das Unmögliche passiert, dann hast Du Dir doch nichts vorzuwerfen.

AXm%Bo!den


Kurt

Das:

dann dürften die Hoden inzwischen auch die Produktion weitgehend eingestellt haben,

passiert aber nicht! Die Hoden arbeiten genauso weiter wie vor der Vasektomie. Die Spermien werden nur dann wieder vom Körper abgebaut. Eine Spermaproduktion besteht nach wie vor!

Klurt


Nach meiner Information werden die Spermien im Nebenhoden gelagert und wenn sie da keinen Platz mehr haben (nach ca. 2 - 3 Tagen) werden sie vom Körper resorbiert.

Diese Resorption ist eine Immunabwehr-Reaktion des Körpers, wie bei einem eingewachsenen Haar, also eine Entzündung, an der keine Keime beteiligt sind.

Diese Abwehrreaktion dämpft dann mit der Zeit die Produktion, bis sie ganz zum erliegen kommt.

Das zumindest hat man mir beim Urologen gesagt, nachprüfen kann ich es nicht, ich kann ja nicht reinschauen, aber beim Kinderwunschzentrum (bei dem wir wegen Spendersamen nachgefragt haben) hat man uns das selbe mitgeteilt, wobei man meinte, man könne Hodengewebe punktieren und vielleicht doch noch ein Spermium damit züchten, aber keine Spermien aus dem Nebenhoden entnehmen.

Dieser Prozess ist allerdings nicht von jetzt auf gleich zuende, er geschieht langsam, so daß die Chancen auf eine Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit mit der Zeit immer kleiner wird, ist die Produktion erstmal gestoppt, besteht nur noch ca. 20% Chance, diese wieder in Gang zu bekommen, das wiederverbinden der Samenleiter soll da das geringere Problem sein.

Wie gesagt, meine Info stammt so vom Arzt, der das vermutlich auch nur aus Lehrbüchern hat und auch noch nie nachgesehen hat, klingt aber ziemlich plausiebel.

A7mBtodexn


Kurt

OK. Das kann natürlich auch sein. Mir wurde damals gesagt, dass die Spermien weiter produziert werden. Nun, im Prinzip ist es ja eigentlich auch egal... :-D

Aber dann wäre es ja auch egal, wenn die Samenleiter wieder verbunden wären, oder?

Wie auch immer, ich bin jedenfalls mit meiner Vasektomie zufrieden und habe den Schritt nicht bereut.

Khurxt


Aber dann wäre es ja auch egal, wenn die Samenleiter wieder verbunden wären, oder?

Eben, die "Gefahr" nach einem halben Jahr ist verschwindend gering.

Und ich bin inzwischen gut 20 Jahre sterilisiert und zu bereuen gab es da auch nichts, (werde übrigens jetzt bald das 2. Mal Vater ... natürlich nicht genetisch gesehen)

RyadianxtS


re

Hallo nochmal,

ich habe verschiedenes gelesen, was die Einstellung der Spermienproduktion betrifft.

Mache sagen, die Produktion kommt zum Erliegen (vielleicht auch nur bis zu einem gewissen Grad?); andere behaupten, die Samenzellen werden irgendwie von der Immunabwehr zerstoert; wieder andere, dass sie vom umliegenden Gewebe resorbiert werden.

Wie dem auch sei, mir ist natuerlich klar dass die Sterilisation noch immer die sicherste Verhuetungsmethode darstellt.

Trotzdem wuerde ich von Zeit zu Zeit gerne mal unter dem Mikroskop nachsehen, nur weiss ich eben nicht ob ich es richtig anstelle, da ich natuerlich nix finde - am Ende schwimmen dann doch (noch) welche rum und ich hab nur irgendwas falsch eingestellt, ich habe ja keinen Vergleich. ;-)

Irgendwelche Tips?

Krur"t


Ich glaube auch, Du hast eine Paranoia.

Kauf Die ein Mikroskop mit 1000x Vergrößerung und geh auf die Suche, auch ohne Vergleich, wenn da ein Spermium rumschwimmt, wirst Du es erkennen ... so Du es findest.

Oder laß es und vertraue darauf, daß Du Dein bestes getan hast, um zu verhindern, daß Deine Gene verbreitet werden ...

A_n_geluxsx


Ich kann den TE gut verstehen sein schwieriges Erbe nicht bewußt weiter geben zu wollen.

Leider kann man noch nicht an Hand einer Spermaprobe sagen, ob und welche Anlagen man weiter geben würde – das würde einem die Bürde kinderlos bleiben zu müssen evtl. abnehmen.

Ich habe Manschen die mir lieb und nah waren verenden gesehen, das will man mit seinen Kindern nicht erleben müssen.

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