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Paruresis auf Massenveranstaltungen

S(venja u87 hat die Diskussion gestartet


@Admin:

Leider befinden sich im Bereich Urologie nur die beiden Unterforen Blasenentzündungen und Vorhautprobleme. Es wäre sehr hilfreich, wenn man zusätzlich noch ein weiteres Unterforum Paruresis einrichten und diesen Beitrag dorthin verschieben könnte, denn auch auf diesem Gebiet gibt es Diskussionsbedarf.

@All:

Ich heiße Svenja, bin Studentin, 20 Jahre alt und leide an Paruresis. Um was für eine Krankheit es sich dabei handelt, könnt Ihr unter [[http://www.paruresis.de]] nachlesen.

Nun mein aktuelles Problem:

Ich war Samstag auf der Loveparade in Essen. Wie voll es da war, habt Ihr sicher alle gelesen. 1000 Dixis waren überhaupt nichts und schon nach 1 Stunde war deren Benutzung unzumutbar. Also ab in die Seitenstraßen, wo Du keinen Schritt gehen konntest, ohne in Pisse zu treten. Jetzt hock Dich mal in eine Ecke und eine Menschentraube guckt Dir zu. Alle sehen, dass Du nicht kannst und quatschen Dich auch noch blöd an und um mit denen über Paruresis zu diskutieren sind die doch alle viel zu voll. Kaum hast Du die Hose unverrichteter Dinge wieder oben, musst Du schon wieder. Und versteckte Ecken gibt es nicht.

Kurz bevor es um 14:00 Uhr losging, habe ich noch irgendwo hinter dem Rathaus auf einen verwaisten Schulhof gepisst. Da hatte ich meine Ruhe. Dann aber bis Einbruch der Dunkelheit gegen 21:00 Uhr kein Erfolgserlebnis mehr. Gesteigerter Alkoholkonsum löste das Problem auch nicht. Im Gegenteil - es wurde immer unerträglicher. Mir war es nachher so egal, dass ich mir auch in die Hose gepisst hätte, aber selbst der Versuch schlug fehl. Ich hätte mich auch in eine Kirche gesetzt, wenn die offen gewesen wäre. Aber selbst alle Hinterhöfe waren verrammelt. Als es dann dunkel wurde, hinter einem Container bei IKEA (bestimmt 500 m vom Veranstaltungsort entfernt)....

Hat von Euch auch schon jemand mal solche Erfahrung gemacht und wie habt Ihr Euch da verhalten?

Muss man solchen Veranstaltungen fernbleiben oder gibt es da bessere Alternativen? Man will sich ja den Spass an sich nicht entgehen lassen.

LG Svenja

Antworten
b+londe(ste=ff1i


Leide selber seit ca. 9 Jahren an Paruresis. Ja das ist eine gute Frage in den letzten Jahren habe ich mich vor solchen Veranstaltungen immer gedrückt und auch verreisen ist für mich immer eine Tortur mit viel Stress verbunden. Versuche deswegen immer noch gerne Ausreden zu finden aber mein Freund, der mein Problem kennt, versucht mich immer zu überreden, dass ich mich Überwinden soll, da es sonst ja nicht besser wird.

Also man sollte schon versuchen, sich zu überwinden und der Situation zu stellen obwohl das leichter gesagt als getan ist. Denn nur eine Konfrontation mit den ungeliebten Situationen kann auf Dauer eine Besserung bringen.

Also ein Patentrezept hat glaube ich noch keiner von uns Paruresis-Kranken gefunden und bei solchen Veranstaltungen wie die Love Parade wäre ich auch ratlos und wahrscheinlich auch gar nicht erst hingehen also wenn Du trotzdem dort warst, Hut ab auch wenn es vielleicht nicht geklappt hat aber man soll es immer weiter versuchen und lieber raus gehen und gerade da, wo es einem am unangenehmsten ist also sich immer weiter zu verkriechen so nimmt die Krankheit immer mehr Raum und Macht über einen ein.

LG

Sevenjla 87


Mein genaues Problem

also wenn Du trotzdem dort warst, Hut ab auch wenn es vielleicht nicht geklappt hat aber man soll es immer weiter versuchen und lieber raus gehen und gerade da, wo es einem am unangenehmsten ist also sich immer weiter zu verkriechen so nimmt die Krankheit immer mehr Raum und Macht über einen ein.

Ich habe es nicht ständig und darum bin ich da auch hingegangen. Die psichische Ursache habe ich auch inzwischen herausgefunden, kann sie aber nicht ändern. Ich trinke viel, vornehmlich Mineralwasser. Deshalb haben meine Nieren auch viel zu produzieren und ich kann eigentlich nur wählen, ob ich öfter zum Klo gehe oder seltener und dann richtig. ;-)

Und Paruresis tritt bei mir auf, wenn ich das Gefühl habe, andere könnten feststellen, wieviel ich von mir gebe. Das ist ne Irrvorstellung und rational nicht nachzuvollziehen, weil Wasserlassen was absolut natürliches ist und sich kein Mensch für die Menge interessieren würde, die ich ausscheide. Somit habe ich keine Probleme in Badezimmern oder sonstigen Einzelklos, wo es ruhig ist. Aber die meisten Toiletten sind ja Massenabfertigungen mit mehreren Kabinen, die oben offen und hellhörig sind und die "Nachbarn" einen pullern hören können. Schon in der Schule waren diese Dinger mein Alptraum. Nicht schlimm ist, wenn noch keine im Raum ist und ich schnell in einer Zelle verschwinden kann. Wenn dann jemand reinkommt, weiß die ja nicht, wielange ich schon vorher am pullern war – und gut is. Deshalb klappt hier auch der Start Ich traue mich aber nicht, vorher zu sagen, wo ich hingehe, denn "befreundete" Frauen haben dann bekanntlich immer den Ehrgeiz, aus Solidarität mitzugehen...

Hinzu kommt, dass ich public toilets ohnehin wegen ihrer Unhygiene hasse und es deshalb bevorzuge, wenn möglich in den Outdoorbereich auszuweichen. Auch da keine Probleme, wenn ich alleine bin (wie auf dem Schulhof bei der Loveparade). Aber wehe, ich bin länger mit Freundinnen o.ä. unterwegs. Es geht noch, mich im Abstand von 2-3 m von ihnen in Gras, Sand oder Kies zu hocken, da es fast geräuschlos abläuft und sofort in den Boden einsickert, denn Fleck bleibt Fleck – unabhängig von der Menge. Der absolute Horror aber ist, in Gegenwart anderer auf eine versiegelte Fläche zu schiffen (was sich in dichtbesiedeltem Gebiet nicht immer vermeiden lässt) und die ganze ausgestoßene Menge dann als Bach durch die Gegend fließt. Dann klappt es bei mir nie und ich blamiere mich vor denen, weil ich nicht kann und nicht, weil ich zuviel von mir gebe. Wollen und tun sind dann zweierlei und es tritt genau das Gegenteil von dem ein was eintreten sollte.

Gerne verschwinde ich auch schon mal schnell hinter einem Auto oder einem Müllcontainer. Probleme bereiten mir da bloß meine Geschlechtsgenossinnen. Sobald irgendeine Frau das Wort "pinkeln" in den Mund nimmt, hat jede andere sofort das Bedürfnis, sie begleiten zu müssen. Eine scheußliche weibliche Angewohnheit! Mir ist da ehrlich lieber, ich bin nur mit Männern unterwegs. Schon aus Anstand würde es niemand von denen wagen, mich zu verfolgen und ich kann in aller Ruhe pissen. :)^ Aber die verschwinden auch selber alle einzeln – warum können Frauen das nicht auch?

Deshalb bin ich auch nur mit Männern zur Loveparade gefahren (bloß die fremden 100.000 haben mich da gestört und ich fühlte mich auf dem weitläufigen Veranstaltungsgelände wie eingesperrt...).

Was aber in meiner Birne vorgeht, kann ich einfach nicht nachvollziehen. Ich will diesen blöden Schließmuskel öffnen und son paar alberne Gehirnzellen, auf die ich keinen Einfluss habe, wollen das Gegenteil. Das Gegenteil von Paruretikern sind übrigens Bettnässer – ohne zu wollen machen die den Sphinkter offen.

@blondesteffi:

Erzähl doch mal Deine Memoiren. Weißt Du auch, wo bei Dir der auslösende Faktor liegt?

LG Svenja

bxl[onqdestefxfi


Hallo Svenja habe Dir eine PN geschickt *:)

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