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Kinderwunsch trotz Varikozele - hilft die OP?

M=usiku2s x62 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

nach unerfülltem Kinderwunsch ließ ich ein Spermiogramm beim Urologen machen. Der stellte dann eine Krampfader am linken Hoden fest wodurch die Beweglichkeit und die Form der Spermien sich als abnormal herausstellten. Meine Frage: Kann man sagen dass sich durch eine OP das alles wieder normalisiert ? Sprich - dass die Spermien wieder ihre Funktion erfüllen können ? Wie groß ist der Heilungserfolg ? Gibt es Alternativen zur OP ?

Ich habe übrigens keinerlei Beschwerden wegen der Krampfader ! Kann man die Spermien direkt in die Gebärmutter einsetzen ?

Sorry, wenn ich so dumme Fragen stelle, aber ich habe echt keine Ahnung.

Vielen Dank !

Musikus

Antworten
F-rcaanxk


@Musikus 62

Hallo,

habe das gleiche Problem.

Welche OP-Technik soll denn bei Dir angewendet werden ?

Der Heilungserfolg hängt von der Regenerationsfähigkeit des Hodengewebes ab und kann eigentlich nur im Nachhinein beurteilt werden. Die OP kann eine weitere Verschlechterung des Spermiogramms verhindern und in 30-70% zu einer Verbesserung der Werte führen. In selteneren Fällen konnte wohl auch Männern mit Azoospermie (= keine Spermien im Ejakulat) mittels einer Varikozelen-OP zu einem normalen Spermiogramm verholfen werden.

In anderen Fällen hatte die OP nichts gebracht, aber zumindest eine weitere Verschlechterung verhindert.

Ein sehr hoher FSH-Wert oder eine sehr niedrige Inhibin-B-Konzentration (kann der Urologe bestimmen) sind prognostisch schlechte Faktoren, da sie auf einen Hodenschaden hindeuten.

Ohne Operation kann das Problem ursächlich nicht gelöst, sondern nur umgangen werden mittels künstlicher Befruchtung. Dabei ist aber zu bedenken, dass sich die Spermienproduktion unbehandelt weiter verschlechtern kann und für eine spätere zweite künstliche Befruchtung dann keine mehr vorhanden sein könnten.

Es gibt im Wesentlichen 3 Verfahren der künstlichen Befruchtung:

1. IUI (Intrauterine Insemination): Die aufbereiteten und gewaschenen Spermien werden mittels eines Katheters direkt in die Gebärmutter gebracht zum Zeitpunkt des Eisprunges. Wird eher bei leichten Fruchtbarkeitsstörungen angewendet, ist aber nicht so teuer.

2. IVF (Invitro Fertilisation): Das Sperma wird ebenfalls aufbereitet und der Frau werden durch Punktion Eizellen entnommen. In einer Nährstofflösung werden dann Spermien und Eizellen zusammengebracht und es kommt zur Befruchtung. Diese Zellen werden dann wieder in die Gebärmutter eingeführt, wo sie sich einnisten können. Dieses Verfahren wird bei deutlicher Einschränkung der Zeugungsfähigkeit angewendet.

3. ICSI (Intracytoplasmatische Spermieninjektion): wie IVF, nur dass die Spermien hier die Eizelle nicht selbst befruchten müssen, sondern in die Eizelle injeziert werden. Für dieses Verfahren reichen schon einzelne Spermien aus, so dass es auch für hochgradige Fruchtbarkeitsstörungen in Frage kommt.

Leider werden in Deutschland die Kosten nur zur Hälfte für die ersten 3 Versuche bei verheirateten Paaren übernommen.

Alles Gute !

MCusiku$sx 62


Re…Kinderwunsch trotz Varikozele - hilft die OP

Hi,

Danke für die rasche Antwort ! Wegen der OP habe ich mit 2 Urologen gesprochen. Der eine riet mir zu einer OP mit 3 Tagen stationärem Aufenthalt in der Klinik, der andere riet mir zu einer ambulanten OP. (1 Tag in der Klinik) Ich bin jetzt ziemlich verunsichert, da ich nicht wirklich weiß wie sich die OPs voneinander unterscheiden, und welche für mich die richtige ist. Auch weiss ich nicht welche Klinik in meiner Nähe das kompetent erledigt. Ich werde mich vielleicht mal an Pro Familia wenden um Adressen von Urologen / Kliniken zu bekommen die eine gewisse Routine mit diesen OPs haben. Für welche OP hast du dich entschieden ? Warum ? Darf ich fragen wie alt du bist ? Ich bin 45 Jahre alt und hatte vor 8 Jahren einen Schwangerschaftsabbruch erleben müssen. Damals waren die Spermien also noch in Ordnung. Ironie des Schicksals !

Wünsche auch dir Alles Gute !

KBl_aurs2x5


Hi!!

Ich würde dir raten erst mal die Verödungsmethode nach Tauber zuwählen. Ich hatte das selbe Problem und bei mir hat diese Behandlung anscheinend erfolgreich funktioniert. Bei mir wurd allerdings noch kein neues Spermiogramm gemacht. Allerdings waren die vor der Behandlung auch nicht so schlecht. Auf jeden Fall ist diese Methode am verträglichsten. Vermute mal das ist die ambulante OP. Wenn das nicht geholfen hat kann man ja immer noch die andere Methode versuchen. Allerdings muss man auch immer beachten, dass die Ärzte einem die Methode vorschlagen, womit sie am meisten Geld verdienen können ( nicht alle aber viele). Deshalb wäre es vielleicht ratsam noch eine dritte Meinung einzuholen. Wenn die Krampfadern im gesamten hoden verteilt sind, kann es nämlich sein, dass mehrere Adern für den schlechten Abfluss des Blutes verantwortlich sind. In diesem Fall, wäre vielleicht die hohe Ligatur sinnvoller als die Antegrade Skelorisierung nach tauber. Allerdings bin ich auch kein fach man!! Hoffe ich konnte dir trotzdem weiter helfen!!

Alles Gute,

K.

F]raaxnk


@Musikus 62

Hallo,

wegen der Varikozelen-OP hab ich mich schon bei 2 Urologen und in 4 Krankenhäusern erkundigt. Natürlich schwört jeder auf seine Methode.

In diesem Thread hatte ich einmal die mir bekannten Verfahren kurz erklärt: [[http://www.med1.de/Forum/Urologie/343774/]]

Leider ist es wohl bei allen Operationstechniken so, dass einem niemand garantieren kann, dass es zu keinem Hodenverlust bzw. keiner Hodenatrophie kommt. Bei den Verödungen besteht das Risiko eines Hodenverlustes durch Paravasat mit Entzündungen und bei den Ligatur-Verfahren durch ein Verletzen der Hodenarterie. Leider hab ich bisher keine zuverlässigen Studien gefunden, in denen alle verschiedenen Verfahren hinsichtlich des Hodenverlustrisikos miteinander verglichen werden. >:(

Auch ist der Begriff "Hodenatrophie" nicht besonders aussagekräftig, da darunter das Schrumpfen des Hodens um weniger ml mit Funktionserhalt bis hin zum Schrumpfen auf Reiskorngröße mit Funktionsverlust verstanden werden kann. Wenn in einer Studie die Rede von Hodenatrophie ist, wüsste ich schon gern, in welchem Ausmaß. Mein Dilemma ist nämlich, dass ich beidseits Varikozelen habe, wobei nicht klar ist, ob der linke Hoden überhaupt noch funktionsfähig ist. Ein Verlust des rechten Hodens könnte möglicherweise einer Kastration gleichkommen. Wär nicht so schön mit 34 Jahren. Unbehandelt schrumpfen die Hoden aber weiter ...

Que faire ???

Zuerst hatte ich mich für die Antegrade Sklerosierung entschieden (die Erfinder arbeiten in den AKH St. Georg und Barmbek in Hamburg), dann Laparoskopische Varikozelenligatur, Mikrochirurgische Varikozelenligatur und jetzt vllt. doch eher die Retrograde Sklerosierung, obwohl selten praktiziert.

Man müsste jetzt die beste Methode rausfinden und das beste Zentrum, indem täglich solche OPs durchgeführt werden mit jahrelanger Erfahrung.

Falls Dir Pro Familia oder sonstwer einen Super-Tipp geben, lass es mich bitte wissen !!!

Für eine sichere OP würde ich schon gewisse Anfahrtzeiten in Kauf nehmen.

Zumindest die linke Seite könnte ich ja erstmal behandeln lassen, da ginge ich noch kein erhöhtes Risiko ein.

Viel Erfolg bei der Suche :)^

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