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Fragen zu Eswl-Zertrümmerung

c:hane lx4


... hä ??? hast du die Schiene ohne Narkose bekommen ???

ich quäle mich nach wie vor, kann aber jederzeit inss KH, wenn ich die Schnauze voll habe, habe aber AAngst davor :-(

s[masUhe+d_by


Soooo... Auch ich habe jetzt meine 1. ESWL- Behandlung aufgrund eines ca. 1cm Nierensteins in der linken, unteren Kelchgruppe hinter mir. Entdeckt wurde er während einer Kontrastmittelaufnahme, die wegen einer leichten Nierenentzündung (leichte Schmerzen, Ultraschall unauffällig, Blut im Urin) gemacht werden musste. Der Stein selber hat bis dahin keinerlei Probleme gemacht, klar war aber auch dass er nicht ohne von alleine rauskommen würde.

Am Tag der ESWL konnte ich noch Frühstücken, sollte Mittags nüchtern bleiben und war gegen 14:00 Uhr dran. Hemd aus, Hose runter und ab auf die Pritsche. Ein speziell dafür ausgebildeter Techniker (nicht mein Doc selbst) hat sich nochmal die Röntgenaufnahme angeschaut und per Ultraschall die Lokalisierung vorgenommen. Nach ein wenig Small-Talk und der obligatorischen Einbalsamierung mit Kontaktgel wurde dann der Schallkopf an meiner Flanke in Position gebracht und mir wurde erklärt, was nun in den nächsten 25 Minuten vor sich gehen würde: Die Wellen seien etwas laut und würden sich anfühlen wie kleine Nadelstiche. Die Intensität würde anfangs zum eingewöhnen sehr niedrig gehalten, jedoch bald angehoben. Wenn ich Schmerzen hätte, solle ich was sagen, dann könne er die Intensität wieder ein wenig herunterfahren, was dem Ergebnis der Behandlung jedoch nicht gerade dienlich sei.

Gesagt, getan! Auf die Frage, ob ich bereit sei, traf mich die erste Stoßwelle... Angefühlt hat es sich wie eine ganz leichte Backpfeife mit der flachen Hand. So als wenn einem einer einen kleinen Klaps auf die Nierengegend gibt. "Hey, das ist ja easy und nur auf der Haut! Das halt ich locker 25 Minuten aus...", dachte ich erleichtert bei mir. Leider blieb es nicht ganz so angenehm, denn schnell (schon nach ca. nach 1 Minute) wurde die Intensität bereits deutlich erhöht. Nun bemerkte ich auch ein leichtes Piksen im inneren meines Körpers – jedoch immer noch keiner Rede wert. Dieses Piksen wurde über die Zeit dann immer etwas penetranter, genau wie das Geräusch des schallgebenden Gerätes. Beschreiben würde ich es als dumpfes Ziehen, das sich ähnlich anfühlt wie das leichte Ziehen, das ich schon von meiner vorausgegangenen Nierenentzündung kannte – nur etwas deutlicher und eben impulsartig. Prinzipiell kam es mir vor, als ob die Niere mit jedem Schuss etwas mehr gereitzt wird und entsprechend darauf reagiert.

Über die Zeit wurde das ganze dann zunehmend unangenehmer bzw. schmerzhafter und ich hatte schon ein bißchen damit zu kämpfen. Irgendwann wechselte die Beschussfrequenz, die Schläge kamen langsamer, dafür gefühlt intensiver. Daraufhin habe ich den guten Mann mal gefragt, wie lange es noch dauern würde. Seine Antwort: "Noch knapp 5 Minuten". Fünf Minuten kamen mir zu diesem Zeitpunkt schon wie eine Herausforderung vor, die ich jedoch annehmen musste, weil mir ja sowieso keine andere Wahl blieb. So hieß es also Zähne zusammen beißen und durch. Als er dann plötzlich sagte: "Die letzte Minute läuft..." war ich froh, dass es gleich vorbei ist.

Während der gesamten Behandlung wechselte die Position des Schallkopfes ab und zu mal hin und her, ohne den Kontakt zu meiner Flanke zu verlieren. Einmal wurde mir gesagt, ich solle etwas langsamer atmen, auch wenn mir das aufgrund der Irritation nicht besonders gut gelang. Ich habe keinerlei Schmerz- oder Beruhigungsmittel bekommen und war nach der Behandlung lediglich für ein 1-2 Minuten etwas wackelig auf den Beinen. Auf meine Frage hin, wie warscheinlich es ist, dass es zu Koliken als Folge kommen kann sagte mir der Techniker: "Ca. 40%", was ich zu diesem Zeitpunkt nicht gerade erbaulich fand. Den restlichen Tag über hatte ich jedenfalls zwar ein paar Schmerzen in der Nierengegend, jedoch keine unerträglichen. Die Einnahme irgendwelcher Schmerztabletten war jedenfalls nicht nötig, Koliken blieben aus.

Der Doc sagte mir nach der Behandlung noch, dass mein Stein sich wohl gut zertrümmern ließe, jedoch wohl erst ein Drittel geschafft sei und wir das noch ein-, zwei Mal wiederholen müssten. Er sagte ausserdem, dass wenn ich Koliken bekommen würde, ich sofort ein Krankenhaus aufsuchen solle. Ich bekam einen Termin zur Nachkontrolle am nächsten Tag und solle bis dahin viel Trinken und mich ordentlich bewegen, was ich auch tat. Der erste Urin war wie zu erwarten dunkelrot eingefärbt, beim zweiten Mal war er schon nur noch leicht rosa und im Anschluss normal. Steinfragmente habe ich leider keine nennenswerten auffangen können.

Bei der Kontrolluntersuchung am nächsten Tag war mein Doc positiv überrascht: "Das sieht doch schon viel besser aus als gestern! Da ist doch mehr kaputt gegangen, als es gestern danach aussah... Alles schön porös, kaum noch massive Strukturen zu erkennen...". Das Ganze hat wohl sehr gut angeschlagen und wenn ich Glück hab, mich viel bewege und sehr, sehr viel trinke, geht das alles sogar ohne eine weitere Behandlung zuende. Den nächsten Kontrolltermin habe ich jedenfalls erst in 2 Monaten.

Im Nachhinein betrachtet hatte ich echt Schiss davor, den ich garnicht hätte haben müssen. Wenn ich da noch mal hin muss, dann ist das eben so, davon geht die Welt nicht unter. Wenn ich das völlig ohne Schmerzmittel schaffen kann, ist das doch halb so wild. Klar war das nicht angenehm, aber hey: Frauen bekommen Kinder! Das ist sicher nochmal ne ganz andere Liga... Und auch den letzten Zahnarzttermin habe ich schlimmer in Erinnerung.

Aufgrund dieser Erfahrung kann ich jedenfalls heute sagen: Davor braucht man keine Angst haben.

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