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Beste Operationstechnik bei Varikozele

C0hris,ti anI2x0 hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute!

Also ich bin 20 und habe eine Krampfader, also eine Varikozele, am linken Hoden. Da mich die Ader in letzter Zeit öfters mal gestört hat, war ich heute beim Urologen und habe sie untersuchen lassen. Nach einer Untersuchung vor einigen Jahren wurde mir schonmal die Operation empfohlen, aber ich habe mich damals drumherum gedrückt. Gesagt worden war mir, dass eine Verödung der Varikozele wohl die beste Methode sei.

Heute war ich aber bei einem anderen Urologen als früher und er meinte, dass die Hoden bei der Verödung Röntgenstrahlen ausgesetzt seien und wenn die Verödung nicht sofort klappt, dann könnte die Strahlenbelastung relativ groß werden. Er findet die Operation daher besser.

Bisher klang das mit der Verödung immer prima, aber da ich noch Kinder bekommen möchte und bei mir die Anzahl der Spermien sowieso ziemlich stark eingeschränkt ist (wird wohl auch etwas mit der Ader zu tun haben, aber nicht nur) möchte ich meine Hoden nicht gerade verstrahlen lassen.

Daher meine Frage: welche OP Methode ist denn nun empfehlenswert?

Danke euch!

Viele Grüße,

Chris

Antworten
M[TL


hallo christian,

guck mal hier:

[[http://www.med1.de/Forum/Urologie/335581/]]

da hat fraaank die methoden aufgelistet. dann gibt es auch noch zahlreiche weitere themen dazu. gib einfach mal bei der suchfunktion "varikozele" ein.

ich kann dir sagen, dass ich wegen einer varikozele bereits eine richtige op als auch eine verödung (ist ja praktisch auch eine op) hatte. was die beste methode ist, werden dir hier sicher andere experten sagen können. ich kann dann nur erfahrungsberichte aus der praxis dazu abgeben :-)

mfg

F>raaxnk


@ChristianI20

Die Strahlenbelastung der Hoden bei der Antegraden Sklerosierung ist eher gering. Es wird nur eine kurze Aufnahme der erweiterten Vene unter Kontrastmitteleinsatz gemacht und nach der Auswertung erfolgt die Sklerosierung dieser Vene.

Bei der Retrograden Sklerosierung werden untere Hohlvene, Nierenvene und Hodenvene durchleuchtet, während der Katheter vorgeschoben und die Hodenvene sklerosiert wird. Hierbei ist die Strahlenbelastung schon höher, aber die Hoden liegen ja unter einem Bleischutz und es wird hauptsächlich die Gegend unterhalb der Niere durchleuchtet. Dieses Verfahren gilt aber als veraltet. Bei Dir wird sehr wahrscheinlich die Antegrade Sklerosierung angewendet.

Zum Vergleich: Bei Hodenkrebs-Patienten bleibt nach Strahlentherapie die Zeugungsfähigkeit auch oft erhalten oder stellt sich nach einem Jahr wieder ein. Trotz Bleischutz bekommt der kontralaterale Hoden hierbei wesentlich höhere Strahlendosen ab, als bei einer Röntgenuntersuchung. Und wenn bei einer Röntgenuntersuchung der Knochen mal der Gonadenschutz fehlt, hat das praktisch auch keine Auswirkungen.

Es gibt mehrere Verfahren zur Behandlung der Varikozele und mehrere Studien, in denen Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren abgewogen werden. Eine klare Empfehlung gibt es allerdings nicht.

Die Antegrade Sklerosierung zählt aber zu den weit verbreiteten Verfahren.

Was für eine OP hat Dir Dein Urologe denn empfohlen ?

Gruß

CThris5tia9nIx20


Hallo nochmal und erstmal danke für die Informationen!

Mein Urologe, bei dem ich heute war, hat mri nur etwas von einer "normalen" Operation gesagt. Ich wusste bisher nicht, dass es neben "normaler Operation" und Verödung noch andere bzw. jeweils verschiedene Behandlungsmöglichkeiten gibt. Ist die Antegraden Sklerosierung das gleiche wie eine Verödung? Und warum würde mir der Urologe von "wenn man Pech hat und die Vene nicht gleich gefunden wird (oder sowas) die Strahlenbelastung doch erheblich sein könnte" berichten?

Danke nochmal für eure Hilfe!

Christian

F0rYaaxnk


@ChristianI20

Die Antegrade Sklerosierung ist eine Verödung.

Bei der normalen Operation wird es sich wahrscheinlich um die Hohe Ligatur nach Bernardie oder Palomo handeln.

Bei mir sollte zuerst auch die Palomo-OP gemacht werden.

Dies habe ich aber aus folgendem Grund abgelehnt:

Bei der Hohen Ligatur nach Palomo wird die Vasa Spermatica, also das Gefäßbündel, welches Samenstrangvenen, Lymphgefäße und die Samenstrangarterie enthält, komplett durchtrennt.

Da die Lymphgefäße durchtrennt werden, kann es zu Hydrozelen (Wasserbrüchen) im Hoden kommen, die dann ggf. auch wieder operiert werden müssen. Die Durchtrennung der Arterie kann zu einer Hodenschrumpfung führen. Zwar wird der Hoden noch von zwei weiteren Arterien versorgt, aber die pumpen zusammen gerade mal soviel Blut in den Hoden wie die Samenstrangarterie allein !

Und bei manch einem sind die beiden anderen Arterien nicht so besonders ausgebildet und dann kann das schon Konsequenzen haben. Das Risiko der Hodenatrophie soll hier bei 1-5 % liegen.

Kann sein, dass Dein Urologe an die Retrograde Sklerosierung denkt und in einigen Krankenhäusern wird die auch noch durchgeführt. Aber bei der Antegraden Sklerosierung ist die Strahlenbelastung recht gering. Die verdickte Vene wird schon nach dem Schnitt im Hodensack erkannt, ein Transkatheter wird gelegt und das Kontrastmittel gespritzt. Bei der kurzen Aufnahme geht es hauptsächlich darum zu sehen, ob die Vene direkt Richtung Niere fließt oder im Beckenraum verzweigt. Da wird man eigentlich nicht lange rumsuchen müssen.

Grds. gibt es bei den Sklerosierungen Risiken durch die Reaktion des Körpers auf das Sklerosierungsmittel (Entzündungen, Thrombosen), die in sehr seltenen Fällen zum Hodenverlust führen können. Bei den Operationen besteht das Risiko einer Verletzung oder Durchtrennung der Samenstrangarterie, welches sehr selten zur Hodenatrophie führen kann.

Bei den operativen Techniken steigt dieses Risiko in der folgenden Reihenfolge: Mikrochirurgische Varikozelenligatur --> Laparoskopische Varikozelenligaur --> Hohe Ligatur nach Bernardie --> Hohe Ligatur nach Palomo.

Also bei der Hohen Ligatur nach Palomo ist es am höchsten.

Gruß

M+TL


bei der variante mit bauchschnitt liegste etwa eine woche im krankenhaus und bekommst natürlich vollnarkose. außerdem wird nicht direkt am hoden rumgeschnitten, was auch seine vorteile hat.

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