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Erneute Harnröhrenstriktur nach Mundschleimhautplastik

S$trai]ghtrFlucsh86


Bitte bitte. Kleiner Tipp am Rande: kauf dir nen dünnes klettband was um den Oberschenkel passt. Da kann man den Beutel befestigen und sogar ne Jeans drüber ziehen :)^

OZld_xSock


Habe nach langem Lesen in diesem hochinformativen Thread mich jetzt auch angemeldet, um quasi im Stile eines "embedded Journalist" unmittelbar "von der Front" zu berichten: Aktuell ist das heute für mich Tag 4 nach MSH-OP, ich befinde mich derzeit also mitten in dem Zeitraum, wo man mit geschwollener Wange, tauber Unterlippe und verpacktem "Untenherum" 7 Tage lang zu strenger Bettruhe unter Einhaltung absoluter Bewegungslosigkeit der Oberschenkel verdammt ist und sich irgendwie die Zeit zu vertreiben versucht. Also eigentlich die perfekte Gelegenheit für diese Zeilen:

Als Entschuldigung meinerseits gleich vorweg, es wird eine wahrhaft enorme Wall of Text, aber ich habe im Vorfeld zu alledem auch jedwede ausführlich geschriebene Information sehr geschätzt und hoffe somit, anderen Ratsuchenden aus erster Hand zu berichten, und vor allem die Angst vor dem Arztbesuch zu nehmen, die bei mir das Fass schon fast so gut wie zum Überlaufen gebracht hat.

Ich bin mittlerweile 46 Jahre alt und mit dem konkreten Befund einer bulbären Harnröhrenenge seit nunmehr fast 14 Jahren konfrontiert, obwohl die Anfänge noch viel weiter in der Vergangenheit liegen dürften.

Der Anfang allen Übels lässt sich daher für mich auch gar nicht mehr so genau identifizieren. Möglicherweise war es eine Verletzung beim Geräteturnen im Rahmen des Schulsports, z.B. ein missglückter Sprung übers Längspferd (ein uraltes Trumm mit spiegelglatt gewetzter Lederoberfläche und großen runden Schraubenköpfen an den Stellen, wo beim olympischen Turnpferd die Handgriffe montiert sind). Oder es passierte während einer der ersten Probefahrten auf dem väterlichen Drahtesel, einem stattlichen 28er Herrenrad mit Dreigangschaltung und ledernem Rennsattel, welchen man im zarten Teenageralter aber noch nicht bestimmungsgemäß mit dem Gesäß erreichen konnte, sondern ersatzweise auf dem zierlich dimensionierten stählernen Oberrohr Platz nehmen musste. Eindeutig lässt sich das heute alles nicht mehr so genau festlegen.

Jedenfalls begleiten mich undifferenzierte Beschwerden (leichtes Brennen, später zunehmend abgeschwächter Strahl) beim Wasserlassen seit der Zeit, als mir klar wurde, das "Mann" mit dem "Zipfel" zwischen den Beinen noch andere Dinge machen konnte, als z.B. seinen Namen in Sand oder Schnee zu pinkeln. Ich gewöhnte ich mich mit der Zeit an die Tatsache, länger als andere junge Kerle am Pissoir zu stehen, später wurde ich zum "Sitzpinkler", weil ohne kräftiges Bauchpressen nur noch so wenig kam, das Toilettengänge sonst zu Ewigkeiten würden. Die Jahre vergingen also, ohne das ich wegen meines sich schleichend entwickelnden Problems einen Arzt aufsuchte. Unbekümmertheit, Leichtsinn und sicher auch Schamgefühl bestimmten damals mein aus heutiger Sicht fahrlässiges Nicht-Handeln. Auch wenn die Verschlechterung sehr langsam und zumindest anfangs fast unmerklich voranschritt, war aus heutiger Sicht hier bereits viel wertvolle Handlungszeit verschenkt worden.

Anfang 2003 spitzte sich dann, vermutlich durch einen Infekt ausgelöst, die Situation derart zu, dass ich wegen meiner fast dauernd randvollen Blase dauernd zur Toilette musste und dort aber nur noch die geringe Menge von ca. einer Tasse unter großer Anstrengung loswerden konnte. Bahn- oder Autofahrten über mehr als eine Stunde gingen schon lange nicht mehr ohne Pinkelpausen, desgleichen bei Kino- und Konzertbesuchen uvm. Nun blieb mir nichts anderes mehr übrig, als zum Urologen zu gehen.

Dann ging alles verhältnismäßig schnell, Ultraschallbefund und Flow waren derart katastrophal, dass mir der Urologe zunächst sofort einen Cystofix (Bauchdeckenkatheter) legen wollte. (Die Vorstellung des Durchstechens der Bauchdecke, um an die Blase zu kommen, jagte mir damals einen Riesenschrecken ein, heute lächle ich angesichts mehrere Blasenurinentnamen müde darüber).

Statt dessen erfolgte umgehend die stationäre Einweisung in eine urologische Klinik, dort dann in zwei(!) Sitzungen im Abstand von 14 Tagen aufeinander erfolgende Schlitzungen nach Sachse, da beim ersten Versuch durch die extrem ausgeprägte Enge das Risiko von Komplikationen (Via falsa) zu hoch war. Der Effekt, als ich dann nach Ziehen des großvolumigen Katheters (Ch 22 oder gar 24) das erste mal pinkelte, war schlicht überwältigend, fast meinte ich, einen Rückstoß im Glied zu verspüren^^.

Leider hielt dieser enorme Strahl aber nicht lange an, sodass bereits nach 6 Monaten anlässlich einer planmässigen stationären Nachkontrolle gleich ein weiteres Mal geschlitzt werden musste. Diesmal klärte man mich aber bereits über die hohe Rezidivrate dieses Verfahrens auf und stellte mir eine jahrelange enge Verbundenheit zur Urologie in Aussicht, es erfolgten Anleitungen zu Selbstkatheterisierungen und "hydraulisches Bougieren" usw. Diesesmal schien die Schlitzung indes von nachhaltigerem Erfolg, nachfolgende Untersuchungen beim ambulanten Urologen bescheinigten einen nur sehr langsam nachlassenden Strahl und eine fast vollständige Blasenentleerung.

Irgendwann bei einer dieser regelmäßigen Kontrolluntersuchungen kam auch das erste Mal die Möglichkeit einer transplantierten Harnröhrenplastik mit Mundschleimhaut ins Gespräch. Der insbesondere große zeitliche Aufwand dieser Aktion und die Tatsache, das dieses Verfahren nur von wenigen Spezialisten erfolgversprechend und routiniert praktiziert wird, ließen mich noch ein paar weitere Jahre abwarten, denn noch "lief" es ja einigermaßen, die Restharnmenge war noch im Rahmen.

Anfang diesen Jahres bekam ich jedoch plötzlich Harnwegsinfekte, die verliefen zwar soweit beschwerdefrei, aber anhand von Farbe und Geruch des Urins war deutlich erkennbar, dass etwas "nicht stimmte". Die vom Urologen verordneten verschiedenen Antibiotika halfen immer sehr schnell und nebenwirkungsfrei, leider kamen ca. 10 Tage nach Beendigung der jeweiligen Therapie die altbekannten Symptome immer wieder.

Der Zeitpunkt für erweiterte Gegenmaßnahmen schien nun also gekommen. Ich holte mir von verschiedenen Urologen Ratschläge und Empfehlungen zur MSH-OP ein, wo man sowas am besten durchführen lässt usw. Tja der Rest meiner inzw. ellenlangen Schreiberei dürfte den Meisten unter Euch hier im Forum hinlänglich bekannt sein: Es gibt aktuell in Deutschland faktisch zwei Kompetenzzentren auf dem Gebiet der rekonstruktiven Uroplastik, einmal die urologische Klinik am UKE in Hamburg-Eppendorf unter Leitung von Frau Prof. Dr. Fisch und das SANA-Klinikum Hof mit seiner urologischen Abteilung unter Dr. Keller.

Hof ist von der Lage für mich deutlich angenehmer, als Hamburg und gerade der Name von Dr. Keller ist bei meinen Gesprächen mit anderen Urologen immer wieder im Zusammenhang mit dieser Art Eingriff genannt worden.

Also wurden tel. Termine für eine erste Untersuchung vereinbart, eine Woche später erfolgte dann die Urethrotomia interna (UTI) zur genaueren Festlegung weiterer Schritte. Dazu war ein kurzer stationärer Aufenthalt von 2 -3 Tagen notwendig. Danach konnte ich erst mal wieder pissen, wie ein Pferd (max. Flow bei 43, Restharn knapp unter 20ml). Es war während der 5 Wochen bis zur "großen" MSH-OP aber auch wieder ein deutliches Nachlassen des Strahls zu erkennen, sodass schlussendlich bei der Anamnese-Untersuchung am Vortag der MSH-OP dann nur noch ein max.Flow von knapp unter 20 mit deutlichem Plateau im Verlauf und einem Restharn von ca. 75 ml diagnostiziert werden konnte. Die OP dauerte planmäßige 2,5 Stunden, es wurde ca. 5,5cm Mundschleimhaut aus dem Bereich linke Unterlippe/Wange entnommen und auf die bulbäre Harnröhre per Dammschnitt transplantiert. Hier in Hof führen neben dem Chefarzt Dr. Keller auch einige Oberärzte diese handwerklich anspruchsvolle regelmäßig und erfolgreich durch, ich habe mich für die Operation durch Dr. Keller höchstselbst entschieden, und die Kosten für diesen Eingriff privat zu finanzieren. Generell operiert Dr. Keller aber auch Kassenpatienten, was bei Frau Prof. Fisch in Hamburg meines Wissens nicht der Fall ist. Allerdings ist die Ambulanz bei Dr. Keller ebenfalls privat, dafür kann man sich als Kassenpatient, wie in meinem Fall aber auch über die "normale" urologische Ambulanz des SANA-Klinikums aufnehmen lassen.

So ist nun der Aktuelle Stand, ich liege nun den 4. Tag nach der OP nur mit Harnröhrenkatheter im Bett, am Freitag, also in 3 Tagen erfolgt bei mir das große Auspacken. Einen Tag nach der OP beginnt die schrittweise Umstellung mit Pudding und Brei bis zur regulären Vollkost, seit 2 Tagen darf ich ganz normale Vollkost essen. Spannend ist für mich momentan das erste "große Geschäft", da laboriere ich noch etwas rum, weil einerseits die Narbe im Dammbereich noch bei Muskelkontraktionen etwas zieht, andereseits der Darm schon gut gefüllt ist, aber noch nicht so richtig was kommen mag, wenn ich dann mal nach dem Topf rufe. Ärzte und Pfleger raten aber zur Geduld, jeder Tag, den sich der erste Stuhlgang verzögert, ist der ungestörten Narbenheilung dienlich. Ich hoffe nur, dass ich dann nicht irgendwann einen steinhart abgebundenen Zementblock ausscheiden muss, wenn sich das am Ende alles so lange staut....😰

NNBG_3x4


@ old_sock

das nenn ich mal ein text. :)

also ich hatte so ziemlich genau die gleiche OP, bulbär 6 cm aus der linken wange. vorher auch 2 schlitzungen, eine davon als vorbereitung auf die msh, mich hat allerdings oberarzt pandey operiert. das war vor 5 monaten. bis jetzt ist alles gut, sicher die narbe im mund ist noch vorhanden, doch hab ich das gefühl das wird immer besser. gelegentlich gibts ein taubheitsgefühl am mundwinkel bzw. linke unterlippe aber das ist nicht wirklich störend. den dammschnitt bzw. die narben daraus kann ich noch ertasten, aber das geht auch. lediglich hab ich ab und an ein leichtes ziehen.

ja das mit dem stuhlgang hab ich auch aufgeschoben soweit es ging, bei mir sogar am 8. postoperativen tag, ok da kam schon ein torpedo :) aber war kein zement, von dem her kein problem. lediglich das abwischen ist etwas mühselig und vorsichtig da die klammern des schnitts gleich dahinter sind. hab mich was das angeht auch immer danach geduscht um mögliche infektionen vorzubeugen.

also dann toi toi toi, auf dass die zeit schnell vorbeigeht :)

O,ld*_Socxk


Danke, nur noch heute durchhalten, morgen dann endlich aufstehen und ein richtiges Klo benutzen...

SBtrai=ghtF8lupshx86


Sehr interessanter und wirklich gut geschriebener Beitrag :)^

Wünsche dir schonmal viel Spaß morgen und lass es langsam angehen beim aufstehen.

Ist wie als würde man neu das laufen lernen ;-D

O|ld_SVoc6k


Update: Heute ist also der lang herbeigesehnte Tag 7 nach OP. Gleich in der Frühe wurde untenrum ausgepackt, desweiteren wurden die Fäden, mit denen der Katheter an der Eichel angenäht (!!) war, durchtrennt und gezogen, was erstaunlicherweise keinerlei Schmerz verursachte. Hätte ich vorher gewusst, das Dinge an meiner Eichel angenäht wurden, hätte ich mich sicher vor der zu erwarteten Pein megamäßig gefürchtet, aber so war da nix dabei, so nach dem Motto: Hoppla, da gehen ja Fäden durch, bevor mein Hirn jedoch so richtig die Informationen meiner Augen verarbeitete, waren die Fäden auch schon weg.;)

Die Dammnaht sieht wohl ser gut aus,also ging es ans Aufstehen. Ich sollte mich erst mal nur im Bett aufsetzten und mich dabei waschen. Später wollte man dann mit mir die nächsten Schritte mit einem Physiotherapeuten langsam angehen. Allerdings habe ich schon heimlich ein bisschen mehr ausprobiert: Beine aus dem Bett und sitzen auf der Bettkante, als es dann mit dem Schwindel vorbei war, bin ich kurz mal aufgestanden und hab mich dann gleich wieder aufs Bett gesetzt. Beim nächsten mal bin ich dann scho etwas länger gestanden, ging soweit alles erstaunlich gut nach der langen Liegerei. Als dann der Physiotherapeut auftauchte, war ich schon mal selber auf dem Klo (mit Erlaubnis der diensthabenden Schwester). So bin ich dann schon förmlich aus dem Bett gesprungen, als der Physiotherapeut mit mir die ersten Schritte über den Stationsflur machen wollte.

Kurzzeitig Getrübt wurde der erfreuliche Vormittag allerdings durch einen recht massiven "Kotstein", welcher sich in den vergangenen Tagen in meinem Enddarm gebildet hatte, und der mir schon die letzten 3 Liegetage zunehmend zu schaffen machte: Ständiger Drang zu "müssen", aber wenn man dann auf der Bettpfanne hockt, kommt fast nix und ich hatte Angst, durch zu starkes Pressen die OP-wunde wieder zu schädigen,immerhin reichen die Klammern ja bis an die "Rosette".... Jedenfalls ging selbst auf der normalen Toilette nix mehr, sodass nur noch das Zusammenwirken multipler Maßnahmen aus der ganzen Palette an zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in derartigen Fällen in Verbindung mit Schmerzen dann endlich Erlösung brachten.

Diese Stuhlgangsprobleme sind bis jetzt auch die unangenehmsten Begleiterscheinungen der gesamten Behandlung inkl. OP, aber das Klammerziehen demnächst und das Ziehen des Dauerkatheters in ca. 14 Tagen kommen ja noch, wobei mir der Katheter da am wenigsten Sorgen macht, das kenn ich ja schon und dann noch mit ganz anderen Kalibern...

Das wäre erst mal der aktuelle Zwischenstand, der "Auspacktag" mit anschließendem Aufstehen stellt ja doch gewissermaßen einen bedeutenden Wendepunkt im Verlauf der gesamten Aktivitäten um diese Operation dar.

s.lic4krocxk


Hallo,

ich verfolge die sehr hilfreichen Diskussionen in diesem Forum nun schon seit ein paar Monaten. Und wollte auch einmal eine Kleinigkeit hierzu beitragen.

Im Oktober 2015 bin ich mit einer Nebenhodenentzündung in das KKH eingewiesen worden. Dort hat man mir bei Restharnwerten von ca. 130 ml, einen Bauchdeckenkather empfohlen und gesetzt, zur besseren Heilung. Die Nebenhodenentzündung war dann auch nach etwa 4 Wochen komplett weg. Allerdings wurde auch gesagt man müsse der Ursache des Restharns auf den Grund gehen.

Im Dezember 2015 ist dann bei einer Spiegelung eine 1cm lange bulbäre Striktur festgestellt worden. Mittels Spiegelung.

Für mich ist das eigtl. alles bis heute noch ein Umstand an dem ich schwer zu knabbern habe. Bin eigtl. ziemlich sportlich und mach nun seit 9 Monaten 'gar nix mehr. Und außerdem kam die Diagnose für mich ziemlich unvermittelt, jetzt im Nachhinein, gab es aber wohl auch schon Jahre zuvor Anzeichen, wie häufigeres auf die Toilette gehen, und dünnerer Strahl als andere. Außerdem hatte ich schon mal 2 Blasenentzündungen in den letzten 20 Jahren.

Ende Dezember 2015 gab es dann eine Schlitzung. Zuerst war 2 Wochen lang der Strahl ziemlich kräftig, am Restharn hat sich allerdings nichts geändert, nachwievor bei ca. 130 - 150 ml. Sogar teilweise schlechter als vor der Schlitzung, da hatte ich manchmal nur 70 ml. Blasendruckmessung war allerdings ok, Uroflow mit 15 ml/sec. entsprechend schlecht.

Ab dem Zeitpunkt hatte ich dann selber viel recherchiert und war bei verschiedenen Krankenhäusern und Urologen vorstellig geworden. Und da gibt es riesige Unterschiede wie ich feststellen musste.

Klar war, dass ich eine Operation der Methode Mundschleimhautplastik benötige.

Wie viele hier im Forum auch schon berichtet haben, gibt es in D nur zwei Spezialkliniken (UKE, Hamburg und Sana Klinikum in Hof) die dies Art der Operation wirklich fast täglich durchführen

Ich hatte im Mai 2016 einen Termin bei Herrn Prof Keller in Hof, und werde mich auch dort behandeln lassen.

Überzeugt hatte mich unter anderem auch die Tatsache, dass man nicht so schnell wieder wie in HH nach 5 Tagen, sondern erst nach 10 Tagen entlassen wird und dass es einen gut strukturierten Ablauf gibt.

Hier aber ein Hinweis zu Ben-Scott 84,

und Deine Frage zu den beiden Beuteln (vlt. hat sich das bei Dir aber mitterlweile auch wieder erledigt)

richtig ist, dass die Beutel

1.nicht permanent gewechselt bzw. wieder verwednet werden sollen und

2. eine Art Rücklaufventil am Eingang des Beutels brauchen.

Es gibt von der Firma Uromed auch einen 1l Beutel nennt sich "Cystobag TK 1000". Den kannst Du auch gut versteckt unter der Hose tragen. Ich klemme den Schlauch immer ab mit einem Klettverschluss, damit sich die Blase ganz normal füllt, ich dann bei Harndrang ganz normal pinkel, und den Restharn lass ich dann in den Beutel, indem ich den Klettverschluss löse. Wenn nichts mehr kommt, klemm ich den Schlauch wieder ab.

Den Beutel selber wechsel ich alle 10 Tage.

Das mit dem Beutel handhabe ich nun so, seit ich im Mai bei Herrn Keller in Hof war, seitdem habe ich auch zumindest keine Bakterien mehr die man mit Antibiotika behandeln müsste. Denn gewisse Bakterien hat man ja immer im Urin. Bis dahin (also von Oktober 2015 bis April 2016) hatte ich häufiger Antibiotika nehmen müssen.

So,

Das große Problem ist, dass ich mich aber nun schon seit Monaten nicht dazu durchringen kann einen Termin auszumachen und jede Woche eine andere Begründung habe wieso ich noch eine Woche warte.

Aber wie auch straight_flash sagt, immer positiv denken, und ich glaube auch dass jeder in Hof in guten Händen ist, dort werden pro Jahr etwa 200 bis 250 MSH Operationen durchgeführt, wie man mir dort sagte.

:)^

bis demnächst

S/traight!Fluxsh86


Du hast seit Mai den gleichen Bauchdeckenkatheter liegen? Dann wirds aber höchste Zeit den mal wechseln zu lassen. Man findet immer irgendwelche Ausreden um die OP zu verschieben. Gib dir nen Ruck und vereinbar nen Termin für die Schlitzung und dann hast du ja eh noch 4 Wochen zeit bis zur großen OP. Dann ist wenigstens der Katheter weg. Glaub mir du fühlst dich besser wenn du den Schritt gegangen bist. Kann aus eigener Erfahrung berichten das jeder Tag mit der Erkrankung auf die Psyche geht.

sWlikck&rocxk


Hi,

danke, mein Verstand sagt mir auch dass ich den Termin jetzt mal vereinbaren muss.

und nee, den Bauchdeckenkatheter lasse ich alle 6 Wochen wechseln.

Sbtraig:ht^Flushx86


:)^

Aber ein bissel verstehen kann ich dich auch. War schon sehr praktisch mit dem katheter ;-)

S!traightF[luxsh86


@ Old_Sock

Hast du einen Baudeckenkatheter oder haben sie dir nach dem ziehen des Katheters einen neuen gelegt?

Gute Besserung weiterhin!!

O>ldC_Soxck


Hier nun ein weiteres Update:

Heute ist Tag 10 nach der MSH-OP, heute kamen die Klammern am Damm raus, morgen werde ich mit liegendem Harnröhrenkatheter und angeschlossenem großen (2Liter) Beutel entlassen. Einen Bauchdeckenkatheter hatte ich bisher nicht. Leider ist der Termin meiner Wiederaufname erst am 11.8., somit muss ich noch 2,5 Wochen mit dem Schlauch in meinem besten Stück und dem Beutel an meiner Seite aushalten...Dieser Umstand trübt momentan etwas meine Freude über die morgige Entlassung. Es gab auch keine besondere Begründung für die lange Zeit bis Wiederaufname, möglicherweise ist das eine weitere Änderung der therapeutischen Vorgehensweise hier in Hof. Die Sache nur mit Harnröhrenkatheter ist ja scheinbar bis vor kurzem auch noch nicht üblich gewesen. Hoffentlich gibts da keine Komplikationen, so lange mit dem Katheter, immerhin soll ich vor der Wiederaufname am 11.8. nochmal zum ambulanten Urologen und eine Urikult anlegen lassen, na mal sehen, was bis dahin alles in meinem Urin dann so floriert mit dem Katheter drin... Momentan bin ich recht angepisst wegen der langen Zeitspanne, wo ich faktisch nicht viel mit mir anstellen kann mit dem ganzen Beutelscheiß....

OPld_cS@ocjk


Edit@ StraightFlush86: Ich hatte seit der MSH-OP nur einen Harnröhrenkatheter, der auch noch nie gezogen wurde, und den ich nun auch bis zum 11.8. drinbehalten muss. Einen Bauchdeckenkatheter gabs bei meiner Behandlung hier in Hof bei Dr. Keller nie.

MsiYchaeil2x6Hof


Hallo Forum,

ich liege derzeit auch (wie Old_Sock) im SANA Klinikum Hof. (Besuch mich doch mal Zimmer 109 U1 :D)

Da meine Harnröhrenstriktur distal ist möchte ich etwas ausholen und auch meinen Weg hier beschreiben.

Ich hatte 2007 eine Beschneidung. Aufgrund eines vorherigen Infekts zwischen Vorhaut und Eichel ist diese "Verklebt" gewesen. Long Story short: Dies war der Ursprung meiner Striktion, die von der Eichel startend nach innen geht.

Bis 2015 wurde es logischerweise immer schlimmer, ich habe mich Bougieren lassen und schlussendlich auch selbst bougiert. Das hat die Sache alles andere als verbessert, aus einer Meatusenge ist somit eine 4 cm lange Striktur geworden. Deshalb: Bougieren ist keine Lösung sofern ihr nicht schon 70 Jahre alt seid oder bald sterben wollt.

Ich bin jetzt 26 Jahre alt. Vor 14-15 Wochen wurden die Beschwerden so schlimm, dass ich ins Krankenhaus gegangen bin. dieses führte eine Schlitzung durch und sagte mir, dass diese Methode keine Heilung versprach und ich Kontakt mit HAmburg oder Hof aufnehme musste. Aus fahrtechnischen Grunden wurde es Hof. Hier fand vor 6 Wochen die vorbereitende Schlitzung auf eine MSH Transplantation statt.

Etwas zu den Schlitzungen: Da meine Enge bis vorne (Meatus) an meine Eichel reicht, kann ich, anders als die meisten, meine Enge sehen. Nach den jeweiligen Schlitzungen, sah alles wunderbar aus, Uroflow bei 35, kein Plateau. Das interessante war hierbei wie sich die Harnröhre selbst heilt. Bei mir wuchs die Harnröhre zuerst von unten her exakt den Schnitt entlang nach oben und dann von oben nach unten, exakt dem Schnitt folgend, der in der Schlitzung gemacht wurde. Somit war der Ausgangszustand nach ca 1-2 Wochen wieder erreicht. Gut, nicht ganz so schlimm, aber Uroflow bestimmt under 10. Deshalb muss ich auch sagen, dass Schlitzungen nur gemacht werden sollten als Vorbereitung für eine MSH-Plastik.

Heute früh war ich dann an der Reihe für meine Rekonstruktion. Ich musste mich vor der OP heute den Bart abrasieren und von Bauchnabel bis ca. Knie alles nass rasieren. Der Bart muss runter, da bei jeder Mundschleimhautplastik die Luft für die Narkose über die Nase eingeführt werden muss, da im Mund geschnitten wird. Ich habe auch klebestreifen und desinfektionsmittel (gelb, geht schlecht weg) noch im Gesicht. Dann gings zur OP. Für diese wird kein Dammschnitt genutzt sondern der Penis aufgeschnitten (von unten). Da die Harnröhre sehr nah an der runterseite liegt und alle nerven sowie Schwellkörper oben und seitlich dürfte die Wunde nicht sehr tief gewesen sein. Ich hatte nur direkt beim Aufwachen etwas Schmerzen im Penis, diese sind jetzt verflogen und ich fühle mich wie immer.

Anders als Old_Sock habe ich sowohl einen Harnröhren als auch einen Bauchdeckenkatheter.

Der Plan sieht vor dass ich den Harnröhrenkatheter nach meinen 7 Tagen Bettruhe gezogen bekomme. Er kommt quasi mit dem Verband weg. Der Bauchdeckenkatheter bleibt 3 Wochen. Soviel ich gehört habe werde ich das Krankenhaus die kommenden 3 Wochen nicht verlassen. Am 21 Tag sollen die Abschließenden tests gemacht werden, wozu der Bauchdeckenkatheter nochmal nützlich wird, da über ihn Kontrastmittel injiziert werden kann, so dass man unterm Röntgengerät sieht wie der Urin fließt.

Ich halte euch auch über meinen Aufenthalt hier am Laufenden. Bisher habe ich nur sehr nette Menschen getroffen im Krankenhaus. So wurde ich z.B. in ein anderes Zimmer verlegt weil ich im alten kein Wlan hatte. :)^

O8ld_SoAck


Wir haben ja nun schon ein wenig "offline" gefachsimpelt, ich drücke Dir die Daumen, vor allem für die anstehenden Bett-Tage bis zum D-Day;) Ich schau morgen noch mal kurz bei Dir vorbei, bevor ich entlassen werde, ansonsten sehen wir uns dann ab dem 11.8., wenn ich wieder einrücke zur Abschlusskontrolle.

Interessant ist jedenfalls, dass es hier in Hof kein "Standardverfahren" bei MSH-OP's gibt, sondern ganznindividuell an den konkreten Fall angepasste Vorgehensweisen. Unsere beiden Engstellen markieren ja auch sozusagen die "Endlagen": Bei mir bulbär, bis zum Sphinkter reichend, bei Dir am entgegengesetzten Ende der männlichen Harnröhre und sogar "sichtbar". Dazwischen gibts alle erdenklichen Lagen und Längen an Stenosen und Vernarbungen und so gibts anscheinend für jeden Fall auch ein eigenes Therapieverfahren.

Aber bei allen Unterschieden, hier in Hof hat man immer den Eindruck, das Ärzte und Pflegepersonal wissen, was in jedem Fall zu tun ist und dementsprechend routiniert vorgehen. Ich werde in Zukunft bei jeglichen Eingriffen im Bereich "Wasserwirtschaft" ausschließlich das Team um Dr. Keller hier in Hof aufsuchen, selbst das Legen eines Katheters oder eine Zystoskopie werde ich künftig nur noch hier oder zumindest nach ausführlicher Konsultation der Ärzte von hier durchführen lassen.

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