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Suburethrale Cyste - Harnröhrendivertikel

Vlerax1 hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen!

Ich möchte gerne einen Erfahrungsbericht abgeben, da ich vor meiner Diagnose und Behandlung im Internet dazu selber nicht viel finden konnte.

Also: Anfang August verspürte ich beim Wasserlassen Schmerzen, beim GV schon seit längerer Zeit. Zudem war am Scheideneingang eine Schwellung deutlich erkennbar, in Form einer Art Ballon, welche sich allerdings für mich erkennbar erst innerhalb der davorliegenden 2-3 Wochen bildete. Mir viel auch auf, daß ich öfters Wasserlassen mußte als üblich, oft auch bei geringer Menge Urin. Ich habe mich daraufhin bei meiner Frauenärztin vorgestellt, welche eine suburethrale Cyste diagnostizierte und mich an eine Urologin überwies. Meine Frauenärztin erklärte mir, daß meine Erkrankung eher selten ist und nicht jeder Frauenarzt dies auch schon einmal gesehen hat. Auch, daß dieser Prozess eigentlich Jahre dauert und sich nicht so schnell entwickelt. Meine vorherige Frauenärztin hatte nie in dieser Richtung etwas festgestellt. Die Urologin bestätigte mir dann die Diagnose und mußte mich aber zur operativen Entfernung in die Klinik einweisen. Sie teilte mir mit, daß die OP durch die Scheide durchgeführt wird und mir auch ein Blasenkatheter angelegt werden müßte.

Daraufhin habe ich versucht Infos im Internet über meine Erkrankung zu finden, aber leider ziemlich ergebnislos. Daher meine Entscheidung für diesen Beitrag.

Ich wurde dann am 04.09.2007 in die Klinik zur operativen Behandlung stationär aufgenommen. An diesem Tag wurde ich von den dortigen Ärzten noch einmal untersucht. Es hat sich herausgestellt, daß die Cyste doch sehr groß ist und sich dadurch meine Harnröhre auch verschoben hat. Ferner, daß sich hinter dieser Cyste auch erhebliche Entzündungen befinden. Dann erfolgte noch das Aufklärungsgespräch mit dem Narkosearzt und Untersuchungen von Urin, RR-Messung etc.. Die Ärzte haben sich dann dazu entschieden, durch die Scheide zu operieren, aber zusätzlich einen Schnitt neben der Harnröhre zu machen, um besser an "die ganze Sache ranzukommen".

Einen Tag später wurde ich dann operiert. Die meiste Angst hatte ich ehrlich gesagt vor dem Blasenkatheter. Dieser wird allerdings angelegt, während man sich schon in Narkose befindet, also keine Angst, man bekommt davon garnichts mit. Die Narkose habe ich gut vertragen und war am Nachmittag gegen halb drei wieder auf meinem Zimmer und es ging mir den Umständen entsprechend gut. In der nächsten Visite erklärten mir die Ärzte, daß sie die Cyste entfernt haben, von der Entzündung einen Abstrich genommen haben und die Harnröhre nun automatisch in die richtige Position zurückgeht. Am Tag der OP erhielt ich Antibiotika in intravenöser Form, danach für eine Woche in Tablettenform zweimal täglich. Der Katheter wurde mit am 3. postoperativen Tag entfernt. Auch hiervor hatte ich große Angst, da ich darüber im Internet alle möglichen "Horror"-Einträge gefunden hatte. Ich kann aber aus Erfahrung sagen, das Ziehen geht ruck-zuck, ist überhaupt nicht schmerzhaft und nicht der Rede wert. Auch der Toilettengang danach funktionierte einwandfrei. Die Schwestern haben darauf aufgepasst, daß ich das erste Mal zügig zur Toilette gehe und mußte daraufhin auch Bericht erstatten (dies auch bis zur Entlassung). Es kam nicht viel Urin, danach ein paar "Blubberbläschen" aus der Harnröhre - also alles in Ordnung. Auch ist das Wasserlassen nicht schmerzhaft (bei mir kam noch nicht einmal ein Brennen vor) und man merkt auch, daß man zur Toilette muß. Zwar mußte ich in den ersten Tagen häufiger als sonst und es war auch nicht gerade viel Urin, aber es war alles ok. Der Abstrich bei der OP von der Entzündung und der Urin aus dem Blasentkatheter waren ohne Nachweis.

Insgesamt lag ich 7 Tage im Krankenhaus, bin z. Zt. bis Ende nächster Woche noch krankgeschrieben. Die Wundheilung dauert noch eine Zeit lang, sitzen kann ich auch nicht richtig (dafür habe ich mir aber ein Sitzkissen aus der Apotheke für knapp 12 € besorgt). Ferner bin ich noch erschöpft, aber das liegt wohl daran, daß eine OP immer anstrengend ist. Ab dem Tag der Katheterziehung nehme ich 1 x täglich ein Kamillenbad, was für mich dann morgen auch das letzte Mal ist. Seit gestern muß ich keine Antibiotika mehr nehmen, weswegen ich mich morgen wieder bei meiner Urologin vorstellen soll zur Kontrolle. Zudem soll ich mich in den ersten vier Wochen nach der OP schonen, nichts schweres tragen etc..

Die Diagnose war laut ärztlichem Bericht des Krankenhauses ein Harnröhrendivertikel.

Fazit: Vor einer solchen OP, den Tagen danach und auch einem Blasenkatheter braucht man keine Angst haben.

Ich habe mich von meiner Frauenärztin, der Urologin sowie dem Ärzteteam und Pflegepersonal des Krankenhauses sehr gut betreut gefühlt bzw. fühle mich sehr gut betreut. Die Damen und Herren verstanden ihr Handwerk und haben zügig und fachmännisch gehandelt.

Ich hoffe, ich kann einigen Leuten mit diesem Beitrag helfen.

Liebe Grüße,

Vera1

Antworten
Aenja2x8


Hallo Vera,

mit großem Interesse habe ich Deinen Beitrag gelesen. Auch wenn Dein Beitrag schon längere Zeit her ist, hoffe ich noch mehr von Dir zu erfahren.

Habe seit ca. 1 1/2 Jahren Beschwerden mit der Harnröhre. Angefangen haben die Probleme mit einer Blasenentzündung. Seitdem fühlt sich meine Harnröhre ganz komisch an. Dazu kam eine ständige Reizblase.

Der Infekt war vorüber, aber die Symptome blieben. Das ging so monatelang , so dass ich depressiv wurde.

Ich bekam Antidrepressiva und als Nebeneffekt beruhigte sich meine Blase. Mein Harnröhrenbeschwerden blieben jedoch bis heute. Es fühlt sich so an, als ob meine ganze Harnröhre wie geschwollen ist. Genauso wie der Harnröhrenausgang. Dann verspür ich ständig so ein Druck in der Harnröhre. Sex ist fast gar nicht mehr möglich vor Schmerzen. Danach könnt ich nur noch auf Toilette rennen. Mit der Zeit geht das ganz schön auf die Nerven.

Beim FA war ich auch schon. Gegen die Schwellung am Harnöhrenausgang habe ich eine Östrogensalbe mit Cortison bekommen. Äußerlich hat es zwar bisschen geholfen, jedoch innerlich ist es genauso schlimm wie vorher.

Habe dann auch im Internet recherchiert, was das sein könnte. Bin dann auch auf die Begriffe Harnröhrendivertikel und Harnröhrenpolypen gestoßen. Laut den Symptomen könnte es sowas sein.War deswegen heute wieder bei einem Urlogen. Ich hatte das Gefühl er nimmt mich gar nicht ernst. Er meinte er könnte, ein Harnröhrenabstrich mit Blasenspiegelung machen, um etwas davon festzustellen. Danach meinte er, er würde bestimmt eh nichts bei mir finden. Die Aussage hätte er sich sparen können. Ich wiederum habe gelesen , sowas wird durch Rötgen oder MRT diagnostiziert. Das habe ich ihm auch gesagt. Da meinte er das wäre völliger Quatsch. Jetzt meine Frage, wie wurde das Divertikel bei Dir festgestellt? Vor einer Blasenspiegelung habe einen riesigen Horror. Habe ich schon alles hinter mir. Laß ich sicher nicht nochmal machen.Werd mir nochmal einen anderen Urologen suchen. Ich meine ich bilde mir das doch nicht ein! Bin fix und fertig! Von dem Antidrepressiva möcht ich auch gern loskommen. Zumal ich mir gern ein Kind wünsche. Muss meinen Freund ständig vertrösten. Aber er hat dafür Verständnis.

Bist Du seit Deiner OP eigentlich jetzt beschwerdefrei? Wie lange hat es bei Dir gedauert, bis alles ausgeheilt war?

Würde mich sehr freuen, mehr von Dir zu hören.

Viele Grüße, Anja

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