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Varikozele

U:lnixes hat die Diskussion gestartet


Guten Nachmittag,

eher zufällig wurde bei mir im Frühjahr eine Varikozele am linken Hoden festgestellt. Heute ergab ein erstes Spermiogramm sehr schlechte Werte, und natürlich werde ich das in ein paar Monaten noch einmal wiederholen, aber ich denke kaum, dass sich das Ergebnis großartig verbessern wird.

Nun ist es allerdings so, dass ich mir eigentlich immer sehr sicher war und bin, mein Leben mit einem noch zu findenden Mann zu verbringen, weswegen sich die Frage nach Kindern in gewisser Weise erübrigt.

Und profaner: Optisch stört mich die Varikozele gar nicht, man sieht auch nichts, nur am Ultraschall, Schmerzen gibt es auch keine.

Meine Frage lautet natürlich nicht "Soll ich mich nun operieren lassen oder nicht?", dass ich das selbst entscheiden muss, ist mir klar. Aber gibt es außer dem Kinder-Faktor (und ein bisschen denke ich mir diesbezüglich ja jetzt auch "man weiß ja nie...") noch andere Gründe (z.B. dass die Ader, wenn nicht operiert, auf die Größe des Empire State Buildings anschwillt oder andere schreckliche Dinge...), sich doch operieren zu lassen?

Herzliche Grüße,

Ulixes.

Antworten
M+TxL


Moin Ulixes,

es ist gut möglich, dass sich die Varikozele irgendwann vergrößert. Dann könntest Du sie immer noch operieren lassen. Einige sagen, dass dadurch auch ein höheres Krebsrisiko besteht, was meine Ärzte aber so nie gesagt haben. Ich lebe seit sieben bis acht Jahren mit so einem Teil (eine OP war erfolglos, die andere war erst vor kurzem). Wenn es optisch nicht stört und keine Schmerzen bereitet, würde ich persönlich nix unternehmen. Aber vielleicht gibt es doch noch andere Gründe, mal sehen - vielleicht wissen andere mehr.

Was mich mal noch interessieren würde: Wieso wurde bei Dir so ein Spermiogramm gemacht? Weder die zwei Urologen, die mir die OPs geraten haben noch die zwei Krankenhäuser (1 x Bund) haben jemals von einer Untersuchung der Spermien gesprochen und auch angeboten haben sie mir sowas nie.

Lässt sich sowas wirklich nur mit dieser Untersuchung feststellen und weiß jemand, was genau man da rausfindet? Sind es zu wenig Spermien oder sind die Spermien nicht befruchtungstauglich? Weil rein optisch würde ich nicht denken, dass fruchtbarkeitsmäßige Probleme habe.

???

Ukli|xes


Salut,

also zum Spermiogramm rieten mir sofort beide Urologen, mit denen ich gesprochen hatte. Bzw. der erste davon war derjenige, der es festgestellt hatte (das war aber im Libanon). Er meinte, ich solle dann mal in BRD zum Urologen gehen und das machen. Selbiger hat dann mit Ultraschall die Varikozele bestätigt und auch gleich das Spermiogramm angeregt.

Also, wenn ich das, was er mir am Telephon mitgeteilt hat, richtig deute, ist es wohl so, dass im Ejakulat (welches "mengenmäßig" [weiß nicht, ob Du das meinst...] ganz normal ist) ganz eklatant zu wenig Spermien sind. In der Tat so wenige, dass man gar nicht überprüfen kann, ob die nun ordentlich oder nicht so fleißig sind.

Naja. Soviel dazu.

Abendliche Grüße, Ulixes.

FHraa%nxk


@Ulixes

Heute ergab ein erstes Spermiogramm sehr schlechte Werte, und natürlich werde ich das in ein paar Monaten noch einmal wiederholen, aber ich denke kaum, dass sich das Ergebnis großartig verbessern wird.

Also, wenn ich das, was er mir am Telephon mitgeteilt hat, richtig deute, ist es wohl so, dass im Ejakulat (welches "mengenmäßig" [weiß nicht, ob Du das meinst...] ganz normal ist) ganz eklatant zu wenig Spermien sind. In der Tat so wenige, dass man gar nicht überprüfen kann, ob die nun ordentlich oder nicht so fleißig sind.

Zunächst einmal ist es so, dass Spermiogramme (auch bei zeugungsfähigen Männern) extrem schwanken können. Deshalb ist ein einziges Spermiogramm nicht besonders aussagefähig. Verschiedene Faktoren können zu einem schlechten Spermiogramm führen: zur kurze Karenzzeit, sehr heiße langandauernde Bäder, fieberhafte Infekte oder auch ein Messfehler des Labors.

Liegen Dir denn die genauen Werte des Spermiogramms vor ?

Wenn es so wenige Spermien sind, dass Beweglichkeit und Form nicht mehr bestimmt werden kann, dann ist es meistens eine Kryptozoospermie (<1 Mio/ml). Wundert mich schon, dass eine subklinische Varikozele so früh zu einer so starken Einschränkung führt, aber ausgeschlossen wäre das nicht.

Hattest Du denn sonst noch irgendwelche Probleme mit den Hoden (Hodenhochstand, Entzündungen, Mumps) ?

Wichtig ist auch die Bestimmung des FSH-Wertes.

Sollte sich die Kryptozoospermie (sehr geringe Spermienmenge) evtl. bestätigen, besteht die Gefahr, dass sie auch bald dauerhaft auf 0 absinken könnte (Azoospermie). Besteht Kinderwunsch wäre es sinnvoll noch rechtzeitig Sperma für spätere Kinderwunschbehandlungen einfrieren und einlagern zu lassen, bevor nichts mehr da ist.

Meine Frage lautet natürlich nicht "Soll ich mich nun operieren lassen oder nicht?", dass ich das selbst entscheiden muss, ist mir klar.

Zwar bin ich kein Arzt, aber ich habe selbst leidvolle Erfahrungen mit Varikozelen gemacht und meiner Meinung nach ist die Indikation zur Behandlung einer Varikozele durch ihre Existenz bereits gegeben.

Varikozelen sind im Allgemeinen schmerz- und beschwerdefrei.

Die schwerwiegenden Folgen werden leider immer noch von einigen Urologen verharmlost.

Durch Varikozelen kann es zu einer dauerhaften Durchblutungsstörung und Sauerstoffmangel der Hoden kommen.

Die Stammzellen, die die Spermien produzieren (Spermatogonien), reagieren ziemlich empfindlich auf Sauerstoffmangel. Zunächst produzieren sie immer mehr defekte Spermien, die sich zu langsam bewegen (Asthenozoospermie) und/oder fehlgeformt sind (Teratozoospermie) und schließlich nimmt die Spermienmenge ab (Oligozoospermie <20 Mio/ml).

Varikozelen können sich im Laufe der Zeit durch zunehmenden Druck bei Bindegewebsschwäche immer weiter vergrößern und damit die Durchblutung vermehrt beeinträchtigen.

Einseitige Varikozelen können auch Ausläufer zum kontralateralen Hoden bilden. In den Gefäßwänden dieser Krampfadern können auch Enzyme gebildet werden, die die Bildung weiterer Krampfadern auch auf der Gegenseite anregen.

Mit der Zeit können dabei immer mehr Spermatogonien absterben, die dann nicht mehr ersetzt werden. Zusammen mit den Sertoli-Zellen produzieren die Spermatogonien den Botenstoff Inhibin-B, der sich proportional zur Menge der produzierten Spermien verhält. Über den Inhibin-B-Blutspiegel wird die Spermienproduktion von der Hirnanhangdrüsen überwacht. Je weniger Spermien und Inhibin-B produziert werden, desto mehr FSH produziert die Hirnanhangdrüse, um die verbliebenen Spermatogonien zu stimulieren. Durch steigende FSH-Konzentrationen können die Ausfälle von den verbliebenen Stammzellen zunächst kompensiert werden.

Ein erhöhter FSH-Wert ist somit im Allgemeinen ein Hinweis auf einen Hodenschaden.

Wurde bei Dir auch FSH bestimmt ?

Ab einem bestimmten Schädigungsgrad kann es dann zu einer Autoimmunreaktion gegen absterbendes Hodengewebe kommen.

Die hierbei gebildeten Antikörper richten sich dann auch gegen gesundes Hodengewebe auf beiden (!) Seiten.

Hieraus kann dann eine Hodenatrophie (Hodenschrumpfung) resultieren, die unbehandelt in schweren Fällen bis zum Wegschrumpfen der Hoden führen kann.

Das Spermiogramm verschlechtert sich dabei in folgender Reihenfolge: Asthenozoospermie (zu langsame Spermien) --> Teratozoospermie (zu viele fehlgeformte Spermien) --> Oligozoospermie (< 20 Mio/ml) --> OAT I (Oligoasthenoteratozoospermie: <20 Mio/ml und zu langsam + zu viele Fehlformen) --> OAT II (<10 Mio/ml) --> OAT III (<5 Mio/ml) --> Krytozoospermie (<1 Mio/ml) --> Azoospermie (keine Spermien nachweisbar).

Wird noch im Stadium einer Asthenozoospermie operiert, sind die Chancen auf vollständige Heilung sehr gut. In den weiteren Stadien nehmen die Heilungschancen dann immer weiter ab und oft kann nur noch das gerettet werden, was noch da ist.

Unbehandelt kann sich als Folge der Autoimmunreaktion auch eine Orchidopathie entwickeln, was mit einem bindegewebigen Umbau des Hodenparenchyms und chronisch fortschreitendem Funktionsverlust einhergeht.

In schweren Fällen beidseitiger Varikozelen ist es auch schon zu einem Hormonmangel gekommen, so dass die Patienten regelmäßig Testosteronspritzen benötigen. Für gewöhnlich sind aber die Testosteron produzierenden Leydigzellen widerstandsfähiger als die Spermatogonien und können sich auch bis zu einem gewissen Grade regenerieren.

Durch die erhöhten FSH-Werte kann es zu einer Überstimulation der noch verbliebenen Spermatogonien kommen, wodurch dann das Risiko für Seminome (Hodenkrebs) erhöht sein kann.

Egal, was manche Ärzte sagen, es gibt also gute Gründe, die Varikozelen operieren zu lassen:

- Irreversible Zeugungsunfähigkeit bis Unmöglichkeit der künstlichen Befruchtung

- Ästhetische Gründe: stark hervortretende Adern, schrumpfende Hoden, ständig geröteter Hodensack

- Testosteronmangel und daraus resultierende Stofwechselstörungen

- erhöhtes Hodenkrebsrisiko

Ca. 10-20% aller Männer haben nach unterschiedlichen Untersuchungen Varikozelen.

Ca. 40% aller primär zeugungsunfähigen Männer haben Varikozelen

Ca. 90% aller primär+sekundär zeugungsunfähigen Männer haben Varikozelen.

Wenn ein Mann zeugungsunfähig ist, ist es also fast immer die Varikozele.

Es gibt 7-8 verschiedene operative Verfahren zur Beseitigung von Varikozelen. Leider ist das immer mit einem sehr geringen Risiko der Hodenatrophie oder des Hodenverlustes verbunden.

Gruß

Fmraaxnk


@MTL

Was mich mal noch interessieren würde: Wieso wurde bei Dir so ein Spermiogramm gemacht? Weder die zwei Urologen, die mir die OPs geraten haben noch die zwei Krankenhäuser (1 x Bund) haben jemals von einer Untersuchung der Spermien gesprochen und auch angeboten haben sie mir sowas nie.

Lässt sich sowas wirklich nur mit dieser Untersuchung feststellen und weiß jemand, was genau man da rausfindet? Sind es zu wenig Spermien oder sind die Spermien nicht befruchtungstauglich? Weil rein optisch würde ich nicht denken, dass fruchtbarkeitsmäßige Probleme habe.

Eigentlich gehört eine Spermiogramm-Diagnostik bei Varikozelen zum Standardprotokoll. Keine Ahnung, warum die das bei Dir nicht gemacht haben. Aber zumindest haben sie Dich wenigstens gewarnt und operiert - bei mir hatten sie damals ja gar nix gesagt/gemacht.

Ohne Spermiogramme weißt Du jetzt nicht, ob es nach der OP besser oder schlechter geworden ist - für das Krankenhaus vllt. ganz praktisch ;-)

So ein Spermiogramm kannst Du jetzt natürlich immer noch machen lassen, aber bedenke auch die psychischen Auswirkungen.

Ist es sehr mies, könntest Du weiter nix machen und wüsstest jetzt, dass es nur noch mit künstlicher Befruchtung ginge.

Bei einem Standard-Spermiogramm werden im Wesentlichen drei Funktionsparameter (bei mindestens 2 ml Ejakulat) bestimmt:

1. Dichte: mindestens 20 Mio. Spermien/ml

2. Beweglichkeit:

Klasse a (schnell-progressiv): mindestens 25% oder

Klasse a(schnell-progressiv)+b(langsam-progressiv): mind. 50%

3. Morphologie:

nach WHO mindestens 30% Normalformen oder

nach strict criteria mindestens 15% Normalformen

Wie hast Du das denn rein optisch festgestellt ?

Wichtig ist die Farbe.

Mit einem normalen Mikroskop (400x Vergrößerung) kann man zumindest sehen, ob welche da sind und sie sich bewegen ...

Gruß

UJlix+e(s


Guten Abend,

danke, Fraank, für die sehr ausführliche und hilfreiche Antwort. Hut ab!

Zunächst einmal ist es so, dass Spermiogramme (auch bei zeugungsfähigen Männern) extrem schwanken können. Deshalb ist ein einziges Spermiogramm nicht besonders aussagefähig. Verschiedene Faktoren können zu einem schlechten Spermiogramm führen: zur kurze Karenzzeit, sehr heiße langandauernde Bäder, fieberhafte Infekte oder auch ein Messfehler des Labors.

In der Tat musste ich ein bisschen schmunzeln. Ob eines fieberhaften Infektes hatte ich in der letzten Woche tatsächlich Abhilfe gegen ungemein heftige Nackenschmerzen allabendlich in der heißen Badewanne gesucht... Die Karenzzeit (5 Tage, oder?) habe ich quasi auf die Minute eingehalten. Allerdings, auch wenn ich ein Optimist bin, weiß ich natürlich, dass das natürlich nur Zufall gewesen sein mag, jedenfalls werde ich vor dem nächsten Test wohl ein paar Tage mehr auf Sex, hoffentlich auf Fieber und sicherlich auf heiße Bäder verzichten :-)

Wie steht es denn mit dem Labor, der Arzt meinte, ich solle die Probe innert 30 Minuten vorbeibringen, das ist auch geschehen, denke ich, aber doch recht knapp, 20 Minuten lagen ganz ohne Frage dazwischen.

Liegen Dir denn die genauen Werte des Spermiogramms vor? Wenn es so wenige Spermien sind, dass Beweglichkeit und Form nicht mehr bestimmt werden kann, dann ist es meistens eine Kryptozoospermie (<1 Mio/ml). Wundert mich schon, dass eine subklinische Varikozele so früh zu einer so starken Einschränkung führt, aber ausgeschlossen wäre das nicht. Hattest Du denn sonst noch irgendwelche Probleme mit den Hoden (Hodenhochstand, Entzündungen, Mumps)?

Die Angabe (weniger als 1 Million) war leider Gottes so. Normal sei, so meine ich mich zu erinnern, 20-200 Millionen? Als Kleinkind hatte ich einmal eine Hodendrehung, die operativ behandelt wurde.

Wichtig ist auch die Bestimmung des FSH-Wertes.

Öhm, qu’est-ce que c’est?

Ich werde im Dezember nach dem zweiten Ergebnis auf jeden Fall mal mit dem Arzt über die Möglichkeit von Gefriergut sprechen, wie gesagt, auch wenn ich mir jetzt sicher bin, dass ich keine Kinder möchte bzw. haben werde, - man kann ja nie wissen...

Gut auch, dass ich etwas mehr über die Risiken von Varikozelen weiß, bislang ging ich nach dem Gespräch mit dem Arzt davon aus, dass keine weitere Behandlung nötig sei, wenn das Spermiogramm ok wäre.

Die von Dir geschilderten möglichen Folgen sind allerdings keine Sachen, die von heute auf morgen passieren, oder? Wie gesagt, ich will mich sicher nicht vor der OP drücken, aber ich nehme doch an, man merkt es wohl, wenn die Hoden sich verändern? Denn gegenwärtig stelle ich ja noch nicht mal fest, wo diese hinterhältige Ader überhaupt sein soll...

Noch einmal herzlichen Dank für die Mühe, die Du Dir beim Antworten gemacht hast, ciao

Ulixes.

F/raaCnxk


@Ulixes

Ob eines fieberhaften Infektes hatte ich in der letzten Woche tatsächlich Abhilfe gegen ungemein heftige Nackenschmerzen allabendlich in der heißen Badewanne gesucht... Die Karenzzeit (5 Tage, oder?)

Das mit der heißen Badewanne könnte die Kryptozoospermie durchaus erklären. Ansonsten sind 5 Tage eine optimale Karenzzeit.

Wie steht es denn mit dem Labor, der Arzt meinte, ich solle die Probe innert 30 Minuten vorbeibringen, das ist auch geschehen, denke ich, aber doch recht knapp, 20 Minuten lagen ganz ohne Frage dazwischen.

20 Minuten sind OK.

Die Probe muss sich ja erst noch verflüssigen, sonst käme es zu fehlerhaften Dichtebestimmungen.

Eine zu lange Wartezeit würde sich aber eher negativ auf die Beweglichkeit als auf die Menge der Spermien auswirken.

Die Angabe (weniger als 1 Million) war leider Gottes so. Normal sei, so meine ich mich zu erinnern, 20-200 Millionen? Als Kleinkind hatte ich einmal eine Hodendrehung, die operativ behandelt wurde.

Ja, das sind die Normwerte gem. WHO-Laborhandbuch.

Wenn die Hodentorsion (Hodendrehung) nicht rechtzeitig behandelt worden ist, könnte das noch eher eine Ursache sein als die subklinische Varikozele. Bereits nach ca. 2 Stunden sterben die ersten samenbildenden Stammzellen im Hoden ab, nach 6-12 Stunden kann er dann funktionslos sein. Eine Hodentorsion ist ein Notfall !

Wenn dabei tatsächlich ein Hoden schwer geschädigt worden ist, kann es durch eine Autoimmunreaktion gegen untergehendes Hodengewebe auch zu einer Schädigung des Gegenhodens gekommen sein und daher dann das schlechte Spermiogramm.

Öhm, qu’est-ce que c’est?

C'est un hormone de la hypophyse ...

FSH = Follikel Stimulierendes Hormon (Hirnanhangdrüse) wirkt bei Männern auf die Hoden-Stammzellen (Spermatogonien) und regt diese an, vermehrt Spermien zu produzieren. Je weniger Spermatogonien noch da sind, desto mehr FSH wird produziert, um die restlichen Stammzellen anzutreiben, den Ausfall zu kompensieren. Je höher der FSH-Wert ist, desto wahrscheinlicher und größer ist ein Hodenschaden.

Die von Dir geschilderten möglichen Folgen sind allerdings keine Sachen, die von heute auf morgen passieren, oder? Wie gesagt, ich will mich sicher nicht vor der OP drücken, aber ich nehme doch an, man merkt es wohl, wenn die Hoden sich verändern? Denn gegenwärtig stelle ich ja noch nicht mal fest, wo diese hinterhältige Ader überhaupt sein soll...

Das ist eine schleichende chronische Erkrankung der Hoden.

Von heut auf morgen geht das nicht.

Bei manchen dauert es einige wenige Jahre, bei anderen viele Jahre bis sogar einige Jahrzehnte und dann gibt es auch Männer, die davon nicht zeugungsunfähig werden. Das ist aber individuell schwer einzuschätzen. Die schleichenden Veränderungen sind gefährlich, da man sich oft sagt: naja, das war ja immer schon so.

Es fehlt dann der Vergleich zum früheren Normalzustand.

Durch regelmäßige Spermiogramme und Hormonbefunde kann man solche schleichenden Veränderungen erkennen und rechtzeitig eingreifen.

Noch einmal herzlichen Dank für die Mühe, die Du Dir beim Antworten gemacht hast, ciao

Ulixes.

Irgendwer muss die Leute ja vor diesen Varikozelen warnen ;-)

Gruß

MsTxL


Thema Spermiogramm:

Solange ich noch nicht als Erzeuger herhalten muss, werd ich so einen Test auch nicht machen. Aufgrund der Masse und der weißlichen Farbdichte gehe ich einfach davon aus, dass das bei mir alles i. O. ist :-)

Und im Grund will ich ja eigentlich nur diese grässliche Ader weghaben... und hoffe, dass sich bald Erfolge einstellen.

Ansonsten, Fraaank, muss ich Dich um Rat fragen, welche OP-Variante als Nächstes drankommen soll :D

U]lriAchm6x5


Hallo,

nun, bin hier durchs googlen drauf gestossen und möchte was anfragen. Ich habe gesehen, dass die Nachrichten etwa ein Jahr alt sind, aber vielleicht finde ich ja trotzdem Gehör.

Ich bin in folgender Situation: Ich bin 42 Jahre alt und bei der Bundeswehr 1987 wurde bei mir ebenfalls diese Venenerweiterung festgestellt. Sie sei sogar sehr ausgeprägt. Ich wurde von T2 auf T3 zurückgestuft und sollte um wieder auf T2 zu kommen eine OP machen lassen. Ein Spermiogramm wurde erstellt, aber von einem Ergebniss habe ich nie etwas gehört. Die OP habe ich jedoch nicht druchführen lassen. Erst 2 Jahre zuvor hatte meine damalige Freundin eine Abtreibung machen lassen. Also kann da ja eigentlich keine Zeugungsunfähigkeit gewesen sein.

Allerdings wurde ich seitdem nie Vater, trotz ungeschütztem Verkehrs in den darauf folgenden 20 Jahre in verschiedenen Beziehungen. Jedoch wurden meine Ex manchmal schnell Schwanger wenn sie nach unserer Trennung eine neue Beziehung eingingen. Daraus folgerte ich, dass die Aussage des Stabsarztes früher nun wohl stimmen muss, dass ich bei Kinderwunsch eine OP durchführen lassen müsste.

Im Prinzip fand ich den Umstand ganz prima, so konnte ich auf Verhütung verzichten.

Seit letztem August lebe ich in einer Beziehung, leider mit Kriesen. Wir sehen uns nur ein bis 2 mal in der Woche. Und im Februar kam die Diagnose. Sie ist schwanger.

Nun steh ich da: Kann das sein? Oder ist sie fremd gegangen?

Wie steht es nun mit den Wahrscheinlichkeiten? Einen Termin beim Urologen habe ich für kommenden Mittwoch. Ich hoffe, der macht ein Spermiogramm, denn wenn der Befund lautet: Extrem geringe Chance auf schwängern, dann werde ich ggf. meine Freundin damit konfrontieren, bzw, eine Annerkennung der Vaterschaft nur nach erfolgtem Text anerkennen. Denn unsere Beziehung scheint wohl endgültig vorbei zu sein.

Würde mich über Einschätzungen oder Erfahrungsberichte sehr freuen.

LG

Ulrich

:)D

U=lri;chmx65


hm, kann mir denn niemand ein wenig Mut machen? Hat niemand ähnliches erlebt oder davon gehört?

Es geht mir darum, mal auszuloten, wie meine Aktien stehen

gruss

U,lri!chzm6x5


Nun mein letzter Versuch, eine Einschätzung von jemandem zu bekommen.

Ich habe nun ein Spermiogramm machen lassen (zahlt die Kasse nicht, kostet ca. 20 Euro). Habe also nach 5 Tagen Karenzzeit eine Probe abgegeben und heute telefonisch das Ergebnis erhalten.

Der Arzt schlug vor, den Test zu wiederholen. Es seinen 50 Mio Spermien vorhanden gewesen, allerdings 50 Mio tote Spermien.

Hm, wie wahrscheinlich ist es nun, dass meine Ex-Freundin treu war?

Wenn der nächste Test ähnlich ausfällt, ist die Wahrscheinlichkeit nicht sehr gering, dass ich der Vater bin?

Wäre ich nicht saudumm, würde ich einfach so die Vaterschaft anerkennen?

Gruss

Ulrich

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