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Harnleiter neu an Blase annähen?

MGarin1o Weixgl hat die Diskussion gestartet


Guten Tag!

Ich möchte hier kurz die Krankheitsgeschichte schildern und Sie bitten, mir dann die Fragen zu beantworten.

Bei meiner Frau musste die Gebärmutter entfernt werden. Endometriose (richtig geschrieben?), massivste Verwachsungen, starke Schmerzen etc. machten das notwendig.

Prinzipiell verlief der Eingriff gut. Allerdings ist seit der OP der re. Harnleiter zu. Eine Blasenspiegelung / Schienung 7 Tage nach der OP war erfolglos; nun hat sie einen externen Abgang (Fistel?). Die Niere war bereits vereitert und es läuft recht unansehnliches Sekret in den Beutel.

Die Ursache ist unklar - entweder ist eine große Schwellung verantwortlich oder aber der Harnleiter wurde versehentlich zugenäht. Dies sei möglich, wurde uns gesagt.

Die Urologin geht vom 2. Fall aus, da ihrer Meinung nach bei einer Schwellung die Blasenspiegelung trotzdem Erfolg gehabt hätte.

Die Urologin sagt nun folgende weitere Behandlung voraus: In ca. 4-5 Tagen wird die Niere wieder gesund sein. Dann wird der Bauchraum erneut geöffnet; der Harnleiter freipräpariert und neu mit der Blase vernäht. Dies soll ca. 10-12 Tage dauern.

Meine Frage an Sie betrifft diese geplante OP:

Was genau wird da getan?

Ist es eher Routine, den Harnleiter an neuer Stelle mit der Blase zu verbinden?

Wie sind die Erfahrungen bei solchen OP - kann man danach wirklich wieder normal leben und sich normal bewegen?

Ich möchte dazu schreiben, daß ich medizinischer Laie bin.

Für Ihre Antworten / Tips bereits an dieser Stelle ein ehrliches Danke.

Gruß Marino Weigl

Antworten
d~anyqca


Das stimmt, eine Einlage, einer Doppel-J-Schiene kann normalerweise auch dann erfolgen, wenn eine Schwellung vorliegt, ist dann aber schon schmerzhaft. Deine Frau tut mir echt leid, das ist ein super unangenehmes Thema. Sie muß hölllische Schmerzen vor einlage der Fistel gehabt haben.

Ganz so sehr Routine ist das bestimmt nicht, aber auch nichts so sehr kompliziertes (die neue OP). Die Urologen machen sooooviel auf diesem Bereich, zum Beispiel ist man schon lange in der Lage einen neue Blase aus Dünndarmgewebe zu bauen. Da wird ja ähnlich der Harnleiter neu fixiert.

Wenn alles verheilt und alles so abläuft wie geplant, dann wird nach dieser OP Deine Frau wieder vollkommen fit sein. Klar braucht es seine Zeit um nach einer solchen Odyssee auf die Beine zu kommen, aber ich glaub nicht, das sie noch eingeschränkt sein wird.

Es ist allerdings so, wenn eine Niere einmal vereitert war, das immer wieder Infekte kommen können. Da muß man halt aufpassen und in Betreuung bleiben.

IKnterbeX


Hallo

Leider kommt es immer mal wieder vor, dass bei Eingriffen in kleinen Becken die Harnleiter verletzt werden...

Welche Art von OP jetzt gemacht werden muss, hängt auch davon ab, in welchem Bereich der Harnleiter verletzt wurde.

So wie Du schreibst, scheint es schon festzustehen, dass eine Harnleiterneueinpflanzung (Ureterocystoneostomie) gemacht werden soll.

Das ist eine gängige OP, gehört aber nicht zu den "kleinen". Vom Schnitt her ist es ähnlich wie bei der offenen Gebärmutteroperation. Aber das hängt auch davon ab, wie weit man den Harnleiter freilegen will; evtl. wird der Schnitt auch größer.

Nach der OP wird eine innere Harnleiterschiene (was bisher nicht klappte) eingeführt, bis die Neuverbindung Blase/Harnleiter dicht ist. Die kann durch die Bauchdecke nach außen geleitet sein. Wahrscheinlich wird auch die Nierenfistel zur Sicherheit noch belassen (oder während der OP wechseln). Desweiteren wird die Blase durch einen Dauerkatheter oder einen Bauchdeckenkatheter entlastet. Dazu kommen noch die "normalen" oberflächlichen und tiefen Wunddrainagen. Unter Umständen kann das am Anfang nach erschreckend vielen Schläuchen auschauen.

Ganz wichtig für die Zeit nach dieser Operation ist die Infektionsvermeidung. (Immer ein Problem bei so vielen Fremdkörpern in den Harnwegen) Deswegen ist es auch wichtig, dass der bestehende Harnwegsinfekt erst gut ausgeheilt ist, bevor man sich für die wiederherstellende OP entscheidet.

Ich wünsch Deiner Frau alles Gute...

schreib mal, wie es ihr ergangen ist.

LG

reX

Mwarin,o Wexigl


Danke euch. Prinzipiell wurde uns dies so erklärt. Allerdings lese ich hier einige Einzelheiten, die ich meiner Frau so erst einmal nicht erzählen kann. So wussten wir von dem vorläufigen Verbleiben der Fistel. Allerdings ist es neu, daß eine Leiste gelegt werden muss - die wird dann später bei einer Spiegelung entfernt?

Etwas anderes dazu: Heute hat die Oberärztin folgendes (vereinfacht) vorgeschlagen:

Das verwendete Nahtmaterial im Bauchraum wird ja resorbiert. Es besteht deshalb die Möglichkeit, daß die "Engstelle" jetzt weniger durch eine falsche Naht zusammengedrückt wird. Aus diesem Grunde möchte sie versuchen, durch die Fistel einen Schlauch einzuschieben.

Was ist davon zu halten? Ist das ein ernsthafter Versuch, eine große Bauch-OP zu vermeiden? Hat das Aussicht auf Erfolg? Gibt es diesen Eingriff oft?

Viele Fragen, ich weiß. Doch bei dieser Geschichte ist bis jetzt jedes Teilchen schief gelaufen, das schief laufen konnte:

Die Entfernung der Gebärmutter - dabei wurde der Harnleiter verschlossen.

Ein Röntgen mit Kontrastmittel - es dauerte 13 Stunden und endete mit wahnsinnigen Schmerzen und wieder eingesetzten Blutungen.

Die Sipegelung - klappte nicht, es musste eine Fistel gelegt werden.

Mittlerweile hat meine Frau den Glauben an Ärzte, die wirklich helfen und gesund machen verloren. Krankenhaus bedeutet, gesund hereinzukommen und krank wieder heraus.

Ich teile inzwischen stark diese Meinung - kann das aber meiner Frau natürlich nicht zeigen.

Gruß Marino Weigl

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