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Beidseitiger Sternenhimmel

a8urForan17 hat die Diskussion gestartet


Hallo ,

Ich bin 17 Jahr alt.

Vor einem halben Jahr hatte ich eine Nebenhodenentzündung im rechten Hoden. Ein etwas voreiliger Aushilfsarzt verwies auch auf möglichen Hodenkrebs und ich kam erstmal ins Krankenhaus. Bei der Untersuchung durch den Oberarzt wurde dies aber eindeutig wiederlegt. Die Tumormarker die losgeschickt worden waren , die der Oberarzt nie gemacht hätte , waren auch alle im guten Bereich. Damals wurde auch auf beiden Seiten ein Sternenhimmel diagnostiziert. Dem wurde aber keine Bedeutung zugemessen und ich wurde entlassen mit dem Hinweis mich bald nochmal kontrollieren zu lassen.

Ich suchte dann einen Urologen mit einem guten Ruf in dieser Gegend auf und ließ mich von ihm noch einmal untersuchen , da ich noch Bedenken hatte. Dieser konnte nichts tasten und stellte auch den Sternenhimmel fest , den er nicht weiter als bedenklich ansah.

Vor ein paar Tagen nun , ca. ein halbes Jahr später , war ich wieder bei ihm. Der Befund hat sich nicht verändert. Der Sternenhimmel ist gleich geblieben doch er hat mir gesagt , dass eine Hodenbiopsie sicher wäre , bei der er Gewebe entnehmen würde und es untersuchen würde , um "Sicher zu gehen" . Ich müsste dies aber nicht machen , sondern könnte mich auch öfters kontrollieren lassen. Dies war auf einmal eine total komische Sache für mich. Vor einem halben Jahr dachte ich noch der Sternenhimmel sei ein vorkommendes Phänomen ohne Krankheitswert.

Ein anderer Arzt , den ich befragt hab hat dem Sternenhimmel auch keine große Bedeutung zugemessen.

Nun habe ich im Internet die Wildesten Sachen gelesen. Das geht von dem Fakt , dass dies nur Hinweise auf angeschlagene / verletze Hoden sind (z.b. auch nach einer Entzündung? obwohl ich die ja nur rechts hatte) bis hin zu hohem Hodenkrebsrisiko und anderem wie Unfruchtbarkeit. Auf anderen Seiten behaupten dann Ärzte , dass man beruhigt sein soll und sich nur 2-3 mal im Jahr kontrollieren lassen muss. Welche Bedeutung ist diesem Sternenhimmel wirklich zuzumessen? Ich habe totale Angst. Was wird die Hodenbiospie bringen und ergibt sie Sinn?

Ich hoffe ihr könnt mir helfen. Ich habe bereits alles in diesem Forum und fast alles im Internet zu diesem Thema gelesen.

Mfg

Antworten
FPraagnk


Hi,

wenn Du bereits alle Beiträge zu diesem Thema in diesem Forum gelesen hast, dann brauche ich, "meinen" Beitrag ja nicht zu wiederholen.

Also zunächst einmal zeigen diese Mikroverkalkungen Ablagerungen an den Innenwänden der Hodenkanälchen an, als Folge abgestorbener Zellen/Zellreste. Ursache dafür kann fast alles Mögliche sein. Bspweise. habe ich beidseitige Varikozelen (Hodenkrampfadern) und auch auf beiden Seiten diese Mikroverkalkungen - auf der linken Seite stärker als rechts - dort habe ich auch die größere Varikozele. Somit nehme ich mal einen Zusammenhang mit den Varikozelen an. Eine Nebenhodenentzündung kann auch die Hoden in Mitleidenschaft ziehen, woraus diese Mikroverkalkungen resultieren können. Aber auch eine TIN (Testikuläre Intraepitheliale Neoplasie) kann zu diesen Mikroverkalkungen führen. Es handelt sich dabei um entartete Spermatogonien, die die gesunden Stammzellen verdrängen und irgendwann in einen invasiven Tumor übergehen. Die zerstörten Spermatogonien bilden dann diese Mikroverkalkungen im Ultraschall. Diese Mikroverkalkungen bedeuten zunächst einmal, dass das samenbildende Gewebe mehr oder minder geschädigt ist, was eine Zeugungsunfähigkeit bis hin zur Azoospermie (vollständiges Fehlen der Spermien) zur Folge haben kann. Ob aber geschädigtes Hodengewebe als Folge einer gutartigen Erkrankung, welches Mikroverkalkungen enthält, auch zu einer bösartigen Erkrankung führen kann, ist mir bisher noch nicht ganz klar geworden. Viele Urologen meinen, das sei harmlos, im Internet liest man was Anderes :-/

Ich denke aber, dass regelmäßige Ultraschalluntersuchungen der Hoden und Bestimmung der Tumormarker nicht schaden können. Ob eine Hodenbiopsie nötig ist, muss Dein Arzt entscheiden. Er will damit ausschließen, dass sich hinter diesen Mikroverkalkungen nicht etwa eine bösartige Erkrankung verbirgt. Leider beinhaltet eine Hodenbiopsie, ein wenn auch nur sehr geringes OP-Risiko. Hier müssen Nutzen und Risiken sorgsam gegeneinander abgewogen werden.

Die Frage ist nun, welchem Zweck die Hodenbiopsie dient.

Denn Hodenkrebs kann heute auch schon in fortgeschritteneren Stadien meistens erfolgreich geheilt werden. Somit sollte es eigentlich ausreichen, zum Arzt zu gehen, sobald man einen Tumor ertasten kann.

Wenn eine TIN festgestellt wird, bleiben die Optionen: "Hoden entfernen", "Bestrahlen" oder "Wait and See". Entfernen kann man den Hoden auch noch im Tumorstadium, "Wait and See" macht man ja praktisch sowieso schon, wenn ein "Sternenhimmel" vorliegt. Bliebe nur die Option "Bestrahlen". Beim Bestrahlen werden die TIN-Zellen vernichtet, der Hoden produziert dann aber auch keine Spermien mehr. Vorteil ist, dass er nicht entfernt werden muss und weiterhin Testosteron produzieren kann. Die Bestrahlung würde aber auch den benachbarten gesunden Hoden zeugungsunfähig machen können. Deshalb macht die Bestrahlung eines Hodens im TIN-Stadium nur Sinn, wenn nur noch ein Hoden vorhanden ist, oder der andere auch keine Spermien mehr produziert.

lg

Frank

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